Die besten Performer des Jahres sind nicht einfach die Titel, die von zyklischen Impulsen profitiert haben. Sie sind die Nutznießer wichtiger struktureller Veränderungen, die ihre Wertentwicklung über Jahre hinweg aufrechterhalten könnten.

 

Am sogenannten „Tag der Befreiung“ (2. April 2025) stiegen US-Zölle auf den höchsten Stand seit beinahe hundert Jahren. Parallel dazu signalisierte die Regierung Trump eine strategische Neuausrichtung der Außenpolitik und schraubte die Sicherheitszusagen der USA gegenüber Europa zurück. Viele gingen davon aus, dass solche Schocks eine wirtschaftliche Kontraktion auslösen würden, da sich die Lieferketten anpassen mussten und die Finanzmärkte turbulent waren, weil die Unternehmen höhere Importkosten verkraften mussten. Dennoch ist der S&P 500 seit Jahresbeginn um 17.5 % gestiegen1, und es gibt keine Anzeichen für eine Rezession in einer der großen Volkswirtschaften. Während das konjunkturelle Umfeld stabil bleibt, haben die Ereignisse des Jahres 2025 mehrere Sektoren umgestaltet und sie zu neuen Höchstständen getrieben.

 

Fonds Ticker Wertentwicklung im lfd. Jr.
WisdomTree Physical Precious Metals PHPM 88 %
WisdomTree Strategic Metals and Rare Earths Miners UCITS ETF - USD Acc RARE 114 %
WisdomTree Uranium and Nuclear Energy UCITS ETF - USD Acc NCLR 103 %*
WisdomTree Japan Equity UCITS ETF - USD Acc DXJZ 29 %
WisdomTree Europe Defence UCITS ETF - EUR Acc WDEF 16 %*

Quelle: WisdomTree, Bloomberg. 31.12.2024 bis 31.12.2025 für alle Fonds außer NCLR und WDEF. *05.03.2025 bis 31.12.2025 für NCLR und WDEF (d. h. nach dem Auflegungsdatum der Fonds). Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Edelmetalle

 

Edelmetalle haben sich 2025 hervorragend entwickelt. Gold, das seit Jahresbeginn um 67 % gestiegen ist, führte zunächst die Rallye an, bevor es von anderen Metallen überholt wurde. Der Schock am Tag der Befreiung veranlasste Anleger dazu, sich nach defensiven Anlagen umzusehen. Gold profitierte, als der Economic Policy Uncertainty Index2 (Index für wirtschaftliche Unsicherheit) auf Rekordhöhen kletterte. Die Unsicherheit über den Handel war jedoch nur ein Faktor. Die öffentliche Kritik von Präsident Trump am Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) und Gouverneur Cook, die Entlassung des Leiters des Bureau of Labor Statistics (BLS) und Andeutungen über einen politisch gleichgesinnten Nachfolger haben die Märkte in Unruhe versetzt. Die wachsenden und potenziell untragbaren Staatsschulden in den USA und Europa haben auch Besorgnis über die Dominanz der Fiskalpolitik geschürt, bei der fiskalische Erfordernisse die Geldpolitik einschränken und das Risiko einer Währungsabwertung erhöhen. Die Zentralbanken, die diese Dynamik und die potenzielle Nutzung von Fiatwährungen als „Waffe“ mit Argwohn betrachten, waren wichtige Käufer und haben die Preise weiter gestützt.

 

Silber, das seit Jahresbeginn um 164 % zugelegt hat, profitierte von seiner hohen Korrelation mit Gold und einem anhaltenden Angebotsdefizit. Die Aufnahme in die Liste der kritischen Mineralien des US Geological Survey im November 2025 hat zu einer Verknappung der Bestände außerhalb der USA geführt, da Händler das Metall im Vorfeld möglicher Zölle in die USA umgeschichtet haben.

 

Platin und Palladium, die seit Jahresbeginn um 147 % bzw. 92 % angezogen haben, werden weiterhin durch strukturelle Angebotsdefizite und eine robuste Nachfrage seitens Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeugen gestützt. Diese zugrunde liegenden Kräfte deuten darauf hin, dass sich Edelmetalle auch 2026 weiterhin gut entwickeln könnten.

 

Atomenergie

 

Die schwedische Regierung kündigte im November an, das seit 2018 geltende Verbot des Uranabbaus aufzuheben. Schweden verfügt über schätzungsweise 27 % der bekannten Uranreserven Europas3, sodass diese Entscheidung nicht nur für das Land selbst wirtschaftlich von Bedeutung ist, sondern auch für die weltweite Versorgung mit diesem sehr leistungsstarken Gestein. Schweden hat ebenso wie viele andere Länder seine Entscheidung bekannt gegeben, in kleine modulare Reaktoren zu investieren.

