Das Wichtigste in Kürze
Keine Zeit den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:
- Gewinnbeteiligung: Durch die Dividende beteiligt das Unternehmen seine Aktionäre am erzielten Gewinn. Die Höhe wird auf der Hauptversammlung beschlossen.
- Dividenden sind freiwillig: Sie können jederzeit gekürzt oder gestrichen werden – sie sind keine garantierte Zahlung wie ein Zins.
- Dividendenrendite als Kennzahl: Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs und liegt bei etablierten Unternehmen häufig zwischen 2 und 5 Prozent.
- Steuer und Freibetrag: Auf Dividenden fallen in Deutschland 26,375 Prozent Abgeltungssteuer an, wobei Singles einen Freibetrag von 1.000 Euro (Verh. 2.000 Euro) pro Jahr nutzen können.
- Renditetreiber über Jahrzehnte: Historisch betrachtet tragen Dividenden einen erheblichen Anteil zur Gesamtrendite von Aktienanlagen bei – in Europa waren es über 40 Jahre rund 39 Prozent.
- Einstieg über Dividenden-ETFs: Einsteiger können über Dividenden-ETFs breit gestreut in viele Dividendenzahler investieren, auch mit kleinen Beträgen ab 25 Euro monatlich.
Was ist eine Dividende?
Eine Dividende ist der Anteil am Unternehmensgewinn, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre auszahlt. Wer eine Aktie besitzt, ist Miteigentümer des Unternehmens und hat Anspruch auf einen Teil des erwirtschafteten Gewinns, sofern die Hauptversammlung eine Ausschüttung beschließt. Die Dividende wird pro Aktie festgelegt und fließt in der Regel als Bargeldzahlung auf das Verrechnungskonto des Depots.
Damit unterscheiden sich Dividenden grundlegend von Kursgewinnen. Bei einem Kursgewinn profitierst du davon, dass die Aktie im Wert steigt und du sie teurer verkaufen kannst, als du sie gekauft hast. Bei einer Dividende bekommst du Geld ausgezahlt, ohne die Aktie verkaufen zu müssen. Beide Ertragsquellen zusammen ergeben die Gesamtrendite einer Aktienanlage.
Das ist der Weg zur Dividende: Der Vorstand des Unternehmens schlägt der Hauptversammlung eine bestimmte Dividendenhöhe vor, zum Beispiel 3 Euro pro Aktie. Die Aktionäre stimmen auf der Hauptversammlung über diesen Vorschlag ab. Wird er angenommen, erhalten alle Aktionäre die beschlossene Summe pro Aktie. Die häufigste Form ist die Bardividende, also eine Geldüberweisung. Seltener gibt es Sachdividenden (etwa Produkte des Unternehmens) oder Aktiendividenden, bei denen statt Geld zusätzliche Aktien ausgegeben werden.
Wie funktioniert eine Dividendenzahlung?
Die Auszahlung einer Dividende folgt einem festen Ablauf mit mehreren wichtigen Terminen. Für Einsteiger lohnt es sich, diese Termine zu kennen, denn sie bestimmen, ob du Anspruch auf die Dividende hast und wann das Geld auf deinem Konto landet.
Wann wird die Dividende ausgezahlt?
In Deutschland schütten Aktiengesellschaften die Dividende in der Regel einmal pro Jahr aus, und zwar am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung. Die meisten Hauptversammlungen finden zwischen April und Juni statt, weshalb dieser Zeitraum auch als Dividendensaison bezeichnet wird. Anders sieht es bei vielen US-amerikanischen Unternehmen aus, die ihre Dividenden quartalsweise auszahlen, also viermal im Jahr. Einige wenige Unternehmen, vor allem in den USA, schütten sogar monatlich aus.
Drei Termine sind für Anleger besonders relevant. Der Tag der Hauptversammlung legt fest, wer Anspruch auf die Dividende hat: Alle Aktionäre, die die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot halten, sind dividendenberechtigt. Der Ex-Dividende-Tag (in Deutschland der erste Handelstag nach der Hauptversammlung) ist der Tag, ab dem die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt wird. Und der Zahltag ist der Tag, an dem das Geld tatsächlich auf dem Verrechnungskonto eingeht.
