Zertifikate mit Zinsen

Nachkaufanleihen – für welche Anleger diese Zertifikate sinnvoll sind

Mit Nachkaufanleihen investieren Sie gleich auf zweierlei Art in ein Finanzprodukt. Diese Assetklasse verbindet die Eigenschaften eines Indexzertifikates mit denen einer festverzinsten Sparanlage. Wie die Funktionsweise von Nachkaufanleihen genau aussieht und für wen sie sich lohnen, erfahren Sie im Folgenden. Empfehlungen und das Wichtigste in Kürze präsentieren wir Ihnen gleich zu Beginn.

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Nachkaufanleihen – Das Wichtigste in Kürze

  • Am besten performt eine Nachkaufanleihe, wenn der Basis-Index zunächst moderat korrigiert und dann stark nach oben zieht. Bedenken Sie, dass historische Kursentwicklungen keine Garantien für die Zukunft geben.
  • Unsere Empfehlung: Kaufen Sie Nachkaufanleihen nur von namhaften Emittenten wie der Société Générale oder BNP Paribas, da Sie mit diesem Finanzprodukt dem Emittenten-Risiko ausgesetzt sind.
  • Eine Nachkaufanleihe ist eine Mischung aus einem Indexzertifikat und einer festverzinsten Sparanlage. Die Anteile schichten sich jedoch unter bestimmten Bedingungen automatisch um.
  • Achtung: Als Anleger können Sie auch mit Nachkaufanleihen einen Totalverlust erleiden.

Inhaltsverzeichnis

Die besten Nachkaufanleihen im Vergleich

Nachkaufanleihe ISIN / WKN Emittent Basiswert
Nachkaufanleihe auf EURO STOXX 50 DE000SR7X999/SR7X99 Société Générale EURO STOXX 50
5Y Nachkaufanleihe auf EURO STOXX 50 DE000PF99FS5/PF99FS BNP Paribas EURO STOXX 50

Was sind Nachkaufanleihen?

Nachkaufanleihen bestehen aus einer festverzinsten Bar-Komponente und einer Index-Komponente. Beide Anteile sind variabel und werden unter Umständen umgeschichtet, je nachdem, wie sich der abgebildete Index entwickelt. Das Verhältnis zwischen Bar- und Indexanteil liegt in der Regel bei 40/60 bis 50/50 Prozent. Mit der Indexkomponente partizipieren sie eins zu eins an der Wertentwicklung des abgebildeten Index, zum Beispiel dem DAX 40, MSCI World oder Euro Stoxx 50. Die Bar-Komponente erzeugt jährliche Zinsen zu einem bei Vertragsabschluss vereinbarten Zinssatz. Nachkaufanleihen haben eine festgelegte Laufzeit. Die Auszahlung des Index-Anteils und der verbliebenen Bar-Komponente erfolgt am Verfallstag.

So funktionieren Nachkaufanleihen

Gehen wir von einem Nennwert von 1.000 Euro für eine Nachkaufanleihe aus. Das Verhältnis von Bar- und Indexanteil beträgt 60 zu 40 Prozent, also 600 Euro Baranteil und 400 Euro Indexanteil. Mit 3 Prozent pro Jahr wird der Baranteil verzinst. Weiterhin bildet unsere hypothetische Nachkaufanleihe den Index XY ab, den wir zu einem Startkurs am Festlegungstag bei 10.000 Punkten fixieren. Die Nachkaufschwellen liegen bei 90, 80 und 70 Prozent unseres Startkurses von 10.000 Punkten. Bei diesen Schwellen werden jeweils 20 Prozent aus dem Baranteil in den Indexanteil umgeschichtet, sodass bei 70 Prozent des Startwertes beziehungsweise 7.000 Punkten von Index XY die 1000 Euro komplett im Indexanteil investiert sind. Das tiefere Indexniveau wird also zum Nachkauf genutzt.

Werden die Nachkaufschwellen nicht unterschritten oder entwickelt sich der Index gar positiv, können Sie mit Ihrem Indexanteil am Kursgewinn partizipieren. Außerdem bekommen Sie jährlich die Zinsen aus dem Baranteil ausgezahlt. Die Gewinne aus dem Indexanteil und Ihren verbleibenden Baranteil erhalten Sie am Fälligkeitstag.

Im Optimalfall für Sie als Anleger verläuft Index XY zunächst moderat nach unten und korrigiert dann wieder stark nach oben, über den Startwert hinweg. Doch auch bei einem durchgehend seitwärts laufenden Markt würden Sie von den Zinsen des Baranteils profitieren.

Nachkaufanleihen: Vorteile und Nachteile

Börsenkenner können mit Nachkaufanleihen gute Renditen erzielen, wenn Sie die richtigen Marktschwankungen vorhersehen können. Außerdem sind die Zinsen, die die Emittenten auf den Baranteil der Nachkaufanleihen gewähren, oft um einiges höher als die konservativerer Sparanlagen wie zum Beispiel Festgeldkonten oder Tagesgeld.

Allerdings ist bei Nachkaufanleihen auch das Risiko um einiges höher. Weil der Index-Anteil den Kursverlauf des Indizes eins zu eins nachvollzieht und bei einem Abschwung des Basiswerts immer nachgekauft wird, ist auch eine negative Rendite bis hin zum Totalverlust möglich. Da Nachkaufanleihen ein Fälligkeitsdatum besitzen, können Sie einen anhaltenden Bärenmarkt auch nicht einfach aussitzen. Ferner sind Sie als Anleger bei dieser Assetklasse dem Emittenten-Risiko ausgesetzt. Das heißt, bei einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten verlieren Sie Ihr gesamtes eingesetztes Kapital. Erwerben Sie Nachkaufanleihen daher nur von seriösen und namhaften Anbietern.

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Für welche Anleger können Nachkaufanleihen sinnvoll sein?

Nachkaufanleihen können besonders für Anleger geeignet sein, die langfristig auf steigende Kurse eines bestimmten Index setzen, aber auf dem aktuellen Kursniveau nicht allzu stark investieren wollen. Privatinvestoren, die sich nicht mit der Auswahl einzelner Titel ständig beschäftigen können und wollen, könnten ebenso mit Nachkaufanleihen glücklich werden. Immerhin reguliert sich dieses Finanzprodukt quasi von selbst, da es sich bei bestimmten Verlustschwellen selbst nachreguliert. Fragen von Timing und Nachkauf müssen Sie sich als Anleger also nicht mehr stellen.

Nachkaufanleihen – das sollten Sie tun

  1. Analysieren Sie genau die Börsenperspektive für den Index, der den Basiswert für Ihre potenzielle Nachkaufanleihe darstellen soll.

  2. Schätzen Sie Ihren Anlagehorizont realistisch ein. Die Zinsen aus dem Baranteil bekommen Sie zwar in der Regel jährlich ausgezahlt, aber die Auszahlung der Bar- und Indexkomponente findet erst zum Fälligkeitsdatum statt.

  3. Im Optimalfall sinkt der abgebildete Index zunächst und steigt dann steil nach oben. Aber auch ein stetiger Kursanstieg ist gut. Selbst bei einem seitwärts laufenden Indexverlauf können Sie sich in der Regel über gute Zinsen freuen.

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🌳Das bedeutet das Bäumchen: Anlageprodukte, die im Sinne des Emittenten als nachhaltig klassifiziert werden, zeichnen wir mit einem Bäumchen-Symbol aus.

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