Das Wichtigste in Kürze
Keine Zeit den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:
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- Monatliche Ausschüttungen durch drei ETFs: Drei Dividenden-ETFs mit quartalsweiser Ausschüttung erzeugen einen monatlichen Ausschüttungsrhythmus.
- Konkrete ETF-Kombination mit Kennzahlen: Die Kombination der ETFs ergibt eine gewichtete Bruttorendite von etwa 4,2 % bei einer Durchschnitts-TER von 0,47 %.
- 500 Euro Dividende pro Monat: Für 500 Euro Bruttodividende pro Monat sind bei Gleichgewichtung der ETFs rund 143.000 Euro Investitionssumme erforderlich.
- Strategie für Einkommensanleger: Die Strategie ist für Anleger, die bewusst laufende Erträge erzielen wollen.
Wie funktioniert ein Depot mit monatlichen Dividenden?
Ein monatliches Dividendendepot kombiniert drei ausschüttende ETFs, deren Zahlungstermine sich nicht überschneiden, sodass in jedem der zwölf Kalendermonate mindestens eine Ausschüttung erfolgt.
Viele Aktien-ETFs schütten quartalsweise aus, also viermal pro Jahr. Wählt man drei ETFs, die jeweils in unterschiedlichen Monaten starten, ergibt sich ein lückenloses Raster. ETF 1 zahlt im Januar, April, Juli und Oktober. ETF 2 folgt im Februar, Mai, August und November. ETF 3 deckt die verbleibenden Monate März, Juni, September und Dezember ab. Das Ergebnis sind zwölf Zahlungseingänge pro Jahr, ohne dass ein einzelner ETF monatlich ausschütten muss.
Monatlich ausschüttende Einzel-ETFs wie der Global X SuperDividend oder der JPMorgan Global Equity Premium Income erscheinen zunächst bequemer in der Handhabung. In der Praxis erkaufst du dir diese Bequemlichkeit jedoch mit deutlichen Nachteilen. Covered-Call-Strategien deckeln das Kurspotenzial, aktive Fonds weisen höhere TER auf, und das Fondsvolumen einiger Produkte liegt unter der kritischen Schwelle von 100 Millionen Euro. Die Quartalskombination aus drei etablierten ETFs bietet mehr Diversifikation, niedrigere Kosten und eine transparentere Indexmethodik.
Welche drei ETFs decken alle zwölf Monate ab?
Die Kombination aus iShares STOXX Global Select Dividend 100, SPDR S&P Global Dividend Aristocrats und Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility bildet ein globales Dividendenportfolio mit zwölf Ausschüttungsterminen pro Jahr.
ETF 1: iShares STOXX Global Select Dividend 100 (DE000A0F5UH1)
Der iShares STOXX Global Select Dividend 100 schüttet im Januar, April, Juli und Oktober aus. Der zugrunde liegende STOXX Global Select Dividend 100 Index wählt die 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite weltweit aus, aufgeteilt in 40 Titel aus Nordamerika, 30 aus Europa und 30 aus der Asien-Pazifik-Region. Als Qualitätsfilter dient die Bedingung, dass die Dividende in den letzten fünf Jahren nicht gesunken sein darf und die Ausschüttungsquote maximal 60 % beträgt (80 % für Asien-Pazifik). Mit einem Fondsvolumen von rund 4,3 Milliarden Euro, einer TER von 0,46 % und einer prognostizierten Ausschüttungsrendite von etwa 3,9 % ist der ETF der liquideste Baustein im Depot. Die physische Vollreplikation sorgt für Transparenz bei den gehaltenen Positionen.
