Abgabefrist läuft

Steuererklärung 2018: Jetzt Steuer selbst machen und Geld vom Finanzamt zurückholen

Machen Sie jetzt Ihre Einkommenssteuererklärung und holen Sie sich Geld vom Finanzamt zurück. Das kann sich lohnen, im Schnitt erhalten Arbeitnehmer 974 Euro. Was Sie absetzen können, wie Sie bei Ihrer Steuererklärung Fristen einhalten und was Sie bei der Steuererklärung 2018 beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Steuererklärung -
darum geht es

Steuer­erklä­rung selbst machen? Das kann sich für viele Arbeitnehmer loh­nen, auch wenn sie gar nicht dazu ver­pflich­tet sind.

Eine Steuer­erstattung gibt es in neun von zehn Fällen, durch­schnitt­lich zahlt das Finanz­amt 974 Euro zurück.

Sie können bei­spiels­weise Fahrt­kosten und andere beruf­liche Kosten ab­set­zen. Auch Kirchen­steuern, Spenden sowie Kosten für Hand­wer­ker oder Haus­halt­shilfen können Sie rela­tiv leicht steuer­lich gel­tend machen.

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Tipps & Tricks

Müssen Sie eine Steuer­erklä­rung für 2018 abgeben? Dann haben Sie erst­mals zwei Monate länger Zeit: Die Frist en­det am 31. Juli 2019.

Wenn Sie freiwillig eine Ein­kommens­steuer­er­klä­rung erstellen wollen, dann haben Sie vier Jahre Zeit dafür.

Unsere Empfehlung: Ma­chen Sie Ihre Steu­er­er­klä­rung am besten mit­hilfe einer Steuersoftware.

Tipp: Wenn Sie als Rentner eine Steu­er­erklärung abgeben müssen, dann tragen Sie Ihre Rente in die Anlage R ein.

Warum Steuererklärung?

Die Frage, warum Sie als Steuerzahler eine Steuererklärung abgeben sollten, ist leicht be­ant­wor­tet: Wer seine Steuer macht, kann mit einer ordentlichen Erstattung vom Finanz­amt und mit einem finanziellen Extraplus für sein Girokonto rechnen. Im Schnitt gibt es vom Fiskus fast 1.000 Euro für Sie als Steuer­zahler zurück, das hat das Statistische Bundesamt errechnet. Unter Umständen kann die Steuererstattung aber auch deutlich höher ausfallen.

Legen Sie also am besten gleich los und machen Sie eine Aufstellung über alle Ausgaben rund um Haushalt, Job und Familie. Reichen Sie dann Ihre Steu­er­er­klä­rung frist­gerecht beim zuständigen Finanz­amt ein. Seit der Steuer­erklä­rung für 2018 haben Sie erst­mals mehr Zeit, Ihre Unter­lagen einzu­reichen.

Steuererklärung für 2018 – das ändert sich

Wie fast in jedem Jahr gab es auch 2018 einige steuerliche Änderungen, die sich auf die Steuer­erklä­rung 2019 auswirken. Beispiels­weise wurden einige Frei­beträge erhöht und für die Besteuerung von Invest­ment­fonds gibt es neue Regeln. Die wohl wichtigste Änderung aber ist die Frist für die Abgabe der Steuer­erklärung.

Steuererklärung Frist: Zwei Monate mehr Zeit

Wenn Sie Ihre Steuererklärung selbst machen, haben Sie seit 2019 zwei Monate mehr Zeit als bisher, um Ihre Steuer­unter­lagen abzugeben. Hilft Ihnen ein Lohn­steuer­hilfe­­ver­ein oder ein Steuer­berater beim Ausfüllen der Steuererklärung, dann dürfen Sie sich sogar bis zum 2. März 2020 Zeit lassen. Wenn Sie gar keine Steuerklärung abgeben müssen, diese aber freiwillig einreichen wollen, dann dürfen Sie Ihre Steuererklärung noch bis zum 2. Januar 2023 abgeben.

Erstmals müssen Sie der Steuererklärung für 2018 keine Belege mehr hinzufügen, es rei­chen die vollständigen Unterlagen. Beachten Sie aber, dass das Finanzamt bei Nach­fra­gen weiterhin jederzeit Belege anfordern kann – und zwar bis zu einem Jahr nach Erhalt des Steuerbescheids. Sie sollten also Rechnungen, Quittungen und weitere Belege für den Fall der Fälle noch einige Monate aufbewahren.

Vorsicht: Mit den neuen Fristen steigen auch die Pflichten für Steuerzahler. Das Finanz­amt kann ab sofort einen Verspätungs­zuschlag verlangen, wenn die Steuererklärung nach der Frist abgegeben wird – und das kann teuer werden. Pro verspätetem Monat beträgt der Verspätungs­zuschlag 0,25 Prozent der fest­gesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro Monat. Der Verspätungszuschlag ist in Paragraf 152 Abgaben­ordnung gesetz­lich gere­gelt.

Lässt sich die Abgabefrist verlängern?

Ja, die Frist für die Steuer­erklärung lässt sich ver­längern, sofern ein trif­tiger Grund für die ver­spätete Ab­gabe vorliegt. Eine Frist­ver­längerung gibt es also nur in Aus­nahme­fällen.

