Rund 15,9 Millionen Riester-Verträge laufen in Deutschland. Viele Sparer nähern sich der Auszahlungsphase, ohne die Regeln genau zu kennen. Wer hier falsch entscheidet, zahlt Zulagen zurück, versteuert ungünstig oder bekommt weniger Rente als nötig. Ein Überblick über die Auszahlungsoptionen, die typischen Fehler und was das kommende Altersvorsorgedepot besser macht.
Der Startpunkt wurde bei Vertragsabschluss festgelegt und liegt je nach Vertrag zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr. Die Auszahlung beginnt automatisch über den Anbieter. Wichtig: Der Beginn der Riester-Rente und der gesetzlichen Rente sind voneinander unabhängig. Wer mit 63 in gesetzliche Rente geht, bekommt seine Riester-Auszahlung trotzdem erst zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt.
Die Altersvorsorgedepot Förderung fließt erst ab dem Tag, an dem Geld eingezahlt wird. Wer keine Zulagen verschenken will, kann sich bei finanzen.net ZERO schon jetzt kostenlos vormerken lassen und gehört am 1. Januar 2027 zu den Ersten, die ihr Depot eröffnen.
Alle Informationen zur Förderung, Steuern, Auszahlung und Anbietern findest du in unserem Ratgeber-Artikel zum Altersvorsorgedepot
Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sparer bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Einmalbetrag entnehmen. Der Rest fließt in eine lebenslange monatliche Rente. Der Haken: Die Einmalzahlung muss im Jahr der Auszahlung voll versteuert werden. Bei einem Guthaben von 80.000 Euro und einer Entnahme von 24.000 Euro kann das je nach Gesamteinkommen im Rentenjahr eine spürbare Steuerlast auslösen.
Gleichzeitig sinkt durch die Teilauszahlung die monatliche Rente dauerhaft. Wer 30 Prozent entnimmt, bekommt für den Rest seines Lebens entsprechend weniger. Diese Entscheidung ist endgültig und sollte gut durchgerechnet sein.
Theoretisch kann man sich das gesamte Riester-Kapital auf einmal auszahlen lassen. Praktisch ist das in den meisten Fällen ruinös. Die Gesetzgebung wertet eine Gesamtauszahlung als förderschädliche Verwendung. Die Folge: Sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden. Zusätzlich sind die enthaltenen Erträge zu versteuern.
Eine Ausnahme gibt es bei der sogenannten Kleinbetragsrente: Liegt die monatliche Auszahlung bei 39,55 Euro oder weniger, darf das gesamte Guthaben auf einmal ausgezahlt werden, ohne die Förderung zurückzahlen zu müssen. Das betrifft vor allem Verträge, die lange geruht haben oder nur mit Minimalbeiträgen bespart wurden. Aber auch hier gilt: Der gesamte Betrag muss im Auszahlungsjahr versteuert werden. Alle Regeln zur Riester-Rente und den Unterschied zum neuen System erklären wir im Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.
Wer eine Immobilie kauft, baut, barrierefrei umbaut oder energetisch saniert, kann sein Riester-Guthaben vorzeitig entnehmen, ohne Zulagen oder Steuervorteile zurückzahlen zu müssen. Die Besteuerung wird auf den Beginn der regulären Auszahlungsphase verschoben. Für Immobilienbesitzer ist das oft die smarteste Verwendung eines ansonsten schlecht rentierenden Riester-Vertrags.
Die Auszahlungsregeln des Altersvorsorgedepots sind deutlich flexibler. Statt der Riester-Pflicht, mindestens 70 Prozent des Guthabens zu verrenten, können Sparer frei zwischen Auszahlplan, Leibrente oder einer Kombination wählen. Der Auszahlplan muss lediglich bis zum 85. Lebensjahr reichen. Auch hier sind bis zu 30 Prozent als Einmalentnahme möglich.
Der entscheidende Unterschied: Im Altersvorsorgedepot bleibt das Kapital während der Auszahlphase investiert und erwirtschaftet weiter Rendite. Bei Riester fließt das Geld in eine Rentenversicherung mit niedrigen Garantiezinsen. Wer noch Jahre bis zur Auszahlung hat, sollte prüfen, ob ein Wechsel ins neue System lohnender ist als das Festhalten am Riester-Vertrag.
Die Riester-Auszahlung birgt steuerliche Fallstricke, die das Ergebnis erheblich schmälern können. Wer vor der Entscheidung steht, sollte drei Fragen klären: Lohnt sich die Teilauszahlung steuerlich? Gibt es eine Wohn-Riester-Option? Und wäre ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot vor Beginn der Auszahlungsphase die bessere Alternative? Wie das Altersvorsorgedepot funktioniert und was der Wechsel bringt, zeigen wir im Ratgeber.
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