Ausgewogen Anlegen

Inhaltsverzeichnis

Mit wenigen ETFs die ganze Welt im Depot

Diversifizierung mit ETFs

Mit Hilfe von ETFs ist es sehr einfach, das eigene Investment breit zu streuen. Mit dem Kauf von nur einem oder zwei ETFs kann eine Streuung über verschiedene Länder oder Anlageklassen erzielt werden, für die sonst viele verschiedene Einzelwerte gekauft werden müssten. So kann beispielsweise mit dem Kauf von Anteilen des Xtrackers MSCI AC World UCITS ETF eine Streuung über rund 50 Länder und mehr als 2.000 Einzelaktien erzielt werden. Das Besondere an diesem ETF: Er enthält sowohl Aktien aus Industrieländern, als auch aus Schwellenländern. Somit können Anleger über diesen Indexfonds sowohl von den enormen Wachstumschancen der Schwellenländer profitieren, haben daneben aber auch noch die risikoärmeren Aktien aus den Industrieländern in ihrem Depot.

Perfekt ist die Diversifizierung damit aber noch nicht, da mit diesem ETF ausschließlich in Aktien investiert wird. Um das Risiko für das eigene Depot weiter zu streuen, sollten auch andere Anlageklassen berücksichtigt werden. Als Ergänzung zu einem Aktieninvestment werden oft auch Anleihen ins Depot geholt. Diese unterliegen meist weniger starken Schwankungen als Aktien und bieten außerdem regelmäßige Erträge in Form von Kuponzahlungen. Den allgemeinen Kurs- und Zinsrisiken bleibt allerdings auch ein breit gestreutes Depot ausgesetzt.

Mit nur einem ETF in den globalen Rentenmarkt investieren

Die Auswahl von geeigneten Anleihen ist jedoch nicht ganz einfach, da auf die Bonität des Emittenten, die Laufzeit und die Stückelung geachtet werden muss. Bei vielen Anleihen ist ein Einstieg erst ab mehreren tausend Euro möglich, was ein breitgestreutes Anleiheninvestment für Privatanleger nahezu unmöglich macht.

ETFs bieten auch hier wieder eine Alternative. Der Xtrackers II Global Aggregate Bond Swap UCITS ETF ermöglicht es Anlegern beispielsweise, in mehr als 15.000 verschiedene Anleihen aus über 70 Ländern zu investieren. Der ETF enthält dabei Staats1– und Unternehmensanleihen2, Pfandbriefe3 sowie Asset-Backed- und
Mortgage-Backed-Securities4 aus Industrie- und Schwellenländern, so dass auch hier wieder eine sehr breite Streuung gegeben ist. Auch auf das Rating der enthaltenen Rentenpapiere wurde geachtet: Der ETF enthält nur Papiere mit einem Rating5 zwischen AAA und BBB6, das durchschnittliche Rating liegt jedoch bei AA.

Einfache und günstige Diversifizierung

Anleger, die sich beide genannten ETFs ins Depot holen, sind somit an der Entwicklung des gesamten Aktien- und Rentenmarkts beteiligt ohne dafür tausende einzelne Wertpapiere kaufen zu müssen. Auch die Kosten liegen weit unter denen, die für eine halbwegs gleichwertige Diversifizierung mit Einzelpapieren aufgebracht werden müssten. Beim Xtrackers II Global Aggregate Bond Swap UCITS ETF liegt die Pauschalgebühr lediglich bei 0,15 % pro Jahr, beim Xtrackers MSCI AC World UCITS ETF beträgt sie 0,4% pro Jahr.

Arbeitsaufwand und finanzieller Aufwand sind somit gegenüber einer selbst vorgenommen, aktiven Diversifizierung sehr gering, der erzielte Effekt ist allerdings gleich: Durch die breite Streuung werden Verlustrisiken begrenzt und Renditechancen erhöht, da die über die ETFs gehaltenen Einzelwerte nicht alle den gleichen Risikofaktoren unterliegen und daher anders auf verschiedene Marktgegebenheiten reagieren .Allerdings sollten Anleger beachten, dass sie dennoch grundsätzlich den allgemeinen Risiken an Aktien- und Rentenmärkten ausgesetzt sind.


1Schuldverschreibungen, mit denen Staatsausgaben finanziert werden.
2Schuldverschreibungen, mit denen Staatsausgaben finanziert werden.
3Deutsche Ausprägung von Schuldverschreibungen, die durch bestimmte Vermögenswerte, z.B. Immobilien, gesichert sind.
4Internationale Ausprägung von Schuldverschreibungen, die durch bestimmte Vermögenswerte, z.B. Immobilien, gesichert sind.
5Bonitätsnote für eine Schuldverschreibung
6Rating-Taxonomie in verschiedenen Abstufungen. „AAA“ steht für erstklassige Bonität.

Wie funktioniert ein ETF?

Indexnachbildung als Ziel

Bei einem ETF, kurz für Exchange Traded Fund, handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds. Ziel dieses Finanzproduktes ist es, einen vorher festgelegten Index und dessen Wertentwicklung so genau wie möglich nachzubilden und den Index somit für Anleger leichter handelbar zu machen. ETFs bedienen sich somit einer sogenannten passiven Anlagestrategie und haben durch das passive Management niedrigere Kosten als konventionelle, aktiv gemanagte Fonds, sowohl für die Fondsgesellschaft als auch für den Anleger.

Während ETFs in den USA bereits seit 1993 handelbar sind, können Anleger in Deutschland seit dem Jahr 2000 in börsengehandelte Indexfonds investieren. Das Volumen des ETF-Markts ist seitdem stetig gewachsen, sowohl in Hinsicht auf das verwaltete Vermögen als auch auf die Anzahl der erhältlichen ETFs. Dabei hat sich auch eine große Produktvielfalt entwickelt: Bei dem Index, der einem ETF zugrunde liegt, muss es sich nicht zwangsweise um einen Aktienindex wie den DAX1 oder den EURO STOXX 502 handeln, auch Indizes aus anderen Sektoren, wie dem Rohstoff-, Devisen- oder Rentenbereich, können als Basis für einen ETF dienen.