Sobald Sie absehen können, dass Sie den Termin nicht einhalten können, sollten Sie beim zuständigen Finanzamt schriftlich eine Fristverlängerung beantragen. Begründen Sie Ih­ren Antrag und nennen Sie am besten direkt einen neuen Termin. Eine triftige Be­grün­dung kann zum Beispiel eine schwere, lang­wierige Krankheit sein. Und auch ein Umzug oder fehlende Belege akzeptiert das Finanzamt in der Regel als Grund für eine Frist­ver­länge­rung.

Neue Freibeträge

Im Jahr 2018 sind einige Freibeträge gestiegen, die sich auf die Steuerklärung auswirken können. Hier die Freibeträge, die der Gesetzgeber erhöht hat:

Der Grundfreibetrag liegt bei 9.000 Euro für Ledige bzw. für Einzelveranlagte. Das sind 80 Euro mehr als im Jahr 2017.
Für Paare, die sich zusammen veranlagen lassen (Verheiratete und eingetragene Lebenspartner), gilt die doppelte Höhe, also 18.000 Euro.
Der Kinder­frei­betrag liegt der­zeit bei 2.394 Euro pro Eltern­teil. Es gibt zudem einen Freibetrag in Höhe von 1.320 Euro für Betreu­ungs-, Er­zie­hungs- oder Aus­bildungs­bedarf – für beide Eltern­teile zusammen ergibt das ins­gesamt 7.428 Euro.
Das Kindergeld liegt seit 2018 bei monatlich 194 Euro jeweils für das erste und zweite Kind.
Der Unterhaltshöchstbetrag liegt nun bei 9.000 Euro.

Für Investment­fonds gelten neue Steuer­regeln

Seit 2018 gelten für die Be­steue­rung von Invest­ment­fonds neue Regeln. Als Anleger soll­ten Sie nun weni­ger Auf­wand haben mit Ihrer Steuer­erklärung. Das gilt vor allem, wenn Sie Fonds­­anteile bei einer deut­schen Depot­bank ver­wahren. Der Grund: Die Depot­bank führt die Abgeltungssteuer auf Fondserträge nun automatisch ab – mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Investmentsteuerreformgesetz.

Bitcoin, Ethereum & Co. – Kryptowährungen von der Steuer absetzen

Krypto­­währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple wurden von der BaFin inzwi­schen als „Rech­nungs­­ein­heit“ einge­­stuft. Die digitalen Coins und Token unter­lie­gen damit steuer­­li­chen Auf­la­gen. Ge­winne, die durch eine Investition in Internet-Wäh­rungen er­zielt wurden, müssen aus diesem Grund in der Steuer­­erklä­­rung an­ge­­geben wer­den.

Aus­schlag­gebend dafür, ob auf eine Krypto­währung Steuern anfallen oder nicht, ist der Zeit­punkt des Kaufs und des Verkaufs, also letztlich die Halte­dauer. Wenn Sie in Bitcoin, Ethereum & Co. investiert sind, dann lesen Sie zu diesem Thema unseren Rat­geber Bit­coin-Steuer­erklärung und erfahren Sie, wie Sie eine Krypto­währung steuer­lich geltend machen.

Steuererklärung: Was ist das?

Bevor wir Ihnen verraten, was Sie bei einer Steuererklärung alles steuerlich geltend machen können und worauf Sie beim Ausfüllen des Antrags achten sollten, beantworten wir hier nun zunächst zwei grundsätzliche Fragen: Was ist eine Steuerklärung und warum bekommen Steuerzahler bei Abgabe Geld vom Staat zurück?

Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer

Für die Steuererklärung ist es wichtig zu wissen, dass Steuer nicht gleich Steuer ist. Es gibt einen kleinen und feinen Unter­schied zwischen Lohnsteuer und Einkommen­steuer.

Die Lohnsteuer ist der Einkommensteuer untergeordnet. Alle Arbeitnehmer, die ein Einkommen durch eine un­selbst­ständige Tätig­keit erzielen, zahlen Lohnsteuer – und ge­ben entspre­chend eine Lohn­steuer­erklärung ab.

Erzielt ein Arbeitnehmer zum Beispiel durch Vermietung, Verpachtung oder Kapi­tal­ge­winne ein zusätz­liches Ein­kommen, dann wird auf dieses zusätz­liche Ein­kommen Ein­kom­mens­steuer erhoben. Die Steuer­erklä­rung des Arbeit­nehmers wird dann auto­matisch von der Lohnsteuererklärung zur Ein­kommens­steuer­erklärung. Von dieser Ein­kommen­steuer­erklä­rung ist die Lohn­steuer­erklärung ein Bestandteil.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensio­nistinnen und Pensio­nisten Lohn­steuer zahlen, Selbständige hin­gegen zahlen Ein­kommen­steuer.

Hinweis: Für die Steuererklärung ist diese begriff­liche Unter­scheidung nicht ent­schei­dend. Wichtig für Sie als Steuer­zahler ist aller­dings, dass es für Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer zusätz­liche Absetzbeträge, beson­dere Steuer­befreiungen und Sonder­be­stim­mungen für die Besteue­rung bestimmter „Sonstiger Bezüge“ gibt. Dies kann sich auf die Höhe Ihrer Steuererstattung auswirken.

Steuererklärung: Was bekomme ich zurück und warum?

