Ökofonds, nachhaltige ETFs & Co.

Nachhaltige Geldanlagen: Mit Ökofonds, ethischen ETFs & Co. nachhaltig investieren

Nachhaltigkeit bekommt an der Börse eine wachsende Bedeutung, immer mehr Anleger wollen nachhaltig investieren. Wie das genau funktioniert, was nachhaltige Geldanlagen auszeichnet und wie Sie mit Ökofonds, grünen Aktien und ethischen ETFs Geld verdienen können, erklären wir hier.

Nachhaltige Geldanlagen - darum geht es

Die Be­deu­tung des Nach­haltig­keits­prin­zips steigt auch an der Börse, immer mehr An­leger sind auf der Suche nach Öko­fonds, grü­nen Aktien und ethischen ETFs.

Grund für die hohe Nachfrage: Gutes Ge­wissen und hohe Ren­dite­chancen schlie­ßen sich nicht aus.

Wer nachhaltig inve­stieren möchte, soll­te darauf achten, dass sein Kapi­tal nicht in Unternehmen fließt, die der Um­welt scha­den, Rü­stungs­ge­schäfte be­trei­ben oder Menschen aus­beu­ten.

Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, dass bei Ihrem Investment die ESG-Kriterien erfüllt sind.

Nachhaltig investieren - Tipps & Tricks

Unsere Empfehlung: Investieren Sie Ihr Kapital am besten in nachhaltige ETFs oder Investmentfonds.

Produkt­empfehlung: Der Aktien­fonds Schroder ISF Global Sustain­able Growth EUR Hedged ist be­son­ders breit gestreut. Der UBS MSCI World SRI UCITS ETF bildet den nach­haltig ausge­rich­teten MSCI World SRI Index ab. Der iShares DJ Global Sustainability Screened UCITS ETF bildet den Welt­aktien­index von Dow Jones inklusive Schwellen­länder nach.

Hinweis: Die besten nach­haltigen ETFs und Fonds finden Sie in der Emp­feh­lungs­liste. Diese Pro­duk­te beach­ten ESG-Fak­toren in hohem Maße.

Nachhaltig investieren: Ohne Verzicht auf Rendite

Ökoproduktion, Bioqualität, Demeter-Siegel – immer mehr Verbraucher kaufen Produkte, die mit Rück­sicht auf Natur, Umwelt und Gesellschaft hergestellt wurden. Nach­haltig­keit ist im All­tag nicht mehr weg­zu­denken.

Auch an der Börse steigt die Bedeutung des Nach­haltigkeits­prinzips, immer mehr Anleger sind auf der Suche nach Ökofonds, grünen Aktien und ethischen ETFs. Laut dem Fach­ver­band Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) stieg die Summe an insgesamt nach­haltig an­geleg­tem Kapi­tal in Deutsch­land im Jahr 2017 auf 171 Milliarden Euro – das ist ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr (der FNG-Bericht im Detail).

Die hohe Nachfrage hat einen einfachen Grund: Gutes Gewissen und hohe Rendite­chan­cen schließen sich längst nicht mehr aus. Eine Studie der Ratingagentur Scope Analysis im Jahr 2017 ergab, dass sich zwischen her­kömm­lichen und „sauberen“ Aktien­fonds über drei Jahre Lauf­zeit kaum Leistungs­unter­schiede messen lassen. Im Fünf-Jahres-Ver­gleich erziel­ten nach­haltige Fonds laut der Unter­suchung sogar eine um einen Prozent­punkt höhere Ren­dite. Ein weiterer Plus­punkt nach­haltiger Geld­an­lagen: Der Schwan­kungs­be­reich grüner Fonds­an­teile ist geringer.

Erfolg durch Risikoreduzierung

Unter dem Strich erlei­den Investoren nachhaltiger Finanz­pro­dukte keinen Rendite­nach­teil, sondern kommen – im ungünstigsten Fall – zum gleichen Ergebnis wie mit einer nicht nach­hal­tigen Anlage. Doch was ist der Grund? Was macht nach­haltige Geld­an­lagen so er­folg­reich?

Die Ant­wort ist relativ ein­fach: In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Ereignisse, die sich negativ auf Unter­nehmen auswirk­ten, die nicht nach dem Nachhaltigkeitsprinzip wirt­schaf­ten. Beispiele sind die Banken­krise zwischen 2007 und 2009, der Untergang der BP-Ölplattform Deepwater Horizon, der VW-Abgas-Skandal um Diesel­fahrzeuge und Bi­lanz­skandale bei ver­schie­denen Unter­nehmen. Wer diese Unter­nehmen bei seiner Geld­anlage ausgeschlossen hatte, erzielte eine deutlich höhere Rendite – ein nachhaltiges Investment kann sich also richtig lohnen.

Diese Einschätzung teilt auch Melanie Kösser, Expertin für nachhaltige Investments und Vertriebsleiterin bei der Fonds­gesell­schaft Schroders. Sie sagt: „Unter­nehmen mit starken Nach­­haltig­­­keits­­­merk­­­malen zeigen eine bessere operative Leistung als ihre Wett­­be­­wer­­ber.“

Was ist Nachhaltigkeit?

Um die Angebote nach­haltiger Geld­anlagen besser bewerten zu können, um grüne Wert­papiere zu erkennen und um besser zu verstehen, was diese im Detail aus­zeichnet, ist es hilf­reich, sich zunächst dem Be­griff „Nach­haltig­keit“ anzunähern.

Nachhaltigkeitsdreieck - Dreieck der Nachhaltigkeit

Die klassische Bedeutung von Nachhaltigkeit, wie sie im sogenannten Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Ent­wick­lung im Jahre 1987 definiert wurde, lautet: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende.“ Laut dieser Definition soll das Nach­hal­tig­keits­prin­zip also sicherstellen, dass ein System in sei­nen wesent­lichen Eigen­schaf­ten dauer­haft er­halten bleibt (mehr dazu erfahren Sie auf der Onlineseite der Bundeszentrale für po­li­ti­sche Bil­dung).

