ETFs sind längst kein Geheimtipp mehr – sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich bewusst dafür, ihr Geld nicht auf dem Sparbuch zu parken, sondern es für sich arbeiten zu lassen. Und das völlig zu Recht: Mit ETFs kannst du schon mit kleinen monatlichen Beträgen an der Entwicklung der weltgrößten Unternehmen teilhaben – ohne Börsenkenntnisse, ohne teuren Berater und ohne großen Zeitaufwand. Klingt gut? Ist es auch. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du startest.
Das Wichtigste in Kürze
Keine Zeit den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:
- Bevor du loslegst: Zahle zuerst teure Kredite ab (z. B. Ratenkredite oder deinen Dispo) und lege dir einen Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern auf dem Tagesgeldkonto an.
- Sichere Risiken ab: Schließe essenzielle Versicherungen ab. Eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind absolute Pflicht, wenn du nicht mehr über die Eltern versichert sein kannst.
- Depot eröffnen: Ein Depot eröffnest du kostenlos bei einem Online-Broker – das geht komplett am Smartphone in wenigen Minuten; du brauchst nur deinen Personalausweis und deine Steuernummer.
- Erster ETF: Für deinen ersten ETF reicht zunächst ein Welt-ETF – er investiert dein Geld automatisch in Tausende Unternehmen weltweit.
- Sparplan einrichten: Richte einen Sparplan ein. Schon ab 25 Euro im Monat kannst du starten. Einmal aufgesetzt, läuft er vollautomatisch, und du musst dich um nichts mehr kümmern.
- Steuern sparen: Richte einen Freistellungsauftrag ein und deine Erträge aus Kursgewinnen, Dividenden und Zinsen bleiben bis zu 1.000 Euro (ledige Personen) pro Jahr steuerfrei.
- Kursschwankungen aussitzen: Wenn die Kurse mal fallen: Bewahre Ruhe. Wer langfristig investiert bleibt (mindestens 10 Jahre), hat historisch betrachtet immer profitiert.
ETFs kaufen: Checke deine Finanzen
Bevor du dein erstes Depot eröffnest, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine aktuelle Finanzlage. Nicht weil ETFs kompliziert wären – sondern weil es Situationen gibt, in denen der Einstieg keinen Sinn ergibt. Konkret: Wenn du Schulden hast, solltest du kein Geld anlegen. Schulden kannst du in Form von Krediten bei Banken oder auch Privatpersonen haben. Banken verlangen für die Summe, die sie dir leihen Gebühren – nämlich Zinsen. Gewöhnliche Konsumentenkredite – beispielsweise für ein Auto oder neue Möbel – kosten derzeit zwischen acht und neun Prozent effektiv (also inklusive Gebühren). Dispositionskredite sind noch teurer. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, dein Konto in den Minusbereich zu ziehen. Banken berechnen für diese Kreditart momentan mehr als elf Prozent Zinsen für die Höhe deiner Überziehung. Diese hohen Zinsen kannst du mit der realistisch erzielbaren Rendite deines Investments nicht ausgleichen. Konventionelle Aktien-ETFs erzielen historisch betrachtet einen realistische Rendite von etwa sieben Prozent pro Jahr. Mit dieser Rendite liegst du klar unterhalb des Kreditzinses und der Gebühren für eine Überziehung. Daher gilt: Zahle Schulden immer zuerst komplett zurück.
Ebenso wichtig: Sorge zuerst für eine solide Absicherung von Risiken. Eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind absolute Pflicht. Sie schützen dein Zuhause vor Kosten aus Schäden in Zusammenhang mit Feuer, Einbruch, Leitungswasser und Sturm & Hagel. Eine Haftpflichtversicherung schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn du anderen Personen oder deren Eigentum Schaden zufügst. Tritt ein Schadensfall ein, können die Kosten immens sein. Eine Versicherung schützt dich davor. Diese beiden Versicherungen solltest du abschließen, sofern du nicht mehr über deine Eltern abgesichert sein kannst. Während deiner Schulzeit und der ersten Ausbildung bist du in der Familienhaftpflichtversicherung deiner Eltern mitversichert – auch, wenn du nicht mehr zuhause wohnst. Dazu zählen auch aufeinanderfolgende Ausbildungen wie Bachelor und Master ohne Pause. Erst mit deinem ersten festen Einkommen brauchst du eine eigene Haftpflichtversicherung. Für weitere Infos klicke auf unseren umfassenden Ratgeber-Artikel zur doppelten Absicherung.
