Eine Anlageklasse mit vielen Facetten

Inhaltsverzeichnis

Mehr Rendite mit Dividenden

Trotz der aktuellen Niedrigzinsphase haben Aktienanleger Grund zur Freude. Denn während sich Zinsen und Anleiherenditen auf einem historischen Tief befinden, markieren die Dividendenzahlungen der börsennotierten Unternehmen neue Höchststände. Laut dem Henderson-Global-Dividend-Index lag die Gesamtsumme der Dividenden weltweit im Jahr 2014 bei rund 1,169 Billionen US-Dollar und damit so hoch wie noch nie zuvor. Im 1. Quartal 2015 lagen die weltweit ausgeschütteten Dividenden zwar um 6,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, bereinigt man die Werte jedoch um Sonderdividenden, Wechselkursveränderungen und Änderungen beim Ausschüttungstermin einiger Unternehmen, haben die weltweiten Dividenden laut Henderson Global Investors auch im ersten Quartal 2015 um starke 10,9 Prozent zugelegt.

Anleger, die regelmäßige Erträge suchen, sollten sich also weg von festverzinslichen Wertpapieren und hin zu dividendenstarken Aktien orientieren. Viele Anleger haben dies bereits getan und verstärkt in Aktien-ETFs mit Fokus auf Dividenden investiert: Laut Deutsche AWM sind allein im ersten Quartal 2015 in Europa rund 1,1 Milliarden Euro in ETFs mit Fokus auf Dividenden geflossen. Diese bieten eine besonders einfache Möglichkeit um vom Dividendenwachstum zu profitieren, da sie kostengünstig ein breit gestreutes Investment ermöglichen.

Dividendenstrategien als Teil eines neuen Trends in der ETF-Branche

Die Dividenden-ETFs, beziehungsweise die ihnen zugrundeliegenden Indizes, unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt von klassischen Indizes wie beispielsweise dem DAX. Denn im Gegensatz zu den „Klassikern“, die Aktien meist nach ihrem Börsenwert gewichten, wird hier eine Gewichtung nach der Dividendenrendite vorgenommen. Die Dividendenrendite berechnet sich aus der ausgezahlten Dividende geteilt durch den Aktienkurs und multipliziert mit 100 und gibt die Verzinsung des investierten Kapitals an. Die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite erhalten die stärkste Gewichtung im Index und somit auch im ETF. Dies wirkt sich nicht nur auf die Erträge aus, die der ETF erzielt, sondern auch auf seine Performance: Studien haben gezeigt, dass Aktien, die eine Dividende ausschütten, eine bessere Performance aufweisen als der Markt. Was mit klassischen ETFs nicht möglich ist, kann dem Anleger mit Dividenden-ETFs also durchaus gelingen: Er kann den Markt schlagen.

Aufgrund ihres Investmentansatzes sind Dividenden-ETFs Teil eines neuen Trends in der ETF-Branche. ETF-Anbieter wie Xtrackers ETFs bringen zurzeit neue Strategic Beta ETFs auf den Markt, die einen Strategieindex anstelle eines klassischen Aktienindex abbilden. Diese Strategieindizes haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwächen klassischer Indizes zu korrigieren und eine bessere Performance zu erzielen. Das bewerkstelligen sie, indem sie die traditionelle Gewichtung von Aktien in einem Index aufbrechen und diese beispielsweise nach Dividendenrendite, Volatilität oder auch einfach einheitlich gewichten. Die Regeln für einen Strategieindex werden dabei zu Beginn festgelegt und die Aktien streng nach ihnen ausgewählt und gewichtet. Somit sind auch die Strategieindizes und die auf ihnen beruhenden Strategic Beta ETFs transparent und einfach nachzuvollziehen.

ETFs mit Dividendenstrategie

Für Anleger, die von den globalen Dividendenausschüttungen profitieren wollen, gibt es ebenso passende ETFs wie für Anleger, die sich auf eine bestimmte Region konzentrieren möchten. „Es ist heute möglich, über Indexfonds nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, Asien oder weltweit in Dividendenaktien anzulegen“, sagt Roger Bootz, Leiter Öffentlicher Vertrieb Passive Anlageprodukte EMEA Deutsche Asset Management.