Einfache Handhabung

Über den Kauf eines ETFs erwerben Anleger indirekt einen ganzen Korb von Wertpapieren in nur einem Produkt und können somit ganze Märkte einfach handeln. So kann beispielsweise der gesamte europäische Aktienmarkt mit einem einzigen ETF auf den Index MSCI Europe3 oder STOXX Europe 6004 gehandelt werden. Die Indexfonds bieten damit eine breite Diversifizierung und eine starke Risikostreuung, da nicht nur in eine einzelne Aktie investiert wird. Sie ermöglichen es, mit nur einem Wertpapier die Risikostreuung eines ganzen Portfolios zu erzielen und weisen zusätzlich noch eine gute und einfache Handelbarkeit auf, die in etwa der Handelbarkeit einer Aktie entspricht. Denn ETFs können während der gesamten Börsenhandelszeit gekauft oder verkauft werden.

Auch wichtig für Anleger: Wie bei Fonds gilt das in ETFs eingezahlte Kapital als Sondervermögen. Dies bedeutet, dass Anleger im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft keinen Totalverlust erleiden. Dies ist bei anderen Wertpapierarten, zum Beispiel bei Zertifikaten5, nicht der Fall.

Daneben haben ETFs noch weitere Charakteristika, die sie gerade für Privatanleger attraktiv machen. So ersparen sich Anleger durch die Wahl eines ETFs zahlreiche Stunden an Recherche, da nicht ausführlich über mehrere einzelne Aktien, sondern nur über die Chancen und Risiken eines Index recherchiert werden muss. Vor allem bei der Investition in ausländische Märkte kann eine Recherche nach Einzeltiteln sehr aufwendig und schwierig sein. Außerdem muss der Anleger sich bei der Investition in einen ETF im Gegensatz zur Investition in Einzelaktien nicht mit den möglicherweise schwierigen Abwicklungs- oder Währungsmodalitäten im Ausland befassen. Des Weiteren verhindert eine Orientierung am Index typische Fehler von privaten und professionellen Anlegern: Ein Kauf oder Verkauf von Einzeltiteln zum falschen Zeitpunkt oder die bewusste Konzentration auf eine Einzelaktie (Stock Picking), die dann evtl. doch nicht so gut läuft wie erwartet.


1Deutscher Aktien Index (DAX). Setzt sich aus den Aktien der 30 deutschen börsengehandelten Unternehmen in Deutschland zusammen.
2Europäischer Leitindex mit den 50 größten börsengehandelten Unternehmen der Eurozone.
3Aktienindex, der mehr als 400 führende Unternehmen aus 15 Ländern Europas umfasst.
4Aktienindex, der die 600 größten Unternehmen Europas enthält.
5Anlageprodukte in der rechtlichen Form einer Schuldverschreibung, die auf der Wertentwicklung eines oder eines Korbes aus mehreren Vermögenswerten, meist Aktien, Währungen oder Rohstoffe, basieren.

Die Portfolio ETFs

Für Anleger, die ihr Depot diversifizieren möchten, dabei allerdings die Auswahl von Einzeltiteln oder einzelnen ETF scheuen oder schlicht keine Zeit haben, um sich umfassend über die in Frage kommenden Titel zu informieren, bietet Xtrackers mit dem Portfolio UCITS ETF und dem Portfolio Income UCITS ETF zwei interessante Produkte an. Die Portfolio-ETFs von Xtrackers haben das Ziel, Anlegern das Investieren möglichst leicht zu machen, indem sie ihr Vermögen unkompliziert in eine größere Anzahl von Aktien- und Anleihe-ETFs anlegen können.

Ein Strategiekomitee unter der Leitung von Dr. Andreas Beck (Dipl.-Mathematiker / Index Capital GmbH) tritt mehrmals jährlich zusammen, um die Zusammensetzung beider Portfolio-ETFs von Xtrackers anhand der aktuellen Marktsituation und der erwarteten Marktentwicklungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Der Portfolio UCITS ETF verfolgt eine Strategie, die auf Renditeoptimierung abzielt und daher potenziell einen größeren Anteil von Aktien-ETFs beinhalten kann als der mehr sicherheitsorientierte Portfolio Income UCITS ETF, der mit einem größeren Anteil an Anleihe-ETFs zudem regelmäßige Ausschüttungen vornimmt.

Beide Portfolio ETFs verfolgen das Ziel, eine maximale Rendite bei gleichzeitiger Risikobegrenzung zu erzielen. Dabei liegt der Fokus auf Wertpapieren, die selbst einen regelmäßigen Ertrag erwirtschaften: Dies sind hauptsächlich dividendenstarke Aktien und Anleihen. Diese Wertpapiere bieten durch Dividenden und Zinsen eine eigenständige Ertragskraft zusätzlich zu den Erträgen aus Kursgewinnen. Insgesamt enthält der Portfolio-ETF tausende an Einzeltiteln – und damit um ein Vielfaches mehr jedes Privatdepot mit einer noch so guten Diversifizierung. Anleger sollten aber beachten, dass sie wie bei jeder anderen Kapitalanlage zum Beispiel Kurs- und Zinsrisiken unterliegen.

Gebühren beim ETF-Kauf

Investieren in ETFs – Kauf und Gebühren

Beim Handel mit börsennotierten Indexfonds sollten Anleger neben dem aktuellen Kurs des ETFs immer auch die Gebühren im Blick behalten, die beim Kauf und Verkauf von ETFs, wie auch beim Handel von Fonds und anderen Wertpapierarten, an verschiedenen Stellen anfallen.

