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Neue Möglichkeiten - Robotik in der Industrie
Fertigungshallen voller Industrieroboter, die Hand in Hand arbeiten und vollautomatisch die verschiedensten Produkte herstellen - so sieht häufig die Vorstellung von der Fabrik der Zukunft aus.

Hürden für den Einsatz von Robotern in der Industrie

Der Einsatz von Robotern in der Industrie hat jedoch auch Schattenseiten. So gibt es mehrere finanzielle, organisatorische und soziale Hürden, die den flächendeckenden Einsatz von Robotern in der Industrie verhindern oder zumindest erschweren dürften.

Zunächst einmal ist die Anschaffung von Industrierobotern noch immer sehr kostenintensiv, auch wenn die Preise in den letzten Jahren bereits gefallen sind. Der Preis für einen Industrieroboter schwankt je nach Ausführung und Anwendungsbereich zwischen mehreren 10.000 Euro und mehreren 100.000 Euro. Da in Unternehmen bei einer entsprechenden Umstellung natürlich mehr als nur ein Roboter benötigt wird, kann sich die Anschaffungssumme schnell auf mehrere Millionen Euro belaufen. Vielen Firmen dürfte das zu viel für die recht junge Technologie sein, deren Nützlichkeit und Effektivität erst noch ausreichend bewiesen werden muss.

Abgesehen von den Anschaffungskosten fallen auch noch weitere Kosten während des Lebenszyklus eines Industrieroboters an. So muss dieser regelmäßig gewartet und gelegentlich repariert werden. Die Kosten hierfür dürften die Kosten für die Wartung und Reparatur "normaler" Maschinen übersteigen, da es sich bei Industrierobotern um sehr komplexe Konstruktionen handelt. Daneben müssen innerhalb eines Unternehmens auch die Arbeitsabläufe in der Fertigung für den Einsatz von Robotern angepasst und optimiert werden. Da dieser Prozess erst als abgeschlossen betrachtet werden kann, wenn die Fähigkeiten des Roboters voll ausgeschöpft werden, kann auch dies einen großen finanziellen und zeitlichen Aufwand mit sich bringen.

Daneben könnte der flächendeckende Einsatz von Industrierobotern auch gesellschaftlichen und politischen Widerstand hervorrufen, da durch sie eine große Zahl an Arbeitsplätzen wegfallen würden. Es werden zwar auch neue Arbeitsplätze geschaffen, allerdings in Bereichen wie dem Ingenieurwesen oder der Programmierung, wo andere und möglicherweise höhere Qualifikationen erforderlich sind. Arbeitskräfte, die rein körperliche Arbeit erledigen, würden dagegen kaum noch gebraucht. Dadurch dürfte die Arbeitslosenquote steigen. Auch das Wirtschaftswachstum könnte in Mitleidenschaft gezogen werden, da der Konsum durch die höheren Arbeitslosenzahlen sinken dürfte und viele Menschen gar nicht mehr im Stande wären, sich die von den Industrierobotern hergestellten Produkte zu leisten.

Wie bereits angesprochen, würden auf der anderen Seite dafür neue Arbeitsplätze für Experten im Umgang mit Robotern geschaffen werden, da die Industrieroboter weiterentwickelt, gewartet und bei der Arbeit überwacht werden müssten. Die Zahl dieser neuen Stellen würde zum einen aber nicht die Zahl der abgeschafften Stellen ausgleichen, da ein Ingenieur über mehrere Roboter wachen kann, die wiederum jeweils die Arbeit von mehreren Menschen übernehmen können, und zum anderen fehlt es in unserer Gesellschaft momentan an ausreichend qualifiziertem Fachpersonal. Bereits jetzt ist der Fachkräftemangel in der Industrie ein großes Problem, dass sich bei einer solchen Entwicklung weiter verschärfen könnte.