Clever investieren: Zahle zuerst alle Schulden zurück. Insbesondere der Dispo-Kredit ist der teuerste Kredit. Sichere im nächsten Schritt deine Risiken durch eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung ab. So startest du deinen Vermögensaufbau auf einem soliden Fundament.
Wie viel Geld kannst du monatlich anlegen?
Ein Kassensturz klingt aufwendig, ist er aber nicht: Schreib auf, wie viel Geld im Monat auf dein Konto fließt. Das können Gehaltseingänge sein, aber auch BAfög oder Taschengeld. Wenn du alle Geldeingänge aufgeschrieben hast, geht es im nächsten Schritt um Abbuchungen. Konkret: Wie viel Geld macht die Miete aus, Ausgaben für Essen, Versicherungen, Vereinsbeiträge, dein Auto, dein Haustier und dein Streamingdienstanbieter. Schreibe alles auf. Beiträge, die quartalsweise (beispielsweise GEZ), halbjährlich (Versicherungen) oder jährlich (Kfz-Steuer) anfallen, rechnest du der Einfachheit halber auf einen monatlichen Betrag herunter. Ziehe die Ausgaben von den Einnahmen ab. Was dann noch übrig bleibt, ist dein Spielraum. Bleiben beispielsweise 300 Euro pro Monat übrig, solltest du allerdings nicht gleich die gesamte Summe sparen. Bedenke, dass du auch Geld für Hobbies (Kino) oder auch für Klamotten brauchst.
Einfache Regel: Um deine Finanzen optimal zu strukturieren, gibt es eine einfache Regel. Die 50-30-20-Methode. Du teilst dein monatliches Nettoeinkommen in drei Bereiche auf – 50 % für notwendige Fixkosten wie Miete, Lebensmittel oder Versicherungen, 30 % für persönliche Wünsche und Freizeit und 20 % fürs Sparen und Investieren. Der Vorteil: Du behältst jederzeit den Überblick über deine Ausgaben und vermeidest, mehr Geld auszugeben als geplant. Gleichzeitig stellst du sicher, dass du dir konsequent ein finanzielles Polster aufbaust und langfristig Vermögen bilden kannst. Die Regel eignet sich besonders für Einsteiger, weil sie leicht umzusetzen ist und dir eine klare Orientierung im Alltag gibt. Für weitere Infos folge einfach unserem Link zur 50-30-20-Methode.
Der größte gratis Aha-Effekt deines Vermögensaufbaus: der Kassensturz. Schreibe alle Einnahmen und Ausgaben auf und erlange die Kontrolle über deine Finanzen.
Wie eröffne ich ein Depot?
Um ETFs zu kaufen, brauchst du ein Wertpapierdepot. Das ist nichts anderes als ein Konto, auf dem statt Geld deine Wertpapiere verwahrt werden. Die gute Nachricht: Ein Depot eröffnest du heute komplett online — ohne Filialbesuch, ohne Papierkram und bei den meisten Anbietern völlig kostenlos. Du brauchst dafür nur deinen Personalausweis und deine Steueridentifikationsnummer. Beides findest du auf deinem Ausweis bzw. in deinem letzten Steuerbescheid.
Welcher Broker der richtige für dich ist, hängt von deinen Anforderungen ab. Die wichtigsten Kriterien: Die Depotgebühren sollten idealerweise bei 0 Euro liegen – das ist heute bei den meisten Neobrokern und vielen Direktbanken Standard. Achte außerdem auf die Sparplan-Gebühren: Einige Anbieter führen Sparpläne kostenlos aus, andere berechnen bis zu 1,5 % pro Ausführung – das summiert sich über Jahre erheblich. Ebenfalls relevant ist die ETF-Auswahl: Nicht jeder Broker bietet jeden ETF als Sparplan an, prüfe also vorab, ob dein Wunsch-ETF beim gewählten Anbieter sparplanfähig ist. Wer Wert auf Benutzerfreundlichkeit legt, ist mit einer modernen App besser bedient als mit einer veralteten Banking-Oberfläche. Schaue dir für mehr Informationen unseren Online-Broker-Vergleich an. Wir haben ihn vollständig neu aufgesetzt.
