Investieren in Gold ETFs und ETCs

Gold gilt bei vielen Anlegern als sicherer Hafen und so wird vor allem in Krisenzeiten gerne in den Kauf von Goldmünzen und Goldbarren investiert. Doch eine Investition in Gold kann nicht nur durch einen physischen Kauf erfolgen, auch durch Wertpapiere wie Gold-ETFs kann in den Rohstoff investiert werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, über Gold-ETFs in das wertvolle Edelmetall zu investieren. Alle Gold-ETFs haben dabei spezielle Vorteile und Besonderheiten gegenüber einem Kauf von Gold in physischer Form oder dem Handel mit Zertifikaten auf Gold. Die wichtigsten drei Typen von Gold-ETFs sind physisch besicherte Gold-ETFs, Gold-ETFs die sich mittels eines Index auf Gold-Futurekontrakte beziehen und Gold-ETFs auf Unternehmensaktien aus der Goldbranche.

Generell handelt es sich bei ETFs (Exchange Traded Funds) um an der Börse gehandelte Investmentfonds. Dies trifft jedoch nicht auf alle Gold-ETFs zu. Bei vielen handelt es sich eigentlich um Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities), auch wenn diese die Bezeichnung „ETF“ im Namen führen, so wie beispielsweise der Gold-ETC „ETFS Physical Gold“. Die Gold-ETCs weisen jedoch viele zentrale Gemeinsamkeiten mit reinen ETFs aus, so dass der Name seine Daseinsberechtigung hat. Gold-ETCS haben zum Beispiel wie ETFs und im Gegensatz zu vielen Zertifikaten keine Laufzeitbegrenzung und können daher wie Aktien permanent zum aktuellen Börsenpreis gehandelt werden. Dies ist beim Verkauf von physischem Gold meist schwierig bis unmöglich.

Wenn Anleger sich Gold über Gold-ETFs ins Depot holen möchten, sollte allerdings auf den Typ des Gold-ETFs geachtet werden, denn nicht alle Gold-ETFs bilden den Goldpreis eins zu eins ab. Den aktuellen Goldpreis in ihrem Depot nachbilden können Anleger mit physisch besicherten Gold-ETFs. Bei physisch besicherten Gold-ETFs kauft der Emittent des ETF mit dem eingesammelten Geld der Anleger eine entsprechende Menge Gold in Form von Barren und Münzen und lagert diese selbst in seinem Tresor ein. Die Anteilseigner eines physisch besicherten Gold-ETFs erhalten im Gegenzug ihren Anteil am hinterlegten Gold als Inhaberschuldverschreibung verbrieft. Die Anleger können ihr Portfolio also mit Gold absichern, ohne es selbst kaufen und lagern zu müssen. Bei vielen physisch-besicherten Gold-ETFs haben die Anleger zudem ein Recht darauf, sich das Gold, das ihrem Anteil am ETF entspricht, nach Hause liefern zu lassen. So zum Beispiel beim Xetra-Gold der Deutsche Börse Commodities, bei dem jeder Anteil am ETC Xetra-Gold einen Lieferanspruch auf ein Gramm Gold verbrieft. Eine Lieferung sollte jedoch erst ab größeren Mengen in Erwägung gezogen werden, da hier entsprechende Gebühren für die Lieferung anfallen.

Eine andere Art von Gold-ETFs sichert die Investments nicht durch den Kauf von physischem Gold ab. Stattdessen bilden diese Finanzprodukte über einen Index die Entwicklung von Gold Futures nach. Meist wird hier der Subindex Gold des DJ-UBS Commodity Index herangezogen, der es erlaubt, den Handel mit Futurekontrakten auf Gold zu verfolgen, die den Preis für den Kauf und Verkauf von Gold zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft festlegen. Die Gold-ETFs auf einen solchen Index ähneln vom Charakter her deutlicher Zertifikaten. Sie sind spekulativer und man kann mittels des entsprechenden Gold-ETFs entweder eine Wette auf einen fallenden oder auf einen steigenden Goldpreis abschließen. Es wird also nicht der aktuelle Goldkurs nachgebildet, wie bei physisch besicherten Gold-ETFs. Auch bei dieser Gattung an Gold-ETFs handelt es sich trotz des Namens nicht um Fonds sondern um Inhaberschuldverschreibungen, bei denen der Anleger das volle Emittentenrisiko trägt.

Um einen tatsächlichen ETF handelt es sich nur bei den Gold-ETFs, die sich auf eine Auswahl von Aktien von Unternehmen beziehen, die in der Gold- oder Edelmetallbranche tätig sind. Dafür wird zum Beispiel der Russell Global Gold Index nachgebildet, der Aktien von Goldproduzenten und Goldminenbetreibern enthält. Hier investiert der Anleger also weder direkt, noch mittelbar in den Goldpreis, sondern über Unternehmensanteile in den Aktienmarkt. Daher sind diese Gold-ETFs auch den Schwankungen der Aktienmärkte unterworfen. In der Theorie soll sich ein steigender Goldpreis zwar auch in steigenden Aktienkursen der goldfördernden Unternehmen widerspiegeln, in der Praxis ist dies jedoch keinesfalls garantiert und oft nicht der Fall.

Alles in allem sollten sich Anleger vor einem Investment also gut überlegen, was sie mit ihrem Gold-ETF erreichen möchten: Das Portfolio mit Gold absichern, wie es ein physisch besicherter Gold-ETF erlaubt, auf den Goldpreis spekulieren, wie es mit Gold-ETFs auf Gold-Futures möglich ist, oder aber mittels eines tatsächlichen ETFs von der Entwicklung der gesamten Goldbranche profitieren. Im Vergleich zum Kauf von physischen Gold haben diese so verschiedenen Produkte jedoch auch einige Gemeinsamkeit: Alle Gold-ETFs sind Wertpapiere und somit unterliegen die Gewinne aus ihnen der Abgeltungssteuer, von der Anleger beim Verkauf von physischem Gold nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr befreit sind.