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Rauf und runter: Mit Zertifikaten können Anleger von steigenden und fallenden Märkten profitieren.
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Zertifikate

Was sind Zertifikate? Funktionsweise, Typen und Risiken im Überblick

Du willst dein Depot gezielt ergänzen, Rendite auch in Seitwärtsmärkten erzielen oder dein Risiko begrenzen? Genau dafür können Zertifikate ein passendes Werkzeug sein, wenn du weißt, was du tust. Denn so groß die Chancen sind, so wenig sichtbar sind auf den ersten Blick oft die Risiken.

Und der Markt ist riesig: Laut des Bundesverbands für strukturierte Wertpapiere (BSW) lag das Marktvolumen zuletzt bei rund 100 Milliarden Euro (Stand 2024), der geschätzte Gesamtmarkt liegt sogar bei 130 bis 150 Milliarden Euro. Die Produktvielfalt ist so groß wie nie. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick: Dieser Artikel hilft dir, Chancen und Risiken von Zertifikaten sauber abzuwägen, die verschiedenen Produkttypen zu verstehen und am Ende selbst fundiert zu entscheiden, ob und welche Zertifikate zu deiner Strategie passen.

Das Wichtigste in Kürze

Keine Zeit den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:
    • Definition: Zertifikate sind strukturierte Wertpapiere, deren Rückzahlung von der Entwicklung eines Basiswerts abhängt.
    • Kein Sondervermögen: Anders als ein ETF bildet ein Zertifikat kein Sondervermögen, sondern eine Forderung gegen den Emittenten. Daraus folgt das zentrale Emittentenrisiko.
    • Zwei Hauptgruppen: Anlageprodukte (etwa Discount, Bonus, Express, Index) machen rund 97 Prozent des Marktvolumens aus, Hebelprodukte rund 3 Prozent (BSW, Stand 2024).
    • Risiko-Asymmetrie: Bei Hebelprodukten erlitten laut BaFin-Studie 2025 rund 74 Prozent der Anleger Verluste, im Schnitt 6.358 Euro je Person.
    • Eignung: Zertifikate eignen sich für definierte Markterwartungen und taktische Ziele, weniger für den breiten, langfristigen Vermögensaufbau.

Was sind Zertifikate, und warum gelten sie rechtlich als Schuldverschreibung?

Der Begriff Zertifikat klingt technisch, die Grundidee dahinter ist aber überschaubar. Kaufst du ein Zertifikat, leihst du im Kern einer Bank dein Geld. Wie viel du am Ende zurückbekommst, hängt davon ab, wie sich ein vereinbarter Basiswert entwickelt, etwa eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff. Rechtlich ist ein Zertifikat deshalb eine Inhaberschuldverschreibung nach § 793 BGB, also ein Zahlungsversprechen des Emittenten, in der Regel einer Bank. Der für dich wichtigste Punkt: Dir gehört der Basiswert nicht. Du besitzt weder eine Aktie noch einen Fondsanteil, sondern eine Forderung gegen die Bank. Genau dieser Unterschied entscheidet später über ein Risiko, das viele Anleger unterschätzen.

Die wichtigsten Begriffe rund um Zertifikate tauchen in jeder Produktbeschreibung und in jedem Basisinformationsblatt auf. Die folgende Übersicht erklärt sie kompakt.

Begriff ❓Erklärung ✅
Basiswert (Underlying)Der Vermögenswert, auf den sich das Zertifikat bezieht, etwa eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff. Seine Kursentwicklung bestimmt die Rückzahlung.
EmittentDie Bank, die das Zertifikat herausgibt. Da ein Zertifikat eine Schuldverschreibung ist, trägst du das Ausfallrisiko des Emittenten.
EmittentenrisikoDas Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird und das investierte Kapital ganz oder teilweise verloren geht.
CapDie Gewinnobergrenze bei Discount-Zertifikaten und manchen Bonus-Strukturen. Kursgewinne oberhalb des Caps stehen dir nicht zu.
Barriere (Knock-out-Schwelle)Ein festgelegter Kurs, bei dessen Berührung der Schutzmechanismus (Bonus) entfällt oder das Zertifikat (Knock-out) wertlos verfällt.
Aufgeld (Agio)Der Preisaufschlag gegenüber dem direkten Kauf des Basiswerts. Es bündelt Finanzierungskosten, Dividendenverzicht und die Marge des Emittenten.
Spread (Geld-Brief-Spanne)Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Je enger der Spread, desto günstiger ist der Ein- und Ausstieg für dich.
Basisinformationsblatt (BIB)Das gesetzlich vorgeschriebene Dokument, das Kosten, Risiken und Rendite-Szenarien eines Zertifikats zusammenfasst. Pflichtlektüre vor jedem Kauf.
LaufzeitDer Zeitraum, für den das Zertifikat begeben wird. Am Laufzeitende erfolgt die Abrechnung gemäß der Auszahlungsformel.
HebelDer Faktor, um den die Kursbewegung des Basiswerts im Zertifikat verstärkt wird. Gilt für Knock-out- und Faktor-Zertifikate.

