So nutzt du den Arbeitszeitrechner
Der Rechner braucht drei Angaben:
Arbeitsbeginn: Wann hast du angefangen? Trag die Uhrzeit ein, zum Beispiel 8:00.
Arbeitsende: Wann hast du aufgehört? Zum Beispiel 17:15.
Pausenzeit: Wie lange hast du insgesamt pausiert? Bei einer klassischen Mittagspause sind das 30 oder 45 Minuten. Falls du mehrere kurze Pausen gemacht hast, trag die Gesamtsumme ein.
Das Ergebnis zeigt deine Nettoarbeitszeit: die Stunden und Minuten, die du tatsächlich gearbeitet hast. Im Beispiel oben: 17:15 minus 8:00 = 9 Stunden 15 Minuten Anwesenheit, abzüglich 45 Minuten Pause = 8 Stunden 30 Minuten Nettoarbeitszeit.
Tipp: Nutze den Rechner täglich und notiere die Ergebnisse. So hast du am Monatsende einen sauberen Überblick über deine geleisteten Stunden, falls dein Arbeitgeber keine elektronische Zeiterfassung anbietet.
Weitere Finanzrechner
Was zählt als Arbeitszeit?
Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende deiner täglichen Arbeit, ohne Ruhepausen. So definiert es das Arbeitszeitgesetz. In der Praxis ist die Abgrenzung nicht immer eindeutig:
Zählt als Arbeitszeit: Dienstreisen und Fahrten zwischen Einsatzorten, Umkleidezeiten bei vorgeschriebener Schutzkleidung, Bereitschaftsdienst am Arbeitsplatz, Arbeit während Rufbereitschaft.
Zählt nicht als Arbeitszeit: Der tägliche Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Pendeln), Ruhepausen, reine Rufbereitschaft ohne Einsatz (gilt als Ruhezeit).
Kommt darauf an: Umkleidezeiten bei repräsentativer Dienstkleidung (entscheidend ist, ob du dich im Betrieb umziehen musst), Reisezeit bei langen Zug- oder Flugreisen, Erreichbarkeit per E-Mail nach Feierabend.
Falls du unsicher bist, ob bestimmte Zeiten als Arbeitszeit gelten, prüfe deinen Arbeitsvertrag oder frag beim Betriebsrat nach.
Gesetzliche Regeln, die du kennen solltest
Das Arbeitszeitgesetz setzt Grenzen, die für fast alle Arbeitnehmer gelten. Drei Regeln sind für den Alltag besonders relevant:
Höchstarbeitszeit
Die Grundregel: maximal 8 Stunden pro Werktag. Da das Gesetz von einer Sechstagewoche ausgeht, ergibt sich eine Obergrenze von 48 Stunden pro Woche. Vorübergehend sind bis zu 10 Stunden pro Tag erlaubt, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden erfolgt.
Bei einer Fünftagewoche bedeutet das: maximal 40 Stunden im Durchschnitt, vorübergehend bis zu 50 Stunden.
Pausenregeln
Pausen sind Pflicht und dürfen nicht an den Anfang oder das Ende des Arbeitstags gelegt werden. Die Mindestpausen richten sich nach der Arbeitszeit:
| Arbeitszeit | Mindestpause | Aufteilung möglich |
|---|---|---|
| Bis 6 Stunden | Keine Pflicht | – |
| Mehr als 6 bis 9 Stunden | 30 Minuten | 2 × 15 Minuten |
| Mehr als 9 Stunden | 45 Minuten | 3 × 15 Minuten |
Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit und werden in der Regel nicht vergütet. Du darfst nicht auf Pausen verzichten, auch wenn du dadurch früher gehen könntest. Verstöße können den Arbeitgeber bis zu 30.000 Euro Bußgeld kosten.
Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen
Zwischen Feierabend und dem nächsten Arbeitsbeginn müssen mindestens 11 Stunden liegen. In bestimmten Branchen (Krankenhäuser, Gastronomie, Landwirtschaft) kann die Ruhezeit auf 10 Stunden verkürzt werden, wenn innerhalb von 4 Wochen ein Ausgleich durch 12 Stunden Ruhezeit erfolgt.
Prüfe mit dem Rechner, ob deine Ruhezeit eingehalten wird: Wenn du um 20:00 Feierabend machst, darfst du frühestens um 7:00 am nächsten Tag wieder anfangen.
Arbeitszeiterfassung ist Pflicht. Seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022 müssen Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die konkrete Form (Stundenzettel, Excel, App) ist noch nicht gesetzlich festgelegt. Falls dein Arbeitgeber keine Erfassung anbietet, dokumentiere deine Zeiten selbst.
Überstunden: Wann du Anspruch auf Ausgleich hast
Überstunden entstehen, wenn du länger arbeitest als vertraglich vereinbart. Aber nur, wenn dein Arbeitgeber sie anordnet, genehmigt oder zumindest duldet. Freiwillig länger bleiben, ohne dass der Chef es weiß, begründet keinen Anspruch.
Der Ausgleich erfolgt je nach Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag entweder durch Vergütung (Auszahlung der Mehrstunden, teils mit Zuschlag) oder durch Freizeitausgleich (eine Überstunde = eine Stunde frei).
| Ausgleichsform | Vorteil für dich | Vorteil für den Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Vergütung | Höheres Einkommen | Keine Personalplanung nötig |
| Freizeitausgleich | Mehr Erholung | Geringere Lohnkosten |
Dokumentiere Überstunden sorgfältig. Ohne Nachweis wird es sehr schwer, Ansprüche durchzusetzen. Der Arbeitszeitrechner hilft dir dabei: Berechne deine tägliche Nettoarbeitszeit und vergleiche sie mit deiner Sollarbeitszeit laut Vertrag. Die Differenz sind deine Überstunden.
