Zu einer Berg- und Talfahrt ist es Mittwochabend nach der Veröffentlichung der Mitschrift der Sitzung der US-Notenbank beim S&P500 gekommen. Nachdem der Index die vorherigen Gewinne anfangs leicht ausgebaut hatte, drehte er anschließend umso deutlicher nach unten und schloss am Tagestief mit einem Minus von 0,55 Prozent. Damit notiert er weiter leicht unter der 50-Tage-Linie von 2.728,10 Punkten. Belastet hat, dass die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,95 Prozent nach oben geschossen waren – das ist das höchste Niveau seit Anfang Januar 2014. Gleichzeitig hat sich der Dollar noch ein bisschen mehr gegenüber dem Euro erholt, was für zusätzlichen Gegenwind am US-Aktienmarkt gesorgt hat. In dem Protokoll schreibt die Fed, dass eine Reihe von Fed-Mitgliedern ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum gegenüber der Sitzung vom Dezember 2017 angehoben hätten. Die Mehrheit der Mitglieder sei daher der Überzeugung, dass eine „zusätzliche“ Verschärfung der Geldpolitik angemessen sei. Dabei war das Wort „zusätzlich“ in den Text eingefügt worden. Der sinkende S&P500 hat auch den DAX mit nach unten gezogen. Umso genauer könnten Investoren in den nächsten Tagen und Wochen die US-Zinsen im Auge behalten. Einige Investoren gehen davon aus, dass ein Sprung über die Marke von 3,0 Prozent für zusätzlichen Druck auf den S&P500 sorgen könnte.

Ray Dalio reduziert seine Wetten gegen DAX-Aktien weiter

Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater hat während der Erholung des DAX am Wochenanfang seine Wetten gegen DAX-Unternehmen abgebaut. So ist die Netto-Leerverkaufsposition bei der Deutschen Telekom auf 0,48 Prozent der Aktien (303,6 Mio. Euro) gesunken. Bei anderen Einzeltiteln lief es ähnlich, wie bei der Deutschen Post, Deutsche Bank, Allianz, SAP und Daimler. Bei einem Leerverkauf verkaufen Investoren geliehene Papiere in der Erwartung, sie später günstiger zurückkaufen zu können.

DAX-Trio legt Zahlen vor

Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr von der US-Steuerreform profitiert. Bei einem Umsatzplus um 2,5 Prozent auf 74,9 Mrd. Euro ist der bereinigte Gewinn um 46,8 Prozent auf 6,0 Mrd. Euro nach oben geschossen. Die Dividende soll um 0,05 Euro auf 0,65 Euro steigen. Der Konsumgüterhersteller Henkel hat 2017 den Erlös um sieben Prozent gesteigert und damit erstmals die Marke von 20 Mrd. Euro geknackt. Dazu trugen auch Zukäufe bei. Die Dividende für die im DAX enthaltenen Vorzugsaktien soll deutlich zulegen auf 1,79 Euro. Der Umsatz von ProSiebenSat.1 ist 2017 um sieben Prozent auf 4,08 Mrd. Euro geklettert. Die Ausschüttung soll leicht zulegen auf 1,93 Euro. Vorstandschef Thomas Ebeling verlässt nach der heutigen Zahlenvorlage das Unternehmen. Am 1. Juni wird er von Max Conze, dem früheren Chef des britischen Staubsauger-Herstellers Dyson abgelöst werden. Vorbörslich sinkt der DAX auf 13.360 Punkte, Brent liegt bei 64,85 Dollar je Barrel und Gold bei 1.321,50 Dollar je Unze. Der ifo-Geschäftsklimaindex steht um 10 Uhr im Fokus der Investoren. Um 17.00 Uhr schauen sie sich die Daten zu den US-Öllagervorräten an.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche