So nutzt du den Brutto-Netto-Rechner
Der Rechner braucht ein paar Angaben zu deiner persönlichen Situation. Je genauer du sie eingibst, desto präziser ist das Ergebnis. Die meisten Informationen findest du auf deiner letzten Gehaltsabrechnung.
Bruttogehalt: Dein Gehalt vor allen Abzügen, wie es in deinem Arbeitsvertrag steht. Achte darauf, ob du das Monats- oder Jahresbrutto eingibst.
Steuerklasse: Bestimmt, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Falls du unsicher bist: Ledige ohne Kinder haben fast immer Steuerklasse I.
Bundesland: Beeinflusst die Kirchensteuer (8 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in allen anderen Ländern) und in Sachsen die Pflegeversicherung.
Kirchensteuer ja/nein: Bist du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft, zahlst du 8 oder 9 Prozent deiner Lohnsteuer als Kirchensteuer.
Kinder: Die Anzahl deiner Kinder unter 25 reduziert deinen Pflegeversicherungsbeitrag. Kinderlose ab 23 zahlen einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten.
Krankenversicherung: Gesetzlich oder privat versichert? Bei der GKV gibst du den Zusatzbeitrag deiner Kasse an (steht auf deiner Gehaltsabrechnung oder der Kassenwebsite, Durchschnitt 2026: ca. 1,7 Prozent).
Freibeträge: Falls du Freibeträge auf deiner Lohnsteuerkarte eingetragen hast (z.B. für hohe Fahrtkosten), trag sie hier ein. Sie senken dein zu versteuerndes Einkommen und erhöhen dein Netto sofort.
Tipp: Nutze den Rechner vor Gehaltsverhandlungen. Trag dein aktuelles und dein Wunschgehalt ein und vergleiche die Netto-Differenz. Eine Brutto-Erhöhung von 300 Euro bringt netto oft nur 150 bis 180 Euro, weil progressive Steuersätze und Sozialabgaben greifen.
Die sechs Steuerklassen im Überblick
Die Steuerklasse ist der wichtigste Faktor für dein monatliches Netto. Sie bestimmt, wie viel Lohnsteuer dein Arbeitgeber einbehält. Wichtig: Die Steuerklasse regelt nur die monatliche Vorauszahlung. Die endgültige Steuerlast wird erst mit der Steuererklärung berechnet.
| Klasse | Für wen? | Abzüge |
|---|---|---|
| I | Ledige, Geschiedene, Verwitwete | Standard (nur Grundfreibetrag) |
| II | Alleinerziehende mit Kind im Haushalt | Etwas geringer (zusätzlicher Entlastungsbetrag) |
| III | Verheiratete, wenn Partner wenig/nichts verdient | Am geringsten (beide Grundfreibeträge) |
| IV | Ehepaare mit ähnlichem Einkommen | Wie Klasse I (jeder wird einzeln besteuert) |
| V | Geringverdienender Partner (Kombination mit III) | Hoch (kein eigener Grundfreibetrag) |
| VI | Zweit- und Nebenjobs | Am höchsten (kein Grundfreibetrag) |
Die Kombination III/V lohnt sich, wenn ein Partner mindestens 60 Prozent des Haushaltseinkommens verdient. Ehepaare können die Steuerklasse einmal jährlich wechseln, das lohnt sich besonders bei Veränderungen wie Elternzeit oder Jobwechsel.
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Was wird von deinem Brutto abgezogen?
Vom Bruttogehalt gehen zwei Arten von Abzügen ab: Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Zusammen machen sie bei den meisten Arbeitnehmern 35 bis 40 Prozent des Bruttos aus.
Steuern
Lohnsteuer: Der größte Steuerposten. Deutschland nutzt ein progressives System: Der Steuersatz steigt mit dem Einkommen. Auf die ersten 12.096 Euro (Grundfreibetrag 2026) zahlst du gar nichts. Danach steigt der Satz von 14 Prozent bis zum Spitzensteuersatz von 42 Prozent (ab 66.761 Euro zu versteuerndem Einkommen). Wichtig: Diese Sätze gelten nur für den jeweiligen Einkommensabschnitt, nicht für das gesamte Gehalt. Dein durchschnittlicher Steuersatz liegt deshalb immer deutlich unter dem Grenzsteuersatz.
Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent der Lohnsteuer. Seit 2021 entfällt er für rund 90 Prozent aller Steuerzahler. Ledige zahlen ihn erst ab einem Bruttogehalt von etwa 73.000 Euro im Jahr.
Kirchensteuer: 8 oder 9 Prozent der Lohnsteuer, je nach Bundesland. Entfällt bei Konfessionslosen.
Sozialversicherungsbeiträge
Du und dein Arbeitgeber teilt euch die Beiträge etwa hälftig. In der folgenden Tabelle siehst du nur deinen Anteil, also das, was von deinem Brutto abgeht:
| Versicherung | Dein Anteil 2026 | Beitragsbemessungsgrenze |
|---|---|---|
| Rentenversicherung | 9,3 % | 90.600 €/Jahr (West) |
| Krankenversicherung (GKV) | 7,3 % + halber Zusatzbeitrag | 62.100 €/Jahr |
| Pflegeversicherung | 1,7 % (kinderlos ab 23: 2,3 %) | 62.100 €/Jahr |
| Arbeitslosenversicherung | 1,3 % | 90.600 €/Jahr (West) |
Hinweis: Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze ist beitragsfrei. Ab dem zweiten bis fünften Kind sinkt der Pflegebeitrag gestaffelt um je 0,25 Prozentpunkte. In Sachsen tragen Arbeitnehmer bei der Pflegeversicherung 2,025 % statt 1,7 %.
Drei Beispielrechnungen für 2026
Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich das Netto bei gleichem Brutto ausfallen kann. Alle Werte gelten für 2026, gesetzliche Krankenversicherung mit 1,7 % Zusatzbeitrag, Bundesland NRW.
| Laura Ledig, keine Kinder, keine Kirche |
Daniel Ledig, keine Kinder, kath. Kirche |
Maren Verheiratet (Stkl. III), 2 Kinder |
|
|---|---|---|---|
| Bruttogehalt | 3.500 € | 3.500 € | 3.500 € |
| Lohnsteuer | 395 € | 395 € | 108 € |
| Soli | 0 € | 0 € | 0 € |
| Kirchensteuer | 0 € | 35 € | 0 € |
| Sozialversicherung | 726 € | 726 € | 705 € |
| Nettogehalt | ca. 2.379 € | ca. 2.344 € | ca. 2.687 € |
Hinweis: Gerundete Näherungswerte. Das exakte Netto hängt von weiteren Faktoren ab. Berechne dein persönliches Ergebnis mit dem Rechner oben.
Der Vergleich zeigt: Bei identischem Brutto liegen zwischen Laura und Maren rund 308 Euro Netto-Unterschied pro Monat. Hauptgrund ist die Steuerklasse III, die Maren als Verheiratete mit geringer verdienendem Partner nutzt. Auch die Kirchensteuer macht sich bemerkbar: Daniel zahlt 35 Euro mehr als Laura.
Wann du den Rechner nutzen solltest
Der Brutto-Netto-Rechner ist besonders nützlich in diesen Situationen:
Vor einer Gehaltsverhandlung: Rechne aus, wie viel netto von einer Brutto-Erhöhung übrig bleibt. Bei 3.500 Euro Brutto bringt eine Erhöhung um 500 Euro oft nur rund 260 bis 300 Euro netto, weil der Grenzsteuersatz greift.
Beim Jobwechsel: Vergleiche dein aktuelles Netto mit dem Angebot. Berücksichtige dabei auch Unterschiede bei geldwerten Vorteilen (Dienstwagen, Jobticket) und betrieblicher Altersvorsorge.
Bei Heirat oder Trennung: Ein Steuerklassenwechsel kann dein Netto erheblich verändern. Rechne die Kombination III/V und IV/IV durch, um zu sehen, welche Variante für euch besser ist.
Bei Kircheneintritt oder -austritt: Der Rechner zeigt dir auf den Euro genau, wie viel Kirchensteuer du monatlich zahlst oder sparst.
Bei Wechsel der Krankenversicherung: Vergleiche verschiedene Zusatzbeitragssätze. Der Unterschied zwischen einer günstigen und einer teuren Kasse kann bei 3.500 Euro Brutto über 100 Euro pro Jahr ausmachen.
Das angezeigte Netto ist eine Annäherung. Dein tatsächliches Gehalt kann leicht abweichen, etwa weil der Rechner pauschale Werte für bestimmte Freibeträge annimmt oder weil Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt sind. Für Alltagsplanungen ist die Genauigkeit aber völlig ausreichend.
Sonderfälle, die dein Netto beeinflussen
Neben den Standardabzügen gibt es Faktoren, die in einfachen Rechnungen oft übersehen werden:
Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Wandelst du einen Teil deines Bruttos in Rentenbeiträge um, sinkt dein zu versteuerndes Einkommen. 200 Euro Entgeltumwandlung kosten dich netto nur rund 100 Euro, weil du auf diesen Betrag keine Steuern und (teilweise) keine Sozialabgaben zahlst. Im Alter wird die Betriebsrente allerdings voll versteuert. Die bAV lohnt sich vor allem, wenn dein Arbeitgeber mindestens 15 Prozent zuschießt.
Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld, Boni): Diese werden so besteuert, als würdest du das höhere Gehalt jeden Monat verdienen. Die Abzüge fallen deshalb oft bei 40 bis 50 Prozent. Mit der Steuererklärung gleicht sich das aus, aber beim Auszahlungsmonat bleibt spürbar weniger.
Geldwerter Vorteil (Dienstwagen): Einen privat genutzten Dienstwagen versteuert dein Arbeitgeber pauschal mit 1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat. Bei einem 40.000-Euro-Fahrzeug erhöht sich dein zu versteuerndes Brutto um 400 Euro monatlich. Rechne vorher durch, ob sich das lohnt.
Midijob (520 bis 2.000 Euro): In diesem Übergangsbereich zahlst du reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, sammelst aber volle Rentenansprüche. Dein Netto liegt deshalb höher als bei regulär Beschäftigten knapp über 2.000 Euro.
Häufige Fragen zum Brutto-Netto-Rechner
Wie viel Netto bleibt von meinem Brutto?
In den meisten Fällen bleiben 60 bis 65 Prozent des Bruttos als Netto übrig. Die genaue Höhe hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenversicherung und Kinderzahl ab. Bei 3.000 Euro brutto in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bleiben rund 2.067 Euro netto. Berechne dein persönliches Ergebnis mit dem Rechner oben.
Wie viel Brutto brauche ich für ein bestimmtes Netto?
Als Faustregel: Teile dein Wunsch-Netto durch 0,62 für eine grobe Schätzung in Steuerklasse I. Für 2.000 Euro netto brauchst du also etwa 3.200 Euro brutto. Die genaue Zahl variiert je nach persönlicher Situation. Nutze den Rechner und probiere verschiedene Brutto-Werte, bis das gewünschte Netto erscheint.
Welche Steuerklasse bringt das meiste Netto?
Steuerklasse III bringt monatlich das meiste Netto, ist aber nur für Verheiratete möglich, deren Partner in Klasse V wechselt. Für Ledige gibt es keine Wahlmöglichkeit. Wichtig: Die Steuerklasse verändert nur die monatliche Vorauszahlung. Die tatsächliche Jahressteuerlast bleibt gleich und wird über die Steuererklärung ausgeglichen.
Warum haben zwei Personen mit gleichem Brutto unterschiedlich viel Netto?
Weil die Abzüge von persönlichen Faktoren abhängen: Steuerklasse, Kirchenmitgliedschaft, Bundesland, Kinderzahl und Krankenkasse. Bei 3.500 Euro brutto kann der Netto-Unterschied zwischen einer ledigen, kinderlosen Person in Steuerklasse I und einer verheirateten Person in Steuerklasse III über 300 Euro pro Monat betragen.
Wie viel ist 2.500 Euro brutto in netto?
Bei 2.500 Euro brutto in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bleiben rund 1.780 Euro netto. Mit Kirchensteuer sind es etwa 1.755 Euro. In Steuerklasse III (verheiratet) steigt das Netto auf rund 1.960 Euro.
Wie viel ist 3.000 Euro brutto in netto?
Bei 3.000 Euro brutto in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bleiben rund 2.067 Euro netto. Mit Kirchensteuer (9 Prozent) sind es etwa 2.035 Euro. In Steuerklasse III (verheiratet) steigt das Netto auf rund 2.365 Euro.
Wie viel ist 4.000 Euro brutto in netto?
Bei 4.000 Euro brutto in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bleiben rund 2.646 Euro netto. Mit Kirchensteuer (9 Prozent) sind es etwa 2.600 Euro. In Steuerklasse III (verheiratet) steigt das Netto auf rund 3.007 Euro.
Muss ich den Solidaritätszuschlag zahlen?
Wahrscheinlich nicht. Seit 2021 entfällt der Soli für rund 90 Prozent aller Steuerzahler. Ledige zahlen ihn erst ab einem Bruttogehalt von etwa 73.000 Euro pro Jahr, Verheiratete ab dem Doppelten. Bei Gehältern darunter zeigt der Rechner null Euro Soli an.
Lohnt sich ein Kirchenaustritt finanziell?
Bei 3.500 Euro brutto in Steuerklasse I zahlst du etwa 35 Euro Kirchensteuer im Monat, also rund 420 Euro im Jahr. Bei höheren Gehältern steigt der Betrag. Ob sich ein Austritt lohnt, ist natürlich keine rein finanzielle Frage. Der Rechner zeigt dir aber den genauen Betrag, den du sparst, wenn du die Kirchensteuer abwählst.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist dein Gehalt vor allen Abzügen, also die Summe aus deinem Arbeitsvertrag. Netto ist der Betrag, der nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) auf dein Konto überwiesen wird.