ETF 2: SPDR S&P Global Dividend Aristocrats (IE00B9CQXS71)
Der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats schüttet im Februar, Mai, August und November aus. Die Indexmethodik unterscheidet sich deutlich vom iShares-Pendant. Der S&P Global Dividend Aristocrats Quality Income Index setzt auf Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens zehn aufeinanderfolgenden Jahren stabil gehalten oder gesteigert haben. Zusätzlich fließen Qualitätskennzahlen wie Return on Equity, Dividendendeckungsgrad und Verschuldungsquote in die Auswahl ein. Die TER liegt bei 0,45 %, das Fondsvolumen bei rund 1,3 Milliarden Euro und die prognostizierte Ausschüttungsrendite bei circa 4,0 %. Dieser Aristocrats-Ansatz filtert gezielt nach Dividendenkontinuität, während der STOXX-Index rein auf aktuelle Rendite selektiert.
ETF 3: Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility (IE00BYYXBF44)
Der Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility schüttet im März, Juni, September und Dezember aus. Der FTSE Emerging High Dividend Low Volatility Index wählt 100 Schwellenländeraktien mit der Kombination aus hoher Dividendenrendite und niedriger historischer Volatilität aus. Dieses doppelte Filterkriterium senkt die Schwankungsbreite gegenüber einem reinen High-Yield-Ansatz. Die TER beträgt 0,49 %, das Fondsvolumen liegt bei rund 290 Millionen Euro. Mit einer prognostizierten Ausschüttungsrendite von etwa 4,7 % liefert der Invesco-ETF die höchste Rendite im Trio, bringt aber auch EM-typische Währungs- und politische Risiken mit.
Die drei ETFs im Vergleich
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Gibt es Alternativen zu diesen ETFs?
Der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ist nicht die einzige Option für die Februar/Mai/August/November-Schiene. Zwei Alternativen bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit.
Alternative A: Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap (LU0292096186)
Der Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap bildet denselben STOXX-Index ab wie der iShares-ETF auf Position 1, verwendet aber eine synthetische Replikation via Swap. Die TER liegt bei 0,50 %, das Fondsvolumen bei rund 830 Millionen Euro und die Ausschüttungsrendite bei circa 4,5 %. Mit einem Auflagedatum im Jahr 2007 bietet der Xtrackers den längsten Track-Record aller Kandidaten. Der Nachteil liegt jedoch in der Positionsüberschneidung. Da iShares und Xtrackers denselben Index abbilden, hält man bei Gleichgewichtung zwei Drittel des Portfolios im selben Aktienkorb. Zudem bringt die Swap-Struktur ein Kontrahentenrisiko mit sich, das bei physisch replizierenden ETFs entfällt. Für Anleger, die eine höhere Ausschüttungsrendite gegenüber methodischer Diversifikation priorisieren, kann der Xtrackers dennoch eine bewusste Wahl sein.
Alternative B: Xtrackers MSCI EMU High Dividend Yield ESG (IE000VCBWFL8)
Der Xtrackers MSCI EMU High Dividend Yield ESG konzentriert sich auf dividendenstarke Unternehmen der Eurozone mit ESG-Filter. Die TER von 0,25 % ist die niedrigste im Vergleich. Die Ausschüttungsrendite liegt bei rund 3,5 %, das Fondsvolumen allerdings bei nur etwa 19 Millionen Euro. Dieses geringe Volumen erhöht das Schließungsrisiko. Zudem fehlt bei einigen Brokern die Sparplanfähigkeit. Als bewusste Eurozone-Beimischung ist der ETF denkbar, als Kernbaustein für Position 2 aber schwierig.
Wie ergänzen sich die drei ETFs im Portfolio?
Die drei ETFs liefern nicht nur versetzte Zahlungstermine, sondern unterscheiden sich auch in Regionenfokus und Selektionsmethodik, was die Portfoliodiversifikation stärkt.
Die regionale Abdeckung teilt sich sinnvoll auf. iShares und SPDR investieren beide global in Industrieländer, der Invesco ergänzt die Schwellenländer-Komponente. In Summe entsteht ein Dividendenportfolio, das sowohl Developed als auch Emerging Markets abdeckt.