Eine Steuer­erklärung zeigt dem Finanzamt, einfach gesagt, die Ein­kommens­verhält­nisse an. Anhand der Steuer­­erklä­rung können die Behörden die Höhe der Einkommen­­steuer er­mitteln, die jeden Monat anfällt. Manchmal kann es dabei vorkommen, dass Steuer­zah­ler inner­halb eines Jahres zu viel Steuern an den Fiskus abtreten. Das passiert dann, wenn über das Jahr hinweg (im Privatleben und im Zusammenhang mit der Arbeit) Ausgaben anfallen, die steuerlich absetzbar sind. Dazu gehören beispiels­weise Kosten für den Arbeits­weg, Hand­werk­erkosten oder Kosten zur Kinder­betreuung.

Die Steuer­erklärung hilft, die eigenen (zusätzlichen) Ausgaben dem Finanzamt mit­zuteilen und dort steuer­lich geltend zu machen. Im Ideal­fall profi­tieren Sie als Steuer­zahler so von einer Steuer­rück­erstattung.

Wichtig: In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass Steuerzahler im Laufe eines Jahres zu wenig Steuern gezahlt haben. Das trifft meistens auf Selbstständige zu, die häufig eine Steuernachzahlung leisten müssen.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Einige Steuer­zahler geben freiwillig eine Steuer­erklä­rung ab, weil sie sich eine kräf­tige Steuer­erstat­tung er­hoffen. Es gibt aber auch viele Steuerzahler, die eine Steuer­erklä­rung abgeben müssen. Dazu zählen folgende Gruppen:

Arbeitnehmer und lohn­steuer­pflichtige Pen­sionäre mit den Lohn­steuer­klassen III/V oder IV mit Faktor oder VI.
Arbeit­nehmer und lohn­steuer­pflich­tige Pensio­näre, die einen Extra-Frei­betrag hatten oder die neben Gehalt oder Pension mehr als 410 Euro Einkünfte oder Lohn­ersatz wie Eltern-, Kranken- oder Kurz­arbeiter­geld erhalten haben.
Ehepaare, die Einzel­veran­lagung wählen.
Rentner, deren Ein­nahmen nach Abzug von Frei-, Pausch- und Ent­lastungs­be­trä­gen über 9.000 Euro (Ehepaare 18.000 Euro) liegen.
Kapitalanleger, die noch Erträge versteuern und darauf Kirchen­steuer zahlen müssen.
Beamte, deren Vor­sorge­pau­schale höher war als ihre Ver­siche­rungs­bei­träge.
Selbstständige.

Steuererklärung: Was ist absetzbar?

Arbeitsweg, Hand­werk­erkosten, Kinder­betreuung, Spenden – wir führen Ihnen im Folgenden die wichtigsten Posten auf, die Sie in Ihrer Steuererklärung absetzen können. Darüber hinaus verraten wir Ihnen, wo Sie diese im Steuerformular eintragen müssen und worauf Sie beim Ausfüllen der Steuererklärung achten sollten.

Werbungskosten

Alle Ausgaben rund um den Beruf werden als Werbungs­kosten bezeichnet. Sie als Steuer­zahler können für Fahrt­kosten, Fort­bildung, Arbeits­mittel und viele Dinge mehr eine Steuer­erstattung erhalten. Jeder Arbeitnehmer kann seit Kurzem einen Pauschalbetrag von 1.000 Euro steuerlich geltend machen. Bei höheren Ausgaben ist es auch möglich, mehr abzusetzen, genaue Nachweise sind dann allerdings erforderlich. Zu den Wer­bungs­kosten, die in Paragraf 9 Einkommensteuergesetz gesetz­lich gere­gelt sind, zählen unter anderem fol­gende Aus­gaben:

Fahrten zur Ar­beit mit öffent­lichen Ver­kehrs­mitteln, mit einer Fahr­gemein­schaft oder mit dem eigenen Auto.
Reise­kosten, die bei einer Dienst­reise anfallen.
Berufs­bekleidung, zum Bei­spiel ein Labor­kittel oder Arbeits­schuhe.
Werk­zeug, das Sie zur Aus­übung Ihres Berufes brauchen, zum Bei­spiel die Frisör­schere.
Ver­bringen Sie einen Groß­teil Ihrer Arbeits­zeit zu­hause in einem Ar­beits­zimmer, dann können Sie auch dies absetzen.
Kosten, die bei einem Un­fall auf dem Weg zur Ar­beit entstan­den sind.
Eine Zweit­wohnung, die Sie aus beruf­lichen Grün­den brau­chen.
Kosten für einen (berufs­bedingten) Um­zug.
Die Kosten für eine zweite Aus­bildung.
Kosten, die für eine Be­wer­bung entstehen, zum Beispiel Be­wer­bungs­mappe und Papier.
Beiträge zu Berufs­ver­bän­den und Ge­werk­schaften.
Bestimm­te Ver­si­che­rungs­bei­träge wie die Berufs­haft­pflicht­ver­siche­rung oder die Arbeits­rechts­schutz­versiche­rung.
Ge­büh­ren für die Konto­führung.
Fach­bücher oder Fach­zeit­schrif­ten, mit denen Sie sich beruf­lich auf dem Lau­fen­den halten.
Anwalts­kosten und Ge­richts­kosten, zum Beispiel bei Strei­tig­kei­ten mit dem Ar­beit­geber.
Fort­bildungen oder Weiter­bildungen sowie Kosten für einen berufs­beding­ten Sprach­kurs.
Kosten, die für die Be­hand­lung von Berufs­krank­heiten ent­ste­hen.

