Über Geld spricht man nicht. Dieser Satz prägt bis heute viele Familien, und genau das ist das Problem. Denn wenn Geld zu Hause ein Tabu bleibt, lernen Kinder den Umgang damit nicht aus dem Familienalltag, sondern später aus eigenen Fehlern. Studien zur finanziellen Allgemeinbildung zeigen seit Jahren dasselbe Muster, junge Erwachsene fühlen sich beim Thema Sparen, Schulden und Anlegen schlecht vorbereitet.
von Jennifer Kus
Veröffentlicht am
Dabei beginnt das Verständnis für Geld nicht erst im Erwachsenenalter, sondern bereits in den ersten Lebensjahren, in denen Kinder beobachten, nachahmen und ihre eigenen kleinen Entscheidungen treffen. Die gute Nachricht ist, dass du dafür kein Finanzstudium brauchst. Es reicht, Geld immer wieder im Alltag sichtbar zu machen und deinem Kind altersgerecht Verantwortung zu geben.
Kinder entwickeln ihre Grundhaltung zu Geld früher, als viele Eltern denken. Eine viel zitierte Untersuchung der Cambridge University im Auftrag des britischen Money Advice Service kam zu dem Ergebnis, dass sich grundlegende Geldgewohnheiten bereits bis zum Alter von etwa sieben Jahren ausprägen. Das bedeutet nicht, dass ein Vierjähriger Zinsen verstehen muss. Es bedeutet, dass alltägliche Erfahrungen, etwa das Abwägen zwischen zwei Wünschen oder das Warten auf eine größere Anschaffung, schon früh prägend wirken.
Wer hier ansetzt, vermittelt keine trockene Theorie, sondern ein Gefühl, dass Geld begrenzt ist, sich einteilen lässt und Warten sich lohnen kann. Genau diese wichtigen Erkenntnisse bilden später das Fundament für einen gesunden Umgang mit Konsum, Sparen und Vorsorge.
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Taschengeld als Übungsfeld nutzen: Taschengeld ist das wichtigste Lerninstrument, das dir zur Verfügung steht. Entscheidend ist, dass dein Kind frei darüber verfügen und auch mal Fehlentscheidungen treffen darf. Wer sein gesamtes Taschengeld am ersten Tag ausgibt und dann zwei Wochen wartet, lernt mehr über Planung als durch jede Ermahnung.
Wichtig dabei ist, das Taschengeld nicht an Schulnoten oder Hausarbeit zu koppeln. Es soll ein verlässliches Übungsfeld sein, kein Lohn, der bei schlechtem Verhalten gestrichen wird. Als grobe Orientierung empfehlen viele Familienberatungsstellen etwa 50 Cent bis einen Euro pro Lebensjahr und Woche im Grundschulalter, gezahlt in festen, verlässlichen Abständen.
Sparen sichtbar machen: Abstrakte Zahlen sagen kleinen Kindern wenig. Ein durchsichtiges Sparglas, in dem das Geld langsam steigt, wirkt dagegen unmittelbar. Dein Kind sieht den Fortschritt, kann ihn anfassen und versteht, dass aus vielen kleinen Beträgen mit der Zeit etwas Größeres wird. Das sichtbare Wachstum ist die kindgerechte Vorstufe zum späteren Verständnis von Zinseszins.
Mit Sparzielen arbeiten: Ein konkretes Ziel motiviert stärker als die abstrakte Aufforderung, zu sparen. Das Lego-Set, das Fahrrad oder ein Ausflug, all das macht den Sinn des Verzichts greifbar. Hilf deinem Kind, den Preis in überschaubare Etappen zu zerlegen, etwa wie viele Wochen es bis zum Ziel braucht. So erlebt man Sparen als planbaren Weg und nicht als endlosen Verzicht.
Geld im Alltag erklären: Kinder lernen am meisten nebenbei. Erkläre beim Einkaufen, warum du dich für ein Produkt entscheidest, sprich über den Unterschied zwischen Wollen und Brauchen, und beziehe dein Kind in kleine Entscheidungen ein. Insbesondere diese beiläufigen Gespräche enttabuisieren das Thema, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Irgendwann stößt das Sparglas an seine Grenze. Wenn es darum geht, größere Summen über viele Jahre aufzubauen, etwa für Führerschein, Ausbildung oder den Start ins eigene Leben, verliert Bargeld durch die Inflation kontinuierlich an Kaufkraft. Hier endet das Lernspiel und die ernsthafte Vorsorge beginnt.
Das Prinzip dahinter ist der Zinseszins, und bei Kindern ist die Zeit der größte Hebel.