Es geht also um mehr als „nur“ Umwelt und Natur, es geht auch um gesell­schaft­liche und wirt­schaft­liche Aspekte. Entsprechend stehen die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales im sogenannten Nachhaltigkeitsdreieck (auch Dreieck der Nach­haltig­keit) gleichberechtigt nebeneinander.

Nachhaltigkeit bei Finanz­pro­duk­ten: ESG-Kriterien

Nachhaltigkeit bedeutet im Kern die Erhaltung der Ressourcen unseres Planeten, sozial verantwortliches Handeln und gute Unternehmensführung mit Rücksicht auf Menschen.

Konkret müssen Anleger, die „mit gutem Gewissen“ Ver­mögen aufbauen wollen, darauf achten, dass ihr Kapital nicht in Unternehmen fließt, die Rüstungsgeschäfte betreiben, Waffen pro­duzieren oder Kinder für sich ar­beiten lassen. Ebenfalls sollten sie nicht in Kon­zerne investie­ren, die Atom­kraftwerke be­trei­ben, mit Gen­technik Geld verdienen oder in irgend­einer Form Umwelt, Natur und Gesell­schaft scha­den. Auch Tabak­konzerne oder Alko­hol­pro­duzen­ten sollten in einem „grünen“ Portfolio keine Rolle spielen.

Wichtig: Um nachhaltige Geldanlagen von herkömmlichen Wertpapieren abzugrenzen, kennzeichnet die Finanzbranche diese mit den sogenannten „ESG“-Kriterien. „ESG“ steht für die angel­sächsischen Be­griffe Environ­ment (Ökologie), Social (Soziales) und Gover­nance (Öko­nomie).

Welche Bedeutung haben ESG-Faktoren?

Mit ESG hat die Finanzbranche die klassische Definition von Nach­haltig­keit auf­ge­griffen und eine Art Güte­siegel für ihre Pro­dukte ge­schaffen. Dieses Güte­siegel drückt aus, ob und wie öko­logische und sozial-gesell­schaft­liche Aspekte in Unter­nehmen und bei Finanz­dienst­leistern beachtet und bewer­tet wer­den.

Mit dem ESG-Ansatz arbei­ten auch viele Rating- und Research-Agen­turen für Nach­haltig­keit. Analysten nutzen die ESG-Kriterien und bewerten, inwieweit Firmen hier ver­antwor­tungs­voller agieren als ihre Wett­bewer­ber. Daraus erstellen sie dann sogenannte Nach­haltig­keits-Ratings. Auch zahl­reiche Investoren, zum Beispiel die Mit­glieder der UN-Ini­tia­tive für verant­wortli­ches Invest­ment (UN PRI), integrieren die ESG-Kriterien in ihre Wert­papier­ana­lysen.

Unsere Empfehlung: Anleger, die ihr Geld mit „gutem Gewissen“ investieren wollen, sollten unbedingt auf dieses „Gütesiegel“ achten. Finanz­produkte, die die ESG-Kriterien er­füllen, berücksich­tigen das Nach­haltig­keits­prinzip in einem hohen Maße.

Nachhaltige Geldanlagen – es gibt große Unterschiede

Allerdings sind die ESG-Kriterien nicht der Weisheit letzter Schluss: Obwohl die drei Di­men­sionen Ökologie (Environ­ment), Soziales (Social) und Ökonomie (Governance) im Nach­haltigkeitsdreieck gleich­berechtigt neben­einan­der stehen, legen Investoren und Emittenten nach­haltiger Börsenprodukte nicht die gleichen Maßstäbe an. Das gilt selbst­ver­ständ­lich auch für die Unter­nehmen, die mit ihrem verant­wortungs­vollen Han­deln für sich werben wollen.

Diese Unter­schiede in der Aus­legung von Nach­haltig­keit können sich manchmal „nur“ auf die Renditechancen nach­haltiger Geld­anlagen – negativ oder positiv – aus­wirken, im schlimmsten Fall aber sind manche „nachhaltigen“ Wert­papiere überhaupt nicht grün, ökologisch oder sozial.

Der Begriff „Nach­haltig­keit“ wird noch zu häufig zu unter­schied­lich ge­braucht und inter­pre­tiert. Es gibt leider bisher keine ein­heit­liche und ver­bind­liche Definition dafür, wie eine nachhaltige Geld­anlage genau von einer nicht nach­hal­tigen Geld­anlage abzu­grenzen ist. In einem Test, der 2014 von der Verbraucher­zen­trale Bremen und Stiftung Waren­test durchgeführt wurde, gab es nur einen einzigen Aktien­fonds, der kon­sequent alle Pro­blem­bran­chen mied – trotz der relativ strengen ESG-Kriterien.

Ausschlusskriterien versus Best-in-Class-Ansatz

Inzwischen gibt es eine große Aus­wahl an Finanz­produkten, bei denen strenge Maß­stäbe beim Thema Nach­haltig­keit angelegt werden. Dennoch können die Unter­schiede teilweise immer noch frappierend sein: Beispiels­weise bevor­zugen kirchennahe Investoren oft Aus­schluss­kriterien und verzichten auf Anlagen in den Bereichen Tabak, Waffen und Glücks­spiel. Diesen Ansatz verfolgen auch viele Fondsgesellschaften, die in den einzel­nen Wirt­schafts­branchen Unter­nehmen ausschließen, die im Vergleich zu ihren Wett­bewer­bern am wenigsten nach­haltig wirtschaften. Einige Emittenten nach­halti­ger Papiere meiden grund­sätzlich Aktien von Firmen der Atom- oder der Ölbranche.