So eröffnest du dein Depot in vier Schritten
In weniger als 15 Minuten bist du startklar – das brauchst du dafür:
- Schritt 1 – Broker auswählen: Vergleiche Anbieter nach Kosten, Bedienung, verfügbaren Handelsplätzen und Sparplan-Angebot.
- Schritt 2 – Registrierung starten: Öffne die App oder Website des gewählten Brokers und starte die Kontoeröffnung. Halte deinen Personalausweis bereit.
- Schritt 3 – Identität per Video-Ident bestätigen: Die Identitätsprüfung läuft per Video-Ident direkt in der App – das dauert weniger als 10 Minuten.
- Schritt 4 – Depotzugang erhalten: Nach der Freischaltung erhältst du Zugang zu deinem Depot. Ein Verrechnungskonto wird automatisch mit angelegt.
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Jetzt kostenlos Depot eröffnenWelcher ETF eignet sich zum Start?
Die Auswahl an ETFs ist riesig – an deutschen Börsen sind mehr als 3.000 ETFs handelbar. Wer die Wahl hat, hat also die Qual? Nicht ganz. Denn Konkurrenz belebt natürlich das Geschäft. Bedeutet: Wenn viele Anbieter ETFs auf Welt-Indizes herausgeben, kannst du schneller von Kostensenkungen profitieren. Damit sind wir auch direkt beim entscheidenden Thema. Denn für Einsteiger gibt es eine vergleichsweise überschaubare Kategorie, die alles Wesentliche abdeckt: Welt-ETFs auf breite Aktienindizes. Ein Welt-ETF sollte deine erste Wahl sein. Er ist dein Anker- oder Kerninvestment.
Warum ein einziger Welt-ETF für den Start zunächst ausreicht
Ein häufiger Anfängerfehler ist es, mehrere ETFs zu kaufen, um „breiter zu streuen“. Wer einen MSCI World-, einen Emerging-Markets- und einen Europa-ETF kombiniert, hat aber oft dieselben Unternehmen mehrfach im Depot – nur mit mehr Verwaltungsaufwand. Ein einziger Welt-ETF auf den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World enthält bereits zwischen 1.300 und 4.000 Unternehmen aus Dutzenden Ländern. Das ist für den Start ausreichend.
Übersicht: Um dich umfassend über einen ETF zu informieren, nutze unsere ETF-Profilseiten. Hier findest du alle Informationen zu Kosten, Zusammensetzung und Entwicklung deines (nächsten) ETFs. Und du findest heraus, dass finanzen.net auch einen eigenen MSCI World-ETF herausgebracht hat: den finanzen.net MSCI World ETF in Zusammenarbeit mit Amundi.
Woran erkenne ich einen guten Einsteiger-ETF?
Bei der ETF-Auswahl gibt es fünf Kriterien (siehe Checkliste), auf die du als Einsteiger achten solltest. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote (TER) – sie zeigt dir an, wie viel Prozent deines angelegten Geldes der ETF-Anbieter jährlich als Verwaltungsgebühr einbehält. Bei guten Welt-ETFs liegt sie zwischen 0,07 % und 0,25 %. Das klingt wenig, macht bei 10.000 Euro aber den Unterschied zwischen 7 und 25 Euro Kosten pro Jahr aus — über 20 Jahre summiert sich das spürbar. Zudem solltest du auf das Fondsvolumen achten. Es zeigt dir an, wie hoch die Summe der im ETF angelegten Anlegergelder ist.
Größere ETFs mit hohem Fondsvolumen sind für ETF-Anbieter wirtschaftlicher. Die Gefahr einer Schließung ist bei ihnen geringer. Daher solltest du auf ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro achten. Es gilt: Je mehr Fondsvolumen, desto besser. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge. Sollte dein ETF tatsächlich einmal geschlossen werden – wie gesagt: nur bei kleineren ETFs besteht diese Möglichkeit -, ist deine Anlagesumme nicht verschwunden. Du bekommst sie zurück. Doch dann kann sie nicht mehr für dich arbeiten. Und darum geht es ja bei der Geldanlage.
✅ Checkliste: So erkennst du einen guten Einsteiger-ETF
- TER unter 0,25 % pro Jahr — bei 10.000 € sind das maximal 25 € Kosten jährlich.
- Fondsvolumen über 100 Millionen Euro — besser über 500 Millionen Euro. Je größer, desto stabiler.
- Etablierter Anbieter: iShares, Vanguard, Amundi, Xtrackers oder SPDR.