Gebühren für das Depot

Da für den Handel von ETFs ein Depot benötigt wird, sind dies zunächst einmal die Depotgebühren der entsprechenden Bank oder des Brokers. Bei dieser Gebühr handelt es sich um einen Pauschalbetrag, den der Anleger jährlich oder vierteljährlich an die Bank dafür bezahlt, dass diese ihm ein Depot zur Verfügung stellt. Einige Banken und Broker bieten kostenlose Depots an oder knüpfen die Höhe der Depotgebühren an den verwalteten Geldbetrag. Grundsätzlich fällt die Depotgebühr aber dafür an, dass überhaupt über die Bank gehandelt werden kann und ist nicht an einen bestimmten Wertpapiertyp geknüpft.

Gebühren beim Handel

Weitere Gebühren die immer beim Handel auftreten, sind der Spread und die Ordergebühren. Als Spread wird die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs1 bezeichnet. Wenn Anleger ETFs oder andere Wertpapiere kaufen, zahlen sie durch den Spread immer etwas mehr als das, was sie erhalten würden, wenn sie die gleichen Wertpapiere zur gleichen Zeit verkaufen würden. Der Spread ist normalerweise umso niedriger, je liquider der Handel ist, der mit dem betroffenen Finanzinstrument stattfindet. Bei ETFs liegt er in etwa so hoch wie bei Aktien.

Hinzu kommen bei jeder Transaktion auch Ordergebühren. Diese werden sowohl von der Depotbank als auch von der Börse für ihre Dienstleistungen erhoben. Bei der Bank fällt für jede Transaktion entweder eine pauschale Transaktionsgebühr an oder es werden Kosten in Höhe eines prozentualen Anteils am Ordervolumen fällig. Auch die Börse, an der die ETFs gekauft oder verkauft werden, erhebt eine zusätzliche Börsengebühr. Beim Kauf von ETFs über Xetra2 entspricht diese in etwa der Gebühr, die auch beim entsprechenden Aktienkauf anfällt. Doch der Kauf über die Börse ist auch ein Vorteil von ETFs: Da die Indexfonds als Privatanleger nur über die Börse und nicht direkt von der Fondsgesellschaft gekauft werden können, fällt bei ihnen kein Ausgabeaufschlag an. Einen Ausgabeaufschlag gibt es nur beim direkten Kauf von Fondsanteilen über die entsprechende KVG3, wie es bei aktiv gemanagten Fonds normalerweise der Fall ist.

Verwaltungsgebühren bei ETFs

Einer der größten Vorteile von ETFs liegt jedoch in ihren Verwaltungsgebühren, die auch den wichtigsten Kostenpunkt bei Indexfonds und aktiv gemanagten Fonds darstellen. Die Verwaltungsgebühren werden in der Regel mit den sonstigen Fixgebühren zusammengefasst und zusammen als Gesamtkostenquote mit dem englischen Begriff Total Expense Ratio (TER) angegeben. In der Total Expense Ratio sind bei ETFs wie auch bei aktiv gemanagten Fonds die Kosten für die Fondsgeschäftsführung, das Portfoliomanagement, die Wirtschaftsprüfung und die Betriebskosten enthalten. Die entsprechenden Kosten werden auf Tagesbasis berechnet und vom Sondervermögen des Fonds abgezogen. Da ETFs jedoch kein aktives Management benötigen, liegt ihre TER i.d.R. deutlich unter der von aktiv gemanagten Fonds.

So fällt für ETFs je nach Branche, in die sie investieren, eine durchschnittliche Verwaltungsgebühr von etwa 0,1 bis 1 Prozent an. ETFs auf sehr liquide Indizes wie beispielsweise den DAX4 oder den Euro Stoxx 50 haben eine TER von weniger als 0,1 Prozent, während ETFs auf exotischere Märkte wie Schwellenländer eine TER von bis zu 0,95 Prozent aufweisen können. In diesem Bereich liegt auch die Gebühr für ETFs auf Rohstoff-Indizes, während Renten-ETFs mit einer TER von 0,1 bis 0,3 Prozent zu Buche schlagen. Die durchschnittliche Verwaltungsgebühr für klassische Publikumsfonds liegt dagegen in der Regel zwischen 0,8 und 2 Prozent. Hinzu kommt dann häufig auch noch ein Ausgabeaufschlag zwischen 3 und 5 Prozent6.


1Aus Sicht der Bank der Unterschied zwischen dem niedrigeren Ankaufskurs (Geld) und dem höheren Verkaufskurs (Brief) eines Wertpapiers.
2Elektronische Wertpapierhandelsplattform der Deutsche Börse AG
3Kapitalverwaltungsgesellschaft
4Deutsche Aktien Index. Setzt sich aus den Aktien der 30 deutschen börsengehandelten Unternehmen in Deutschland zusammen.
5Deutsche Aktien Index. Setzt sich aus den Aktien der 30 deutschen börsengehandelten Unternehmen in Deutschland zusammen.
6Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de, Stand Dezember 2018

Regeln für die Anlage in ETFs

1. Regel: Über ETFs informiert sein

Vor dem Kauf eines ETFs sollte die gründliche Information über diese Wertpapierart stehen. Denn wie bei jeder Anlage gilt auch hier: Kaufen Sie nichts, was Sie nicht verstehen! Erst, wenn Sie eine gründliche Recherche über die Funktionsweise sowie die Chancen und Risiken von ETFs durchgeführt haben und zwischen verschiedenen
ETF-Typen differenzieren können, sollten Sie die Entscheidung treffen, Ihr Geld in dieses Produkt zu investieren.

2. Regel: Investmentziel festlegen

Auch bei einer Anlage in ETFs sollten Sie sich über Ihr Investmentziel Gedanken machen und dieses vor einem Einstieg klar definieren. Die wichtigsten Fragen, die Sie sich dabei stellen sollten, sind: Wie groß ist mein Anlagehorizont und welcher Ertrag soll am Ende durch das Investment erzielt worden sein? Ist mein Ertragsziel absolut, will ich also eine festgelegte Mindestrendite erzielen, oder ist es relativ im Vergleich zu einem Benchmark? Will ich über einen Sparplan über längere Zeit hinweg immer wieder kleinere Beträge investieren oder soll eine größere Einmalanlage erfolgen? Je nachdem, wie Ihre Antworten auf diese Fragen ausfallen, müssen auch die Produkte ausgewählt werden, in die Sie investieren möchten: Sollen dies renditestarke Aktien-ETFs sein, weniger schwankungsanfällige Renten-ETFs oder nur ETFs, die auch sparplanfähig sind? Bedenken Sie dabei auch immer, dass eine höhere Rendite mit einem höheren Risiko einhergeht.