Im Gegensatz dazu investieren manche Anbieter in Unternehmen, die sich in ihrer eigent­lich umstrittenen Branche um Besserung bemühen. Dieser sogenannte Best-in-Class-Ansatz gilt als Mindest­anforderung für eine nach­haltige Geld­anlage. Dieser Ansatz ist aber aufgrund seiner relativ laschen Maß­stäbe bezüglich Nach­haltig­keit sehr umstritten. Anlegern, die nach wirklich nach­haltigen Finanz­produkten suchen, geht dieser Ansatz nicht weit genug. Dass ein Autobauer nachhaltig sein soll, weil er neben seinen zehn Modellen mit Verbrennungsmotor auch ein Elektro­fahrzeug anbietet, reicht vielen Anlegern nicht aus.

Fakt ist: Die verschiedenen Ansätze machen die Lage un­über­sicht­lich für Sie als Anleger, wenn Sie nach­haltig investieren wollen. Darüber hinaus sind Finanzprodukte unter dem Gesichts­punkt der Nach­haltig­keit nur schwer ver­gleich­bar – in unserem ausführlichen Test haben wir es trotzdem getan und für Sie die besten (wirklich) nach­haltigen Geld­an­lagen auf­gespürt.

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Wie investiere ich nachhaltig?

Trotz des manch­mal unüber­sicht­lichen Angebote­dschungels, ist die Idee nach­haltiger An­lage­strategien eigent­lich recht einfach: Zusätzlich zur her­kömmlichen (rein öko­no­mi­schen) Analyse, die sich mit Faktoren wie Rentabilität, Liquidität und Sicherheit eines In­vest­ments befasst, kommt mit den entsprechenden Nachhaltigkeitskriterien ein wei­te­rer Filter hinzu. Dieser kann – beispiels­weise in Form der ESG-Faktoren – ver­schie­dene Unter­nehmen als Invest­ment aus­schließen.

Wenn Sie noch strengere Maßstäbe auf der Suche nach Ihrer nachhaltigen Geld­anlage an­le­gen wollen, soll­ten Sie auf das Urteil des Forums Nach­haltige Geld­anlage (FNG) ver­trau­en. Fonds, die mit dem FNG-Güte­siegel aus­ge­zeich­net werden wollen, müssen unter an­de­rem Waffen­pro­duzen­ten und Atomkonzerne aus ihren Port­folios aus­schlie­ßen. Da­rü­ber hinaus müssen sie die vier Bereiche des so­genann­ten Globalen Pakts zwischen Unter­neh­men und den Vereinten Nationen berück­sich­ti­gen. Diese sind: Menschen- und Ar­beits­rechte, Umwelt­schutz sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Woran erkenne ich nachhaltige Geldanlagen?

Nachhaltige Finanzprodukte sind in erster Linie durch ihre Bezeichnung von her­kömm­li­chen An­lagen zu unter­scheiden. Bei börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und den zu­grun­de­liegenden Indizes tauchen in der Namensgebung häufig die Begriffe Sustain­able oder Sustain­ability auf, das ist die englische Bezeichnung für nachhaltig bzw. Nach­hal­tig­keit.

Manchmal ist die Abkürzung SRI Teil des ETF- oder Index-Namens. SRI steht für Socially Responsible Investing, also für gesell­schaftlich verant­wort­ungs­volle Kapital­anlagen. Auch nachhaltige Invest­ment­fonds erhalten häufig die genannten angel­sächsischen Begriffe zur Abgrenzung von her­kömm­lichen Finanz­produkten – mehr Infor­matio­nen dazu er­hal­ten Sie im Lexikon der Nachhaltigkeit der Aachener Stiftung Kathy Beys, einer der größten ökologischen Stiftungen in Deutschland.

Weiterhin heißen grüne ETFs und Ökofonds auch gern Responsible Fonds, Fair Value oder Nachhaltigkeitsfonds, außerdem enthalten sie häufig die Zusätze ESG, Öko, Climate oder Ethik.

Vor allem nachhaltige Indizes und ETFs, aber auch manche (aktiv gemanagten) nach­halti­gen Invest­ment­fonds, teilen bereits mittels ihres Namens mit, welche Branchen sie aus­schließen. Hier zwei Beispiele: Der Index MSCI ex Controversial Weapons schließt Pro­du­zen­ten kontro­verser Waffen aus, der Dow Jones Sustainability ex Alcohol, Tobacco, Gambling and others schließt unter anderem Glücksspielbetreiber sowie Hersteller von Alkohol und Tabak aus.

Indizes mit „gutem Gewissen“

Mit ETFs, also mit börsengehandelten Indexfonds, können Sie besonders einfach in In­di­zes inve­stie­ren, die sich nach dem Nachhaltigkeitsprinzip zusammen­setzen. Der MSCI World SRI-Index beispielsweise ist ein Klon des MSCI World-Index (mehr zum ETF-Handel erfahren Sie in unseren Ratgebern ETF kaufen, ETF-Sparplan, ETF-Auswahl und MSCI World-ETF).

Firmen, die die Regeln des Nachhaltigkeits-Index MSCI World SRI verletzen, werden aus­sortiert. Das sind unter anderem Unter­nehmen, die in folgende Geschäfts­felder ver­wickelt sind: Alkohol, Glücks­spiel, Tabak, Rüstung, zivile Feuer­waffen und Porno­graphie. Sobald Unternehmen eine kritische Menge ihres Umsatzes auf besagten Gebieten ver­dienen oder als wichtige Produzenten, Zulieferer und Vertreiber in diesen Branchen tätig sind, werden sie heraus­gefil­tert.