Vorsicht bei Abgeltungsklauseln: Formulierungen wie „Alle Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ sind in den meisten Fällen unwirksam. Zulässig sind nur Klauseln, die eine konkrete Stundenzahl nennen, zum Beispiel „Bis zu 3 Überstunden pro Woche sind abgegolten.“ Als angemessen gelten bis zu 10 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit.
Dezimalstunden: So rechnest du um
Viele Arbeitgeber und Lohnabrechnungsprogramme arbeiten mit Dezimalstunden statt mit Stunden und Minuten. Die Umrechnung ist einfach: Teile die Minuten durch 60.
| Stunden : Minuten | Dezimalstunden |
|---|---|
| 7:30 | 7,50 |
| 7:45 | 7,75 |
| 8:00 | 8,00 |
| 8:15 | 8,25 |
| 8:30 | 8,50 |
| 8:45 | 8,75 |
Die Formel: Dezimalstunden = Stunden + (Minuten ÷ 60). Beispiel: 8 Stunden 20 Minuten = 8 + (20 ÷ 60) = 8,33 Dezimalstunden.
Umgekehrt: Dezimalstunden × 60 = Minuten des Nachkommaanteils. Beispiel: 7,75 Stunden → 0,75 × 60 = 45 Minuten → also 7 Stunden 45 Minuten.
Häufige Fragen zur Arbeitszeit
Wie viele Stunden pro Monat sind Vollzeit?
Bei einer 40-Stunden-Woche arbeitest du durchschnittlich 173,3 Stunden pro Monat. Die Berechnung: 40 Stunden × 52 Wochen ÷ 12 Monate. Bei 38 Stunden pro Woche sind es 164,7 Stunden, bei 35 Stunden 151,7 Stunden.
Wie lange darf ich maximal pro Tag arbeiten?
Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 8 Stunden pro Werktag. Vorübergehend sind 10 Stunden erlaubt, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich auf durchschnittlich 8 Stunden erfolgt. Bei einer Fünftagewoche bedeutet das: maximal 40 Stunden im Schnitt, vorübergehend bis zu 50.
Wie viel Pause steht mir zu?
Bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit: mindestens 30 Minuten. Bei mehr als 9 Stunden: mindestens 45 Minuten. Pausen können in Abschnitte von mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Bei bis zu 6 Stunden Arbeitszeit gibt es keine Pausenpflicht.
Wie viel Ruhezeit muss zwischen zwei Arbeitstagen liegen?
Mindestens 11 Stunden ununterbrochen. In bestimmten Branchen (Krankenhaus, Gastronomie) kann die Ruhezeit auf 10 Stunden verkürzt werden, wenn innerhalb von 4 Wochen ein Ausgleich durch 12 Stunden erfolgt.
Zählt der Weg zur Arbeit als Arbeitszeit?
Nein. Der Pendelweg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist Privatangelegenheit und zählt nicht als Arbeitszeit. Ausnahmen gelten bei Dienstreisen, bei Fahrten zwischen verschiedenen Einsatzorten (z.B. Außendienst) und wenn du keinen festen Arbeitsort hast.
Müssen Überstunden vergütet werden?
Ja, sofern der Arbeitgeber sie angeordnet oder geduldet hat. Der Ausgleich erfolgt durch Vergütung oder Freizeitausgleich, je nach Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag. Pauschale Abgeltungsklauseln („Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“) sind ohne konkrete Stundenangabe unwirksam.
Wie rechne ich Arbeitszeit in Dezimalstunden um?
Teile die Minuten durch 60 und addiere sie zu den Stunden. Beispiel: 1 Stunde 30 Minuten = 1 + (30 ÷ 60) = 1,50 Dezimalstunden. Umgekehrt: 1,75 Dezimalstunden = 1 Stunde + (0,75 × 60 Minuten) = 1 Stunde 45 Minuten.
Wie viele Tage darf ich hintereinander arbeiten?
Maximal 6 Werktage. Das Gesetz sieht nach 6 Arbeitstagen einen freien Sonntag vor. Ausnahmen gelten in Branchen wie Pflege, Gastronomie oder Notdiensten, dort muss ein Ersatzruhetag innerhalb von 2 Wochen gewährt werden.
Ist die Arbeitszeiterfassung Pflicht?
Ja. Seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022 müssen Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die konkrete Form (Stundenzettel, Excel, Software) ist noch nicht gesetzlich festgelegt. Die Pflicht gilt für alle Unternehmen, unabhängig von der Größe.
Muss ich nach Feierabend E-Mails lesen?
Nein. Nach Feierabend beginnt die gesetzliche Ruhezeit von mindestens 11 Stunden. Während dieser Zeit besteht keine Pflicht, erreichbar zu sein. Ausnahme: vertraglich vereinbarte Rufbereitschaft, die separat vergütet werden muss.
Zählt Umziehen als Arbeitszeit?
Wenn du vorgeschriebene Schutz- oder Hygienekleidung tragen musst und dich im Betrieb umziehen musst, zählt die Umkleidezeit als Arbeitszeit. Bei repräsentativer Dienstkleidung, die du auch zu Hause anziehen kannst, in der Regel nicht. Im Zweifelsfall regeln Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung die Details.