Für den asiatischen Raum bietet Xtrackers ETFs beispielsweise den MSCI AC Asia Ex Japan High Dividend Yield ETF an. Dieser Dividenden-ETF enthält die Aktien aus dem MSCI AC Asia ex Japan Index, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite aufweisen und deren Dividenden nachhaltig sind. Es werden also keine Aktien berücksichtigt, die zu hohe oder zu niedrige Dividendenrenditen aufweisen, da diese ein erhöhtes Risiko für einen Dividendenausfall in der Zukunft mit sich bringen. Die Kontinuität der Dividenden ist also genauso wichtig wie die Dividendenrendite, da sie für stetige Erträge sorgt. Diese werden bei dem ETF einmal im Jahr an die Anleger ausgeschüttet.

Mit dem Xtrackers Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF und dem Xtrackers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap UCITS ETF bietet Xtrackers ETFs zwei weitere Dividenden-ETFs an, die die erwirtschafteten Erträge an die Anleger ausschütten und in dividendenstarke Aktien aus dem Euroraum beziehungsweise weltweit investieren. Der Strategieindex, der die Basis für den Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF bildet, ist bei den Regeln für die Gewichtung und Aufnahme der Aktien besonders streng: Die Unternehmen müssen in den letzten fünf Jahren eine Dividende gezahlt haben, die entweder auf dem gleichen oder einem höheren Niveau als im Vorjahr lag. Hier spielt neben der Dividendenrendite und der Dividendenkontinuität also auch das Dividendenwachstum eine besondere Rolle.

Während die drei bislang genannten ETFs die durch die Dividenden erwirtschafteten Erträge an die Anleger ausschütten, werden sie beim Xtrackers MSCI North America High Dividend Yield UCITS ETF thesauriert. Das bedeutet, dass alle Dividenden und Ausschüttungen der Unternehmen nach Steuern wieder in die Aktien angelegt werden. Anleger profitieren hier also davon, dass sich der Wert ihres ETF-Anteils erhöht. Regelmäßige Ausschüttungen erhalten sie dagegen nicht.

Mit ETFs in Deutschlands Mittelstand investieren

Der DAX hat sich im Jahr 2014 bereits zu neuen Allzeithochs aufgemacht und auch die magische Marke von 10.000 Punkten scheint für den deutschen Leitindex zum Greifen nah. Bei dieser Rekordjagd der deutschen Blue Chips geraten die Indizes und Aktien aus der zweiten Reihe etwas in Vergessenheit – zu Unrecht. Denn was von vielen Anlegern kaum bemerkt wird: Auch MDAX, SDAX und TecDAX haben 2014 bereits neue Höchststände markiert und ihre Jahresperformance liegt häufig klar über der des DAX, so beispielsweise im vergangenen Jahr. Daher ist es durchaus möglich, dass sich auch in der aktuellen Hochphase die Nebenwerte besser entwickeln als die Blue Chips. Als Anleger sollte man sie und ihre Entwicklung auf jeden Fall nicht unterschätzen und sich ein Investment in die deutschen Small und MidCaps einmal genauer ansehen.

Mehr Rendite mit Dividenden

Der Mittelstand gilt als treibende Kraft der deutschen Wirtschaft. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erwirtschaften kleine und mittelständische Unternehmen 2010 rund 37 Prozent des Gesamtumsatzes aller deutschen Unternehmen. Viele mittelständische Unternehmen haben zudem lukrative Nischen besetzt und sind in ihrem Geschäftsbereich weltweite Marktführer, so beispielweise Krones bei Anlagen für die Abfüll- und Verpackungstechnik oder Leoni, wenn es um Bordnetz-Systeme bei Fahrzeugen geht. Dadurch können sie höhere Margen erwirtschaften und sind außerdem einem geringeren Preisdruck ausgesetzt als die DAX-Konzerne, die in ihrer Branche für gewöhnlich mit vielen Konkurrenten wetteifern. Auch bei der Unternehmenskultur bieten mittelständische Unternehmen Vorteile. Da sie oft noch in Familienbesitz sind oder von Mitgliedern der Gründungsfamilie geleitet werden, ist die Unternehmensstrategie im Normalfall auf den langfristigen Erfolg und nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung hin ausgerichtet.

In den Mittelstand investieren

Für Anleger, die von der Stärke des deutschen Mittelstandes profitieren möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann über den Kauf von Aktien direkt in börsennotierte Mittelständler investiert werden. Hier müssen jedoch Auswahl der Einzeltitel und mögliches Risiko gut bedacht sein. Denn entwickelt sich das Investment doch schlechter als gedacht, fehlt schnell eine ausreichende Risikostreuung um Verluste abzufedern.

