VL-fähige ETFs und ETFs im Versicherungsmantel

Sich ein kleines Vermögen anzusparen ist mittels ETF-Sparplänen auf einfache Weise möglich. Noch leichter geht dies allerdings, wenn Arbeitgeber oder Staat den Vermögensaufbau unterstützen. Dies ist bei Vermögenswirksamen Leistungen, bei denen seit einiger Zeit auch ETF-Sparpläne zur Verfügung stehen, und ETF-Sparplänen im Versicherungsmantel der Fall.

Vermögenswirksame Leistungen mit ETFs

Bei Vermögenswirksamen Leistungen handelt es sich um kleine Geldbeträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt. Viele Arbeitnehmer haben laut Arbeits- oder Tarifvertrag einen Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen, doch nur wenige nutzen sie. Dabei lässt sich über Vermögenswirksame Leistungen leicht ein kleines Vermögen aufbauen. Denn auch wenn der Arbeitgeber monatlich nur geringe Summen als Vermögenswirksame Leistungen für den Arbeitnehmer anlegt, können sich daraus über die Ansparzeit hinweg und durch die Investition an den Kapitalmärkten beachtliche Beträge entwickeln.

Die Einzahlungszeit läuft bei VL-Verträgen über 6 Jahre. Während dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber monatlich bis zu 40 Euro in den vom Arbeitnehmer gewählten Vertrag ein. Bei diesem kann es sich beispielsweise um einen Bausparvertrag, aber auch um einen Sparplan mit Fonds oder ETFs handeln. Beträgt der Arbeitgeberzuschuss weniger als 40 Euro, kann der Arbeitnehmer den Betrag aus eigenen finanziellen Mitteln bis zu dieser Marke aufstocken, er muss es aber nicht. Zusätzlich haben einige Arbeitnehmer bei Vermögenswirksamen Leistungen auch noch einen Anspruch auf staatliche Förderung, die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Mit der Arbeitnehmersparzulage erhalten ledige Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 20.000 Euro bzw. verheiratete Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 40.000 Euro vom Staat jährlich einen 20prozentigen Zuschuss auf den in den VL-Vertrag eingezahlten Betrag, maximal jedoch 80 Euro im Jahr. Über die sechsjährige Einzahlungszeit können Arbeitnehmer also bis zu 2.880 Euro vom Arbeitgeber und zusätzlich bis zu 480 Euro vom Staat erhalten. Nach Ende der Einzahlungsdauer ruht das eingezahlte Kapital noch bis zum Ende des Kalenderjahrs, bevor der Arbeitnehmer frei darüber verfügen kann. Die komplette Dauer des VL-Vertrags, also die sechsjährige Einzahlungsdauer mit anschließender Ruhephase, wird auch als Festlegungsfrist bezeichnet.

Wenn Arbeitnehmer die Vermögenswirksamen Leistungen nutzen, um in einen ETF-Sparplan zu investieren, können sie sowohl von den Vorteilen eines Sparplans, wie dem Cost-Average-Effekt, als auch von den Renditechancen an den Kapitalmärkten profitieren und somit mehr aus den Vermögenswirksamen Leistungen herausholen. Prinzipiell kann der ETF, der über die Vermögenswirksamen Leistungen bespart wird, von jedem Anleger nach den eigenen Investmentvorlieben ausgewählt werden, der ETF muss jedoch laut gesetzlichen Vorgaben einen Aktienanteil von mindestens 60 Prozent haben. Hinzu kommt auch noch, dass eine Depotbank benötigt wird, die den gewünschten ETF in einem VL-Sparplan anbietet. Die Auswahl wird dadurch zwar etwas eingegrenzt, dass aber dennoch einige ETFs übrig bleiben, aus denen ausgewählt werden kann, zeigt beispielhaft eine Übersicht der VL-fähigen Xtrackers ETFs.

Bei der Auswahl des VL-fähigen ETFs sollte außerdem daran gedacht werden, dass während der Festlegungsfrist keine Änderungen am Sparplan möglich sind, ohne die Arbeitnehmersparzulage zu verlieren. Das heißt, es ist weder möglich, Geld aus dem Vertrag abzuziehen, noch den besparten ETF zu wechseln. Dies geht nur, wenn der Vertrag für die Vermögenswirksamen Leistungen entweder ganz aufgelöst wird oder ruht und ein neuer Vertrag eröffnet wird. Mit einem neuen VL-Vertrag kann auch wieder ein neuer VL-fähiger ETF gewählt werden. Daneben ist es auch möglich, nach dem regulären Ende eines VL-Vertrags direkt einen neuen abzuschließen. So kann der Sparzeitraum ausgeweitet werden und auch die Zuschüsse von Staat und Arbeitgeber werden weiterhin bezahlt. Da man so die Vermögenswirksamen Leistungen auch über einen längeren Zeitraum als 6 Jahre hinweg nutzen kann, können VL-ETF-Sparpläne auch als Baustein für die Altersvorsorge dienen.