 

Schweden ist besonders erwähnenswert, da nicht nur Länder wie die USA und China auf Atomkraft setzen, um Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) mit Energie zu versorgen. Viele Länder rund um den Globus zeigen angesichts des rapide steigenden Energiebedarfs wieder verstärktes Interesse an der Kernenergie. Tech-Konzerne, die stromintensive Rechenzentren bauen, schließen langfristige Verträge ab, um sich Kernenergie zu sichern. Die meisten Prognosen (siehe Abbildung unten) lassen auf eine rasche weltweite Ausbreitung von Kernenergie in den kommenden Jahren schließen.

 

Der WisdomTree Uranium and Nuclear Energy UCITS ETF, der sich 2025 als starker Performer erwiesen hat, bietet Anlegern ein durchdachtes Engagement entlang der Wertschöpfungskette, das von der Renaissance der Kernenergie profitieren dürfte. Dazu gehören Upstream-Uranförderer, Midstream-Unternehmen, die die Nuklearindustrie bedienen, und Innovatoren, die fortschrittliche Technologien wie kleine modulare Reaktoren entwickeln.

 

Abbildung 1: Szenarien der IAEO, IEA und World Nuclear Association zur Nuklearkapazität ab 2030

Quelle: World Nuclear Association, Dezember 2025. Die Zahlen der IAEO und der World Nuclear Association beziehen sich auf die Netto-Stromkapazität. Die Zahlen des IEA-Szenarios beziehen sich auf die Brutto-Stromkapazität. IAEA steht für Internationale Atomenergie-Organisation, IEA für Internationale Energieagentur. Das STEPS-Szenario (Stated Policies Scenario) zielt darauf ab, die vorherrschende Ausrichtung des Energiesystems zu beschreiben, basierend auf einer sektor- und länderbezogenen Bewertung der bestehenden und in Entwicklung befindlichen energiepolitischen Maßnahmen. Das APS-Szenario (Announced Pledges Scenario) geht davon aus, dass alle Klimaschutzzusagen, die von Regierungen und Industrien weltweit eingegangen wurden, vollständig und fristgerecht erfüllt werden. Gigawatt elektrisch (GWe). Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Seltene Erden

 

Im November schloss MP Materials einen bedeutenden Dreiparteienvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium und dem saudischen Bergbauunternehmen Maaden über den Bau einer Anlage zur Verarbeitung von seltenen Erden in Saudi-Arabien. Die USA und MP werden bis zu 49 % des Unternehmens halten, während Maaden mindestens 51 % besitzen wird.4 Das Abkommen ist von strategischer Bedeutung, da es eine nicht-chinesische Lieferkette für kritische seltene Erden schafft und damit die Verteidigungs-, Energie- und Technologieindustrie in beiden Ländern unterstützt.

 

Die Entwicklung zeigt die Versuche der USA, Chinas Dominanz im Bereich der seltenen Erden zu durchbrechen, die für Technologien in nahezu allen modernen Industriezweigen unverzichtbar sind.  Dazu gehören KI-Hardware, Elektrofahrzeuge, Unterhaltungselektronik, erneuerbare Energiesysteme und fortschrittliche Verteidigungsausrüstung. China produziert rund 70 % der weltweiten Seltenerdmetalle (siehe Abbildung unten) und verarbeitet ca. 90 %. Der Aufbau neuer Lieferketten wird Zeit brauchen, und jede Unterbrechung der Lieferungen könnte Preisanstiege bewirken. Unterdessen wird die rasch steigende Nachfrage nach diesen Rohstoffen in neuen Technologien dafür sorgen, dass der Markt weiterhin im Fokus steht.

 

Der WisdomTree Strategic Metals and Rare Earths Miners UCITS ETF, ein weiterer starker Performer des Jahres 2025, bietet Anlegern Zugang zu zehn verschiedenen strategischen Metallen, darunter seltene Erden. Die Unternehmen werden von den Branchenexperten von Wood Mackenzie entlang der jeweiligen Wertschöpfungsketten der einzelnen Metalle ausgewählt.

 

Abbildung 2: Verteilung der weltweiten Produktion von seltenen Erden im Jahr 2024 nach Ländern

Quelle: Statista, Februar 2025. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Europäischer Verteidigungssektor

 

Die europäische Verteidigungsindustrie fesselte die Anleger im Jahr 2025, als das Thema von Schlagzeilen zu konkreten Aufträgen überging und eine starke Aktienmarktperformance mit einem Plus von 80,2 % erzielte.5 Drei Kräfte leisteten die Hauptarbeit. Erstens: politische Klarheit. Die Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) hat höhere Ziele für Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben festgelegt und einen nachhaltigen Pfad vorgegeben, während die Finanzierungsinstrumente der EU und die nationalen Haushalte dies umsetzbar gemacht haben, wie hier erläutert wird. Vor allem lockerte Deutschland seine Schuldenbremse und nahm Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben, die über etwa 1 % des BIP liegen, davon aus. Diese Entscheidung wurde in Beschaffungspläne, Vorauszahlungen und mehrjährige Rahmenverträge umgesetzt.