Um breiter gestreut in den Mittelstand zu investieren bieten sich ETFs auf MDAX, SDAX oder TecDAX an. Hierbei ergibt sich jedoch das Problem, dass nicht alle in diesen Indizes gelisteten Unternehmen auch tatsächlich noch zum deutschen Mittelstand gezählt werden sollten. So sind auch Unternehmen wie Airbus oder Gagfah im MDAX gelistet, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben und somit eigentlich auch nicht zum deutschen Mittelstand gehören. Daneben sind im MDAX auch Werte aus der Finanzbranche wie Aareal Bank oder Hannover Rückversicherung enthalten. Diese Unternehmen haben zwar ihren Sitz in Deutschland, ihre Branche ist jedoch mehr als untypisch für mittelständische Unternehmen, denn im Allgemeinen werden hierunter vor allem Handwerks- und Industriebetriebe gezählt.

Eine Lösung für dieses Problem und eine Möglichkeit, gezielt nur in Unternehmen des klassischen deutschen Mittelstands zu investieren, bietet der Xtrackers Germany Mittelstand & MidCap UCITS ETF. Dieser bildet die Wertentwicklung des Solactive Mittelstand & MidCap Deutschland Index ab. Dieser Index enthält 70 Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand und ist somit breiter aufgestellt als MDAX oder SDAX mit je 50 Werten. Er deckt alle typischen Branchen des Mittelstands ab und enthält somit Unternehmen aus Handwerk, Industrie und dem Technologiesektor. Unternehmen aus dem Finanzsektor werden im Index nicht berücksichtigt.

Der Xtrackers Germany Mittelstand & MidCap UCITS ETF ist der erste und bislang einzige ETF mit physischer Replikation, der den deutschen Mittelstand in der genannten Breite abbildet und sowohl Unternehmen aus MDAX, SDAX und TecDAX enthält. Anleger, die davon ausgehen, dass die Unternehmen aus der zweiten Reihe auch in diesem Jahr die deutschen Blue Chips bei der Jahresperformance deutlich schlagen werden, so wie sie es bereits im vergangenen Jahr getan haben, und die daher möglichst breit in den deutschen Mittelstand investieren wollen, können sich mit dem genannten ETF ein aussichtsreiches Investment in ihr Depot holen.

Replikationsarten von ETFs

Auch bei der Art der Indexnachbildung, die das Hauptziel von jedem ETF ist, gibt es deutliche Unterschiede. Grob kann man ETFs in diesem Bereich in zwei Klassen unterteilen, nämlich in ETFs mit direkter Replikation und ETFs mit indirekter Replikation. ETFs mit direkter Replikation bilden den Index nach, indem sie die dort enthaltenen Wertpapiere kaufen, während ETFs mit indirekter Replikation bei der Indexnachbildung auf Tauschgeschäfte mit Banken, sogenannte Swaps1, setzen.

Direkte Replikation: What you see is what you get

Die direkte Replikationsmethode wird auch physische Replikation genannt. Bei dieser Art der Indexnachbildung kauft der ETF die Wertpapiere, die im Index enthalten sind, in genau dem Verhältnis, das ihrer Gewichtung im Index entspricht. Der ETF hält dadurch einen Wertpapierkorb, der sich möglichst genau wie der Referenzindex entwickelt. Werden tatsächlich alle Wertpapiere des Index gekauft, handelt es sich um eine volle Replikation. Wenn nur die Indexmitglieder mit der höchsten Gewichtung gekauft werden und Aktien mit sehr geringer Gewichtung oder z.B. niedrigerer Liquidität vernachlässigt werden, spricht man von einer Representative Sampling Strategie. Auch in diesem Fall entwickelt sich der Wertpapierkorb nahezu genauso wie der Referenzindex, da dessen Wertentwicklung von den kleineren Indexmitgliedern kaum beeinflusst wird.

Diese Strategie hat jedoch den Nachteil, dass durch Kauf und Umschichtung der Wertpapiere bei Indexänderungen jedes Mal Transaktionskosten anfallen. Daher ist die direkte Replikation nicht die kostengünstigste Replikations-Methode. Die Transaktionskosten können außerdem auch dazu führen, dass die Performance des ETFs von der Performance des Referenzindex abweicht. Um dies zu vermeiden und dem Ziel der genauen und kostengünstigen Indexnachbildung näher zu kommen, führen viele ETFs mit direkter Replikation Wertpapierleihgeschäfte durch. Dadurch entstehen zwar zusätzliche Einnahmen, gleichzeitig entsteht aber auch ein Kontrahentenrisiko. Dieses tritt ein, wenn der Partner in diesem Leihgeschäft zahlungsunfähig wird.

