Auf dem NATO-Gipfel 2025 in Den Haag verpflichteten sich die Bündnispartner, bis 2035 5 % ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung und Sicherheit aufzuwenden, wobei bis zu 1,5 % des BIP für den Schutz kritischer Infrastruktur und die Stärkung der zivilen Widerstandsfähigkeit eingesetzt werden können1. Dadurch ist Infrastruktur wieder ins Blickfeld der Anleger gerückt. Doch in Europa geht das Thema weit über Investitionen in die Ausfallsicherheit hinaus. Nach jahrelangen Investitionsrückständen müssen veraltete Anlagen ersetzt und modernisiert werden, während neue Nachfragefaktoren wie Elektrifizierung und Digitalisierung den Bedarf an neuen Kapazitäten anheizen. Zusammengenommen deuten diese Faktoren auf einen anhaltenden, mehrjährigen Investitionszyklus bei Energie, Verkehr und digitaler Infrastruktur hin. 

 

Strukturelle Kräfte, die die Infrastruktur Europas vorantreiben

 

Unterinvestitionen und alternde Anlagen: Nach Jahrzehnten unzureichender Investitionen nähern sich Teile der europäischen Stromnetze, Eisenbahnstrecken und Brücken dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Ein Großteil der europäischen Eisenbahntunnel und -brücken ist über 50 Jahre alt 2 das Durchschnittsalter der Stromnetze in Europa beträgt oft mehr als 40 Jahre. Ältere Anlagen erfordern mehr Inspektions- und Wartungsarbeiten und können bei steigender Auslastung zu Kapazitätsengpässen führen. Ersatz- und Modernisierungsmaßnahmen werden unvermeidlich und veranlassen zu mehrjährigen Sanierungsprogrammen.
 

Neue Infrastruktur für die Zukunft Europas: EEuropa braucht außerdem neue Kapazitäten, um sich in einer Welt im Wandel behaupten zu können. Die Elektrifizierung des Verkehrs- und Industriesektors lässt den Strombedarf steigen, während die Digitalisierung eine neue Last mit sich bringt. Laut Schätzungen der Europäischen Kommission wird der Stromverbrauch in der EU bis 2030 um rund 60 % steigen.3 Rechenzentren werden voraussichtlich ein wichtiger Treiber für den steigenden Strombedarf sein, was die Dringlichkeit von Netzanschlüssen, Netzausbau und neuen Erzeugungskapazitäten noch verstärkt.

 

Abbildung 1: Durch den steigenden Strombedarf von KI wird die Netzkapazität zum limitierenden Faktor

 

Quelle: Morgan Stanley, „Powering AI Comes To Europe“, 3. Dezember 2025. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Mehrjährige politische Förderung: EU- und nationale Programme setzen strategische Prioritäten in konkrete Förderprojekte um. Die Förderprogramme sehen über den gesamten Zyklus hinweg Finanzmittel in Höhe von weit über 1 Billion Euro  vor. Eine stabilisierte Inflationsvolatilität trägt dazu bei, dass sich diese Budgets in Verträgen niederschlagen, was die Kostentransparenz bei langfristigen Projekten verbessert. Deutschland sorgt für neuen Schwung, nachdem es seine Schuldenbremse gelockert und ein Sondervermögen im Umfang von 500 Milliarden Euro  für Infrastruktur und Klimaneutralität eingerichtet hat.

 
Prioritäten für Sicherheit und Resilienz: Neben dem traditionellen Fokus auf Kosten und Effizienz hat die Geopolitik Infrastrukturentscheidungen eine strategische Dimension hinzugefügt. In der Erklärung des NATO-Gipfels von Den Haag 2025 heißt es, dass die Bündnispartner jährlich bis zu 1,5 % ihres BIP für den Schutz kritischer Infrastruktur sowie für die Stärkung der zivilen Bereitschaft und Widerstandsfähigkeit aufwenden werden. Darüber hinaus bietet der Wiederaufbau der Ukraine langfristige Chancen, da in den nächsten zehn Jahren schätzungsweise 524 Milliarden US-Dollar benötigt werden6.

 

Abbildung 2: Bedarf für Wiederaufbau und Wiederherstellung in der Ukraine

Quelle: Weltbank, „Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4)“ , Februar 2025; Rebuild Ukraine. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 
Ein auf die Wertschöpfungskette ausgerichteter Ansatz für Anlagen in die nächste Infrastrukturwelle in Europa

 

Während Europa zunehmend auf der nächsten Infrastrukturwelle reitet, lassen sich die Anlagechancen am besten anhand der Wertschöpfungskette beleuchten. Dadurch bleibt der Fokus auf den Ausgabenströmen und der mehrjährigen Projektpipeline. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF (WBLD) bietet Anlegern ein gezieltes Engagement in Unternehmen, die von langfristigen Investitionen in die Infrastruktur profitieren können, die Wachstum und Ausfallsicherheit untermauert.
 