Diese juristische Konstruktion ist der entscheidende Unterschied zum Fonds. Ein ETF hält Wertpapiere als Sondervermögen, das bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt bleibt. Ein Zertifikat begründet dagegen eine reine Gläubigerposition. Geht der Emittent pleite, fällt das eingesetzte Kapital in die Insolvenzmasse. Genau dieses Emittentenrisiko ist das Wesensmerkmal jedes Zertifikats und kehrt in jeder Risikobetrachtung wieder.

Als Basiswert dienen Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen oder Zinssätze. Über die Auszahlungsformel lassen sich nahezu beliebige Risiko-Rendite-Profile abbilden, von kapitalgeschützten Produkten bis zu hochgehebelten Spekulationen. Den deutschen Markt erfasst der Bundesverband für strukturierte Wertpapiere (BSW), der bis 2023 als Deutscher Derivate Verband (DDV) firmierte. Der BSW erhebt die Marktdaten quartalsweise bei 15 Emittenten, die zusammen rund 90 Prozent des Gesamtmarktes repräsentieren.

Jens Jüttner

Zertifikate können dein Depot sinnvoll ergänzen, wenn du sie verstehst. Nimm dir vor jedem Kauf die Zeit, Funktionsweise, Kosten und Risiken nüchtern zu prüfen, dann triffst du eine gute Entscheidung.

Jens Jüttner
Jens Jüttner
Redakteur bei finanzen.net Ratgeber

Welche Arten von Zertifikaten gibt es?

Zertifikate teilen sich in zwei Hauptgruppen: Anlageprodukte und Hebelprodukte. Anlageprodukte wie Discount-, Bonus-, Express- und Indexzertifikate machen rund 97 Prozent des Marktvolumens aus. Hebelprodukte wie Knock-out- und Faktor-Zertifikate stehen für die restlichen rund drei Prozent und ermöglichen überproportionale Gewinne wie Verluste bei kleinem Kapitaleinsatz.

Welche Anlagezertifikate sind am relevantesten?

Anlagezertifikate bilden die Kursentwicklung eines Basiswerts ab, oft mit eingebautem Risikopuffer oder Renditebegrenzung. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Typen nach ihrer Auszahlungslogik und der jeweils passenden Markterwartung. Discount- und Bonus-Zertifikate gehören zu den volumenstärksten und am längsten etablierten Kategorien. Die Tabelle gibt dir einen ersten Überblick. Wie die einzelnen Typen genau funktionieren, welche Szenarien sie abdecken und worauf du bei der Auswahl achten solltest, behandeln die jeweiligen Detailartikel zu den Zertifikate-Arten.

TypAuszahlungslogik 💸Passende Markterwartung 🔮
Indexzertifikat 📈Bildet einen Index nahezu eins zu eins ab, ohne Puffer und ohne CapSteigende Märkte, einfache Partizipation
Discount-Zertifikat 🎟️Kauf mit Rabatt auf den Basiswert, dafür Gewinnobergrenze (Cap)Seitwärts bis leicht steigend
Bonus-Zertifikat 🫰Bonuszahlung, solange eine untere Barriere nicht berührt wirdSeitwärts bis leicht steigend, mit Puffer nach unten
Express-Zertifikat 🚄Vorzeitige Rückzahlung mit fester Rendite an festgelegten StichtagenStabile bis leicht steigende Märkte
Aktienanleihe 💱Fester Zinskupon, Rückzahlung abhängig vom Schlusskurs der AktieSeitwärts, erwartete Niedrigvolatilität
Kapitalschutz-Zertifikat 🔒Rückzahlung des Nennwerts zugesichert, begrenzte PartizipationSicherheitsorientiert, eingeschränkte Renditeerwartung
Knock-Out 🥊Hebel über eine Knock-out-Schwelle, Totalverlust bei BerührungKurzfristig gerichtete, taktische Positionen
Faktor-Zertifikat 💪Konstanter täglicher Hebel ohne feste Knock-out-SchwelleKurzfristige Trendphasen mit klarer Richtung