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Jetzt kostenlos Depot eröffnenWas passiert mit dem Aktienkurs am Ex-Dividende-Tag?
Am Ex-Dividende-Tag fällt der Aktienkurs rechnerisch um die Höhe der ausgeschütteten Dividende. Dieser sogenannte Dividendenabschlag bedeutet, dass die Dividende kein geschenktes Geld ist, sondern eine Umverteilung vom Kurswert auf das Konto. Wer eine Aktie im Wert von 100 Euro hält und 3 Euro Dividende erhält, besitzt anschließend eine Aktie im Wert von 97 Euro plus 3 Euro auf dem Konto. Das Gesamtvermögen bleibt zunächst gleich.
In der Praxis wird der Dividendenabschlag allerdings häufig durch die normale Kursentwicklung überlagert. Wenn der Gesamtmarkt an diesem Tag steigt, kann es sein, dass der Kursrückgang gar nicht sichtbar ist. Umgekehrt kann er bei einem schwachen Markttag stärker ausfallen als die reine Dividendenhöhe. Langfristig orientierte Anleger profitieren davon, dass viele Unternehmen ihre Dividenden über die Jahre steigern und die Kursabschläge durch das Unternehmenswachstum wieder aufgeholt werden.
Merke: Dass der Kurs deiner Aktie am Tag nach der Dividendenzahlung um den Betrag der ausgeschütteten Dividende niedriger notiert ist völlig normal. Er muss aber nicht notwendigerweise fallen. Sorgt das Unternehmen beispielsweise für positive Nachrichten, kann die Notiz auch höher liegen als vor der Dividendenzahlung.
Welche Kennzahlen sind bei Dividenden wichtig?
Nicht jede Aktie, die eine Dividende zahlt, ist automatisch ein gutes Investment. Drei Kennzahlen helfen dir dabei, die Qualität einer Dividendenaktie einzuschätzen und Risiken früh zu erkennen.
Was sagt die Dividendenrendite aus?
Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Prozent des aktuellen Aktienkurses als Dividende ausgeschüttet werden. Berechnet wird sie, indem die Dividende je Aktie durch den Aktienkurs geteilt und mit 100 multipliziert wird. Zahlt ein Unternehmen beispielsweise 3 Euro Dividende bei einem Aktienkurs von 100 Euro, beträgt die Dividendenrendite 3 Prozent.
Bei etablierten Unternehmen bewegt sich die Dividendenrendite häufig zwischen 2 und 5 Prozent. Renditen oberhalb von 8 Prozent können ein Warnsignal sein: Oft entsteht eine auffällig hohe Rendite nicht durch eine besonders großzügige Ausschüttung, sondern durch einen stark gefallenen Aktienkurs. Das kann darauf hindeuten, dass der Markt Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells oder der künftigen Dividendenzahlung hat. Die Dividendenrendite allein reicht also nicht als Entscheidungskriterium aus.
Was bedeutet die Ausschüttungsquote?
Die Ausschüttungsquote (englisch: Payout Ratio) gibt an, welchen Anteil seines Gewinns ein Unternehmen als Dividende an die Aktionäre weitergibt. Verdient ein Unternehmen 10 Euro pro Aktie und zahlt davon 4 Euro als Dividende aus, liegt die Ausschüttungsquote bei 40 Prozent.
Als gesunder Korridor gilt eine Quote zwischen 25 und 75 Prozent des Gewinns. Liegt die Quote dauerhaft unter 25 Prozent, ist das Unternehmen möglicherweise zu zurückhaltend gegenüber seinen Aktionären. Liegt die Quote dagegen über 75 Prozent oder sogar über 100 Prozent, zahlt das Unternehmen mehr aus, als es verdient. Dann fehlt Geld für Investitionen in das eigene Geschäft, was langfristig die Substanz gefährden kann. Eine Ausschüttungsquote über 100 Prozent bedeutet, dass die Dividende aus Rücklagen oder Schulden finanziert wird, ein Zustand, der auf Dauer nicht tragfähig ist.
Warum ist die Dividendenkontinuität entscheidend?