Im Folgenden finden Sie vier wichtige Indizes, die sich nach dem Nachhaltigkeitsprinzip zusammensetzen – mal mit mehr und mal mit weniger strengen Ausschlusskriterien:

MSCI ex Controversial WeaponsDow Jones Sustain­­ability ex Alcohol, Tobacco, Gamb­ling and othersMSCI World SRISolactive Sustain­­ability
Alkohol und Tabak AusschlussAusschlussAusschluss
Glücks­spiel AusschlussAusschlussAusschluss
Porno­graphie AusschlussAusschlussAusschluss
Kontro­verse WaffenAusschlussAusschlussAusschlussAusschluss
Kon­ventio­nelle Waffen AusschlussAusschlussAusschluss
Atom­energie  AusschlussAusschluss
Öl und Kohle   Ausschluss
Abtreibung   Ausschluss
Embryo­nale For­schung   Ausschluss
Gen­technisch ver­änderte Or­ganis­men  AusschlussAusschluss
Pelze   Ausschluss

Nachhaltige Geldanlagen – so haben wir getestet

Damit Sie sich im Angebote­dschungel nachhaltiger Geldanlagen zurechtfinden, haben wir die besten grünen Wertpapiere in unserem Test genau für Sie untersucht. Bei unseren Empfehlungen haben wir strenge Anforderungen an die Produkte gestellt:

Zunächst haben wir darauf geachtet, dass die ESG-Kriterien bei allen Finanzprodukten, die wir hier vorstellen, erfüllt werden. Dieses „Gütesiegel“ sehen wir als ein Mindest­maß einer „grünen Geldanlage“ an. Nur so darf sich aus unserer Sicht ein Finanz­produkt über­haupt als nach­haltig be­zeichnen.

Außerdem haben wir die nachhaltigen Geldanlagen hervor­gehoben, die das FNG-Siegel erhalten haben. Für eine Empfehlung ist dies aller­dings keine Bedingung.

Darüber hinaus haben wir unsere Empfehlungen einem Renditecheck unterzogen, denn: Unter­nehmen sollten nicht nur Umwelt, Natur und Mensch­heit schonen, son­dern auch nach­haltig wirt­schaften. Das ist aus Anlegersicht sehr sinnvoll, sagt Melanie Kösser von der Fondsgesellschaft Schroders: „Unternehmen mit star­ken, nach­halti­gen Charak­teristika sind in der Lage, ein langfristiges struktu­relles Wachs­tum auf­recht­zuer­halten. Dies bietet für Anleger die Chance, eine höhere Rendite zu er­zielen.“

Video: Nachhaltige Geldanlage - So erhöhen Sie Renditechancen im Portfolio

Melanie Kösser, Expertin für nachhaltige Geldanlage und Vertriebsleiterin bei der Fonds­gesell­schaft Schroders, zeigt in dieser Webinar-Aufzeichnung, was nach­haltige Invest­ments aus­zeichnet und wie Sie als Anleger damit Chancen im Port­folio er­hö­hen können.

Test: Die besten nachhaltigen Geldanlagen

Sie können nachhaltig investieren, indem Sie Ihr Kapital in entsprechenden ETFs, also börsengehandelten Indexfonds, anlegen. Sie können alternativ auch mittels nachhaltiger Investmentfonds ein Vermögen mit „gutem Gewissen“ aufbauen oder direkt in nach­hal­tige Unter­nehmen über einen Aktien­kauf investieren.

Firmen, die nach dem Nachhaltigkeitsprinzip wirtschaften, können Sie relativ leicht selbst auf­spüren. Nutzen Sie dazu zu­nächst das Aus­schluss­prinzip: Ent­schei­den Sie für sich, in wel­chen Branchen Sie Ihr Kapital keines­falls anlegen wollen. Überlegen Sie dann, welche nach­haltigen Unter­nehmen ein viel­verspre­chendes Geschäfts­modell haben und auch nach­haltig wirtschaften.

Ein Aktien­investment ist – wie Sie sicherlich wissen – etwas ris­kanter als ein Invest­ment in einen breit aufge­stellten Fonds oder Index. Wir haben uns deshalb in unserem Test auf nachhaltige ETFs und aktiv gemanagte Invest­ment­fonds kon­zentriert.

Nachhaltige ETFs und Fonds im Vergleich

ProduktISINKostenBemerkungen

BNP Paribas Easy MSCI EMU ex Controversial Weapons UCITS ETF

LU1291098827

0,25 Prozent (TER)

Der the­saurie­rende ETF bildet den MSCI EMU ex Contro­versial Wea­pons (NTR) Index voll­ständig physisch nach. Der Index schließt nur Unter­nehmen aus, die an der Ent­wick­lung von umstrittenen Waffen beteiligt sind. Sustain­­ability Rating von Morning­star: 4 Erden (über­durch­schnitt­lich).

UBS ETF (LU) MSCI EMU Socially Responsible UCITS ETF (EUR) A-dis

LU0629460675

0,28 Prozent (TER)

Der ausschüttende ETF bildet den MSCI EMU Socially Responsible 5% Issuer Capped Index vollständig physisch nach. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF

IE00B52VJ196

0,30 Prozent (TER)

Der thesaurierende ETF bildet den MSCI Europe SRI Index mittels optimiertem Sampling physisch nach. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

UBS MSCI World SRI UCITS ETF

LU0629459743

0,25 Prozent (TER)

Der ausschüttende ETF bildet den MSCI World SRI Index vollständig physisch nach. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

iShares DJ Global Sustainability Screened UCITS ETF

IE00B57X3V84

0,60 Prozent (TER)

Der thesaurierende ETF bildet den Weltaktienindex von Dow Jones mittels optimiertem Sampling physisch ab, Schwellenländer (Emerging Markets) inbegriffen. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

Ökovision Classic C von Ökoworld

LU0061928585

2,45 Prozent (TER)

Der thesaurierenden Fonds schließt die Förderung fossiler Brennstoffe, die industrielle Tierhaltung sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Land­­wirt­­schaft aus. Sustain­ability Rating von Morning­star: 3 Erden (durch­­schnittlich).

