So funktioniert der Renditerechner
Der Rechner arbeitet mit deinen tatsächlichen Transaktionen. Du gibst ein, wann du wie viel investiert hast und wann du wie viel zurückbekommen hast. Daraus berechnet er deine reale Rendite pro Jahr.
Schritt 1: Erste Transaktion eingeben. Trag den Betrag und das Datum deines ersten Kaufs ein. Beispiel: 10.000 Euro am 15.03.2020.
Schritt 2: Weitere Transaktionen hinzufügen. Hast du nachgekauft oder zwischendurch Anteile verkauft? Klicke auf „Weitere Transaktion hinzufügen“ und trag jeden Kauf und Verkauf mit Betrag und Datum ein. So erfasst der Rechner auch Sparpläne oder Teilverkäufe.
Schritt 3: Letzte Transaktion eingeben. Das ist entweder ein Verkauf (du hast die Anlage aufgelöst) oder der aktuelle Wert deines Depots (wenn du noch investiert bist). Trag den heutigen Depotwert als „Verkauf“ ein, um deine bisherige Rendite zu berechnen.
Schritt 4: Berechnen klicken. Der Rechner zeigt dir die jährliche Rendite (annualisiert), die dein Geld über den gesamten Zeitraum erzielt hat.
Tipp: Auch wenn du nur einen einzigen Kauf und einen Verkauf hattest, liefert der Rechner ein genaueres Ergebnis als eine einfache Prozentrechnung, weil er die Haltedauer in die Berechnung einbezieht. 50 Prozent Gewinn in zwei Jahren sind eine andere Rendite als 50 Prozent in zehn Jahren.
Warum einfache Prozentrechnung nicht reicht
Viele Anleger berechnen ihre Rendite, indem sie den Gewinn durch den Einsatz teilen. Das funktioniert nur, wenn du einmal kaufst und einmal verkaufst. Sobald du mehrere Käufe zu verschiedenen Zeitpunkten tätigst (wie bei einem Sparplan), wird diese Rechnung falsch.
Beispiel: Du investierst im Januar 5.000 Euro und im Juli nochmal 5.000 Euro. Am Jahresende ist dein Depot 11.000 Euro wert. Dein Gewinn beträgt 1.000 Euro auf 10.000 Euro Einsatz. Sind das 10 Prozent Rendite?
Nein. Die ersten 5.000 Euro waren zwölf Monate investiert, die zweiten nur sechs. Dein tatsächlich eingesetztes Kapital war im Durchschnitt geringer als 10.000 Euro. Die reale jährliche Rendite liegt höher als 10 Prozent. Der Renditerechner berücksichtigt genau diese Zeiteffekte und liefert die korrekte annualisierte Rendite.
Annualisierte Rendite: Anlagen vergleichbar machen
Die annualisierte Rendite rechnet jeden Zeitraum auf ein Jahr um. So kannst du Anlagen mit unterschiedlicher Laufzeit fair vergleichen:
| Anlage | Gesamtrendite | Laufzeit | Rendite pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Festgeld A | 6,1 % | 2 Jahre | 3,0 % |
| Aktien-ETF B | 40 % | 5 Jahre | 7,0 % |
| Einzelaktie C | 120 % | 15 Jahre | 5,4 % |
Ohne Annualisierung sieht Einzelaktie C mit 120 Prozent am besten aus. Pro Jahr gerechnet hat der ETF mit 7 Prozent aber deutlich besser performt. Der Renditerechner liefert dir automatisch die annualisierte Rendite.
Weitere Finanzrechner
Typische Anwendungen
Sparplan auswerten
Du besparst seit drei Jahren monatlich einen ETF mit 200 Euro. Wie gut hat sich das entwickelt? Trag jeden Monatskauf als eigene Transaktion ein (oder fasse quartalsweise zusammen, wenn dir 36 Einzeleinträge zu viel sind). Als letzte Transaktion trägst du den heutigen Depotwert als Verkauf ein. Die Rendite, die der Rechner zeigt, berücksichtigt, dass deine frühen Einzahlungen länger gearbeitet haben als die späteren.
Immobilie bewerten
Du hast 2015 eine Wohnung für 180.000 Euro gekauft und 2024 für 260.000 Euro verkauft. Dazwischen hast du 30.000 Euro in Renovierung investiert. Trag den Kauf (180.000 Euro), die Renovierung als weiteren Kauf (30.000 Euro mit dem Datum der Renovierung) und den Verkauf (260.000 Euro) ein. Der Rechner zeigt dir die jährliche Rendite unter Berücksichtigung aller Kapitalflüsse.
Verschiedene Depots vergleichen
Du hast Geld in einem ETF-Depot und auf einem Festgeldkonto. Welche Anlage hat besser abgeschnitten? Berechne die Rendite für jedes Investment einzeln. Die annualisierte Rendite macht beide vergleichbar, auch wenn die Laufzeiten und Einzahlungszeitpunkte unterschiedlich sind.