Die Dividendenkontinuität beschreibt, wie zuverlässig ein Unternehmen über viele Jahre hinweg Dividenden zahlt und diese möglichst steigert. Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren ununterbrochen erhöht haben, tragen in der Finanzwelt den Titel Dividenden-Aristokrat. Wer diese Serie sogar auf 50 Jahre ausgedehnt hat, gilt als Dividenden-König.
Die meisten Dividenden-Aristokraten stammen aus den USA, wo Unternehmen wie Procter & Gamble, Coca-Cola oder Johnson & Johnson seit Jahrzehnten jährlich mehr ausschütten. In Deutschland ist die Zahl solcher Dauerausschütter geringer, weil die Aktienkultur historisch weniger stark ausgeprägt ist. Entscheidend für Anleger ist die Botschaft hinter einer langen Dividendenserie: Ein Unternehmen, das es schafft, seine Ausschüttung über mehrere Konjunkturzyklen, Finanzkrisen und Pandemien hinweg stabil zu halten oder zu steigern, verfügt in der Regel über ein robustes Geschäftsmodell und eine solide Bilanz.
Welcher Investor willst du sein? Dividendeninvestoren suchen nach kontinuierlichen Ausschüttungen. Investoren, die ihre Anlage maximieren wollen, setzen eher darauf, dass das Geld im Unternehmen bzw. im ETF bleibt. So kann der Zinseszinseffekt seine volle Kraft entfalten.
Wie bewertet man Dividendenaktien mit dem magischen Quadrat?
Eine einzelne Kennzahl reicht nicht aus, um die Qualität einer Dividendenaktie zu beurteilen. Das dem sogenannte magische Quadrat der Dividenden ist ein Bewertungsmodell, das vier Kriterien kombiniert und so ein umfassenderes Bild liefert.
Das Modell dient dazu, aus Tausenden von Aktien diejenigen herauszufiltern, deren Dividende nachhaltig und langfristig verlässlich ist. Die vier Kriterien im Überblick:
- Kontinuität: Das Unternehmen sollte mindestens zehn Jahre in Folge ohne Dividendenkürzung ausgekommen sein. Damit ist sichergestellt, dass die Ausschüttung auch in schwierigen Marktphasen Bestand hatte.
- Ausschüttungsquote (Payout): Die Dividende sollte, geglättet über drei Jahre, zwischen 25 und 75 Prozent des erwirtschafteten Gewinns liegen. Das Unternehmen soll also weder zu knausrig noch zu großzügig sein, damit genug Geld für Investitionen übrig bleibt.
- Rendite: Die durchschnittliche Dividendenrendite muss sowohl historisch als auch aktuell mindestens 1 Prozent betragen. Die Messlatte liegt bewusst niedrig, weil für langfristige Anleger das Gesamtergebnis aus Kursgewinn und Dividende wichtiger ist als eine hohe Einzelrendite.
- Wachstum: Innerhalb von zehn Jahren muss es mindestens zu drei Dividendenerhöhungen gekommen sein, und die jüngste Zahlung muss über dem Vorjahreswert liegen. Steigende Dividenden signalisieren, dass ein Unternehmen optimistisch in die Zukunft blickt.

Erst wenn alle vier Kriterien gleichzeitig erfüllt sind, spricht das Modell von einer nachhaltigen Dividendenqualität. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass er typische Fallen vermeidet: Eine extrem hohe Dividendenrendite allein sieht auf dem Papier gut aus, kann aber auf einen bevorstehenden Kursverfall oder eine nicht tragfähige Ausschüttung hindeuten. Das magische Quadrat schützt davor, indem es Rendite, Stabilität, Payout und Dynamik gemeinsam betrachtet.
Das magische Quadrat ist ein Analysewerkzeug, keine Kaufempfehlung. Es hilft dir, die Spreu vom Weizen zu trennen, ersetzt aber nicht die Beschäftigung mit dem Geschäftsmodell und der finanziellen Lage eines Unternehmens.
Welchen Beitrag leisten Dividenden zur Gesamtrendite?