Nicht zuletzt können Sie auch die Steuer­beratungs­kosten für die Er­stellung der Anlage N absetzen. In der Anlage N der Steuer­erklärung sind die Einnahmen aus nicht­selbst­stän­diger Arbeit auf­geführt. Im Folgenden schlüsseln wir die wichtigsten Beispiele für Werbungs­kosten ausführlich für Sie auf.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel sind Gegenstände, die Sie brauchen, um Ihre beruflichen Aufgaben zu er­le­digen. Diese können Sie steuerlich geltend machen. Das können Fachbücher, eine Akten­tasche, Stifte und auch Geräte wie ein Computer oder ein Smartphone sein. Wichtig ist, dass Sie das Arbeitsmittel tatsächlich beruflich nutzen. Die kompletten Kosten dürfen Sie ansetzen, sobald Sie das Arbeitsmittel zu mehr als 90 Prozent beruflich nutzen.

Sie können ein­zelne Arbeits­mittel bis zu einem Kauf­preis von jeweils 952 Euro brutto (800 Euro netto + 19 Prozent Mehr­wert­steuer) voll absetzen. Diese Arbeits­mittel gelten als Gering­wer­tige Wirt­schafts­güter (GWG), bei denen eine Ab­schrei­bung über mehrere Jahre nicht not­wendig ist. Ha­ben Sie mehr für das ein­zelne Arbeits­mittel be­zahlt, dann müssen Sie den Kauf­preis über mehrere Jahre abrechnen. Einen Computer schreiben Sie beispielsweise über drei Jahre ab, Möbel über 13 Jahre. Die „Absetzung für Abnutzung“, wie Abschreibungen im Finanzamts-Deutsch heißt, legt das Bundesfinanzministerium fest – mehr dazu erfahren Sie hier.

Wichtig ist immer, dass Sie die Kosten nur zu dem Anteil absetzen können, zu dem Sie das Arbeits­mittel beruflich nutzen – die private Nutzung ist nicht absetzbar.

Auch immaterielle Wirtschaftsgüter, die Sie beruflich nutzen, sind absetzbar, zum Beispiel Software oder ein privater Telefon- und Internetanschluss. Einen Teil der Kosten des Te­le­fon- und Internetanschlusses können Sie steuerlich geltend machen. Das Finanzamt an­er­kennt 20 Prozent des Rechnungsbetrages, höchstens 20 Euro im Monat.

Tragen Sie die Ausgaben für die beruflich genutzten Arbeitsmittel in die Zeilen 41 und 42 der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

Hinweis: Haben Sie Arbeitsmittel, die Sie für die Ausübung Ihres Berufes benötigen (zum Beispiel Berufs­bekleidung wie Arbeitsschuhe), selbst bezahlt, dann können Sie die Kosten absetzen. Die Kleidung muss aber fast ausschließ­lich zur beruflichen Nutzung bestimmt sein. Aber: Müssen Sie nach einem beruflichen Aufstieg einen bestimmten „Dresscode“ einhalten, dann haben Sie schlechte Karten. Ihre Kosten für den „Chefanzug“ wird das Finanzamt nicht anerkennen, weil eine private Nutzung möglich ist.

Arbeitszimmer

Wer einen Großteil seiner Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer verbringen muss, kann die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Die Haupttätigkeit von Lehrern beispielsweise liegt außerhalb des Büros bzw. außerhalb der Schule, gleichzeitig bekommen sie aber kein eigenes Büro gestellt. Die Obergrenze für das Arbeitszimmer liegt bei 1.250 Euro.

Diese Obergrenze fällt weg, wenn das Arbeitszimmer nicht in der eigenen Wohnung liegt oder zumindest einen eigenen Eingang hat. Dann können sämtliche Kosten abgesetzt werden.

Bei der steuer­lichen Aner­kennung spielt neben Größe und Lage des Arbeits­zimmers in der Wohnung auch die Art der Nutzung sowie die Aus­stattung eine Rolle. In der Regel erwartet das Finanzamt eine „büromäßige Einrichtung“, die ins­beson­dere aus Schreib­tisch, Stüh­len, Rega­len und Akten­schrän­ken bestehen sollte. Betten, Fern­seher, Wasch­ma­schinen und andere (Freizeit-)Gegen­stände erwecken hin­gegen den An­schein einer pri­vaten Nutzung und sind in der Regel nicht absetz­bar. Es kommt dabei aber auf den Einzelfall an, denn das häus­liche Arbeits­zimmer eines Musikers oder Malers muss nicht zwingend „büromäßig“ eingerichtet sein.

Wichtig: Der Bundes­finanz­hof stellte in einer Grund­satz­entschei­dung fest, dass nur zeit­weise für die Arbeit genutzter Raum nicht steuerlich aner­kannt wird.

Fahrtkosten

Einen Teil der Ausgaben Ihres Arbeits­weges können Sie sich vom Finanzamt zurück­holen. Pro Kilo­meter gibt es eine Entfernungspauschale von 30 Cent. Das Verkehrsmittel spielt keine Rolle, es zählt allerdings nur die kürzeste Verbindung zur Arbeit und nur einfach, also nicht Hin- und Rückweg in Summe. Nicht absetzen lassen sich die Fahrtkosten zur Schule der Kinder.