Wie funktionieren Hebelprodukte im Überblick?

Hebelprodukte vervielfachen die Bewegung des Basiswerts und können auf diese Weise schnell für eine hohe Rendite sorgen. Knock-out-Zertifikate, auch Turbos genannt, verlieren ihren gesamten Wert, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle berührt. Faktor-Zertifikate arbeiten dagegen mit einem konstanten täglichen Hebel und eignen sich nur für kurze, klar gerichtete Trendphasen, weil sich der Hebeleffekt über mehrere Tage zuungunsten des Anlegers verschieben kann.

Wie funktionieren Zertifikate im Detail?

Das Auszahlungsprofil eines Zertifikats ergibt sich aus einer Kombination von Optionskomponenten, die der Emittent in das Wertpapier verpackt. Am Discount-Zertifikat lässt sich die Logik gut nachvollziehen: Du erhältst den Basiswert mit Rabatt, verzichtest im Gegenzug aber auf Kursgewinne oberhalb des Cap. Wie oben in der Begriffe-Tabelle erwähnt, ist der Cap die Gewinnobergrenze. An diesem Punkt sind deine Gewinne gedeckelt.

Grundsätzlich entspricht ein Discount-Zertifikat dem Verkauf einer Kaufoption auf den Basiswert. Der eingenommene Optionspreis finanziert den Rabatt, die verkaufte Option begrenzt das Gewinnpotenzial nach oben. Diese Stillhalterposition erklärt das typische Profil: begrenzte Rendite, aber ein Puffer gegen moderate Kursrückgänge.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Wirkung im Depotkontext. Stell dir vor, du möchtest 25.000 Euro in einen Aktienindex investieren, der aktuell bei 10.000 Punkten steht. Dafür hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du kaufst den Index direkt, etwa über einen ETF oder ein Indexzertifikat, und partizipierst eins zu eins an der Kursentwicklung. Oder du greifst zu einem Discount-Zertifikat auf denselben Index. Damit steigst du dank eines zehnprozentigen Rabatts günstiger ein, zahlst also nur 9.000 je Indexeinheit, akzeptierst aber eine Gewinnobergrenze (Cap) bei 10.000 Punkten. Die interaktive Grafik unten zeigt dir, wie sich beide Varianten je nach Indexstand bei Laufzeitende entwickeln. Probiere es doch gleich einmal aus.

Discount-Zertifikat Direktinvestment
Investitionssumme
25.000 €
Indexstand aktuell
10.000
Kaufpreis (−10 %)
9.000
Cap (Gewinnobergrenze)
10.000
Index bei Laufzeitende 10.000
Discount-Zertifikat
+2.778 €
+11,1 %
Direktinvestment
±0 €
±0,0 %

Szenario 1 Index seitwärts (10.000 Punkte): Der Index steht am Ende genau dort, wo er gestartet ist. Mit dem Direktinvestment hättest du null Gewinn gemacht, weil du pro Einheit 10.000 Euro zahlst und 10.000 Euro zurückbekommst (Steuern sind hier unberücksichtigt). Beim Discount-Zertifikat sieht die Rechnung anders aus: Dank des Rabatts zahlst du nur 9.000 pro Indexeinheit und erhältst für deine 25.000 Euro Einsatz 2,78 Anteile (25.000 geteilt durch 9.000). Bei einem Indexstand von 10.000 am Laufzeitende bekommst du pro Anteil 10.000 Euro ausgezahlt, also insgesamt rund 27.778 Euro. Abzüglich deines Einsatzes von 25.000 Euro bleiben dir rund 2.778 Euro Gewinn, das entspricht 11,1 Prozent Rendite. Der gesamte Gewinn stammt aus dem Rabatt: Du hast pro Einheit 1.000 Euro weniger gezahlt, als du zurückbekommst. Genau hier liegt die Stärke des Produkts.