- Physische Replikation: Der ETF kauft die Aktien tatsächlich — das ist die transparenteste Variante.
- Kein Themen-ETF oder Länder-ETF als erstes Investment — zu wenig Streuung für den Start.
Thesaurierend oder ausschüttend: Was passt für mich?
Wie du bereits aus dem Artikel „Was sind ETFs?“ weißt, gibt es thesaurierende und ausschüttende ETFs. Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an – das maximiert den Zinseszinseffekt und ist für den langfristigen Vermögensaufbau die effizientere Wahl. Ausschüttende ETFs überweisen die Dividenden regelmäßig auf dein Konto. Das fühlt sich für viele Einsteiger greifbarer an, weil man den Ertrag „sieht“. Für wen welches Modell besser passt, hängt letztlich von deinem finanziellem Ziel ab: Wenn du Vermögen aufbauen willst, wähle thesaurierend. Wenn du gelegentliche Auszahlungen schätzt, weil du beispielsweise einen zusätzlichen Betrag zum Gehalt wünschst, wähle eine ausschüttende Variante. In der Regel gibt es bei beliebten ETFs stets beide Varianten, sodass du nicht notwendigerweise den ETF-Anbieter wechseln musst.
Die wichtigsten Welt-ETFs für Einsteiger im Überblick
Es gibt vier große Index-Familien, aus denen Einsteiger in Deutschland ihren ersten ETF wählen können. Sie unterscheiden sich vor allem in der Breite: Der MSCI World und der FTSE Developed World decken nur Industrieländer ab. Der MSCI ACWI und der FTSE All-World schließen zusätzlich Schwellenländer ein. Der MSCI ACWI IMI geht noch weiter und enthält auch kleine Unternehmen (Small Caps). Die folgenden Tabellen zeigen jeweils die jeweils größten ETFs je Index, sortiert nach Fondsvolumen (Stand: März 2026).
MSCI World – Industrieländer (ca. 1.319 Unternehmen, 23 Länder)
Der MSCI World ist der meistgenutzte Einstiegsindex in Deutschland. Er enthält große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern — mit einem US-Anteil von rund 71 %. Schwellenländer wie China oder Brasilien sind nicht enthalten.
| ETF-Name | Anbieter | ISIN | TER | Ertragsverwendung | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) | iShares (BlackRock) | IE00B4L5Y983 | 0,20 % | Thesaurierend | ca. 107 Mrd. Euro |
| Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C | Xtrackers (DWS) | IE00BJ0KDQ92 | 0,12 % | Thesaurierend | ca. 16 Mrd. Euro |
| SPDR MSCI World UCITS ETF | SPDR (State Street) | IE00BFY0GT14 | 0,12 % | Thesaurierend | ca. 14 Mrd. Euro |
| iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) | iShares (BlackRock) | IE00B0M62Q58 | 0,50 % | Ausschüttend | ca. 7 Mrd. Euro |
| Amundi MSCI World UCITS ETF (Acc) | Amundi | LU1681043599 | 0,38 % | Thesaurierend | ca. 5 Mrd. Euro |
| Finanzen.net MSCI World UCITS ETF | finanzen.net / Amundi | FR001400YYJ0 | 0,12 % | Thesaurierend | ca. 20 Mio. Euro |
MSCI ACWI – Industrie- und Schwellenländer (ca. 2.514 Unternehmen, 47 Länder)
Der MSCI ACWI (All Countries World Index) geht einen Schritt weiter als der MSCI World: Er umfasst nicht nur Industrieländer, sondern schließt zusätzlich 24 Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien ein. Mit rund 2.500 Unternehmen aus 47 Ländern ist er deutlich breiter aufgestellt – der Schwellenländer-Anteil beträgt dabei rund zwölf Prozent. Wer mit einem einzigen ETF möglichst viel der globalen Wirtschaft abdecken möchte, findet hier eine solide Lösung.