In den Zeilen 31 bis 38 der Anlage N geben Sie die Adresse Ihrer Arbeits­stätte, die Ent­fer­nungs­kilometer sowie Ihre Arbeits-, Urlaubs- und Krank­heits­tage an. Wenn Sie für den Arbeitsweg öffent­liche Verkehrs­mittel wie Bus und Bahn nutzen, können Sie alter­nativ Ihre Aus­gaben für die Fahr­karten angeben. Das macht natürlich nur Sinn, wenn die Ticket­kosten höher sind als die pauschale Abrechnung nach Entfernungs­kilometer.

Tipp: Auch Ihre Fahrt­kosten zum Kauf von Arbeits­mitteln können Sie als Wer­bungs­kosten absetzen. Sind Sie bei­spiels­weise zum Möbel­haus gefahren, um einen neuen Schreib­tisch zu kaufen, können Sie dies ebenfalls steuer­lich gel­tend machen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Haus­halts­hilfen, Pflege­dienste, Garten­arbeiten – für diese soge­nannten haus­halts­nahen Dienst­leistungen dürfen Sie in der Steuererklärung höchstens 20.000 Euro Kosten geltend machen, von denen bis zu 20 Pro­zent direkt von der Steuer abge­zogen werden. Der Höchst­betrag liegt pro Jahr entsprechend bei 4.000 Euro.

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie auch in der Zweit- oder Ferienwohnung steuerlich geltend machen. Der Maximalbetrag gilt allerdings für alle Wohnsitze zusammen.

Sie benötigen eine Rechnung über die Kosten und Sie müssen die fälligen Beträge an Ihre Hilfe überweisen. Die Ausgaben tragen Sie in Zeile 71 und 72 des Haupt­vordrucks ein. Die Kosten für Haus­halts­hilfen, die nur als Minijobber beschäftigt sind, lassen sich bis zu 2.550 Euro im Jahr geltend machen. Auch hiervon werden 20 Prozent von der Steuer gemindert.

Hand­werk­erleistungen

Für Handwerkerleistungen können Sie 6.000 Euro pro Jahr in Ihrer Steuer­erklärung gel­tend machen. Wie bei haushaltsnahen Dienst­leistungen lassen sich 20 Prozent di­rekt von den Steuern ab­ziehen, also 1.200 Euro. Material­kosten zählen dabei nicht.

Zu Handwerkerleistungen gehören unter anderem Maler­arbeiten, der Schorn­steinfeger oder der Aufbau von Möbeln. Auch die Kosten für die Reparatur oder die Wartung von Elektrogeräten wie Kühl­schrank, Herd oder Wasch­maschine werden vom Finanz­amt an­er­kannt.

Die Ausgaben für die Handwerkerdienste geben Sie in Zeile 73 des Haupt­vordrucks an. Mieter können entsprechende Posten der Neben­kosten­abrechnung als Hand­werk­er­leistungen absetzen.

Vorsicht: Bezah­len Sie auf keinen Fall in bar und lassen Sie sich eine Rech­nung vom Hand­werker ausstellen.

Versicherungen

Sie können einige Kosten rund um Versicherungen steuerlich geltend machen, aber nicht alle. Es gilt die Faustregel: Kosten Ihrer Lebens­führung, die unver­meidbar Ihre wirt­schaft­liche Leistungs­fähig­keit mindern, können Sie von der Steuer absetzen. Der Gesetzgeber definiert diese Kosten als Sonderausgaben.

Sie können entsprechend Versicherungsbeträge für sogenannte Alters­vor­sorge­auf­wen­dungen, also für die gesetzliche Rentenversicherung, für das Versorgungswerk und die private Rentenversicherung (Rürup-Verträge und Riester-Rente) absetzen. Außerdem können Sie sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen. Dazu gehören unter anderem die Ausgaben für folgende Versicherungen:

Arbeitslosenversicherung
Pflegeversicherung
Krankenzusatzversicherung, zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung
Krankentagegeldversicherung/Krankenhaustagegeldversicherung
Pflegezusatzversicherung
Unfallversicherung (für den Bereich Freizeit)
Risikolebensversicherung
Kapitallebensversicherung, wenn sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde
Sterbegeldversicherung (unter bestimmten Voraussetzungen)

Geben Sie die Beiträge für die Renten-, Kranken- und Pflege­versicherung in der Anlage Vorsorgeaufwand an, diese Kosten lassen sich absetzen. Bei der Kranken- und Pflege­versicherung können Sie nur Beiträge für die Basis­absicherung steuerlich geltend machen, Extras wie eine Chefarzt-Behand­lung erkennt das Finanzamt nicht an.

Tipp: Wenn Sie eine Unfallversicherung haben, die auch Berufs­unfälle abdeckt, dann können Sie die Hälfte der Versicherungs­prämie als Werbungs­kosten absetzen. Gleiches gilt auch bei einer Rechtsschutzversicherung mit Arbeits­rechts­schutz.

Hinweis: Nicht steuerlich geltend machen können Sie hingegen reine Sachversicherungen. Diese sind vermeidbar, weil sie weder der Vorsorge dienen noch für die Ausübung des Berufes erforderlich sind.