Indirekte Replikation – Die Katze im Sack?

Bei dieser Methode basiert die Indexnachbildung hauptsächlich auf Swaps. Ein Swap ist ein Tauschgeschäft zwischen einem ETF-Anbieter und einem Swap-Kontrahenten2. Da große und global agierende Banken einen Index oft effizient nachbilden können, kann der ETF-Anbieter von diesen die benötigte Wertentwicklung durch einen Tausch erhalten. Im Detail funktioniert die synthetische Replikation wie folgt: Der ETF investiert in einen Wertpapierkorb und tauscht dessen Entwicklung mit dem Swap-Kontrahent gegen die benötigte Wertentwicklung des Referenzindex. Das Kontrahentenrisiko, bzw. der Marktwert des Swaps (= Differenz zwischen dem Wert des vom ETF gehaltenen Wertpapierkorbs und dem des Referenzindex) ist durch gesetzliche Regelungen auf 0 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Seit dem 1. März 2017 sind die Sicherheits-Regeln noch einmal verschärft worden. Die European Market Infrastructure Regulation („EMIR“) verlangt, bei Swap-Vereinbarungen Risikominderungsverfahren einzurichten. Diese Verordnung verpflichtet beide Parteien eines Swapgeschäfts dazu, Sicherheiten auszutauschen, um das Gegenparteirisiko auf Null zu reduzieren. ETFs mit indirekter Replikation weisen gegenüber ETFs mit direkter Replikation oft geringere Transaktionskosten auf, wodurch auch der Tracking Error3 minimiert wird. Die Index-Performance kann somit in bestimmten Fällen genauer nachgebildet werden. Daneben können mit der indirekten Replikationsmethode auch ausländische Indizes nachgebildet werden, für deren Mitglieder Handelsbeschränkungen gelten, da der ETF die Wertpapiere nicht selbst halten muss. Der größte Nachteil der indirekten Replikation besteht hingegen im theoretischen Ausfallrisiko des Swap-Kontrahenten. Dieses Risiko wird durch die Besicherung der Swaps jedoch auf null reduziert4.

1Finanzkontrakte, die einen Austausch von Zahlungsströmen zwischen zwei Parteien vereinbaren. In diesem Fall zwischen einem ETF-Anbieter und einer Bank.
2Vertragsparteien eines Swaps
3Abweichung des Kursentwicklung eines ETFs von der Kursentwicklung des Index, den er nachbildet.
4Quelle: DWS International GmbH, www.xtrackers.de, Stand Dezember 2018

ETFs auf Kurs- oder Performanceindizes

Wo liegen die Unterschiede?

Aktienindizes lassen sich in zwei verschiedene Kategorien einteilen. Je nachdem wie sie mit Dividenden- und Zinszahlungen der enthaltenen Wertpapiere verfahren, handelt es sich entweder um einen Kursindex oder einen Performanceindex.

Kursindizes messen nur die Kursentwicklung der enthaltenen Werte. Daher werden sie um alle Erträge oder Sonderzahlungen bereinigt. Dividendenzahlungen werden in diesem Fall also nicht bei der Berechnung des Indexstandes berücksichtigt, sondern werden als an die Anleger ausgeschüttet betrachtet. Wenn ein Index-Schwergewicht eine Dividende auszahlt und daher am folgenden Tag ex Dividende gehandelt wird, wirkt sich dies auch auf den Kurs des Index aus, der ebenfalls nachgeben kann.

Bei Performanceindizes werden hingegen sämtliche Erträge wie auch Dividenden in die Indexberechnung mit einbezogen, also so betrachtet, als ob die Anleger sie direkt reinvestiert hätten. Es wird also die Gesamtperformance betrachtet, die der Anleger mit den Indexmitgliedern erzielt und zu dieser zählen auch die Dividenden. Die bekanntesten Performanceindizes sind die Indizes der DAX-Familie.

Auswirkungen auf börsengehandelte Indexfonds

Natürlich bilden ETFs sowohl bei Performanceindizes als auch bei Kursindizes die Wertentwicklung des Referenzindex so genau wie möglich ab. Dennoch gibt es aufgrund der unterschiedlichen Behandlungen von Dividenden kleine Unterschiede, die sich auch auf die Rendite des ETF auswirken.