| ETF-Name | Anbieter | ISIN | TER | Ertragsverwendung | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|---|
| iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc) | iShares (BlackRock) | IE00B6R52259 | 0,20 % | Thesaurierend | ca. 22 Mrd. Euro |
| Amundi MSCI All Country World UCITS ETF (Acc) | Amundi | IE000BI8OT95 | 0,15 % | Thesaurierend | ca. 12 Mrd. Euro |
| SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (Acc) | SPDR (State Street) | IE00B44Z5B48 | 0,12 % | Thesaurierend | ca. 8 Mrd. Euro |
| Scalable MSCI AC World Xtrackers UCITS ETF 1C | Scalable Capital | LU2903252349 | 0,00 % | Thesaurierend | ca. 470 Mio. Euro |
| Amundi MSCI All Country World UCITS ETF USD (Acc) | Amundi | LU1829220133 | 0,45 % | Thesaurierend | ca. 125 Mio. Euro |
MSCI ACWI IMI – inkl. Small Caps (ca. 8.850 Unternehmen, 47 Länder)
Der MSCI ACWI IMI (Investable Market Index) ist der breiteste der vier Indizes. Das „IMI“ steht für Investable Market Index und bedeutet: Zusätzlich zu den großen und mittelgroßen Unternehmen des MSCI ACWI enthält er auch kleine Unternehmen – sogenannte Small Caps. Das Ergebnis: rund 8.850 Unternehmen aus 47 Ländern, was nahezu den gesamten investierbaren Weltaktienmarkt abdeckt. Laut MSCI deckt der Index rund 99 % des globalen Aktienuniversums ab – zum Vergleich: Der MSCI World kommt auf rund 85 %, der MSCI ACWI verzeichnet etwa 90 %. Wer maximale Streuung in einem einzigen ETF sucht, findet hier die umfassendste Lösung – allerdings mit aktuell nur einem Anbieter (SPDR) und entsprechend weniger Auswahl.
| ETF-Name | Anbieter | ISIN | TER | Ertragsverwendung | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|---|
| SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (Acc) | SPDR (State Street) | IE00B3YLTY66 | 0,17 % | Thesaurierend | ca. 4 Mrd. Euro |
| SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF (Dist) | SPDR (State Street) | IE000DD75KQ5 | 0,17 % | Ausschüttend | ca. 85 Mio. Euro |
FTSE All-World – Industrie- und Schwellenländer (ca. 4.254 Unternehmen, 49 Länder)
Der FTSE All-World ist das Pendant zum MSCI ACWI – allerdings vom britischen Indexanbieter FTSE Russell. Er enthält rund 4.250 große und mittelgroße Unternehmen aus 49 Ländern, darunter sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer. Small Caps sind nicht enthalten. Mit einer Abdeckung von rund 90 % des weltweiten investierbaren Aktienmarkts liegt er zwischen dem MSCI ACWI (85 %) und dem MSCI ACWI IMI (99 %). In Deutschland ist der FTSE All-World vor allem durch die Vanguard-ETFs bekannt – sie gehören zu den meistgekauften ETFs unter deutschen Privatanlegern überhaupt und gelten als eine der beliebtesten Einstiegslösungen für den langfristigen Vermögensaufbau.
| ETF-Name | Anbieter | ISIN | TER | Ertragsverwendung | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc) | Vanguard | IE00BK5BQT80 | 0,19 % | Thesaurierend | ca. 31 Mrd. Euro |
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dist) | Vanguard | IE00B3RBWM25 | 0,19 % | Ausschüttend | ca. 19 Mrd. Euro |
| Invesco FTSE All-World UCITS ETF (Acc) | Invesco | IE00B60SX394 | 0,15 % | Thesaurierend | ca. 6 Mrd. Euro |
| Invesco FTSE All-World UCITS ETF (Dist) | Invesco | IE00BKX55T58 | 0,15 % | Ausschüttend | ca. 3 Mrd. Euro |
ETF-Sparplan einrichten: Was du wissen musst
Du hast nun deinen ersten ETF ausgewählt. Nun stellt sich die Frage, ob du dich für eine Einmalanlage oder einen ETF-Sparplan entscheidest. Eine Einmalanlage bietet sich an, wenn du bereits Geld – beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto – gespart hast und es nun mit einer potenziell höheren Rendite für dich arbeiten lassen willst. So kannst du zum Beispiel 5.000 Euro als erste Einmalanlage in einen ETF investieren. Ein ETF-Sparplan läuft vollautomatisch: Du legst einmalig fest, welchen ETF du besparen möchtest, wie hoch die monatliche Rate ist und an welchem Tag des Monats die Order ausgeführt werden soll. Danach passiert alles von selbst. Das Geld wird von deinem Girokonto/Verrechnungskonto abgebucht, die ETF-Anteile werden gekauft, das Depot wächst. Einen ausführlichen Schritt-für-Schritt-Guide zur Einrichtung findest du im Artikel ETF-Sparplan.