Spenden

Sind Sie im Verein aktiv und unterstützen Sie diesen, andere gemeinnützige Or­gani­sa­tio­nen oder poli­tische Parteien mit einer Spende? Dann können Sie Steuer­vorteile nutzen und bis zu 20 Prozent Ihrer Einkünfte dafür in Ihrer Steuer­erklä­rung geltend machen. Der Empfänger der Spende muss aber gemein­nützige, wohl­tätige oder kirch­liche Zwecke fördern.

Geben Sie in den Zeilen 46 bis 49 des Haupt­vordrucks die geleisteten Spenden an, eine Spenden­bestätigung der Organisation sollten Sie in jedem Fall besitzen. Haben Sie Beiträge an Gewerk­schaften geleistet, so tragen Sie diese als Werbungs­kosten in Zeile 40 der Anlage N ein.

Reparatur, Abschreibung und Umwidmung von Arbeitsmitteln

Damit Sie bei Ihrer Steuererklärung das Optimum herausholen, also eine möglichst hohe Steuererstattung erhalten, verraten wir Ihnen im Folgenden noch ein paar Besonderheiten: Neben den Anschaffungskosten für Arbeitsmittel können Sie auch weitere Kosten absetzen, die im Zusammenhang mit Arbeitsmitteln entstehen. Teure Arbeitsmittel müssen Sie über mehrere Jahre abschreiben und private Arbeitsmittel können Sie nach einer Umwidmung ebenfalls steuerlich geltend machen.

Wartung, Reinigung und Reparatur von Arbeitsmitteln

Für Arbeitsmittel können Sie zusätzlich zu den Anschaffungskosten auch Reparatur-, Reinigungs- und Wartungskosten von der Steuer absetzen. Die meisten Finanzämter akzeptieren für Anschaffung, Reparatur und Reinigung von Arbeitsmitteln einen Pauschalbetrag in Höhe von 110 Euro an. Am besten setzen Sie diesen Betrag immer dann an, wenn Sie keine höheren Aufwendungen nachweisen können.

Teure Arbeitsmittel müssen Sie abschreiben

Arbeitsmittel können Sie, wie bereits weiter oben ausführlich beschrieben, von der Steuer absetzen. Übersteigt ein Arbeitsmittel die Kosten von 952 Euro brutto, dann müssen Sie dieses über mehrere Jahre abschreiben. Das Bundesfinanzministerium legt in der sogenannten „Ab­schrei­bungs­ta­bel­le für all­ge­mein ver­wend­ba­re An­la­ge­gü­ter (AfA-Tabelle)“ fest, wie hoch die „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Anlagegüter“ ist.

In der AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Ta­bel­le „AV“) ist festgehalten, über wie viele Jahre Sie beispielsweise einen Computer, einen Drucker, ein Handy und Büromöbel absetzen müssen. Hier eine Auswahl:

Bildschirme/Monitore – 3 Jahre
Bürocontainer – 10 Jahre
CD-Player – 7 Jahre
Computer/PC – 3 Jahre
Drucker – 3 Jahre
Faxgeräte – 6 Jahre
Frankiermaschinen – 8 Jahre
Handy – 5 Jahre
Kopiergeräte – 7 Jahre
Handy – 5 Jahre
Laptops/Notebooks – 3 Jahre
Radios – 7 Jahre
Tresore – 23 Jahre

Umwidmung – privater Gegenstand wird nun beruflich genutzt

Werbungskosten können Sie auch für Wirt­schafts­güter steuermindernd ansetzen, die Sie lange Zeit privat genutzt haben, inzwi­schen aber beruf­lich verwenden. Ein Bei­spiel: Ein Bü­cher­regal, das vier Jahre in Ihrem Wohn­zimmer stand, nutzen Sie nun in Ihrem Ar­beits­zimmer als Regal für Ihre Fach­lite­ratur.

Damit Sie diesen ehemals privaten Gegenstand nun als Arbeits­mittel in Ihrer Steu­er­er­klä­rung geltend machen können, müssen Sie ihn „umwidmen“. Was zunächst kom­pli­ziert klingt, ist im Prinzip ganz einfach – wir führen das obige Bei­spiel fort:

Für Möbel, also auch für das Bü­cher­re­gal, gilt laut AfA-Tabelle eine Nutzungs­dauer von 13 Jahren. Sie müssen nun zu­nächst die An­schaf­fungs­kosten auf diese Zeit ver­tei­len. Nehmen wir an, das Regal hat 1.300 Euro gekostet, dann schrei­ben Sie entsprechend 100 Euro pro Jahr ab. Aber: Für die vier Jahre, in denen das Regal im Wohnzimmer rein privat genutzt wurde, dürfen Sie noch keine Werbungskosten in ihrer Steuererklärung absetzen. Sie dürfen nur den Restwert von 900 Euro steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Ihr Bücherregal für die Fachliteratur in Ihrem Arbeitszimmer verwendet wurde, können Sie jedes Jahr in Ihrer Steuererklärung 100 Euro als Werbungskosten ansetzen.

Tipp: Hat das Arbeitsmittel zum Zeitpunkt der Umwidmung noch einen Restwert von höchstens 952 Euro brutto, dann können Sie diesen Betrag sofort und in voller Höhe steuerlich absetzen. Das Bücherregal gilt dann als geringwertiges Wirtschaftsgut.