Dividenden sind weit mehr als ein nettes Zusatzeinkommen. Historisch betrachtet machen sie einen erheblichen Anteil an der Gesamtrendite einer Aktienanlage aus, und dieser Beitrag wird von vielen Anlegern unterschätzt.
Ein konkretes Beispiel aus der Allianz Global Investors Dividendenstudie verdeutlicht das: Wer vor zehn Jahren 100.000 Euro in den STOXX Europe 600 investiert hätte, eine breit gestreute Benchmark für den europäischen Aktienmarkt, hätte über den gesamten Zeitraum rund 42.000 Euro an Dividenden vereinnahmen können. Gleichzeitig wäre der ursprünglich angelegte Betrag, gemessen am reinen Kursindex, auf etwa 168.000 Euro angestiegen. Die Dividenden kommen also zum Kursgewinn hinzu und bilden einen eigenständigen Einkommensstrom.

Was aus einer Investition von 100.000 Euro über eine Periode von 10 Jahren wurde. Quelle: Allianz Global Investors, Dividendenstudie, 14. Auflage
Über noch längere Zeiträume wird der Effekt deutlicher. Laut derselben Studie wurde die annualisierte Gesamtrendite europäischer Aktien (MSCI Europe) über die letzten 40 Jahre zu rund 39 Prozent durch den Beitrag der Dividenden getragen. In der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) lag der Anteil sogar bei etwa 49 Prozent. In Nordamerika fiel der Dividendenbeitrag mit rund 21 Prozent niedriger aus, weil dort die Kursgewinne, getrieben vor allem durch den Technologiesektor, dominanter waren.
Bemerkenswert ist auch die sogenannte Dividendenpolitik der ruhigen Hand: Die Mehrzahl der Unternehmen in großen Aktienindizes erhöht ihre Dividende von Jahr zu Jahr. Im STOXX Europe 600 hoben zwischen 2005 und 2025 in den meisten Jahren mehr als zwei Drittel der Unternehmen ihre Ausschüttung an, während nur ein kleiner Teil Kürzungen vornahm. Ausnahmen bildeten das Krisenjahr 2009 nach der globalen Finanzkrise und das Pandemiejahr 2020. Dividenden wirken damit stabilisierend auf die Gesamtrendite, weil sie auch in Jahren mit negativer Kursentwicklung einen positiven Ergebnisbeitrag liefern.
Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Auch wenn Dividenden historisch betrachtet einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite geleistet haben, gibt es keine Garantie, dass sich dieses Muster in Zukunft in gleicher Weise fortsetzt. Kursschwankungen gehören zur Aktienanlage dazu.
Wie investiert man in Dividendenaktien?
Für den Einstieg in Dividendenaktien gibt es mehrere Wege, die sich in Aufwand, Risiko und Kosten unterscheiden. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie viel Zeit du investieren möchtest und wie breit du streuen willst.
Lohnen sich Einzelaktien oder Dividenden-ETFs für Einsteiger?
Bei Einzelaktien wählst du selbst aus, in welche Unternehmen du investierst. Du kannst gezielt Firmen mit einer starken Dividendenhistorie auswählen und profitierst von der vollen Dividende. Der Nachteil: Wenn eines deiner wenigen Unternehmen die Dividende kürzt oder in Schwierigkeiten gerät, trifft das dein Depot hart. Einzelaktien erfordern außerdem Rechercheaufwand und ein gewisses Grundverständnis für Unternehmenskennzahlen.
Dividenden-ETFs (börsengehandelte Fonds) bündeln viele dividendenstarke Aktien in einem einzigen Wertpapier. Du investierst damit automatisch in Dutzende oder Hunderte Unternehmen gleichzeitig, was das Risiko einer einzelnen Dividendenkürzung deutlich abfedert. Die jährlichen Kosten liegen bei den meisten Dividenden-ETFs zwischen 0,1 und 0,5 Prozent des Anlagebetrags. Für Einsteiger, die wenig Zeit für die Aktienauswahl mitbringen, sind Dividenden-ETFs oft der einfachere Weg.