Swisscanto Green Invest Equity AA

LU0161535835

1,95 Prozent (TER)

Der ausschüttende Fonds schließt die Förderung fossiler Brennstoffe, die industrielle Tierhaltung sowie den Ein­­satz von Düngemitteln und Pestiziden in der Land­­wirt­­schaft aus. Sustain­ability Rating von Morning­star: 4 Erden (überdurchschnittlich).

Triodos Sustainable Equity R

LU0278272413

1,46 Prozent (TER)

Der ausschüttende Fonds schließt die Förderung fossiler Brennstoffe, die industrielle Tier­­haltung sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Land­­wirt­­schaft aus. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

GreenEffects NAI-Werte Fonds

IE0005895655

1,29 Prozent (TER)

Der thesaurierende Fonds investiert in die 30 Werte des Naturaktienindex NAI, er ist also nicht besonders breit gestreut. Sustain­ability Rating von Morning­star: 5 Erden (hoch).

Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged

LU0557291076

1,70 Prozent (TER)

Der thesaurierende Fonds berücksichtigt „Faktoren wie Klimawandel, Umweltleistung, Arbeitsstandards oder die Zusammensetzung des Vorstands“. Sustain­ability Rating von Morning­star: 4 Erden (überdurchschnittlich).

Die größten nachhaltigen ETFs

ETF Fonds, die vom Emittenten als nachhaltig ausgezeichnet sind, gibt es relativ viele am Markt. Im Folgenden haben wir uns zunächst drei nach Fondsvolumen besonders große Indexfonds angeschaut:

BNP Paribas Easy MSCI EMU ex Controversial Weapons UCITS ETF

Einer der nach Fondsvolumen größten nachhaltigen Indexfonds ist der BNP Paribas Easy MSCI EMU ex Controversial Weapons UCITS ETF (ISIN LU1291098827/WKN A2AL1W), der Anfang 2019 ein Vermögen von annähernd 500 Millionen Euro verwaltete. Der ETF der fran­zösi­schen Bank BNP Paribas schließt nach eigenen Angaben Unternehmen aus, „die an der Ent­wicklung von umstrittenen Waffen beteiligt sind“. Der thesaurierende ETF bildet den MSCI EMU ex Controversial Weapons (NTR) Index vollständig physisch nach. Unter anderem sind in diesem Index die Unternehmen Total, Siemens und BASF gelistet. An­leger zah­len für diesen ETF Fonds jährlich 0,25 Prozent TER. Das Ratinghaus Morning­star bewertet diesen ETF mit einem Sustainability Rating von 4 Erden (über­durch­schnitt­lich) sowie mit einer Gesamt­wertung von 4 Sternen (über­durch­schnitt­lich).

UBS ETF (LU) MSCI EMU Socially Responsible UCITS ETF (EUR) A-dis

Der UBS ETF (LU) MSCI EMU Socially Responsible UCITS ETF (EUR) A-dis (ISIN LU0629460675/WKN A1JA1T) gehört mit einem insgesamt verwalteten Kapital von an­nähernd 780 Millionen Euro zu den größten nachhaltigen ETF Fonds. Laut UBS be­rück­sich­tigt der Fonds „lediglich Unternehmen, die im Vergleich mit der Konkurrenz aus ihrem Sektor über ein sehr hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) verfügen“. Der Fonds investiert grundsätzlich in Aktien, die im MSCI EMU Socially Responsible 5% Issuer Capped Index vertreten sind. Der ETF bildet den Index, in dem unter anderem die Unternehmen SAP, Total und Danone gelistet sind, vollständig physisch nach. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,28 Prozent im Jahr, Erträge schüttet der UBS-ETF halbjährlich aus. Die Analysefirma Morningstar vergibt für diesen ETF das höchste Sustainability Rating (5 Erden) sowie die höchste Gesamt­wer­tung (5 Sterne).

iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF

Ein weiterer großer nachhaltiger Aktien-Indexfonds ist der iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF (ISIN IE00B52VJ196/WKN A1H7ZS) mit einem verwalteten Vermögen von annähernd 620 Millionen Euro. Der ETF der BlackRock-Tochter iShares bildet den MSCI Europe SRI Index mittels optimiertem Samp­ling physisch nach. Im Index sind neben anderen die Unter­nehmen Roche, Total und SAP gelistet. Laut iShares werden von diesem Index beispiels­weise Rüstungs­unter­nehmen, Atomkraftbetreiber, Tabakproduzenten, Alkoholerzeuger und Glücksspielbetreiber sowie Unter­nehmen, „die ihr Einkommen aus der gene­tischen Änderung von Pflanzen (außer zu reinen For­schungs- und Ent­wick­lungs­zwecken) er­zielen“ aus­geschlossen – mehr dazu erfahren Sie im Fondsprospekt bei iShares. Die Gesamtkostenquote (TER) des nachhaltigen ETF Fonds liegt bei 0,30 Prozent pro Jahr, Erträge wie Dividenden und Kursgewinne werden im Fondsvolumen wieder angelegt (thesauriert).

Unsere Empfehlung

Wenn Sie in diese ETFs investieren, nehmen Sie auf das Nach­hal­tig­keits­prin­zip in einem hohen Maße Rück­sicht. Der BNP-ETF ist in seiner Auswahl an Unternehmen am wenig­sten streng. Die Informationen bezüglich ESG-Kriterien sind beim iShares-ETF aus unserer Sicht am besten zugänglich und besonders trans­parent. Die Auswahlkriterien sind strenger als bei den Aktien-Indexfonds von UBS und BNP. Den Performancecheck besteht der ETF der BlackRock-Tochter ebenfalls: Er gehört mit einem Plus von über vier Prozent in den vergangenen 12 Monaten (Stand: 25. Februar 2019) zu den besten nachhaltigen ETFs.