Vorsicht: In dem Jahr, in dem Sie das Arbeits­mittel gekauft haben, müssen Sie monats­genau abrechnen. Haben Sie den Computer, das Bücher­regal oder das Handy erst im Juli gekauft, dann dürfen Sie im ersten Jahr auch nur sechs Monate ab­schrei­ben. Der Rest­wert des Arbeits­mittels liegt in den Folge­jahren entsprechend höher.

Abgabe der Steuererklärung – so geht’s!

Mit der Steuerklärung mussten in der Vergangenheit oft viele Quittungen und Belege eingereicht werden. Das ist seit der Steuererklärung für 2018 passé. Es ist deshalb noch leichter möglich, die Steuererklärung digital bzw. online an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Bleiben noch folgende Fragen offen: Welches Finanzamt ist überhaupt zuständig und worauf sollten Sie bei der Übermittlung der Steuererklärung achten?

Kontrolle der Steuererklärung auf Plausibilität

Haben Sie alle Unter­lagen nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, sollten Sie diese einer Endkontrolle unterziehen. Die meisten Steuer­programme prüfen Steuererklärungen automatisch auf Plausi­bilität: Ist es beispielsweise möglich, dass Sie 365 Tage in einem Jahr gearbeitet haben? Oder kann es etwa sein, dass Sie trotz Eltern­zeit kein Eltern­geld erhalten haben? Steuer­programme schließen so Rechen­fehler oder Zahlen­dreher aus, die die Höhe der Steuer­erstattung so­wohl zu Ihren Gunsten als auch zu Ihren Ungunsten beein­flussen könnten.

Auch Sie sollten eine solche Plausi­bili­täts­prüfung durchführen. Prüfen Sie Ihre An­gaben auf Richtigkeit. Damit Sie an alle steuer­lich absetz­baren Aus­gaben gedacht haben, sollten Sie sich darüber hinaus unter anderem fol­gende Fragen stellen: Haben Sie rund um Ihren Job mehr als 1.000 Euro aus­gege­ben, zum Beispiel für Fahrt­kosten, einen be­ruf­lich genutz­ten PC oder für einen Bildungs­urlaub? Haben Sie Ihre Kinder be­treuen lassen oder haben Sie Hand­werker und Helfer im Haus­halt beschäftigt? Haben Sie Geld für einen guten Zweck gespendet?

Steuererklärung: Welches Finanzamt ist zuständig?

Wenn die letzten offenen Fragen geklärt sind, dann müssen Sie Ihre Steuerklärung noch an Ihr Finanzamt übermitteln. Doch wie bekommen Sie das für Sie und Ihre Steu­er­er­klä­rung zuständige Finanzamt heraus?

Zunächst hilft Ihnen möglicherweise die Finanzamtsuche des Bundeszentralamts für Steu­ern. Nach Eingabe eines Ortes, einer Postleitzahl oder einer Bundes­finanz­amts­num­mer finden Sie dort neben der Adresse des Finanzamts auch Telefonnummer und Öff­nungs­zei­ten.

Grund­sätzlich ist fest­zuhalten, dass Sie sich immer an das Finanz­amt wenden müssen, in dessen Bezirk Sie Ihren festen Wohn­sitz haben. Wenn Sie im Jahr der Steuer­erklä­rung in Köln gelebt haben, in­zwi­schen aber in Karl­sruhe wohnen, dann ist das Finanz­amt in Karls­ruhe Ihr Ansprech­partner. Haben Sie mehrere Wohnsitze in Deutschland, dann ist ent­schei­dend, an welchem Ort Sie sich häufiger aufhalten. Wenn Sie verheiratet sind, ist das Finanzamt des Wohnsitzes zuständig, an dem sich Ihre Familie über­wiegend aufhält.

Hinweis: Sie brauchen sich übrigens keine Sorgen machen, wenn Sie Ihre Steuer­erklä­rung aus Ver­sehen bei Ihrem alten Finanz­amt ein­ge­reicht haben. Dieses prüft Ihre An­ga­ben und leitet dann sämt­liche Unter­lagen an das neue und für Sie nun zus­tän­dige Fi­nan­zamt weiter. Damit es dabei keine Probleme gibt, müssen Sie Ihre aktuelle Melde­an­schrift und Ihre per­sön­liche Steu­er­iden­ti­fika­tions­nummer (IdNr) korrekt in der Steuer­erklä­rung angegeben haben.

Wie kommt die Steuererklärung ins Finanzamt?

Sie haben mehrere Möglichkeiten, Ihre Steuerklärung beim zuständigen Finanzamt einzu­reichen. Kostenlos und besonders einfach übermitteln Sie die Unterlagen mit Elster, dem Internet-Portal der deutschen Finanzverwaltung.

Steuererklärung einreichen per Elster

Sie müssen sich dort einmalig mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrer Steuer­iden­tifi­ka­tions­num­mer re­gistrieren. Nachdem Sie ein On­line-Zer­tifi­kat (elektronische Signatur) erhalten haben, können Sie Ihre Steuererklärung ohne Unterschrift online versenden.

Wenn Sie sich nicht authentifizieren lassen wollen, können Sie alternativ auch Els­terFor­mu­lar für Ih­re Steuer­erklärung nutzen. Auch damit übermitteln Sie die Steuer­klärung elek­tro­nisch an das Finan­zamt, müssen aber eine sogenannte kom­pri­mierte Steuer­erklä­rung aus­drucken und diese unterschreiben. Die unter­schrie­bene Steuer­er­klärung müssen Sie dann per Post oder persönlich bei Ihrem zuständigen Finan­zamt einreichen.