Ein Beispiel:
Wer vom ersten Lebensjahr an monatlich 50 Euro anlegt, hat bis zum 18. Geburtstag rund 10.800 Euro eingezahlt. Bei einer langfristig angenommenen Rendite von etwa 6 Prozent pro Jahr könnten daraus, je nach Marktentwicklung, grob 19.000 bis 20.000 Euro werden. Die Differenz entsteht allein durch die lange Laufzeit. Wichtig, das ist ein Rechenbeispiel und keine Garantie, denn Kursschwankungen gehören dazu und Verluste sind natürlich jederzeit möglich.
Steuerlich gibt es bei Kindern einen oft übersehenen Vorteil. Wird ein Depot auf den Namen des Kindes geführt, hat das Kind einen eigenen Sparerpauschbetrag von derzeit 1.000 Euro pro Jahr, in dessen Rahmen Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Hinzu kommt der Grundfreibetrag, sofern das Kind kein nennenswertes eigenes Einkommen hat. In vielen Familien lassen sich Erträge so über Jahre steuerfrei vereinnahmen. Zu beachten ist, dass das Vermögen rechtlich dem Kind gehört und mit Volljährigkeit in dessen Verfügung übergeht.
Viele Eltern wollen an diesem Punkt einen ETF-Sparplan für ihr Kind anlegen, weil weltweit gestreute Aktien-ETFs über lange Zeiträume historisch attraktive Renditechancen geboten haben. In der Eigenregie ist das allerdings mit Aufwand verbunden, von der Auswahl passender ETFs über die globale Streuung bis zum regelmäßigen Rebalancing, also dem Zurücksetzen der Gewichtung, wenn einzelne Anlageklassen stärker gewachsen sind als andere.
Genau diese Aufgaben übernehmen digitale Vermögensverwaltungen. Ein Anbieter wie Oskar2 etwa bündelt die Geldanlage in einem breit gestreuten ETF-Portfolio, das automatisch verwaltet und angepasst wird. Sparpläne sind bereits ab 25 Euro im Monat möglich, und es lassen sich getrennte Depots für die ganze Familie führen, also auch eigene Sparpläne pro Kind. Für Eltern, die langfristig und ohne ständige Eigenverwaltung vorsorgen möchten, ist das eine pragmatische Lösung, die den finanziellen Lernprozess des Kindes sinnvoll ergänzt.
Übrigens: anlässlich des Kinostarts von PAW Patrol verlost Oskar aktuell unter neuen Kids-Sparplänen eine Familienreise nach New York2. Ein netter Anlass, das Thema Sparen mit dem Nachwuchs einmal gemeinsam anzugehen, auch wenn der eigentliche Wert natürlich im langfristigen Vermögensaufbau liegt.
Finanzielle Bildung ist natürlich nicht mit einem einmaligen Gespräch getan, sondern wächst mit deinem Kind. Im Kindergartenalter geht es um das sichtbare Sparglas, in der Grundschule um Taschengeld und erste Sparziele, im Jugendalter um Themen wie ein eigenes Konto, Verträge oder die ersten Erfahrungen mit dem Aktienmarkt.
Wer Geld früh zu einem selbstverständlichen Teil des Familienlebens macht, gibt seinem Kind eine Kompetenz mit, die in der Schule kaum vermittelt wird. Und das Schönste daran, du musst kein Experte sein. Du musst nur anfangen, offen darüber zu reden.
Ab welchem Alter sollte mein Kind Taschengeld bekommen?
Sinnvoll ist der Start meist im Grundschulalter, also ab etwa sechs Jahren, wenn Kinder Mengen und einfaches Rechnen verstehen. In jüngeren Jahren eignet sich das sichtbare Sparglas besser als regelmäßiges Geld.
Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Als grobe Orientierung gelten im Grundschulalter rund 50 Cent bis ein Euro pro Lebensjahr und Woche, später ein monatlicher Betrag. Wichtiger als die Höhe ist die Verlässlichkeit der Auszahlung.
Wie lege ich langfristig Geld für mein Kind an?
Für kurzfristige Sparziele genügt ein Sparkonto. Für den langfristigen Aufbau über viele Jahre nutzen viele Eltern breit gestreute ETF-Sparpläne, entweder in Eigenregie oder über eine digitale Vermögensverwaltung, die Auswahl und Rebalancing automatisch übernimmt. Ein Depot auf den Namen des Kindes kann dabei steuerliche Vorteile bringen.
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2Hinweis: Oskar ist eine Marke der Oskar.de GmbH, eine Ausgründung der finanzen.net GmbH. Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH verwaltet das Vermögen, die Baader Bank AG führt die Depots mit Verrechnungskonten. Weitere Informationen finden Sie hier.
Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen berücksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgfältig geprüft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.
1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH.