Es muss nicht immer die Aktie sein

Notenbanken sorgen für Anlagenotstand

Die Deflationstendenzen in den Industrieländern nach der Finanzkrise 2008/09 werden von den Notenbanken mit großer Konsequenz bekämpft. Sie beschränken sich längst nicht mehr nur auf die klassische Zinspolitik, deren Möglichkeiten mit einer Absenkung der Leitzinsen in die Nähe der Nullmarke ausgeschöpft scheinen. Zusätzlich wurde das Instrumentarium in den letzten Jahren um das sogenannte "Quantitative Easing" erweitert, das den direkten Kauf von Wertpapieren zur Steuerung der Liquidität im Markt umfasst.

Diesen Weg verfolgt aktuell auch die EZB, die im großen Umfang Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt. Die Aktivitäten spiegeln sich in einem weiteren Verfall der zuvor ohnehin schon niedrigen Umlaufrendite von Anleihen mit höchster Bonität in Deutschland wider, seit Juni 2016 notiert diese ununterbrochen in negativem Terrain. Das heißt, dass der Anleger Verluste erleidet, wenn er die entsprechenden Wertpapiere bis zur Endfälligkeit hält. Auf diesem Niveau macht ein Engagement nur noch in wenigen Fällen Sinn, etwa als Spekulation auf (zumindest temporär) weiter sinkende Renditen, als Instrument zur Währungsspekulation für Anleger aus dem Nicht-Euro-Raum oder, wenn ein Investor aufgrund seiner Anlagebestimmungen auf die Wertpapiere angewiesen ist. Als langfristiges renditebringendes Anlageinstrument sind Anleihen mit negativer Verzinsung hingegen nicht geeignet.

Rohstoffe als Alternative

Damit hat sich die Vielfalt der für Investoren in Frage kommenden, börsengehandelten und vor allem liquiden Anlagealternativen deutlich reduziert. Der Fokus ist daher nun noch stärker auf den Aktienmarkt gerichtet. Dies ist unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation bedenklich, vor allem deswegen, weil Anleihen mit höchster Bonität in der Vergangenheit in den meisten Marktphasen eine negative Korrelation zu Aktien aufgewiesen und durch eine Beimischung die Volatilität des Gesamtportfolios üblicherweise abgesenkt haben.

Nun müssen sich die Anleger neu orientieren, und eine mögliche Option stellen dabei die Rohstoffe dar. Die Rohstoffmärkte unterliegen eigenen Zyklen, die sich nur teilweise mit den Zyklen am Aktienmarkt überlagern. Das Resultat ist eine relativ niedrige Korrelation, die die Chance für einen positiven Diversifikationseffekt schafft. Dies lässt sich am Beispiel des Bloomberg Commodity Index veranschaulichen, einem breit gestreuten Marktbarometer, das die Wertentwicklung von Futures in den Rohstoffsektoren Energie (Indexanteil im September 31 Prozent), Agrar (29,6 Prozent), Industriemetalle (17,1 Prozent), Edelmetalle (15,6 Prozent) und Vieh (5,6 Prozent) abbildet. Die Korrelation zwischen dem Aktienindex S&P 500 und dem Bloomberg Commodity Index lag in den letzten zwölf Monaten nur bei 38 Prozent (die Range reicht von -100 bis +100 Prozent), auf Fünfjahresbasis waren es 36 Prozent.

Mit dem iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF hat iShares eine Möglichkeit geschaffen, in diesen Index zu investieren. Dabei greift der Fondsemittent auf Swap-Vereinbarungen zurück, um damit die Indexentwicklung des Bloomberg Commodity Euro Total Return Index fast exakt nachzubilden.

Aktien von Produzenten bieten Hebel

Ziel des iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF ist eine Partizipation an der Wertentwicklung eines breiten Baskets von Rohstoffen. In Abhängigkeit von den eigenen Präferenzen bieten sich im Rohstoffsektor aber auch fokussiertere Möglichkeiten, um das Portfolio zu ergänzen. Eine Option ist beispielsweise ein Investment in Aktien von Rohstoffproduzenten. Deren Wertentwicklung wird in besonderem Maße von Preisänderungen der geförderten Rohstoffe beeinflusst. Insbesondere Minenbetreiber haben relativ hohe Fixkosten, was dazu führt, dass sich Preisänderungen fast direkt in der Gewinnentwicklung niederschlagen - man spricht hier von einem "Hebeleffekt", der sich auch in der Kursentwicklung niederschlägt.

Mit dem iShares Gold Producers UCITS ETF existiert ein Anlagevehikel für eine breit gestreute Investition in Aktien von Goldproduzenten. Der ETF enthält Wertpapiere von mehr als 40 Anbietern, darunter mit einer hohen Gewichtung weltweit führende Konzerne wie Barrick Gold, Newmont Mining und Goldcorp.

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