Die Strategie zielt auf Ingenieur- und Bauunternehmen, Hersteller von Netz- und Energieausrüstung, Produzenten von speziellen Infrastrukturkomponenten und wichtige Werkstofflieferanten ab, die am Bau dieser Anlagen beteiligt sind. Dagegen vermeidet sie normalerweise Versorger und andere Betreiber, deren Erträge in erster Linie mit dem Betrieb bestehender Netze verbunden sind und deren Renditen eher von regulatorischen Rahmenbedingungen und der betrieblichen Wirtschaftlichkeit als von der Bautätigkeit bestimmt werden.

 

Abbildung 3: Das WisdomTree Europe Infrastructure-Portfolio zielt in erster Linie auf ein Engagement in Bauwesen und Zulieferindustrie ab

Quelle: WisdomTree.

 

Die Strategie konzentriert sich auf vier Säulen, bei denen die Ausgaben in den politischen Programmen und Projektpipelines am deutlichsten zu erkennen sind:

 

Wie lassen sich die Chancen im europäischen Infrastrukturbereich nutzen?

 

Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF soll Anlegern ein gezieltes Engagement in den Unternehmen bieten, die Europas nächste Infrastrukturwelle prägen. Neben dem WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) bietet er ein ergänzendes Engagement in den physischen Infrastrukturmaßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas untermauern.
 

Der Fonds bildet den WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index ab. Der Index basiert auf dem Aktienuniversum der infrage kommenden Industrieländer7, wendet anschließend Kriterien hinsichtlich Marktkapitalisierung und Liquidität an und nutzt Obergrenzen sowie weitere Beschränkungen, um Konzentrationsrisiken zu mindern.

Die Titelauswahl orientiert sich sowohl an der Umsatzrelevanz als auch am Umsatzengagement in Europa.
 

 

Ein genauerer Blick auf das Portfolio des WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF



Stand: 27. Februar 2026. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index weist eine höhere Rentabilität auf als allgemeine Aktienbenchmarks. Die Eigenkapitalrendite beträgt etwa 22 % gegenüber ca. 14 % beim MSCI Europe. Die Bewertungssignale sind uneinheitlich, was für ein Portfolio, das auf Industrietechnologie und Spezialzulieferer ausgerichtet ist, typisch ist. Gemessen an den historischen Gewinnen und Umsatzzahlen erscheint der Index günstiger als der MSCI Europe und der MSCI ACWI.

 

Abbildung 4: WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index – wichtige Fundamentaldaten

Quelle: WisdomTree, FactSet, Stand: 27. Februar 2026. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Die 20 größten Positionen machen 78,18 % des Index aus. Sie konzentrieren sich auf die Bereiche der Wertschöpfungskette, die am stärksten im Ausbau der Infrastruktur Europas engagiert sind.
 

 
 
Abbildung 5: Top-20-Bestände im WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index

Quelle: WisdomTree, Stand: 27. Februar 2026. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Fazit

 

Europe’Der Infrastrukturzyklus in Europa verlagert sich von der Planung auf die Umsetzung, wobei ein mehrjähriges Projektportfolio für Netzwerke, Elektrifizierung, Verkehr und Energiesysteme vorgesehen ist. Die Chancen für Aktienanlagen konzentrieren sich auf die Unternehmen, die diese Anlagen errichten und die dafür erforderlichen Ausrüstungen und Werkstoffe liefern. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF (WBLD) bietet über Umsatzfilter und eine Überlagerung mit dem Umsatz in Europa ein gezieltes, regelbasiertes Engagement in dieser Wertschöpfungskette, wobei die relevanzgewichtete Zusammensetzung des Portfolios den Schwerpunkt auf reine Spezialisten für direkte Infrastrukturentwicklung legt.

 
  
Quelle

 

1. NATO, Defence expenditures and NATO’s 5% commitment
2. Europe’s Rail, Extending the life and capacity of Europe’s ageing tunnels and bridges
3. European Commission, A European Grid Action Plan
4. Based on committed envelopes for major EU programmes including the Next Generation EU, Recovery and Resilience Facility, InvestEU, Connecting Europe Facility, as per European Commission documentation.
5. German Federal Ministry of Finance, ‘The Special Fund for Infrastructure and Climate Neutrality’, 5 December 2025.
6. World Bank, Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4) , February 2025
7. World Bank, Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4) , February 2025

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