3. Regel: Risikoprofil ermitteln

Machen Sie sich bewusst, wie hoch Ihre Risikobereitschaft ist und welche Verluste Sie verkraften können, ohne in Panik auszubrechen und sich aus dem Wertpapiermarkt zurückzuziehen. Wenn Sie sich als eher konservativer Anleger einstufen, sollte der Anteil an Renten-ETFs in Ihrem Depot überwiegen. Sind Sie eher chancenorientiert, sollten Sie Aktien-ETFs übergewichten und können auch risikoreichere ETFs wie beispielsweise auf Schwellenländer in Ihr Portfolio holen1.

4. Regel: Über den zugrundeliegenden Index Bescheid wissen

Haben Sie sich über ETFs informiert und sich für einen bestimmten ETF entschieden, sollten Sie zunächst ebenfalls noch den zugrundeliegenden Index in Augenschein nehmen, denn manche Indexkonzepte sind nicht leicht nachzuvollziehen bzw. passen eventuell nicht zum Anlageziel, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht klar ist. Da Sie über den ETF letztendlich jedoch in diesen Index investieren, ist es wichtig, dass Sie verstehen, wie sich dieser zusammensetzt und berechnet. Denn nur die Entwicklung des Index entscheidet bei einem Investment in ETFs über Gewinn und Verlust.

Außerdem sollten Sie sich darüber informieren, wie breit der Index an sich gestreut ist, da je nachdem ETFs auf weitere Indizes als Ergänzung des Depots sinnvoll sein können. Sollten sich die Konzepte einiger speziellen Indizes als zu schwer verständlich herausstellen, sollten Sie bei großen und bekannten Indizes bleiben und sich auf die entsprechenden ETFs konzentrieren.

5. Regel: Über den ETF-Anbieter informiert sein

Da viele Anbieter gleiche oder ähnliche ETFs im Angebot haben, vor allem wenn es um Produkte auf die weltweit größten Indizes geht, sollten Sie auch gut auswählen, von welchem Anbieter Sie kaufen. Generell ist es ratsam, sich an einen der größeren Anbieter zu halten, da deren Produkte in der Regel nicht einfach vom Markt verschwinden und sie ihren Anlegern außerdem einen umfassenderen Service bieten. Des Weiteren kooperieren viele große ETF-Anbieter mit Direktbanken2 oder
Online-Brokern3 und Sie erhalten dadurch deren ETFs dort günstiger, da in diesen Fällen oft die Transaktionsgebühren erlassen werden.

6. Regel: Die Ausrichtung des Depots prüfen

Machen Sie sich außerdem bewusst, wie Ihr Portfolio ausgerichtet ist oder sein soll. Passen die gewählten ETFs in Ihr Depot oder verändert sich dadurch das Gesamtrisiko des Portfolios in eine nicht gewünschte Richtung? Daneben sollten Sie außerdem prüfen, ob die Ausrichtung Ihres Depots auch Ihrem noch verbleibenden Anlagehorizont entspricht. Befinden Sie sich noch am Anfang eines auf mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg angelegten Investmenthorizonts, können Sie einen größeren Prozentteil Ihres Anlagevermögens in Aktien- oder Rohstoff-ETFs stecken. Mögliche Schwankungen können Sie in diesem Fall aussitzen. Neigt sich Ihr Investmenthorizont allerdings dem Ende entgegen oder ist generell sehr kurz, sollte der Anteil an
Renten-ETFs im Portfolio überwiegen um das Risiko zu minimieren und erzielte Gewinne möglichst aufrechtzuerhalten.


1Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.
2Banken ohne Filialnetz
3Banken, die Privatanlegern den individuellen Wertpapierhandel über eine Internetplattform ermöglichen.
4Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de, Stand Dezember 2018

Ziel der Portfolio-Strategie ist, die attraktivsten Indizes auszuwählen

Der Portfolio UCITS ETF 1C von Xtrackers wird zehn Jahre alt. Herr Dr. Beck, Sie leiten das Strategiekomitee und haben die Strategie entwickelt1, die hinter dem ETF steht. Was macht ihn so erfolgreich?

Ich denke, die Strategie kommt so gut an, weil sie das gleiche Ziel hat wie viele Anleger. Das Ziel ist ein langfristiges, möglichst gleichmäßiges Kapitalwachstum, über verschiedene Märkte hinweg. Kurz gesagt, investiert der Portfolio ETF 1C (www.portfolioetf.de) genauso wie ein ausgewogener wachstumsorientierter Investor, mit einer Aktienquote von im Schnitt 30 bis 70 Prozent. Seit Auflage des ETF im November 2008 bis Anfang 2019 konnte eine Wertentwicklung von 120 Prozent erreicht werden, trotz aller zwischenzeitlichen Schwankungen, die mit einer Kapitalanlage verbunden sind.

Wie genau schafft der Xtrackers Portfolio UCITS ETF 1C, dieses Anlageziel zu erreichen?

Durch eine klare und transparente Konstruktion. Der Anleger möchte vor allem mittelfristig eine positive Rendite erzielen. Diese Rendite besteht neben den Kursgewinnen zu einem großen Teil aus überwiegend planbaren Erträgen, vor allem Dividenden und Zinsen. Genau das setzt die Strategie des Portfolio UCITS ETF 1C um. Sie wählt die jeweils attraktivsten Indizes, gemessen an den erwarteten Erträgen und einer günstigen Bewertung und investiert in entsprechende ETFs. Da breit in verschiedene Aktien- und Anleihenmärkte angelegt wird, sind zwar Kursschwankungen immer noch vorhanden, sie können aber begrenzt werden.

Wie muss man sich das vorstellen, steuert eine Maschine den Portfolio ETF?