Alte Investmententscheidungen hinterfragen
Wie hat sich die Einzelaktie entwickelt, die du vor acht Jahren gekauft hast? Trag Kaufdatum, Kaufpreis und den heutigen Kurs ein. Falls du zwischendurch Dividenden erhalten und reinvestiert hast, trag diese als Verkauf (Dividende raus) und Kauf (Reinvestition) ein. So bekommst du die Gesamtrendite inklusive Dividenden.
Kosten nicht vergessen: Der Rechner arbeitet mit den Beträgen, die du eingibst. Für ein realistisches Ergebnis solltest du bei Käufen den tatsächlich gezahlten Betrag inklusive Ordergebühren eintragen und bei Verkäufen den Betrag nach Gebühren. Steuern kannst du ebenfalls berücksichtigen, indem du den Netto-Verkaufserlös (nach Abgeltungssteuer) als letzte Transaktion eingibst.
Rendite richtig einordnen
Eine Zahl allein sagt wenig. Ordne deine Rendite in den Kontext ein:
Inflation abziehen: Deine reale Rendite ist die nominale Rendite minus Inflation. Bei 7 Prozent Nominalrendite und 2,5 Prozent Inflation bleiben real 4,5 Prozent. Erst die reale Rendite zeigt, ob du tatsächlich Kaufkraft gewonnen hast.
Mit dem Markt vergleichen: Ein breit gestreuter Welt-ETF (z.B. MSCI World) erzielte historisch rund 7 bis 8 Prozent pro Jahr vor Kosten. Wenn dein aktiv verwaltetes Depot weniger bringt, wärst du mit einem einfachen ETF-Sparplan besser gefahren.
Risiko berücksichtigen: 5 Prozent Rendite auf Festgeld sind besser als 5 Prozent auf Einzelaktien, weil Festgeld kein Kursrisiko hat. Die reine Renditezahl sagt nichts über das eingegangene Risiko.
Häufige Fragen zur Renditeberechnung
Was ist die annualisierte Rendite?
Die annualisierte Rendite rechnet die Gesamtrendite einer Anlage auf ein Jahr um. Sie berücksichtigt den Zinseszinseffekt und macht Anlagen mit unterschiedlicher Laufzeit vergleichbar. 50 Prozent Gesamtrendite über 5 Jahre entsprechen einer annualisierten Rendite von 8,4 Prozent pro Jahr, nicht 10 Prozent (50 geteilt durch 5), weil sich die Erträge jedes Jahr mitverzinsen.
Was ist der Unterschied zwischen Rendite und Gewinn?
Der Gewinn ist der absolute Betrag (z.B. 5.000 Euro). Die Rendite setzt diesen Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital und zur Laufzeit (z.B. 7 Prozent pro Jahr). Nur die Rendite erlaubt einen Vergleich zwischen verschiedenen Investments.
Wie berechne ich die Rendite meines Sparplans?
Trag jeden Einzelkauf mit Betrag und Datum in den Rechner ein. Als letzte Transaktion gibst du den aktuellen Depotwert als Verkauf ein. Der Rechner berücksichtigt, dass frühere Einzahlungen länger investiert waren als spätere, und liefert die korrekte jährliche Rendite.
Sind Dividenden in der Rendite enthalten?
Nur wenn du sie eingibst. Bei thesaurierenden ETFs sind Dividenden automatisch im Kurswert enthalten. Bei ausschüttenden ETFs oder Einzelaktien musst du erhaltene Dividenden separat als Verkauf (Geld raus) erfassen. Falls du die Dividenden reinvestiert hast, trag zusätzlich einen Kauf im gleichen Betrag ein.
Wie berechne ich die Rendite einer Immobilie?
Trag den Kaufpreis als erste Transaktion ein, alle Investitionen (Renovierung, Sanierung) als weitere Käufe mit dem jeweiligen Datum, und den Verkaufspreis als letzte Transaktion. Für eine vollständige Berechnung solltest du auch Nebenkosten beim Kauf (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) zum Kaufpreis addieren.
Wie genau ist der Rechner bei vielen Transaktionen?
Der Rechner wird mit mehr Transaktionen genauer, nicht ungenauer. Jeder Kauf und Verkauf fließt mit seinem exakten Datum in die Berechnung ein. Bei einem monatlichen Sparplan über mehrere Jahre kannst du zur Vereinfachung auch quartalsweise Summen eintragen, ohne dass die Genauigkeit wesentlich leidet.
Was sagt die Rendite über das Risiko meiner Anlage?
Nichts. Zwei Anlagen können die gleiche Rendite haben, aber völlig unterschiedliche Risikoprofile. Eine Aktie, die zwischen minus 30 und plus 50 Prozent schwankt, hat ein anderes Risiko als Festgeld mit konstanten 3 Prozent. Die Rendite allein reicht für eine Anlageentscheidung nicht aus.
Brauche ich den Renditerechner, wenn ich nur einmal gekauft und einmal verkauft habe?
Auch dann ist der Rechner nützlich, weil er die Haltedauer berücksichtigt. 30 Prozent Gewinn in einem Jahr sind 30 Prozent jährliche Rendite. 30 Prozent Gewinn in fünf Jahren sind nur 5,4 Prozent pro Jahr. Der Rechner liefert automatisch den korrekten annualisierten Wert.