 

Zweitens: operative Dynamik. Bei allen wichtigen Rüstungsunternehmen blieb das durchschnittliche Verhältnis zwischen Auftragsbestand und monatlichem Umsatz robust.

 

Abbildung 3: Durchschnittliches Verhältnis von Auftragsbestand zu monatlichen Umsatzerlösen der Werte im WisdomTree Europe Defence UCITS Index

Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Für jeden Indexwert wird das Verhältnis zwischen Auftragsbestand und monatlichem Umsatz als Wert des Auftragsbestands/(Nettoumsatz der letzten 12 Monate/12) berechnet. Stand: 21. November 2025. Alle im WisdomTree Europe Defence UCITS Index enthaltenen Werte, für die Daten vorliegen, sind in die Berechnung einbezogen. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Drittens: erwartetes langfristiges Gewinnwachstum. Der WisdomTree Europe Defence UCITS Index ist für ein starkes Gewinnwachstum positioniert: Der Gewinn je Aktie wird 2026 voraussichtlich um 19,65 % und 2027 um 19,08 % steigen.6 Das spiegelt wachsende Marktanteile, die mehrjährigen Beschaffungszyklen und die steigenden Verteidigungshaushalte in Europa wider. Auch wenn der Cashflow je Aktie voraussichtlich steigen wird, da die Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit ausweiten, dürfte die Verschuldung sinken, was finanzielle Stabilität gewährleistet.

 

Abbildung 4: Fundamentale Bewertungen – WisdomTree Europe Defence UCITS Index

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand: 31. Dezember 2025. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Japanische Aktien

 

Japan stach 2025 hervor, als eine konjunkturelle Erholung auf strukturelle Veränderungen traf. Die Governance-Initiative der Tokioter Börse veranlasste Unternehmen dazu, überschüssige Barmittel zu nutzen, ihre Eigenkapitalrendite zu steigern und niedrige Kurs-Buchwert-Verhältnisse anzugehen. Politische Entwicklungen gaben zusätzliche Unterstützung. Der Wahlsieg von Sanae Takaichi deutete auf eine gezielte fiskalische Expansion hin, insbesondere in strategischen Bereichen wie Halbleiter, Energiesicherheit und Verteidigung. Diese Prioritäten stützten die Binnennachfrage und standen gleichzeitig im Einklang mit der Verpflichtung zur Haushaltsdisziplin. Auch die handelsbezogene Unsicherheit hat sich verringert. Die Einführung einer Zollobergrenze von 15 % sowie die anhaltenden Bemühungen der Exporteure, die Produktion zu lokalisieren, verbesserten die Transparenz und Planung in den globalen Lieferketten.

 

Erwartungen zufolge wird sich die Geldpolitik von einer unterstützenden zu einer moderat restriktiven Politik wandeln. Die Bank of Japan (BOJ) hat die Voraussetzungen für weitere Zinserhöhungen geschaffen, betont jedoch, dass dies schrittweise geschehen soll, um die Finanzbedingungen weiterhin akkommodierend zu halten. Eine vorsichtige Anhebung des Leitzinses kann die Inflationserwartungen stabilisieren, die Unternehmensgewinne stützen und dennoch den Yen so weit in Schach halten, dass die Margen und Umrechnungsgewinne der Exporteure begünstigt werden.

 

Der Ausblick bleibt optimistisch. Governance-Reformen verbessern die Ertragsqualität, erwartete Konjunkturmaßnahmen dürften den Konsum stützen, und ein moderater Yen kommt globalen Herstellern zugute. Angesichts geringerer Handelsrisiken und einer maßvollen Geldpolitik der BOJ gehen japanische Aktien mit der Aussicht auf ein breiteres Gewinnwachstum bei Exporteuren und inländischen Unternehmen ins Jahr 2026, während sich die Reallöhne verbessern.

 

1 Alle in diesem Artikel genannten Wertentwicklungen seit Jahresbeginn (lfd. Jr.) beziehen sich auf den Zeitraum vom 31.12.2024 bis zum 30.12.2025 und stammen von Bloomberg. 
2 Von Baker, Bloom und Davis entworfener Index.
3 Geologischer Dienst Schwedens, 2025.
4 Financial Times, November 2025.
5 Bloomberg, Wertentwicklung des WisdomTree Europe Defence UCITS Index vom 31. Dezember 2024 bis zum 31. Dezember 2025.
6 Bloomberg, WisdomTree, Stand: 31. Dezember 2025.

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