Die nachhaltigsten ETFs

In den bereits erwähnten nachhaltigen ETF iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF können Sie mit gutem Gewissen investieren, die Gründe haben wir bereits genannt. Wenn Ihnen die Auswahlkriterien für diesen nachhaltigen Aktien-Indexfonds nicht streng genug sind, dann sollten Sie sich folgende ETFs anschauen:

UBS MSCI World SRI UCITS ETF

Der UBS MSCI World SRI UCITS ETF (ISIN LU0629459743/WKN A1JA1R) bildet den nach­haltig ausgerichteten MSCI World SRI Index ab, in dem unter anderem die Unter­nehmen Microsoft, Nvidia und Disney gelistet sind – mehr zu diesem Index erfahren Sie in unserer Tabelle nachhaltige Indizes.

Der MSCI World SRI Index ist die nachhaltige Alternative zum klassischen Weltaktienindex MSCI World. Bei der Wertentwicklung und Schwankung im Fünf-Jahres-Zeitraum 2013 bis 2017 steht der nachhaltige Index dem klassischen Weltaktienindex kaum nach. Der UBS-ETF bildet den zugrundeliegenden Index vollständig physisch ab und schüttet die Erträge aus Dividenden und Kursgewinnen halbjährlich aus. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,25 Prozent pro Jahr, mit einem verwalteten Fondsvolumen von annähernd einer Milliarde Euro Anfang 2019 ist er sogar größer als die bereits weiter oben vorgestellten ETFs.

Tipp: Wenn Sie mehr über ein Investment in den (nicht nachhaltigen) MSCI World erfahren wollen, dann empfehlen wir Ihnen unseren MSCI World-ETF. Dort finden Sie die besten ETF Fonds auf den Weltaktienindex und erfahren darüber hinaus mehr über die damit einhergehenden Chancen und Risiken.

iShares DJ Global Sustainability Screened UCITS ETF

Wollen Sie etwas weniger Gewicht auf US-amerikanische Aktien und lieber in nachhaltige Unternehmen aus Schwellenländern investieren? Dann könnte der iShares DJ Global Sustainability Screened UCITS ETF (ISIN IE00B57X3V84/WKN A1H7ZT) die richtige Wahl für Sie sein. Der iShares-ETF bildet den Weltaktienindex von Dow Jones mittels opti­mier­tem Sampling physisch ab, Schwellenländer (Emerging Markets) sind inbegriffen.

Laut iShares engagiert sich der nachhaltige Indexfonds „in einer großen Bandbreite an globalen Unternehmen, die auf ihre wirtschaftlichen, umweltbezogenen und sozialen Merkmale hin überprüft wurden.“ Wie es bei iShares weiter heißt, schließt der Fonds Unternehmen aus, „die Erträge aus Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Rüstung, Waffen und nicht jugendfreier Unterhaltung generieren“ – mehr zu den Auswahlkriterien erfahren Sie im Fondsprospekt bei iShares. Allerdings schließt der ETF den Verstoß gegen Menschen- und Arbeitsrechte nicht explizit aus.

Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,60 Prozent pro Jahr ist er der teuerste ETF in unserem Test, mit annähernd 600 Aktien ist der thesaurierende ETF aber auch besonders breit getreut. Mit einem Fondsvolumen von annähernd 200 Millionen US-Dollar gehört der iShares-ETF nicht zu den größten nachhaltigen Indexfonds.

Unsere Empfehlung

Auch diese ETFs beachten die ESG-Kriterien. Besonders der UBS-ETF erfüllt das Nach­hal­tig­keits­prinzip in einem sehr hohen Maße. Die Informationen bezüglich ESG-Kriterien sind auch hier beim iShares-ETF aus unserer Sicht besser zugänglich und transparenter. Den Performancecheck bestehen beide nachhaltigen Indexfonds: Der iShares-ETF kletterte in den vergangenen 12 Monaten (Stand: 25. Februar 2019) über 7 Prozent nach oben, der UBS-ETF sogar mehr als 10 Prozent. Aufgrund der Perfor­mance, der Kosten­quote und der strengeren ESG-Kri­terien hat der UBS-ETF in diesem Duell die Nase vorn.

Wichtig: Stiftung Warentest kommt in der Finanztest-Ausgabe 07/2017 übrigens zu einem ähnlichen Ergebnis: Die beiden ETFs legen „über­durch­schnitt­lich“ Wert auf das Nachhaltigkeitsprinzip. Für den UBS-ETF vergeben die Finanztester eine Empfehlung.

Hinweis: Die hier vorgestellten ETFs beachten die ESG-Kriterien in hohem Maße, ein FNG-Siegel hat allerdings keines der Produkte erhalten. Wenn Sie dieses Gütezeichen des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) zur Bedingung Ihrer nachhaltigen Geldanlage machen, dann sollten Sie noch einen Blick auf die folgenden Finanzprodukte werfen.

Ökofonds: Die nachhaltigsten Investmentfonds

Wenn Sie ethisch-ökologische Ansprüche an Ihre Geldanlage haben, dann sollten Sie sich unbedingt auch Investmentfonds anschauen. In allen wichtigen Fondsgruppen finden Sie inzwischen eine saubere Alternative, darüber hinaus verfolgen gemanagte Fonds häufig strengere Ansätze als ETFs.

Tipp: Da Investmenfonds in der Regel weniger breit gestreut sind als Indexfonds, sollten Sie mehrere gemanagte Fonds pro Fondsbereich mischen.

Ökovision Classic C, Swisscanto Green Invest Equity AA und Triodos Sustainable Equity R

Von den weltweit anlegenden Aktienfonds gibt es einige wenige, die besonders strenge Auswahlkriterien anlegen. Dazu gehören der Fonds Ökovision Classic C von Ökoworld (ISIN LU0061928585/WKN A1C7C2) mit einem Fondsvolumen von rund 930 Millionen Euro, der Swisscanto Green Invest Equity AA (ISIN LU0161535835/WKN 216770) mit 200 Millionen Euro verwaltetem Kapital und der Triodos Sustainable Equity R (ISIN LU0278272413/WKN A0RJ28) mit einem Fondsvolumen von 730 Millionen Euro. Die drei Fonds beachten nicht nur die ESG-Kriterien, sie schließen auch die Förderung fossiler Brennstoffe, die industrielle Tierhaltung sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft aus. Das begehrte FNG-Gütesiegel hat aber nur der Triodos-Fonds erhalten.