Ein wichtiger Unterschied betrifft die Verwendung der Dividenden im Fonds. Ausschüttende ETFs zahlen die vereinnahmten Dividenden regelmäßig an dich aus, du erhältst also Geld auf dein Konto. Thesaurierende ETFs legen die Dividenden automatisch wieder an, wodurch sich der Wert deiner ETF-Anteile erhöht, ohne dass Geld an dich fließt. Wer ein laufendes Einkommen aus Dividenden erzielen möchte, greift zur ausschüttenden Variante. Wer langfristig Vermögen aufbauen will und die Dividenden nicht braucht, profitiert beim thesaurierenden ETF vom Zinseszinseffekt.
Wie werden Dividenden in Deutschland besteuert?
Auf Dividenden fallen in Deutschland Steuern an, die deine Bank oder dein Broker automatisch einbehält und an das Finanzamt abführt. Du musst dich also nicht selbst um die Steuererklärung kümmern, solltest aber den Freibetrag kennen und nutzen.
Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent auf alle Kapitalerträge. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungssteuer, sodass die effektive Steuerbelastung bei 26,375 Prozent liegt. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungssteuer, wodurch die Gesamtbelastung auf knapp 28 Prozent steigen kann.
Allerdings steht jedem Anleger ein Sparerpauschbetrag zu: Singles können 1.000 Euro pro Jahr an Kapitalerträgen steuerfrei behalten, Ehepaare 2.000 Euro. Damit dieser Freibetrag genutzt wird, musst du bei deiner Bank oder deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten. Ohne Freistellungsauftrag wird die Steuer sofort auf den ersten Euro abgezogen. Die zu viel gezahlte Steuer lässt sich zwar über die Steuererklärung zurückholen, einfacher ist es aber, den Auftrag von Anfang an einzurichten.
Bei ausländischen Dividenden wird zusätzlich eine Quellensteuer im Herkunftsland erhoben. Deutschland hat mit vielen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, die eine Anrechnung auf die deutsche Steuer ermöglichen. Beim wichtigsten Fall, US-amerikanischen Dividenden, beträgt die Quellensteuer 15 Prozent. Diese 15 Prozent werden auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet, sodass in Deutschland nur noch 11,375 Prozent Reststeuer anfallen. Die Gesamtbelastung bleibt damit bei 26,375 Prozent. Bei anderen Ländern kann die Quellensteuer höher ausfallen, und die Rückforderung des überschießenden Anteils ist mitunter aufwendig.
Wer in Aktienfonds oder Aktien-ETFs investiert, profitiert von einer sogenannten Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge aus Fonds mit einem Aktienanteil von mindestens 51 Prozent bleiben steuerfrei. Das kompensiert teilweise die Quellensteuer, die auf Fondsebene anfällt.
Den Freistellungsauftrag kannst du bei deinem Broker oder deiner Bank online einrichten. Wenn du Depots bei mehreren Banken hast, teile den Sparerpauschbetrag auf, die Summe darf insgesamt 1.000 Euro (Singles) oder 2.000 Euro (Ehepaare) nicht überschreiten.
Welche Risiken haben Dividendenaktien?
Dividenden bieten regelmäßige Erträge, sind aber keine risikofreie Anlage. Mehrere Faktoren können dazu führen, dass die erwarteten Ausschüttungen geringer ausfallen oder ganz ausbleiben.
- Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden. Kein Unternehmen ist verpflichtet, eine Dividende zu zahlen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, bei Gewinneinbrüchen oder strategischen Neuausrichtungen kann die Ausschüttung reduziert werden oder ganz entfallen.
- Dividendenkürzungen belasten den Aktienkurs. Wird eine Kürzung angekündigt, reagiert der Markt in der Regel mit deutlichen Kursverlusten. Der Verlust im Depot kann dann die gesparten Dividenden mehrerer Jahre übersteigen.
- Hohe Dividendenrenditen können eine Falle sein. Eine Rendite von 8 oder 10 Prozent entsteht oft nicht durch eine besonders großzügige Dividende, sondern durch einen stark gefallenen Aktienkurs. Das kann bedeuten, dass der Markt eine bevorstehende Dividendenkürzung bereits einpreist.