Nein. Sicher spielen Computer eine große Rolle um die Daten aufarbeiten und die erwarteten Erträge und andere Daten zu kalkulieren. Aber die letzte Entscheidung fällt ein Strategie-Komitee, in dem ich und weitere Vertreter sitzen. Wir treffen uns vier Mal im Jahr an festen Zeitpunkten, um die Allokation zu überprüfen. Geht es an den Märkten turbulent zu, trifft sich das Komitee auch sehr kurzfristig. Der große Vorteil für den Anleger ist, dass wir ihm die Mühe abnehmen, sich um ein Portfolio aus einzelnen ETFs kümmern zu müssen.

Für wen ist der Portfolio UCITS ETF 1C von Xtrackers geeignet, wie können ihn Anleger einsetzen?

Die Strategie ist für sehr viele Zwecke einsetzbar und damit auch prinzipiell für viele Anleger geeignet. Ein Sparplan wäre ein gutes Beispiel, um einen Vermögensaufbau zu beginnen. Auch wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, etwas die Ausbildung der Kinder oder den Rentenbeginn, dann eignet sich die Portfolio-Strategie zum Ansparen. Neben unserem Geburtstagskind umfasst die Portfolio Strategie übrigens auch noch einen weiteren ETF, den Xtrackers Portfolio Income UCITS ETF 1D. Der mit einem größeren Anteil an Anleihe-ETFs speziell für sicherheitsorientierte Anleger konzipiert wurde und regelmäßige Ausschüttungen vornimmt.

Kurze Frage am Schluss: Wie kann man in den Portfolio – ETF investieren?

Die Portfolio-Strategie wird von beiden Portfolio ETFs von Xtrackers umgesetzt. Die ETFs werden an der Deutschen Börse gehandelt und sind über zahlreiche Direktbanken und Fondsplattformen erhältlich, auch als Sparplan.

Zur Person: Dr. phil., Dipl.-Mathematiker, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau, welches auf die Entwicklung von Risikomodellen und Ratingverfahren für den Finanzmarkt spezialisiert ist. Zudem leitet Herr Dr. Beck die Index Capital, die wissenschaftlich fundierte Portfoliolösungen, wie den Portfolio UCITS ETF 1C und den Portfolio Income UCITS ETF 1D entwickelt und betreut.2


1 Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.
2Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de, Stand Dezember 2018

Neue Dividendenkonzepte verbinden Prognosequalität und Wettbewerbsstärke

Traditionelle Dividendenindizes sind nach unserer Einschätzung zwar auf lange Sicht betrachtet robust stabil und ihr Kursverlauf weniger volatil als der breite Markt1. Da sie sich bei der Auswahl ihrer Index-Mitglieder jedoch auf rein quantitative Daten aus der Vergangenheit stützen, fehlt ihnen die Prognosequalität. Auch können diese Indizes, die Aktien auf Basis hoher Ausschüttungen auswählen, im Fall einer Korrektur zu höheren maximalen Verlusten führen. Diese eindimensionale Betrachtung führt laut langfristigen MSCI-Rückrechnungen nicht zum besten Rendite/Risiko-Verhältnis. So brachte eine reine Maximierung der Dividende eine Rendite von zehn Prozent bei einer Volatilität von über 20 Prozent, das führte zu einer Sharpe Ratio2 von 0,29. Wenn maximale Dividenden nicht im Fokus stehen, war dagegen eine höhere Rendite von knapp zwölf Prozent bei einer geringeren Volatilität von unter 20 Prozent möglich, und damit einer höheren Sharpe Ratio von 0,42. Ein neues Konzept sorgt für Abhilfe, indem es die Nachteile klassischer Dividendenindizes überwindet und ein besseres Risiko-Rendite-Profil ermöglicht.

Die Nachteile traditioneller Dividendenindizes überwinden

Das von Morningstar entwickelte „Dividend Yield Focus Indices“ Konzept basiert auf einer qualitativen und prognostischen Methode und knüpft an die Idee von Warren Buffett3 an. Dieser betonte bereits 1999, dass der nachhaltige Wettbewerbsvorteil der Schlüssel zum erfolgreichen Investment ist. Nur Unternehmen, die einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil aufweisen, können Investoren mit hohen und kontinuierlichen Ausschüttungen an ihrem wirtschaftlichen Erfolg beteiligen. Um die künftige Wertentwicklung4 einer Dividendenaktie besser einschätzen zu können, muss man entsprechend mehr als reine Zahlen betrachten. So hat Morningstar den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, neben der Dividendenrendite, zu einem zentralen Auswahlkriterium für den „Morningstar Developed Markets Dividend Yield Focus Index“ sowie für den US-Dividendenwerte repräsentierenden „Morningstar US Dividend Yield Focus UCITS Index“ gemacht.

Wettbewerbsvorteil und finanzielle Stabilität im Fokus

Das Morningstar Konzept geht auf: Der 200 Titel umfassende Developed Markets Index geht im Backtesting5 bis zu 90 Prozent der Aufwärtsperformance seiner Benchmark mit, aber nur 86 Prozent der Abwärtsperformance. Und der den US-Markt abdeckende Index nimmt an bis zu 77 Prozent der Aufwärtsperformance seiner Benchmark teil, aber nur mit 61 Prozent der Abwärtsentwicklung.

Das gelingt, indem der Auswahlprozess neben der Dividendenrendite die Kriterien „Wettbewerbsvorteil“ und „finanzielle Stabilität“ in den Mittelpunkt stellt. Damit verleiht Morningstar seinen Indizes eine zusätzliche qualitative und eine prognostische Komponente. Natürlich ist eine gute Dividendenhistorie die Voraussetzung, um im Selektionsprozess überhaupt berücksichtigt zu werden. Für die engere Auswahl kommen daher nur Titel infrage, die in den vergangenen zwölf Monaten Dividenden gezahlt haben und ein Handelsvolumen von mehr als einer Million US-Dollar pro Tag aufweisen.