Während bei Ökovision die US-Eisenbahngesellschaft CSX, der Halbleiterhersteller Micron Technology und der deutsche Softwarekonzern SAP die größten Positionen im Fonds­ver­mögen ausmachen, stehen beim Swisscanto-Fonds ganz vorn der US-Kranken­versicherer United Health, der Chemie­konzern Albemarle und die Firma Bright Horizons Family Solutions, die Betriebs­kinder­gärten betreibt. Bei Triodos liegen der Online-Reiseanbieter Priceline Group, der Schweizer Pharmakonzern Roche und der US-Medienkonzern Time Warner ganz vorn. Während die Fonds von Ökovision und Swisscanto jweils annähernd 100 Aktien halten, verteilt sich das Fondsvermögen bei Triodos auf rund 70 Aktien.

Unsere Empfehlung

Gegenüber den bereits vorgestellten ETFs müssen Anleger für die Investmentfonds deut­lich mehr bezahlen: Der Triodos-Fonds ist mit laufenden Kosten in Höhe von 1,46 Prozent pro Jahr noch am günstigsten. Teurer wird es beim Swisscanto-Fonds, der pro Jahr 1,95 Pro­zent kostet, und beim Ökoworld-Aktienfonds, für den Sie gar 2,45 Prozent lau­fen­de Kosten (TER) jährlich berappen müssen.

Kein anderes Finanzprodukt in unserem Test legt derart hohe Maßstäbe an wie der Trio­dos-Fonds. Das Analyseunternehmen Morningstar vergibt ein Sustain­ability Rating von 5 Erden (hoch). Stiftung Warentest vergibt in Finanztest-Ausgabe 07/2017 allerdings nur eine durch­schnitt­liche Bewertung beim Chance-Risiko-Verhältnis.

Hinweis: Bezüglich der Rendite­chancen in Verbindung mit besonders hoher Nach­haltig­keit sollten Sie sich unbedingt noch die beiden Ökofonds Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged und GreenEffects NAI-Werte Fonds im Folgenden anschauen.

Nachhaltig investieren mit den besten Ökofonds

Es gibt auch Ökofonds, die nicht nur strenge Maßstäbe bezüglich Nachhaltigkeit ansetzen, sondern auch an Sie als Anleger denken. Die im Folgenden aufgeführten Fonds sind vor allem für chancenorientierte Investoren mit Börsenerfahrung perfekt geeignet.

GreenEffects NAI-Werte Fonds

Der GreenEffects NAI-Werte Fonds (ISIN IE0005895655/WKN 580265) beachtet in ho­hem Maße die FNG-Kriterien: 100 Prozent des Portfolios werden unter Nachhaltigkeits­gesichts­punkten analysiert. Ne­ben Rüstungs­kon­zernen und Herstellern von Tabak und Alkohol schließt der Aktien­fonds auch explizit Unter­nehmen aus, die Tier­ver­suche tolerieren, Menschen aus­beuten und die Rechte von Arbeitern verletzen. Auch Kinder­arbeit und Menschen­rechts­verlet­zungen stehen auf der Tabuliste.

Der thesaurierende Fonds investiert in die 30 Werte des Naturaktienindex NAI, er ist also nicht besonders breit gestreut. Das Analyseunternehmen Morningstar vergibt deshalb auch nur ein durchschnittliches Sustain­ability Rating (3 Sterne). Anleger müssen jährlich laufende Kosten (TER) in Höhe von 1,29 Prozent bezahlen, was deutlich weniger ist als bei den zuvor vorgestellten Aktienfonds von Triodos, Swisscanto und Ökoworld. In den ver­gange­nen 12 Monaten legte der GreenEffects-Fonds mehr als 6 Prozent zu, auf eine Sicht von 10 Jahren liegt die Rendite rückblickend bei mehr als 10 Prozent.

Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged

Der Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged (ISIN LU0557291076/WKN A1C8YW) konnte in den ersten Wochen des Jahres 2019 ein Plus von über 8 Prozent verbuchen (Stand: 25. Februar 2019), in den vergangenen drei Jahren legte der Ökofonds der Fondsgesellschaft Schroders gar annähernd 11 Prozent zu. Laut Angaben des Managements investiert der Fonds „mindestens zwei Drittel seines Vermögens in Aktien von Unternehmen aus aller Welt“. Der the­sau­rie­rende Fonds beachtet die ESG-Kriterien in einem hohen Maße, bei Schroders heißt es dazu: „Faktoren wie Klimawandel, Umweltleistung, Arbeits­standards oder die Zu­sammen­setzung des Vor­stands, die den Wert eines Unter­nehmens beeinflussen können, können bei der Bewertung von Unter­nehmen berück­sich­tigt werden.“

Mit laufenden Kosten von 1,70 Prozent pro Jahr liegt der Schroders Aktienfonds im Durch­schnitt aktiv gemanagter Investmentfonds mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Der Fonds kann übrigens Derivate einsetzen, um das Risiko zu reduzieren oder effizienter zu investieren.

Tipp: Den Ausgabeaufschlag für den Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged in Höhe von 5,00 Prozent können Sie sich sparen. Beim finanzen.net Brokerage Depot entfällt der Ausgabeaufschlag beim Fondskauf – mehr dazu erfahren Sie hier.