Szenario 2 — Index fällt moderat (z. B. auf 9.500): Hier zeigt sich der Puffer des Rabatts besonders deutlich. Das Direktinvestment liegt bei 9.500 Punkten bereits 1.250 Euro im Minus, weil du pro Einheit 10.000 Euro gezahlt hast. Dein Discount-Zertifikat steht dagegen noch mit rund 1.389 Euro im Plus, weil dein Einstiegspreis dank des Rabatts nur bei 9.000 liegt. Erst wenn der Index unter die Marke von 9.000 Punkten fällt, gerätst auch du ins Minus. Der Rabatt verschafft dir also einen Schutzbereich von 1.000 Punkten, den das Direktinvestment nicht hat.

Szenario 3 — Index steigt kräftig (z. B. auf 13.000): Hier zeigt sich die Kehrseite des Cap. Dein Gewinn bleibt bei rund 2.778 Euro gedeckelt, egal wie weit der Index steigt. Das Direktinvestment hätte dir bei 13.000 Punkten dagegen 7.500 Euro Gewinn gebracht. Ab einem Indexstand von etwa 11.100 überholt das Direktinvestment das Zertifikat, das siehst du in der Grafik am Schnittpunkt der beiden Linien.

Das Profil belohnt also eine präzise Markterwartung: seitwärts bis leicht steigend. Wer an einen kräftigen Aufschwung glaubt, fährt mit dem Direktinvestment besser, weil der Cap die Gewinne deckelt.

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Welche Risiken und Kosten werden oft unterschätzt?

Zertifikate tragen drei Risikoebenen: das Emittentenrisiko, das Marktrisiko des Basiswerts und die häufig nicht leicht zu verstehenden Kosten. Bei Hebelprodukten kommt ein Totalverlustrisiko hinzu. Wer die Produktklasse einsetzt, sollte jede Ebene getrennt bewerten.

Das Emittentenrisiko wurde 2008 mit der Lehman-Insolvenz für viele Anleger real, deren Zertifikate praktisch wertlos wurden. Da ein Zertifikat eine Forderung gegen den Emittenten ist, hängt die Rückzahlung von dessen Bonität ab, unabhängig davon, wie gut sich der Basiswert entwickelt hat. Das Marktrisiko reicht je nach Produkt vom moderaten Kursverlust bis zum Totalverlust, etwa wenn ein Knock-out-Zertifikat seine Schwelle berührt.

⚠️ Wichtig

Bei Knock-out- und Turbo-Zertifikaten droht der vollständige Verlust des Einsatzes, sobald der Basiswert die Knock-out-Schwelle berührt. Eine Erholung des Kurses danach bringt das Kapital nicht zurück. Diese Produkte eignen sich ausschließlich für Anleger, die einen Totalverlust verkraften können und ihr Investment aktiv überwachen.

Wie groß die Verlustgefahr bei Hebelprodukten ausfällt, zeigt die Turbo-Studie der BaFin aus dem Jahr 2025. Im Untersuchungszeitraum 2019 bis 2023 machten rund 74 Prozent der untersuchten Privatanleger Verluste, im Schnitt 6.358 Euro je Person. In Summe verloren die rund 543.000 erfassten Anleger etwa 3,4 Milliarden Euro.

Auf der Kostenseite summieren sich mehrere Posten, die nicht immer offen ausgewiesen werden: die Geld-Brief-Spanne (Spread), das Aufgeld, eine eingepreiste Gewinnmarge des Emittenten sowie laufende Kosten bei längeren Laufzeiten. Weil der Emittent den Preis im außerbörslichen Handel maßgeblich stellt, ist die Kostenstruktur weniger transparent als bei börsengehandelten ETFs. Diese implizite Marge ist der Hauptgrund, warum Kritiker Zertifikate als vergleichsweise teuer einstufen.

Für wen eignen sich Zertifikate, und wie ordnet man sie ins Portfolio ein?