Noch relevanter ist die methodische Diversifikation. Der iShares selektiert nach aktueller Dividendenrendite mit einer Qualitätshürde bei der Ausschüttungsquote. Der SPDR filtert nach Dividendenkontinuität über mindestens zehn Jahre und ergänzt Bilanzqualitätskriterien. Der Invesco kombiniert Dividendenrendite mit Low-Volatility-Faktor. Drei unterschiedliche Faktor-Exposures reduzieren das Risiko, das aus einer einzigen Selektionsmethodik entsteht.
Ein gewisser Positions-Overlap zwischen iShares und SPDR ist unvermeidlich, da beide in Industrieländer-Dividendentitel investieren. Die unterschiedlichen Indexmethodiken sorgen jedoch dafür, dass sich die konkreten Positionen und Gewichtungen deutlich unterscheiden. Wer den Overlap weiter reduzieren will, kann den Invesco-Anteil übergewichten, etwa im Verhältnis 35/35/30 statt der Gleichgewichtung. Eine stärkere EM-Gewichtung erhöht allerdings die Portfoliovolatilität und das Währungsrisiko, weshalb die Gleichgewichtung für die meisten Anleger der pragmatische Ausgangspunkt ist.
Beachte, dass alle drei ETFs auf dividendenstarke Aktien setzen. Das Portfolio ist damit kein Ersatz für einen breit gestreuten Welt-ETF, sondern eine gezielte Faktorwette auf den Value- und Dividendenfaktor. In Wachstumsphasen, in denen Technologiewerte dominieren, kann die Gesamtperformance hinter einem MSCI World oder FTSE All-World zurückbleiben.
Wie viel Kapital braucht man für 100, 500 oder 1.000 Euro Dividende im Monat?
Für eine Bruttodividende von 500 Euro pro Monat sind bei einer gewichteten Ausschüttungsrendite von rund 4,2 % etwa 143.000 Euro Investitionssumme nötig. Nach Steuern verschiebt sich die Kalkulation deutlich.
Die gewichtete Bruttorendite bei Gleichgewichtung der drei ETFs ergibt sich aus dem Durchschnitt der prognostizierten Ausschüttungsrenditen (3,9 % + 4,0 % + 4,7 % = 12,6 %, geteilt durch 3 = 4,2 %). Die Rechnung folgt der Formel: Ziel-Monatsdividende × 12 ÷ Bruttorendite = benötigtes Kapital.
| Ziel (brutto/Monat) | Benötigtes Kapital (brutto) | Benötigtes Kapital (netto, nach AbgSt) |
|---|---|---|
| 100 € | ~28.600 € | ~38.800 € |
| 250 € | ~71.400 € | ~97.100 € |
| 500 € | ~142.900 € | ~194.200 € |
| 1.000 € | ~285.700 € | ~388.300 € |
Die Netto-Spalte berücksichtigt die Abgeltungssteuer von 26,375 % (inkl. Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer). Die Nettorendite sinkt dadurch auf rund 3,1 %. Paare können den Sparerpauschbetrag von 2.000 Euro pro Jahr nutzen, um die ersten knapp 167 Euro monatliche Bruttodividende steuerfrei zu vereinnahmen. Für Singles liegt die Freigrenze bei 1.000 Euro jährlich, also rund 83 Euro pro Monat.
Zwei Einschränkungen sollten in die Planung einfließen. Erstens schwanken die Ausschüttungshöhen zwischen den Quartalen teils erheblich. Ein fixer Monatsbetrag ist nicht garantiert, die genannten Werte sind Jahresdurchschnitte. Zweitens unterliegen die Renditen der ETFs Marktschwankungen. In Krisenjahren können Unternehmen Dividenden kürzen, was die Ausschüttungsrendite temporär senkt.
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Jetzt kostenlos Depot eröffnenWelche Risiken und Nachteile hat die Strategie?