Unsere Empfehlung

Aufgrund seiner breiten Streuung und seiner großen Renditechancen ist der Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged auf alle Fälle einen Blick wert. Er beachtet die ESG-Kriterien in einem hohen Maß. Die Analyse des Nachhaltigkeitsprinzips findet laut Schroders „im Rahmen des sogenannten SQ-Prozesses (Sustainability Quotient) statt“, ein vom Emittenten selbst entwickeltes Verfahren.

Nachhaltige Geldanlagen und ihr Erfolg - schon gewusst?

Die unter nachhaltigen Gesichtspunkten verwalteten Vermögen sind in den ver­gange­nen Jahren rasant gestiegen - die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Klima­wan­del, schmel­zen­des Polar­eis, Natur­kata­strophen und Berichte über die Aus­beu­tung von Ar­bei­tern. Darüber hinaus werfen viele Men­schen Unter­nehmens­lenkern Versagen vor oder fühlen sich getäuscht. Ein Beispiel ist der Diesel­skandal bei VW, der aus Sicht vieler Menschen auf dem Rücken der Ver­brau­cher aus­getra­gen wird.

Doch nicht nur das gute Gewissen oder der Ärger über die Vorstände großer Firmen treiben das Kapital der Anleger in nach­haltige Geld­an­lagen, auch die Rendite­chancen von grünen Aktien, Öko­fonds und ethischen ETFs spielen eine ent­schei­den­de Rolle.

Tipp: Anleger, die ihr Geld mit "gutem Gewissen" inve­stie­ren wollen, sollten un­be­dingt auf die ESG-Kriterien achten. Finanz­produkte mit diesem "Güte­siegel", be­rück­sichti­gen das Nach­haltig­keits­prinzip in einem hohen Maße.

Nachhaltig investieren: Chancen und Risiken

Grundsätzlich wird durch die Investition in einen Fonds das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel, zum Beispiel Aktien, reduziert (Risikostreuung, Diversifikation). Eine klare Ausrichtung auf Unternehmen, die nachhaltiges Wachstum anstreben, kann zusätzliche Renditechancen durch Risikovermeidung bieten. Larry Fink, Vorsitzender und CEO von BlackRock, sagt dazu: „Ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG) liefern unter Umständen wichtige Hinweise auf die Effektivität des Managements und somit auf die langfristigen Aussichten eines Unternehmens.“

Wie jede Börseninvestition unterliegen auch nachhaltige Investments Marktschwan­kungen. Es gibt keine Kapitalgarantie. Auf Fremdwährungen lautende An­lagen einer An­teils­klasse werden unter Umständen nicht gegen die Währung der Anteilsklasse ab­gesi­chert. Darauf sollten Sie vor allem bei ETFs oder Fonds achten, deren Fonds­wäh­rung auf US-Dollar lautet (mehr dazu erfah­ren in unse­rem Fonds-Lexikon). Änderungen der poli­ti­schen, recht­li­chen oder öko­no­mi­schen Si­tua­tion können die Bewer­tung einer nach­haltigen Geld­anlage schnell ändern – beachten Sie deshalb immer die aktuellen Bewer­tungen.

Unsere Empfehlung: Ein aktiv verwalteter Ökofonds kommt als Geldanlage dann infrage, wenn er genügend breit über Unternehmen, Branchen und Länder streut – in unserem Test haben wir Ihnen bereits die Möglich­keiten und die Grenzen der ver­schie­de­nen Pro­dukte aufgezeigt. Achten Sie bei Investmentfonds nicht zuletzt auf die Qualität des Managements. Sie sollten von den Anlagekriterien der Fondsgesellschaft und des Fonds­manage­ments besonders überzeugt sein.

Nachhaltige Geldanlagen – diese sollten Sie meiden

Mit gutem Gewissen investieren kann riskant sein, wenn der Nachhaltigkeitsgedanke über dem gesunden Anlegerverstand steht. Ein Beispiel: Aufgrund der Niedrigzinsphase gibt es zahlreiche Angebote am Markt, bei denen sich Anleger mit ihrem Kapital an ökologischen Projekten beteiligen können. Nicht selten versprechen die Unternehmen hohe Renditen, beispielsweise bei Waldprojekten oder bei Wind- und Solarparks.

Solche nachhaltigen Geldanlagen sollten Sie meiden, denn sie sind besonders riskant. Das liegt an den kaum zukunftsträchtigen Geschäftmodellen, vor allem aber an der Risiko­ver­teilung zwischen Anleger und Anbieter. Genussscheine, geschlossene Beteiligungen oder Nachrangdarlehen wirken sich in der Regel nachteilig für den Anleger aus, im schlimm­sten Fall ist Ihr Geld weg.

Nachhaltig investieren - das sollten Sie tun

1
Investieren Sie am besten in nachhaltige ETFs oder Ökofonds.
2
Eröffnen Sie dazu zunächst ein Wertpapierdepot. Das finanzen.net Brokerage Depot bietet einige Fonds ohne Ausgabeaufschlag an, zum Beispiel den Schroder ISF Global Sustainable Growth EUR Hedged und den ÖkoWorld ÖkoVision Classic C.
3
Achten Sie auf die ESG-Kriterien. Werden diese beachtet, erfüllen die Fonds und ETFs das Nachhaltigkeitprinzip in einem hohen Maß.
4
Das FNG-Siegel erhalten nur die wenigsten Finanzprodukte. Achten Sie darauf, dass der Nachhaltigkeitsgedanke nicht über den Renditechancen und der Sicherheit stehen.
MARKUS GENTNER – FINANZEN.NET REDAKTEUR

Markus Gentner - Redakteur finanzen.net RatgeberMarkus Gentner leitet den Ratgeberbereich bei finanzen.net. Zuvor war er fünf Jahre lang in der News-Redaktion tätig. Der studierte Journalist und Germanist entdeckte seine Passion für die Börse beim Deutschen Anleger Fernsehen DAF, bereits während seines Volontariats sammelte er Erfahrung mit Ratgeberthemen.

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Bildquelle: wk1003mike / Shutterstock.com

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