- Mangelnde Streuung erhöht das Risiko. Wer nur in wenige Dividendenaktien investiert, macht sich von einzelnen Unternehmen abhängig. Fällt eine Dividende weg, fehlt ein bedeutender Teil der erwarteten Erträge.
- Dividendenstrategien neigen zur Sektorkonzentration. Viele dividendenstarke Unternehmen stammen aus defensiven Branchen wie Versorgern, Telekommunikation oder Basiskonsumgütern. Dadurch können wachstumsstarke Sektoren wie Technologie unterrepräsentiert sein.
Dividendenaktien ergänzen ein Portfolio, sollten aber nicht die einzige Strategie sein. Eine breite Streuung über verschiedene Branchen, Regionen und Anlageformen bleibt die wichtigste Absicherung gegen einzelne Risiken.
Fazit
Dividenden sind eine verlässliche zweite Ertragsquelle bei der Aktienanlage, die in der Vergangenheit einen erheblichen Anteil zur Gesamtrendite beigetragen hat. In Europa machten Dividenden über vier Jahrzehnte rund 39 Prozent der Gesamtperformance aus. Wer regelmäßige Erträge aus seinem Depot erzielen möchte, findet in Dividendenaktien und Dividenden-ETFs eine bewährte Möglichkeit.
Für eine fundierte Auswahl reicht die Dividendenrendite allein nicht aus. Das magische Viereck aus Kontinuität, Ausschüttungsquote, Rendite und Wachstum bietet eine solide Orientierung, um nachhaltige Dividendenzahler von kurzfristig verlockenden, aber riskanten Titeln zu unterscheiden. Entscheidend ist, dass du breit streust, den Steuerfreibetrag nutzt und langfristig investiert bleibst.
Der einfachste Einstieg gelingt über einen Dividenden-ETF im Sparplan. Schon mit kleinen monatlichen Beträgen baust du ein Portfolio auf, das über die Jahre einen wachsenden Einkommensstrom erzeugen kann. Die Automatisierung über den Sparplan sorgt gleichzeitig dafür, dass du diszipliniert investierst, auch wenn die Kurse schwanken.
Von Dividenden profitieren – das sind deine nächsten Schritte
Message für dich: Dividenden sind kein Bonus, sondern ein zentraler Baustein der Aktienrendite. Gleichzeitig sind sie keine Garantie: Unternehmen können ihre Ausschüttung jederzeit kürzen oder streichen, und eine hohe Dividendenrendite allein schützt nicht vor Kursverlusten.
- Schritt 1 – Depot eröffnen und Freibetrag sichern: Dividenden werden in Deutschland mit 26,375 Prozent besteuert, doch die ersten 1.000 Euro pro Jahr bleiben steuerfrei. Richte deshalb vor deiner ersten Investition einen Freistellungsauftrag ein.
- Schritt 2 – Qualität vor Rendite: Prüfe dein Investment. Eine Dividendenrendite von 8 Prozent klingt verlockend, entsteht aber oft durch einen eingebrochenen Kurs. Auf Kontinuität, Ausschüttungsquote, Rendite und Wachstum klommt es an.
- Schritt 3 – Dividendenabschlag verstehen: Am Ex-Dividende-Tag fällt der Kurs rechnerisch um die Höhe der Ausschüttung. Bedeutet: Die Dividende ist kein geschenktes Geld, sondern eine Umverteilung vom Kurswert auf dein Konto.
- Schritt 4 – Gesamtrendite im Blick behalten: Dividenden sind wichtig, aber nur eine Seite der Medaille. Entscheidend ist die Gesamtrendite aus Kursgewinn und Ausschüttung. Berechne vorab, was du realistisch erwarten kannst. Wie das geht, zeigen wir dir hier: Rendite berechnen: So ermittelst du deine Aktienperformance.
- Schritt 5 – Risiko streuen mit einem Dividenden-ETF: Eine einzelne Dividendenkürzung kann Jahre an Ausschüttungen zunichtemachen. Dividenden-ETFs verteilen dieses Risiko auf Hunderte Unternehmen gleichzeitig. Wie du den passenden ETF für dein Portfolio findest, liest du hier: ETF-Portfolio – die besten Musterportfolios.
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