Dann könnte hier ein Wettbewerbsvorteil ins Spiel kommen: Je größer der Wettbewerbsvorteil ist, desto besser werden laut Morningstar die künftigen Renditen des Unternehmens durch einen „Burggraben“ („economic moat“) gestützt. Zu den Faktoren, die in den Wettbewerbsvorteil einfließen, gehören immaterielle Vermögenswerte wie Marken, Patente und Lizenzen. Hinzu kommen potenzielle Wechselkosten für Kunden, sich mit jedem neuen Kunden selbst verstärkende Netzwerkeffekte, spezifische Kostenvorteile sowie Vorteile mittels einer effizienten Skalierung, die neue Wettbewerber daran hindern, in den Markt einzusteigen, weil die Gewinne hinter den erforderlichen Investitionen zurückbleiben würden. Geprüft wird, wie groß der Wettbewerbsvorteil ist, wie wahrscheinlich es ist, dass dieser Vorteil langfristig aufrechterhalten werden kann und wie lange dieser Vorteil voraussichtlich bestehen bleiben wird. Unternehmen ohne Burggraben können ihre überdurchschnittlichen Gewinne für höchstens zehn Jahre aufrechterhalten. Unternehmen mit Burggraben schaffen es, ihren Wettbewerbsvorteil über mindestens zehn Jahre oder mehr aufrechtzuerhalten. Nur solche Unternehmen können ins
Index-Portfolio aufgenommen werden.

Ausfallindikator ermöglicht Transparenz

Zusätzliche Stabilität erhalten die Morningstar-Dividendenindizes durch einen Ausfallindikator, der das Risiko transparent macht, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte. Die endgültige Auswahl der Indexmitglieder folgt dann einem recht einfachen Prinzip: Die Aktien werden entsprechend ihrer jährlichen Dividendenrendite in absteigender Reihenfolge einem Dividenden-Ranking unterzogen.
Durch ihre erweiterten Auswahlkriterien – Wettbewerbsvorteil, Dividendenrendite und finanzielle Stabilität – enthalten die Morningstar Dividenden-Indizes eine qualitative und prognostische Komponente, während die vergleichbaren Produkte anderer Anbieter auf rein quantitativen, vergangenen Daten beruhen. Xtrackers hat das Morningstar-Konzept über den Xtrackers Morningstar Global Quality Dividend UCITS ETF und den Xtrackers Morningstar US Quality Dividend UCITS ETF für Anleger investierbar gemacht6.


1Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.
2Die den Geldmarkt übersteigende Rendite einer Wertpapieranlage im Verhältnis zur Höhe ihrer Kursschwankungen. Im Vergleich zweier sonst ähnlicher Wertpapiere ist das mit dem höheren Wert zu bevorzugen.
3Bekannter US-Investor und prominenter Vertreter der Value-Strategie (Investieren in besonders werthaltige Unternehmen).
4Wertentwicklung
5Prüfmethode, mit der anhand historischer Kursdaten getestet wird, wie sich eine bestimmte Anlagestrategie unter bestimmten Bedingungen verhalten hätte.
6Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de

Das bieten Faktor-ETFs

Factor Investing basiert auf der Annahme, dass die Aktienauswahl anhand verschiedener Faktoren, wie beispielsweise Value, Quality, Momentum und Minimum Volatility, langfristig betrachtet zu einer besseren Wertentwicklung als traditionellen Vergleichsindex führen kann. Bei herkömmlichen Indizes werden die Aktien anhand ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, um die Marktentwicklung abzubilden, das sogenannte Beta. Dagegen haben ETFs, die Faktor-Investing nutzen, das Ziel, den Anlageerfolg durch den Einsatz von Faktoren zu verbessern und eine langfristig bessere risikoadjustierte Wertentwicklung als die reine Markt-Benchmark zu erzielen. Beim Faktor Value wird z.B. in Titel investiert, die auf Basis von Fundamentaldaten wie
Kurs-Gewinn-Verhältnis1 oder Kurs-Buchwert-Verhältnis2 als unterbewertet gelten. Dagegen werden bei Minimum Volatility-Strategien Aktien mit Hinblick auf geringsten Indexkursschwankung ausgewählt. Zudem können auch Dividenden- und Nebenwerte (sog. „Size“ Faktor)-Strategien als Aktienfaktoren aufgefasst werden, weil auch hier die Auswahl der Indexmitglieder nach einem besonderem Styl erfolgt. Eine Besonderheit sind gleichgewichtete Aktienindizes, hier geht es viel eher um eine alternative Gewichtung mit dem Ziel, eine verbesserte Risikostreuung im Index als die Benchmark zu erzielen.

Unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Marktphasen

Da die Faktoren sich in verschiedenen Marktphasen unterschiedlich entwickeln, kann es für Anleger interessant sein, entsprechende Schwerpunkte mit bestimmten Faktorfonds zu setzen. So haben sich z.B. in einem Szenario mit anziehender Inflation und steigendem Wirtschaftswachstum die Faktoren Minimum Volatility3 und Value4 geeignet. Bei rückläufiger Inflation waren dagegen Value und Momentum5 tendenziell vorzuziehen. Wichtig ist auch die historisch betrachtete geringe bis negative Korrelation6 der Renditen untereinander, weshalb sich durch eine dynamische Kombination von Faktoren die Risikostreuung im Portfolio verbessern lässt.

Länder- und Sektoren-ETFs sind vielen Anlegern schon länger bekannt. Faktor-ETFs bieten eine weitere Möglichkeit der Risikostreuung in einem Depot. Sie etablieren sich daher langfristig als wichtiger Baustein in der Portfoliokonstruktion. Durch den Einsatz von Faktor-ETFs haben Anleger zudem den Vorteil, dass sie flexibel ein individuelles Portfolio aus verschiedenen Faktoren zusammenstellen können, je nach Markteinschätzung und Risikoneigung.

Was gilt es zu beachten?