Zertifikate eignen sich für definierte Markterwartungen und taktische Ziele, nicht als Basis für den breiten Vermögensaufbau. Discount- und Bonus-Zertifikate spielen ihre Stärke in Seitwärts- bis leicht steigenden Märkten aus, Kapitalschutz-Zertifikate adressieren sicherheitsorientierte Anleger, Hebelprodukte dienen kurzfristigen, risikobewussten Positionen.

Im Portfolio-Kontext ersetzen Zertifikate keine Kernanlage. Wenn du langfristig und kostengünstig Vermögen aufbauen willst, fährst du mit breit gestreuten Index-ETFs meist besser: Der Status des Sondervermögens schützt vor dem Emittentenrisiko, die Kosten sind transparent, und die Partizipation an steigenden Märkten bleibt unbegrenzt. Zertifikate ergänzen ein bestehendes Depot dort, wo eine konkrete Meinung zur Marktentwicklung umgesetzt werden soll, etwa ein Renditepuffer in einer Seitwärtsphase über ein Discount-Zertifikat oder eine kurzfristige Absicherung.

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Zwei Verhaltensmuster verdienen bei dieser Produktklasse besondere Aufmerksamkeit. Der Overconfidence-Bias verleitet dazu, die eigene Treffsicherheit bei Markterwartungen zu überschätzen, was gerade bei gehebelten Produkten teuer werden kann. Und die Komplexität vieler Auszahlungsformeln erschwert den Vergleich, sodass eine vermeintlich attraktive Maximalrendite eine ungünstige Risiko-Rendite-Verteilung verdecken kann. Eine nüchterne Prüfung von Basiswert, Laufzeit, Barriere und Kosten anhand des Basisinformationsblatts ist deshalb Pflicht.

Fazit

Zertifikate sind flexible, aber voraussetzungsreiche Werkzeuge. Ihre rechtliche Natur als Schuldverschreibung macht das Emittentenrisiko zur dauerhaften Konstante, und die BaFin-Turbo-Studie 2025 belegt, wie schnell Hebelprodukte für viele Anleger im Minus enden. Anlageprodukte wie Discount- oder Bonus-Zertifikate lassen sich dagegen gezielt für definierte Markterwartungen nutzen. Entscheidend ist, jedes Produkt vor dem Kauf auf Basiswert, Cap oder Barriere, Laufzeit und die oft implizite Kostenmarge zu prüfen, statt sich an einer plakativen Maximalrendite zu orientieren.

Das hast du gelernt das sind deine nächsten Schritte

Was du jetzt weißt: Du verstehst, dass ein Zertifikat eine Schuldverschreibung ist und kein Sondervermögen, dass die Rückzahlung von der Entwicklung eines Basiswerts abhängt und dass das Emittentenrisiko bei jedem Zertifikat mitläuft. Du kennst den Unterschied zwischen Anlage- und Hebelprodukten und weißt, dass Kosten wie Spread, Aufgeld und implizite Marge oft weniger transparent sind als bei ETFs.

  • Emittentenrisiko ernst nehmen: Ein Zertifikat ist nur so sicher wie die Bank, die es ausgibt – das hat der Fall Lehman Brothers 2008 schmerzhaft gezeigt. Prüfe deshalb bei jedem Produkt, wer der Emittent ist und wie es um dessen Bonität steht.
  • Basisinformationsblatt lesen: Für jedes Zertifikat gibt es das gesetzlich vorgeschriebene Basisinformationsblatt (BIB). Lies dieses Dokument zu Kosten, Risiken und Szenarien immer vollständig, bevor du investierst. Drei Seiten, die dir Tausende Euro sparen können.
  • Kosten gegenrechnen: Vergleiche Spread, Aufgeld und implizite Marge mit der erwarteten Rendite. Ein Zertifikat, das auf dem Papier attraktiv aussieht, kann nach Kosten deutlich weniger bringen als ein einfacher Welt-ETF.
  • Mit kleinen Beträgen starten: Wenn du verstanden hast, wie ein Produkt funktioniert, taste dich mit kleinen Summen heran – und setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst.
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Der wichtigste Gedanke: Zertifikate sind kein Ersatz für ein breit gestreutes Depot, sondern eine gezielte Ergänzung für konkrete Markterwartungen. Es gilt: Erst die Struktur verstehen, dann die Kosten prüfen, dann mit Bedacht handeln.

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