ETFs im Versicherungsmantel

Eine andere Möglichkeit, um mit staatlicher Förderung fürs Alter vorzusorgen, bieten ETFs im Versicherungsmantel. Hier erhält der Anleger zwar keine staatlichen Zuschüsse wie bei den Vermögenswirksamen Leistungen, dafür bietet der Versicherungsmantel steuerliche Vorteile. Diese steuerlichen Begünstigungen werden dann wirksam, wenn die ETF-Versicherungspolicen mindestens zwölf Jahre lang und bis zum Erreichen des 62. Geburtstags gehalten wurden. Dann sind in der Ansparphase realisierte Gewinne aus Zinsen, Dividenden oder ETF-Verkäufen von der Abgeltungssteuer befreit und die Gesamterträge aus der Versicherungspolice werden nur zur Hälfte zum persönlichen Steuersatz besteuert. Werden die beiden genannten Kriterien nicht erfüllt, erfolgt eine voll Besteuerung der Erträge nach dem persönlichen Steuersatz.

ETF-Versicherungspolicen können trotz der längeren Haltedauer flexibler sein als VL-fähige ETF-Sparpläne, da es je nach Anbieter, bei dem der Vertrag abgeschlossen wurde, in der Ansparphase möglich ist, eine einmalige Zuzahlung zu leisten oder die ETFs, in die investiert wird, nach den eigenen Vorlieben auszuwählen und auch im Laufe der Zeit zu wechseln. Während bei einem normalen ETF-Sparplan bei jeder Umschichtung des Depots die Abgeltungssteuer auf aus dem Verkauf erzielte Gewinne anfallen würde, ist dies bei ETFs im Versicherungsmantel nicht der Fall. Durch die nicht anfallende Abgeltungssteuer sind daher die Beträge, die reinvestiert werden können, höher als bei einem normalen Sparplan, was in der Folge zu einem Zinseszinseffekt führt.

Bei der Auswahl der ETFs für die Versicherungspolice sind dem Anleger prinzipiell keine Grenzen gesetzt. So sind beispielsweise alle Xtrackers ETFs grundsätzlich versicherungsfähig. Es muss jedoch eine Versicherungsgesellschaft gefunden werden, die die entsprechenden Policen auch anbietet. Wurde ein Anbieter ausgewählt, kann der Anleger von den genannten Steuervorteilen profitieren. Er sollte jedoch im Auge behalten, dass er mit der Versicherungspolice eine langfristige Geldanlage eingeht und er nur durch eine vorzeitige Kündigung vor der Auszahlungsphase an den angesparten Geldbetrag kommt. Hier sind ETFs im Versicherungsmantel etwas unflexibler als normale ETF-Sparpläne, bei denen jederzeit über das Geld verfügt werden kann. Auch die anfallenden Gebühren sind bei ETF-Versicherungspolicen höher als bei normalen Sparplänen, da Abschluss- und Vertriebskosten anfallen. Diese werden meist zu Beginn des Einzahlungszeitraums geleistet und werden auch bei einer vorzeitigen Kündigung nicht zurückerstattet. Wer jedoch die ETF-Versicherungspolice wirklich zur Altersvorsorge nutzen will und bis zur Auszahlungsphase nach der zwölfjährigen Haltedauer und seinem 62. Geburtstag durchhält, der wird mit deutlichen Steuerersparnissen belohnt und kann außerdem wählen, in welcher Form die Versicherungspolice ausgezahlt werden soll. Zur Wahl stehen dann eine Auszahlung als monatliche Rente, eine vollständige Kapitalauszahlung oder die Auszahlung in Form von ETF-Anteilen. Mit diesen könnte der Anleger seine Investition bei Wunsch fortsetzen und weiterhin von den Vorteilen der ETFs und hohen Renditen am Kapitalmarkt profitieren.



Weiterführende Informationen rund um Xtrackers ETFs:

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