Auch wenn langfristig ein Mehrertrag gegenüber klassischen Markt-Benchmarks angestrebt wird, kann dies nicht in jeder Marktphase erreicht werden. Anleger sollten also beachten, dass es auch Phasen geben kann, in denen sich bestimmte Faktoren schlechter als der breite Markt entwickeln. Obwohl Faktorindizes breit gestreut sind, nutzen sie quantitative7 und fundamentale Ansätze8, die die Komplexität solcher Produkte im Vergleich zu Benchmarkindizes deutlich erhöhen. Diese Komplexität und die Transparenz variiert insbesondere auch je nach Fondsanbieter. Die DWS arbeitet vorwiegend mit dem Indexanbieter MSCI an Faktorindizes zusammen um ein hohes Maß an Transparenz und Repräsentativität zu bieten. Allgemein gilt aber: Faktor-ETFs sind auch nur für Investoren geeignet, die ein entwickeltes Verständnis der Finanzmärkte und der Fundamentalanalyse aufweisen.

Die DWS bietet eine breite Palette an Aktien-ETFs auf verschiedene Faktoren an, mit unterschiedlichen geographischen Schwerpunkten. Für den europäischen Aktienmarkt werden zum Beispiel ETFs auf die Faktoren Value9, Minimum Volatility10 (zum Beispiel Xtrackers MSCI Europe Value UCITS ETF) und Nebenwerte11 angeboten. Für den globalen Aktienmarkt bietet die DWS Investments auf die Faktoren Minimum Volatility12, Momentum13, Quality14 und Value15 an (zum Beispiel MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF), sowie verschiedene Dividenden16-ETFs.


1Kurz „KGV“. Kennzahl, die den aktuellen Kurs der Aktie ins Verhältnis zu dem in einem bestimmten Zeitraum bestimmten oder erwarteten Gewinn pro Aktie setzt.
2Kurz „KBV“. Kennzahl, die den Kurs einer Aktien ins Verhältnis zum bilanziellen Buchwert eines Unternehmens pro Aktie setzt.
3Faktor, der Aktien anhand deren Kursschwankungen selektiert.
4Faktor, der Aktien anhand deren Werthaltigkeit bzw. Bewertung selektiert.
5Faktor, der Aktien anhand deren Kursentwicklung in einem bestimmten Zeitraum selektiert.
6Stärke des Gleichlaufs der Kurse verschiedener Wertpapiere.
7Quantitative Ansätze arbeiten bei der Aktienauswahl mit großen Datenmengen und mathematischen Formeln.
8Fundamentale Ansätze stellen Unternehmenskennzahlen in den Mittelpunkt der Aktenauswahl.
9Faktor, der Aktien anhand deren Marktbewertung selektiert.
10Faktor, der Aktien anhand deren Kursschwankungen selektiert.
11Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen.
12Faktor, der Aktien anhand deren Kursschwankungen selektiert.
13Faktor, der Aktien anhand deren Kursentwicklung in einem bestimmten Zeitraum selektiert.
14Faktor, der Aktien anhand spezifischer Qualitätskriterien selektiert.
15Faktor, der Aktien anhand deren Werthaltigkeit selektiert.
16Gewinnausschüttung von Unternehmen an ihre Anteilhaber (Aktionäre)

Warum ESG-Kriterien kein kurzlebiger Trend sind

Der Klimawandel ist heutzutage ein unausweichliches Thema und stellt für viele Unternehmen ein erhebliches operatives Risiko dar. Ein Risiko, welches mit fortschreitender globaler Erwärmung weiter zunehmen wird. So führen zum Beispiel extreme Wetterlagen zu hohen Kosten und können Gewinne gefährden. Selbst wenn man die Kohlendioxidemission am heutigen Tag komplett stoppen würde, müsste man sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren dennoch auf extreme Wetterlagen einstellen. Dies zeigt, dass der Klimawandel spürbare Folgen hat und es unausweichlich ist diese Risiken in die Anlageentscheidung einzubeziehen.

Um das Bewusstsein in den Unternehmen für die steigenden Risiken des Klimawandels zu schärfen, befragt die DWS Unternehmen u.a. bezüglich deren Gefährdung durch physische Klimarisiken in ihrer Geschäftstätigkeit, in ihrer Lieferkette und in ihrem Markt, sowie darüber, wie sie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber solchen Risiken erhöhen. Zudem ermöglichen es neue Verfahren, systematisch wetterbedingte Risikofaktoren zu erkennen, schon bevor diese zu finanziellen Schäden in Unternehmen führen.

Mit ETFs Klimarisiken im Portfolio reduzieren

Immer mehr Anleger erkennen das Risiko und möchten solche Kriterien in Ihre Investitionsentscheidung miteinfließen lassen. Der bekannteste sogenannte Environmental, Social, und Corporate Governance Ansatz (kurz ESG) geht der Frage nach, ob bei der Entscheidung von Unternehmen ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung mitberücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund der sich verfestigenden Erkenntnis über den Zusammenhang zwischen der Einhaltung hoher ESG-Standards sowie der finanziellen Leistungsfähigkeit von Unternehmen, konzentrieren sich Anleger zunehmend auf solche Portfolios. Seit den 1970er Jahren wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien über den Zusammenhang zwischen der Einhaltung hoher ESG-Standards sowie der Wertentwicklung von Unternehmen durchgeführt. Laut einer 2015 von der DWS unterstützten Analyse , sehen die meisten der Studien einen positiven Zusammenhang zwischen ESG-Kriterien und der Unternehmensperformance. Mittlerweile gilt der ESG-Ansatz als zuversichtlicher Indikator der Ertragsvolatilität, weshalb immer mehr Anleger ihr Kapital in verschiedene ESG-Indexfonds anlegen. Das Anlagevolumen entsprechender ETFs lag Stand Ende 2017 bei bereits 39,2 Milliarden US-Dollar. Bis eine breitere Übereinstimmung und Verfügbarkeit standardisierter Methoden zur Bewertung des Klimarisikos in Investmentportfolios besteht, dürfte es jedoch noch eine gewisse Zeit dauern. Doch eine verbesserte Offenlegung ist zwingend erforderlich, um Klimarisiken genauer einschätzen zu können2.