Liegt einem ETF ein Kursindex zugrunde, so werden auch beim ETF die Erträge der im Index enthaltenen Aktien regelmäßig an die Anleger ausgezahlt. Für die Auszahlungen legt der ETF im Vorfeld entweder einen oder vier Termine pro Jahr fest. Bis zu diesen Ausschüttungsterminen werden die Dividenden und anderen Erträge im Barvermögen des ETFs verwaltet. Dies führt auf kurze Sicht zu einer positiven Abweichung zwischen der Performance des ETF und der des Index, da der ETF die Dividenden als Barmittel noch enthält, während sie im Index bereits nicht mehr berücksichtigt werden. Der ETF entwickelt sich somit für einen kurzen Zeitraum besser als der Referenzindex.

Basiert der ETF auf einem Performanceindex, werden die ausgeschütteten Dividenden in den ETF reinvestiert, sowie es auch beim Referenzindex der Fall ist. Die Erträge fließen den Anlegern also nicht direkt, sondern nur indirekt über die Performance des ETF zu. Diese wird allerdings zunächst negativ von der Kursentwicklung des Referenzindex abweichen. Denn während der ETF Steuern wie etwa die Kapitalertragssteuer und den Solidaritätszuschlag auf die ausgeschütteten Erträge bezahlen muss, gibt es diese Abgaben im Index nicht. Bei einem Performanceindex wird die gesamte Ausschüttungssumme als reinvestiert betrachtet, während der ETF tatsächlich nur die Ausschüttungen abzüglich Abgaben reinvestieren kann. Der ETF wird sich also kurzfristig schlechter als der Referenzindex entwickeln.

Diese Eigenschaft scheint zunächst gegen einen ETF auf einen Performanceindex und für einen ETF auf einen Kursindex zu sprechen. Auf lange Sicht gesehen ist es allerdings so, dass sich ein Performanceindex besser entwickelt als ein Kursindex. Denn während ein Kursindex nur die Kurssteigerungen der Index-Mitglieder betrachtet, berücksichtigt ein Performanceindex die Kurssteigerungen und die Ausschüttungen und erzielt dadurch eine höhere Performance. Der Index steigt also stärker als ein Kursindex, der die gleichen Werte enthält. Dies gilt ebenso für die entsprechenden ETFs. Bei einer längerfristigen Anlage sollten Anleger daher zu einem ETF auf einen Performanceindex greifen, da sie damit eine höhere Rendite erzielen können.

Wofür man ETFs nutzen kann

Einsatzgebiete für ETFs

Aufgrund ihrer Eigenschaften sind ETFs vielseitig einsetzbar. Sie sind ein besonders attraktives Investmentinstrument, wenn mittels Sparplänen für die Zukunft vorgesorgt werden soll, eignen sich aber auch für kurzfristigere Anlagestrategien und werden daher auch beim Trading und als Derivate-Alternative eingesetzt.

Sparplan

Besonders ETFs auf marktbreite Aktienindizes eignen sich gut für die längerfristige Geldanlage und den Vermögensaufbau mittels eines Sparplans. Die bei regelmäßigen Sparintervallen zwangsweise anfallenden Transaktionskosten sind bei ETFs besonders gering und liegen, wie auch die Verwaltungskosten, unter den Kosten für klassisches Fondssparen. Das macht ETFs besonders für Privatanleger attraktiv, da bei einem Sparplan geringere Kosten letztendlich für eine höhere Nettorendite sorgen.

Trading

Die geringen Gebühren und die hohe Liquidität machen ETFs auch besonders für Trader interessant. Denn ETFs lassen sich so einfach wie eine Aktie handeln, decken aber den ganzen Markt ab, so dass optimal auch auf kurzfristige Bewegungen eines gesamten Marktes reagiert werden kann. Dabei entfallen für den Trader die Transaktionskosten, die er für den Kauf von Einzeltiteln aus dem gehandelten Markt aufbringen müsste. Er bezahlt nur die niedrigen Gebühren des ETF.

Da die Kurse von ETFs fortlaufend berechnet und veröffentlicht werden, sind die Indexfonds auch für das kurzfristige Day-Trading geeignet. Der Trader weiß jederzeit, wie der Kurs seines ETFs steht und kann ihn aufgrund der hohen Liquidität schnell wieder verkaufen oder auch weitere Anteile hinzukaufen. Dies wäre bei vergleichbaren Fonds nicht möglich.

Mit ETFs kann beim Trading auch auf fallende Märkte gesetzt werden. Viele Anbieter bieten auch Short-ETFs an, mit denen man von fallenden Kursen des Referenzindex profitiert (aber bei steigenden Kursen verliert). Auch gehebelte ETFs, mit denen man entweder auf steigende oder auf fallende Märkte setzen kann, sind erhältlich.