Wichtig: Bei letzterer Variante gilt das Eingangsdatum der postalischen Einsendung und nicht das Datum der elektronischen Übermittlung.

Steuererklärung einreichen mit kostenpflichtiger Steuersoftware

Eine kostenpflichtige Steuersoftware kann Ihnen nicht nur beim Erstellen der Steu­er­er­klä­rung helfen, sondern auch bei der Über­mitt­lung der Daten an das Finanz­amt. Allerdings gibt es eine Zer­tifi­zie­rung, mit der Sie alles online abschicken können, nur im „Online-Fi­nanz­amt“ Elster. Das heißt, dass Sie sich immer in Elster registrieren müssen, auch wenn Sie ein kostenpflichtiges Steuerprogramm zum Ausfüllen der Unterlagen nutzen. Nur mit Elster-Registrierung dann können Sie Ihre Steuererklärung übers Internet übermitteln – ohne Ausdruck und Unterschrift.

Steuererklärung per Post versenden

Sie können die Steuer­erklä­rung nach wie vor selbst­ver­ständ­lich auch in Papier­form und per Post­zustellung beim zu­ständi­gen Finanz­amt ein­reichen. Das geht bei­spiels­weise, in­dem Sie die am Computer aus­gefüll­ten For­mulare aus­drucken. Sie können aber auch (noch) die ganz klassi­sche Va­rian­te wählen und die amt­lichen For­mulare hand­schrift­lich aus­füllen und unter­schrei­ben. An die For­mulare ge­langen Sie zum einen über den For­mu­lar­server der Bundes­finanz­verwal­tung oder über ein Finanzamt vor Ort. Dort liegen in der Regel Blanko-Formulare für eine Steuer­er­klä­rung meist im Eingangs­bereich aus.

Haben Sie alles aus­gefüllt und unter­schrieben? Dann schicken Sie die Steuer­erklä­rung per Post an Ihr zustän­diges Finan­zamt oder geben den Um­schlag per­sön­lich vor Ort ab.

Vorsicht: Selbst­ständige, Gewerbe­trei­bende, Land- und Forst­wirte sowie Privat­haus­halte mit Foto­voltaik-Anlage dürfen Ihre Steuer­er­klä­rung nur noch elektro­nisch über­mitteln. Auch Selbst­stän­dige im Neben­erwerb dürfen keine Steu­er­klärung in Papier­form ein­rei­chen.

Steuererklärung – hier holen Sie sich Unterstützung

Wichtig bei der Abgabe der Steuer­erklärung ist vor allem die frist­gerechte Abgabe. Be­ginnen Sie also früh mit dem Aus­füllen Ihrer Steuer­erklärung. Das gilt vor allem dann, wenn Sie damit noch keine Routine haben oder sich in Ihrem Leben etwas grundsätzlich geändert hat (Hochzeit, Nachwuchs, Umzug).

Damit Sie alle Änderungen bei Ihrer Steuererklärung beachten und nicht die Fristen verpassen, kön­nen Sie sich auch Unterstützung holen. Nutzen Sie die Angebote vor allem dann, wenn Sie zum ersten Mal eine Steuer­erklä­rung selbst machen oder Ihr Steuerfall kompli­zierter ist als sonst, weil Sie zum Beispiel Kapital­­erträge erzielt haben oder eine Immo­bilie ver­mie­ten.

Hilfe bekommen Sie unter anderem von einem Steuer­berater. Wenden Sie sich am besten an die Bundes­steuer­berater­kammer (BStBK) oder an den Deutschen Steuer­be­ra­ter­­verband (DStV). Unter anderem bietet der DStV einen Steuerberater-Suchservice, mit dem Sie die passende Unterstützung für Ihr Steuerproblem finden können. Alternativ können Sie sich auch an einen Lohn­steuer­hilfe­ver­ein wenden und sich dort beraten lassen.

Steuererklärung - das sollten Sie tun

1
Machen Sie die Steuererklärung selbst, dann nutzen Sie am besten Elster oder eine kostenpflichtige Steuersoftware.
2
Machen Sie zum ersten Mal eine Steuererklärung selbst oder hat sich in Ihrem Leben grundsätzlich etwas verändert, dann holen Sie sich Unterstützung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.
3
Unterziehen Sie Ihre Steuererklärung einer Plausibilitätsprüfung, bevor Sie diese beim Finanzamt einreichen.
4
Bewahren Sie Belege und Quittungen noch mindestens 12 Monate nach Erhalt des Steuerbescheids auf. Bei Nach­fra­gen kann das Finanzamt weiterhin jederzeit Belege anfordern.

Beitrag verfasst von:

MARKUS GENTNER – FINANZEN.NET REDAKTEUR

Markus Gentner - Redakteur finanzen.net RatgeberMarkus Gentner leitet den Ratgeberbereich bei finanzen.net. Zuvor war er fünf Jahre lang in der News-Redaktion tätig. Der studierte Journalist und Germanist entdeckte seine Passion für die Börse beim Deutschen Anleger Fernsehen DAF, bereits während seines Volontariats sammelte er Erfahrung mit Ratgeberthemen.

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Bildquelle: filmfoto / Shutterstock.com

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