Die monatliche Dividendenstrategie ist kein risikoloses Einkommensmodell. Mehrere strukturelle Schwächen sollten vor der Umsetzung bekannt sein.
- Dividendenfalle (Yield Trap): Eine überdurchschnittliche Ausschüttungsrendite kann ein Warnsignal für fallende Kurse sein, wenn der Markt die Nachhaltigkeit der Dividende bezweifelt und der Aktienkurs bereits eingepreist hat.
- Schwankende Ausschüttungshöhen: Die Quartalszahlungen der drei ETFs variieren teils deutlich. Ein Monat kann 150 Euro bringen, der nächste nur 60 Euro, selbst bei konstantem Depotwert.
- Schwellenländer-Risiken: Der Invesco-ETF investiert in Emerging Markets mit Währungsrisiken (Ausschüttung in USD), politischen Unsicherheiten und höherer Volatilität als Industrieländer-Pendants.
- Opportunitätskosten: Historisch betrachtet lag die Gesamtrendite (Total Return) von Dividendenstrategien häufig unter der eines breit gestreuten thesaurierenden MSCI World oder FTSE All-World ETF. Wer Cashflow entnehmen will, kann bei thesaurierenden ETFs alternativ Anteile verkaufen.
- Kein garantierter Rhythmus: ETF-Anbieter können den Ausschüttungszeitplan ändern, etwa bei Fondsfusionen. Im ungünstigsten Fall entsteht eine Lücke im Monatsraster, die durch einen ETF-Tausch geschlossen werden muss.
Fazit
Das Drei-ETF-Modell aus iShares STOXX Global Select Dividend 100, SPDR S&P Global Dividend Aristocrats und Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility liefert mit einer gewichteten Bruttorendite von rund 4,2 % und versetzten Quartalsterminen einen funktionierenden monatlichen Cashflow. Die drei unterschiedlichen Indexmethodiken, von reiner Renditeauswahl über Dividendenkontinuität bis zum Low-Volatility-Filter, sorgen für eine methodische Diversifikation, die über eine reine Terminplanung hinausgeht.
Die Strategie eignet sich vor allem für Anleger, die bereits Vermögen aufgebaut haben und nun laufende Erträge priorisieren, sei es als Zusatzeinkommen, zur Deckung laufender Kosten oder als psychologischer Anker in volatilen Marktphasen. Wer sich noch in der Aufbauphase befindet, fährt mit einem thesaurierenden Welt-ETF steuerlich und renditeseitig in der Regel besser. Die rund 143.000 Euro, die für 500 Euro Bruttodividende pro Monat nötig sind, verdeutlichen, dass planbarer Cashflow aus Dividenden ein realistisches, aber kapitalintensives Ziel ist.
Jeden Monat Dividenden – das sind deine nächsten Schritte
Message für dich: Wer drei ausschüttende ETFs mit versetzten Quartalsterminen kombiniert, erzeugt einen monatlichen Dividendenrhythmus – ohne auf Diversifikation oder niedrige Kosten zu verzichten. Setze nun dein Wissen in die Praxis um. Drei Schritte helfen dir dabei:
- Schritt 1 – Dividenden verstehen: Was Dividenden sind, wie die Dividendenrendite berechnet wird und worauf du bei der ETF-Auswahl achten solltest, erfährst du hier: Dividenden einfach erklärt.
- Schritt 2 – ETF-Kosten im Blick behalten: TER, Tracking Difference und warum günstige ETFs langfristig mehr auszahlen – alle wichtigen Gebühren auf einen Blick: Fondskosten: Gebühren bei Fonds und ETFs auf einen Blick.
- Schritt 3 – Depot eröffnen und Sparplan einrichten: Alle drei ETFs sind bei großen Brokern sparplanfähig. Wie du in wenigen Minuten startklar bist, liest du hier: ETF-Sparplan – so baust du langfristig Vermögen auf.
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