Derivate-Alternative

Auch anstelle eines Kaufs von Index-Futures wird oft in ETFs investiert. Denn mit diesen lässt sich ebenfalls die Entwicklung eines Index handeln, im Vergleich zu Futures oder Terminkontrakten unterliegen ETFs jedoch wesentlich geringeren Zugangsbeschränkungen und bieten noch einige weitere Vorteile. So besitzen ETFs im Gegensatz zu Futures keine Laufzeitbeschränkung. Während Anleger bei Termingeschäften gegen Ende der Laufzeit ihr Investment in einen länger laufenden Terminkontrakt umschichten und dafür Gebühren bezahlen müssen, kann mit ETFs ein Index dauerhaft abgebildet und dabei Geld gespart werden. Im Gegensatz zu Futures ist es bei ETFs auch nicht nötig, eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin, zu hinterlegen. Ebenso gibt es bei ETFs keine Mindestkontraktgröße, was erlaubt, einen Index in kleineren und flexibleren Stückelungen zu handeln als es mit Futures möglich wäre. Auch ihre Liquidität und große Anzahl macht ETFs als Alternative zu Futures interessant. Denn es gibt deutlich mehr ETFs als Futures auf Indizes und vor allem bei Märkten, für die keine Futures verfügbar sind, bieten sich ETFs als Alternative an.

Quelle: Deutsche Asset Management

Das muss ich mir zu ETFs merken

Grundwissen zu ETFs:

  • ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Referenzindex und dessen Wertentwicklung nachbilden. Der Refernzindex muss dabei nicht zwingend ein Aktienindex sein sondern kann auch andere Wertpapierarten beinhalten. Auch Märkte wie Schwellenländer oder Frontier Markets können über ETFs einfach gehandelt werden
  • ETFs verbinden die einfache Handelbarkeit einer Aktie mit der Risikostreuung eines ganzen Portfolios. Sie können zu den Börsenöffnungszeiten durchgängig gehandelt werden.
  • Da aufgrund ihrer passiven Anlagestrategie kein Fondsmanagement benötigt wird, sind ETFs besonders kostengünstig. Sie können dadurch allerdings nicht besser als ihr Referenzindex laufen, aber auch nicht schlechter
  • ETF sind besonders effizient, transparent und flexibel. Sie bieten dadurch zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Wertpapierarten, unterliegen aber wie alle Wertpapiere allgemeinen Risiken wie dem Wechselkursrisiko, dem Zinsänderungsrisiko, dem Kontrahentenrisiko oder dem allgemeinen Marktrisiko

ETFs im Portfolio

  • ETFs bieten eine einfache Möglichkeit, um das eigene Portfolio zu diversifizieren
  • ETFs als Kern des Portfolios können durch weitere strategische Investments ergänzt werden, um die Renditechancen zu erhöhen
  • Mit dem Portfolio-ETF gibt es von Xtrackers ETFs ein Produkt, das es dem Anleger ermöglicht mit einem ETF in ein ganzes Portfolio zu investieren
  • Beim Kauf von ETFs fallen Depotgebühren, Geld-Brief-Spanne, Transaktionsgebühren, Börsengebühren und Verwaltungsgebühren, jedoch kein Ausgabeaufschlag, an
  • Die Gebühren für eine Investition in ETFs liegen im Normalfall unter denen für klassische Fonds

Sparen mit ETFs und weitere Einsatzgebiete:

  • Vor allem ihre geringen Kosten, ihre hohe Liquidität und die Anzahl der Märkte, die mit ihnen abgedeckt werden kann, machen ETFs zu einem vielseitigen Anlageinstrument
  • Sparpläne auf ETFs sind ein gutes Mittel zum langfristigen Vermögensaufbau
  • Im Gegensatz zu Einmalanlagen besteht bei Sparplänen kein Timing-Risiko und Anleger können vom Cost-Average Effekt profitieren
  • Mit ETF-Sparplänen können Anleger ganz nach ihren Bedürfnissen Geld, zum Beispiel für die Altersvorsorge, ansparen und flexibel auf Änderungen der persönlichen Lebenssituation reagieren
  • Als Vermögenswirksame Leistungen oder Versicherungspolice wird die Investition in ETFs staatlich unterstützt, für die staatliche Förderung gibt der Anleger aber einen Teil seiner Freiheiten auf und die Geldanlage wird weniger flexibel

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