Als einer der Pioniere im Bereich nachhaltigen Investierens, hat die DWS ihre ESG-konforme Produktpalette ausgeweitet und stützt die These, dass das Thema kein kurzlebiger Trend ist, sondern eines, mit einem immer größeren Einfluss auf den Kapitalmarkt. „Ein Beleg dafür ist, dass die Regulierungsbehörden die Pflicht zu Nachhaltigkeitsberichten eingeführt haben, in denen Unternehmen den Stand ihrer ESG-Aktivitäten darlegen müssen. Innerhalb der verschiedenen ESG-Themen sehen wir Governance, also die verantwortungsvolle Unternehmensführung, als besonders wichtig an,“ so Eric Wiegand, Leiter Xtrackers Vertriebsstrategie Europa & Asien Pazifik.

Auf Unternehmen mit höchsten ESG-Ratings setzen

Die Xtrackers ETFs bevorzugen gut bewertete Unternehmen in Bezug auf ESG-Kriterien und schließen Unternehmen mit sehr hohen CO2-Emissionen aus. Anleger können über verschiedene Indexkonzepte diese Strategie in ihrem Depot umsetzen. Beispielsweise hat der Indexanbieter MSCI in seinem Index ESG Leaders Low Carbon verschiedene Komponenten kombiniert. Zu den „ESG Leaders“ zählen die Unternehmen mit den höchsten ESG-Ratings relativ zu ihrem Sektor. Unternehmen mit Aktivitäten beispielsweise in Alkohol, Glücksspiel und Nuklearenergie werden ausgeschlossen. Die Low Carbon-Indizes sind so konstruiert, dass die aufgenommenen Unternehmen einen um mindestens 50 Prozent geringeren Carbon-„Footprint“ im Vergleich zum breiten Marktindex haben und damit die Unternehmen mit den höchsten Treibhausemissionen und den höchsten fossilen Reserven ausschließen.

Ausbau der Xtrackers ESG-Produktpalette

In diesem Jahr hat die DWS das Portfolio an Xtrackers ETFs ausgebaut, die auf
ESG-Indizes basieren und im Mai vier Xtrackers ETFs aufgelegt, die MSCI ESG-Indizes mit Fokus auf Europa, Japan, die USA und den globalen Aktienmarkt abbilden. Ein Beispiel ist der Xtrackers ESG MSCI World UCITS ETF. Diese Indizes wenden strikte Filter basierend auf dem MSCI ESG-Research an. Dies bedeutet, dass diese Unternehmen strenge Vorgaben in Bezug auf ESG-Kriterien und dem Ausstoß von CO2-Emissionen erfüllen müssen. Die vier neuen Xtrackers ESG Aktien ETFs ergänzen den bestehenden Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond UCITS ETF, der bereits über 70 Millionen Euro eingenommen hat.

Das muss ich mir zu ETFs merken

ETFs für Eilige – Das muss ich mir zu ETFs merken

Grundwissen zu ETFs:

  • ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Referenzindex und dessen Wertentwicklung nachbilden. Der Refernzindex muss dabei nicht zwingend ein Aktienindex sein sondern kann auch andere Wertpapierarten beinhalten. Auch Märkte wie Schwellenländer oder Frontier Markets können über ETFs einfach gehandelt werden
  • ETFs verbinden die einfache Handelbarkeit einer Aktie mit der Risikostreuung eines ganzen Portfolios. Sie können zu den Börsenöffnungszeiten durchgängig gehandelt werden.
  • Da aufgrund ihrer passiven Anlagestrategie kein Fondsmanagement benötigt wird, sind ETFs besonders kostengünstig. Sie können dadurch allerdings nicht besser als ihr Referenzindex laufen, aber auch nicht schlechter
  • ETF sind besonders effizient, transparent und flexibel. Sie bieten dadurch zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Wertpapierarten, unterliegen aber wie alle Wertpapiere allgemeinen Risiken wie dem Wechselkursrisiko, dem Zinsänderungsrisiko, dem Kontrahentenrisiko oder dem allgemeinen Marktrisiko

ETFs im Portfolio

  • ETFs bieten eine einfache Möglichkeit, um das eigene Portfolio zu diversifizieren
  • ETFs als Kern des Portfolios können durch weitere strategische Investments ergänzt werden, um die Renditechancen zu erhöhen
  • Mit dem Portfolio-ETF gibt es von Xtrackers ETFs ein Produkt, das es dem Anleger ermöglicht mit einem ETF in ein ganzes Portfolio zu investieren
  • Beim Kauf von ETFs fallen Depotgebühren, Geld-Brief-Spanne, Transaktionsgebühren, Börsengebühren und Verwaltungsgebühren, jedoch kein Ausgabeaufschlag, an
  • Die Gebühren für eine Investition in ETFs liegen im Normalfall unter denen für klassische Fonds

Sparen mit ETFs und weitere Einsatzgebiete:

  • Vor allem ihre geringen Kosten, ihre hohe Liquidität und die Anzahl der Märkte, die mit ihnen abgedeckt werden kann, machen ETFs zu einem vielseitigen Anlageinstrument
  • Sparpläne auf ETFs sind ein gutes Mittel zum langfristigen Vermögensaufbau
  • Im Gegensatz zu Einmalanlagen besteht bei Sparplänen kein Timing-Risiko und Anleger können vom Cost-Average Effekt profitieren
  • Mit ETF-Sparplänen können Anleger ganz nach ihren Bedürfnissen Geld, zum Beispiel für die Altersvorsorge, ansparen und flexibel auf Änderungen der persönlichen Lebenssituation reagieren
  • Als Vermögenswirksame Leistungen oder Versicherungspolice wird die Investition in ETFs staatlich unterstützt, für die staatliche Förderung gibt der Anleger aber einen Teil seiner Freiheiten auf und die Geldanlage wird weniger flexibel

Bildquelle: AHMAD FAIZAL YAHYA / Shutterstock.com, marekuliasz / Shutterstock.com