Wie viel sollte meine Sparrate betragen?
Es gibt keine Mindest-Sparrate, die „richtig“ ist. Entscheidend ist, dass du einen Betrag wählst, den du langfristig durchhalten kannst, ohne ihn zu vermissen. 25 Euro oder 50 Euro im Monat sind ein völlig solider Start. Was die Wirkung eines solchen Sparplans bedeutet: 100 Euro monatlich über 25 Jahre bei einer historisch realistischen Rendite von 7 % ergeben ein Endvermögen von rund 81.000 Euro – bei eingezahlten 30.000 Euro. Den Rest übernimmt der Zinseszinseffekt. Wenn du wissen willst, wie sich dieser konkret auf deine Vermögensstrategie und deinen Sparplan auswirkt, dann schaue dir doch direkt unseren Zinseszinsrechner an.
Einmalanlage oder Sparplan – oder beides?
Wer einen größeren Betrag auf einmal investieren möchte – etwa aus einer Steuerrückerstattung, einem Bonus oder einer Erbschaft – kann auch eine Einmalanlage tätigen. Beides lässt sich kombinieren: Einmalanlage als Grundstock, Sparplan für den regelmäßigen Aufbau. Wer sich beim Einstiegszeitpunkt unsicher fühlt, kann eine größere Summe auch gestaffelt über sechs bis zwölf Monate investieren.
Automatisieren hilft: Je weniger manuelle Eingriffe du an deinem Investment in der Folge vornimmst, desto besser. Ein automatischer Sparplan, der monatlich am gleichen Tag ausgeführt wird, nimmt dir alle Timing-Entscheidungen ab — und schützt dich vor emotionalem Handeln.
Was passiert nach dem Kauf? So managst du dein Depot
Nach dem ersten Kauf und dem eingerichteten Sparplan ist das Wichtigste: Nichts überstürzen. ETFs sind für Langfristanleger gemacht, nicht für tägliche Entscheidungen. Du brauchst einen Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren. Besser sind 15 Jahre.
Richte einen Freistellungsauftrag ein!
Direkt nach der Depot-Eröffnung solltest du einen Freistellungsauftrag einrichten – das geht in der App deines Brokers in wenigen Klicks. Damit stellst du sicher, dass deine Kapitalerträge aus Kursgewinnen, Dividenden und Zinsen bis zu 1.000 Euro pro Jahr (2.000 Euro für Ehepaare) automatisch steuerfrei bleiben. Ohne Freistellungsauftrag zieht dein Broker die Abgeltungssteuer direkt ab – Geld, das du dir hättest sparen können. Alle Infos zum Freistellungsauftrag findest du in unserem gesonderten Ratgeber-Artikel.
Wie oft sollte ich mein Depot überprüfen?
Einmal pro Monat ist mehr als genug. Wer täglich in seine Depot-App schaut, läuft Gefahr, auf kurzfristige Schwankungen emotional zu reagieren. Ein Blick pro Monat reicht, um zu sehen, ob Sparplan und Strategie noch stimmen. Darüber hinaus lohnt es sich, einmal jährlich zu prüfen, ob die Gewichtung des Depots noch der ursprünglichen Planung entspricht – das nennt sich Rebalancing.
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Bitte beachte die Aktionsfristen und Teilnahmebedingungen.Kann ich meinen Sparplan jederzeit anpassen oder pausieren?
Ja. Ein ETF-Sparplan ist kein Vertrag mit fester Laufzeit. Du kannst die Sparrate jederzeit erhöhen, reduzieren, pausieren oder den Sparplan komplett beenden. Das gibt dir Flexibilität, ohne das angesparte Kapital zu berühren. Gerade bei unerwarteten Ausgaben ist die Pause-Funktion sinnvoll – besser pausieren als verkaufen.
Wann sollte ich meinen ETF verkaufen?
Im besten Fall: wenn du dein Ziel erreicht hast. Wer für das Alter spart, verkauft idealerweise schrittweise über einen Entnahmeplan – nicht auf einmal und nicht in einer Krise. Wer seinen ETF verkauft, weil die Kurse gerade fallen, realisiert damit garantiert einen Verlust. Marktschwankungen sind dagegen kein Verkaufsgrund. Der einzige legitime Grund zu verkaufen: du brauchst das Geld wirklich.