Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Wer dann Mitte 50 ist, hat nur noch 10 bis 15 Jahre bis zur frühestmöglichen Auszahlung mit 65. Ohne Beitragsgarantie stellt sich die Frage: Reicht die Zeit, um Kursschwankungen auszusitzen – oder geht man ein zu hohes Risiko ein?
Das Altersvorsorgedepot verzichtet bewusst auf eine verpflichtende Beitragsgarantie. Genau dieser Verzicht ermöglicht die hohen Aktienquoten und langfristig besseren Renditen gegenüber der alten Riester-Rente. Doch der Vorteil kippt, wenn die Zeit fehlt: Wer mit 55 einsteigt, hat nur rund 10 Jahre Ansparphase bis zur Auszahlung mit 65.
Ein Blick auf die Daten: Der MSCI World hat in keinem rollierenden 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 einen Verlust erzielt. Bei 10 Jahren sieht es anders aus – hier gab es Phasen mit negativer Realrendite, etwa für Anleger, die 2000 auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase einstiegen und 2010 nach der Finanzkrise verkaufen mussten.
Die Altersvorsorgedepot Förderung fließt erst ab dem Tag, an dem Geld eingezahlt wird. Wer keine Zulagen verschenken will, kann sich bei finanzen.net ZERO schon jetzt kostenlos vormerken lassen und gehört am 1. Januar 2027 zu den Ersten, die ihr Depot eröffnen.
Alle Informationen zur Förderung, Steuern, Auszahlung und Anbietern findest du in unserem Ratgeber-Artikel zum Altersvorsorgedepot
Anders als beim normalen ETF-Depot gibt es beim Altersvorsorgedepot staatliche Zulagen obendrauf. Wer 1.200 Euro im Jahr einzahlt, erhält 390 Euro Grundzulage – das entspricht einer sofortigen Förderquote von 33 Prozent auf den Eigenbeitrag. Selbst wenn die Kurse seitwärts laufen, federt die Förderung das Risiko ab.
Dazu kommt die Günstigerprüfung: Bei höherem Einkommen kann die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug die Zulagen sogar übersteigen. Ein 55-Jähriger mit einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent, der jährlich 1.800 Euro einzahlt, erhält über die Steuererklärung rund 980 Euro Förderung – deutlich mehr als die 540 Euro Grundzulage.
Thomas, 55, zahlt ab 2027 monatlich 150 Euro ein (1.800 Euro pro Jahr). Er erhält die volle Grundzulage von 540 Euro. Insgesamt fließen damit jährlich 2.340 Euro ins Depot.
| Szenario | Rendite p.a. | Depotwert nach 10 Jahren |
|---|---|---|
| Konservativ | 4 % | ca. 29.200 € |
| Mittel | 6 % | ca. 32.600 € |
| Optimistisch | 8 % | ca. 36.400 € |
Zum Vergleich: Ohne die Förderung und nur mit dem Eigenbeitrag läge der Depotwert bei 6 Prozent Rendite bei rund 24.700 Euro. Die Zulagen machen auf 10 Jahre rund 8.000 Euro Unterschied.
Wer sich unwohl fühlt, muss nicht alles auf Aktien setzen. Der Gesetzentwurf sieht neben dem reinen Altersvorsorgedepot auch Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Beitragserhalt vor. Die Rendite fällt dort geringer aus, dafür ist zumindest ein Großteil des eingezahlten Kapitals gesichert. Für Ü55-Sparer kann das ein sinnvoller Kompromiss sein.
Eine weitere Option: Im Altersvorsorgedepot defensiver anlegen. Geldmarktfonds und EU-Staatsanleihen sind ebenfalls zugelassen. Wer fünf Jahre vor der Auszahlung schrittweise von Aktien-ETFs in Anleihen umschichtet, reduziert das Risiko – und zahlt dank des Altersvorsorgedepots keine Abgeltungssteuer auf die Umschichtungsgewinne. Welche Wertpapiere im Altersvorsorgedepot zugelassen sind, erklären wir in unserem Ratgeber.
Auch mit 55 kann sich das Altersvorsorgedepot lohnen – vorausgesetzt, man nutzt die Förderung voll aus und passt die Anlagestrategie dem kürzeren Horizont an. Die staatlichen Zulagen schaffen einen Puffer, den ein normales Depot nicht bietet. Wer zusätzlich die steuerfreien Umschichtungsmöglichkeiten nutzt und in den letzten Jahren vor der Auszahlung defensiver wird, begrenzt das Risiko spürbar.
Nichtstun ist jedenfalls die schlechteste Option: Auch 10 Jahre Zinseszins mit Förderung schlagen das Tagesgeldkonto deutlich. Alles zu Förderung, Risiken und Auszahlung im ausführlichen Ratgeber.
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