Partizipationszertifikate handeln

Indexzertifikate – günstig und erfolgreich an Indizes partizipieren

Was sind Indexzertifikate? Zertifikate auf einen Index sind die kostengünstige Anlagealternative zur klassischen Fondsanlage. Index- und Partizipationszertifikate bilden die Wertentwicklung eines Aktienindex 1:1 nach. Wir erklären, worauf Sie bei der Investition in Index-Zertifikate achten sollten und geben hilfreiche Tipps.

Indexzertifikate -
darum geht es

Mit Index­zertifikaten können An­leger ganz einfach an der Wert­ent­wick­lung eines Index' teil­haben - im Optimal­fall im Verhältnis 1:1.

Da in einem Index mehrere Einzel­titel ent­hal­ten sind, inve­stieren Anleger über Index­zertifikate mit nur einem Produkt diversi­fiziert in mehrere Wert­papiere.

Indexzertifikate -
Tipps & Tricks

Index­zertifikate eignen sich sowohl zur Verfolgung kurz­fristiger Strategien als auch zur lang­fristigen Geld­anlage.

Unsere Empfehlung: Verglei­chen Sie unter­schied­liche Index­zertifikate im Hin­blick auf das Chance-Risiko-Verhältnis und die Kosten.

Produkt­empfehlung: Eine Auswahl an Index­zertifi­katen finden Sie bei­spiels­weise bei HSBC und Commerzbank.

Was ist ein Indexzertifikat?

Mit Index­zertifikaten können Anleger auf einfache Weise im Verhält­nis 1:1 an der Wert­ent­wick­lung eines Aktien­index teilhaben. Dies gilt im Prinzip auch für Partizipations-Zertifikate auf Rohstoffe, bei denen aller­dings einige Besonder­heiten zu beachten sind. Partizipations-Zertifikate beziehen sich auf einzelne Rohstoffe oder Rohstoffindizes – ihre Funktions­weise ist ansonsten identisch.

Index­zertifikate bieten Zugang zu in- und aus­ländischen Märkten, einzelnen Sektoren und bestimmten Anlage­themen. Da in einem Index in der Regel mehrere Einzel­titel enthalten sind, investieren Anleger über Index­zertifikate, also mit nur einer Transaktion diversifiziert in mehrere Aktien. Da die Zusammen­setzung von Indizes in der Regel bekannt ist, sind auch die Preis­bildung sowie Chancen und Risiken von Index­zertifikaten transparent und leicht nach­vollziehbar.

Vorsicht: Bei Index-Zertifikaten auf große inter­nationale oder nationale Indizes fällt zudem oftmals kein Verwaltungsentgelt an. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wann sich die Investition in Index­zertifikate lohnt und worauf Sie bei der Geldanlage in Index­zertifikate achten sollten. 

Wenn Sie auf der Suche nach dem besten Indexzertifikat sind, dann erfahren Sie weiter unten in diesem Ratgeber mehr dazu – so finden Sie das passende Zertifikat.

Wann lohnt sich eine Investition in Indexzertifikate?

Anleger könnten sich für ein Indexzertifikat entscheiden, wenn sie davon ausgehen, dass der Kurs des zugrunde liegenden Index steigt. Da das Zertifikat 1:1 an der Wertentwicklung des Basiswerts partizipiert, sind die möglichen Wertsteigerungen theoretisch unbegrenzt. Indexzertifikate werden in der Regel ohne Laufzeitbegrenzung ausgegeben, sodass Anleger mit allen denkbaren Anlagehorizonten investieren können – diese Zertifikate eignen sich sowohl zur Verfolgung kurzfristiger Strategien wie zur langfristigen Anlage und dem Vermögensaufbau.

Vorteile von Indexzertifikaten

Einfache Depot-Einbindung kompletter Aktienmärkte.
Mit einem einzigen Zertifikat können Anleger auf einen breit gestreuten Aktienindex setzen und an seiner Wertentwicklung partizipieren.
Das Anlagerisiko wird über die vergleichsweise hohe Diversifikation stark minimiert.
Papiere können unabhängig von Angebot und Nachfrage börsentäglich gehandelt werden.
Endlose Laufzeit bietet Chancen für längerfristige Partizipation.

Welche Chancen und Risiken bergen Indexzertifikate?

Indexzertifikate partizipieren im Verhältnis 1:1 an der Wertentwicklung des Basiswerts – das gilt für steigende, aber natürlich auch für fallende Kurse. Anleger sollten beachten, dass neben einer allgemein schlechten Börsenphase (Baisse) Kursverluste insbesondere bei Investments in Märkte mit speziellen politischen Risiken entstehen können; auch können Sektorenindizes etwa durch technische Innovationen oder Preisschwankungen der primär genutzten oder produzierten Rohstoffe stark beeinträchtigt werden.

Positiv wie negativ kann sich bei Indizes in ausländischer Währung die Wechsel­kurs­entwicklung niederschlagen. Wer das Risiko der Aufwertung der Heimatwährung Euro und der Abwertung der Investitionswährung (beim S&P 500 etwa der US-Dollar) nicht übernehmen möchte, wählt ein währungsgesichertes Index-Zertifikat (Quanto-Index-Zertifikat). Bei diesen Zertifikaten ist die Wechselkursrelation von vorneherein auf das Verhältnis 1:1 fixiert. Für diese Absicherung wird in der Regel eine Gebühr erhoben, die im Preis des Zertifikats verrechnet wird.

Im Ratgeber Geldanlage geben wir Ihnen außerdem konkrete Tipps, worauf Sie bei Ihren Investitionen generell achten sollten.

Nachteile von Indexzertifikaten

Bei Indexzertifikaten müssen Anleger das Emittentenrisiko/Bonitätsrisiko beachten.
Mit einem Indexzertifikat hat der Anleger keinen Anspruch auf eine Dividendenausschüttung.
Möglicherweise entstehen hohe Spreads zwischen Verkauf- und Rücknahmekurs.
Währungsrisiko bei ausländischen Aktienindizes.
Das Anlagekapital stellt kein Sondervermögen dar.

Anlage in Indexzertifikate – ein Beispiel

Anleger, die davon ausgehen, dass der Basiswert – hier der XYZ-Aktienindex – in Zukunft steigen wird, können davon mit einem Indexzertifikat profitieren. Notiert der XYZ-Index aktuell bei 10.000 Punkten und weist das Indexzertifikat ein Bezugsverhältnis von 1:100 auf, so steht dessen Kurs nicht bei 10.000, sondern bei handlichen 100 Euro. Durch das Bezugsverhältnis von 1:100 wird eine kleine Stückelung erreicht, sodass Anleger den Gegenwert ihres Investments über die Stückzahl steuern können – und auch kleine und mittlere Anlagebeträge diversifiziert einsetzen können.

Durch den Kauf des Indexzertifikats investieren Anleger in einen diversifizierten Index, der sich aus mehreren Einzeltiteln zusammensetzt und so eine Risikostreuung ermöglicht. Dies ist unter dem Aspekt der Transaktionskosten deutlich günstiger als diverse Direktinvestments in eine große Zahl einzelner Aktien. Der Umfang der Diversifikation ist immer abhängig von der Anzahl der im Index enthaltenen Aktien und reduziert die Abhängigkeit des Anlageerfolges von Einzelwerten. Durch Diversifikation senken Anleger das Gesamtrisiko eines Investments.

Für das beispielhafte Zertifikat auf den XYZ-Index wird kein Verwaltungsentgelt berechnet, also partizipiert der Anleger direkt im Verhältnis 1:1 an positiven wie negativen Kursentwicklungen des Index. In der Regel fällt lediglich eine kleine Differenz zwischen An- und Verkaufskurs (Geld- und Briefkurs, auch Bid-Ask-Spread) von wenigen Cents an. Steht der Index etwa bei genau 10 000 Punkten, können Anleger bei einer Preisstellung (Quotierung) des Emittenten von 99,99 – 100,01 Euro das Index-Zertifikat etwa zu 100,01 Euro kaufen und zu 99,99 Euro verkaufen. Diese Spanne von 0,02 Euro entspricht also lediglich zwei Indexpunkten. 

Vorsicht: Bei großen nationalen und internationalen Indizes, die zumeist ohne Verwaltungsentgelt angeboten werden, sind die Geld-Brief-Spannen äußerst gering; bei weniger bedeutenden Indizes oder solchen mit weniger liquide handelbaren Komponenten (etwa Nebenwerte oder Aktien aus “exotischen” Ländern und Regionen) wird die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs in der Regel höher ausfallen.

Steigt der XYZ-Index um 10 Prozent auf 11.000 Punkte, so legt das Indexzertifikat ebenso um 10 Prozent zu und notiert bei 110 Euro. Verkauft der Anleger dann das Zertifikat, realisiert er – Kosten außer Acht gelassen – einen Gewinn in Höhe von 10 Prozent auf sein investiertes Kapital.

Fällt der XYZ-Index um 10 Prozent auf 9.000 Punkte, verliert das Index-Zertifikat ebenso 10 Prozent und notiert bei 90 Euro. Verkauft der Anleger dann das Zertifikat, realisiert er – Kosten außer Acht gelassen – einen Verlust in Höhe von 10 Prozent auf sein investiertes Kapital.

Tipp: Aufgrund der unbegrenzten Laufzeit der meisten Indexzertifikate sind Anleger völlig flexibel, was die Haltedauer ihrer Position betrifft. Viele Index-Zertifikate mit unbegrenzter Laufzeit eignen sich daher auch für regelmäßige Anlagen im Rahmen eines Sparplans.

Exkurs: Preis- oder Performance-Index?

Ein Aktien­index wird entweder als Preis­index (auch Kursindex oder Price-Return-Index) oder aber als Per­formance-Index (auch Total-Return- oder Total-Net-Return-Index) konzipiert. Der große Unter­schied liegt in der Be­handlung der Dividenden­zahlungen der im Index ent­haltenen Aktien. Eine Aktie notiert am Tag ihrer Dividenden­ausschüttung übliche­rweise mit einem Preis­abschlag (ex Dividende) gegenüber dem Vortag.

In einen Preis­index wird nun lediglich dieser niedrigere Kurs ein­bezogen. Damit vernach­lässigen Preis­indizes die Zahlung von Dividen­den voll­ständig; eine Korrektur des Dividenden­abschlages, der prinzipiell den Index­stand senkt, erfolgt nicht. Dieser Konzeption folgt etwa der europaweit repräsentative EuroStoxx50.

Im Gegensatz dazu sieht das Konzept von Performance-Indizes, wie etwa dem DAX, eine Reinvestition der Dividenden­zahlung am Tag des Abschlags vor. Die Dividende wird sofort wieder in Titel des ausschüttenden Unter­nehmens angelegt. Die hohe Aus­schüttung eines Index­unternehmens führt bei einem Preis­index also isoliert betrachtet zu einem Wert­verlust (obwohl eine hohe Dividende für Aktionäre erfreulich ist), während sie in einem Per­formance-Index theo­retisch zu keiner Veränderung führt.

Da sich Dividenden insbesondere bei lang­fristigen Anlage­horizonten empirisch als Wert­treiber heraus­gestellt haben, sollten sich Anleger unbedingt vor einer Transaktion in Index­zertifikate informieren, auf welche Index­konzeption sie setzen. Viele Aktienindizes der großen Börsen werden häufig in beiden Varianten berechnet – daher halten die Emittenten oft zwei Index­zertifikate auf beide Index­berechnungs­methoden bereit. Bei Zertifikaten auf Performance-Indizes kann eine Verwaltungs­gebühr erhoben werden, da dem Emittenten die Dividenden nicht zur Finan­zierung des Produkts zur Verfügung stehen.

Mögliche Szenarien

Im Idealfall steigt der zugrunde liegende XYZ-Index stark an, etwa auf 12.000 Punkte. Bei diesem Indexstand liegt der Wert des Indexzertifikats bei 120 Euro und Anleger realisieren bei Verkauf einen Gewinn von 20 Euro oder 20 Prozent – das ist die Differenz zwischen Einstiegspreis und Verkaufspreis. Da die Partizipation von Indexzertifikaten grundsätzlich nicht begrenzt ist, werden auch höhere Gewinne des Index im Verhältnis 1:1 vom Indexzertifikat nachvollzogen.

Entwickelt sich der XYZ-Index lediglich seitwärts und liegt zum Verkaufszeitpunkt des Indexzertifikats auf dem gleichen Stand wie beim Kauf, erzielen Anleger weder einen Gewinn noch einen Verlust (vor Geld-Brief-Spanne und Transaktionskosten).

Fällt der XYZ-Index etwa auf 7.500 Punkte, realisieren Anleger beim Verkauf des Index-Zertifikats zu 75 Euro einen Verlust von 25 Euro gegenüber ihrem Einstandspreis. Da Indexzertifikate keinen Kapitalschutz aufweisen, werden auch höhere Verluste im Index entsprechend vom Indexzertifikat nachvollzogen.

Auszahlungsprofil von Indexzertifikaten

Gewinne und Verluste von Partizipations­zerti­fi­katen

Aktienkurs am BewertungstagKursentwicklung der Aktie in ProzentRückzahlungs­betrag des IndexzertifikatsGewinn-/Verlust in Euro/in Prozent (ohne Kosten)
12.000 Punkte+20 %120 Euro+20 Euro/+20 %
11.000 Punkte+10 %110 Euro+10 Euro/+20 %
10.500 Punkte+5 %105 Euro+5 Euro/+5 %
10.000 Punkte0 %100 Euro0 Euro/0 %
9.500 Punkte-5 %95 Euro-5 Euro/-5 %
9.000 Punkte-10 %90 Euro-10 Euro/-10 %
7.500 Punkte-25 %75 Euro-25 Euro/-25 %

Wie funktionieren Indexzertifikate?

Da der Emittent grundsätzlich keine Gegenposition zum Anleger eingeht, also nach dem Verkauf eines Index- oder Partizipations-Zertifikats nicht auf fallende Kurse setzt, sichert er sich ab. Der einfachste und schnellste Weg, ein Indexzertifikat abzusichern, führt über den Kauf des Basiswerts.

Anstatt aber etwa bei einem DAX-Index-Zertifikat alle 30 DAX-Aktien in der aktuellen Gewichtung zu kaufen, wird der Emittent eine Long-Position im korrespondierenden DAX-Future einnehmen. Um die Lieferungs- und Lagerproblematik bei Rohstoffen zu umgehen, werden ebenfalls Futures genutzt. Der Futures-Markt bietet nicht nur eine permanent hohe Liquidität, sondern auch die geringsten Transaktionskosten, sodass auch die Index-Zertifikate meist mit sehr moderaten Geld-Brief-Spannen angeboten werden können.

Grundsätzlich gilt: Je liquider ein Future und der diesem zugrunde liegende Aktienmarkt, desto kleiner fällt die Geld-Brief-Spanne aus. Dies gilt auf dem deutschen Zertifikatemarkt insbesondere für die großen Leitindizes wie den DAX, den EuroSTOXX 50, den französischen CAC40-Index und den britischen FTSE100 Index. Nur wenn kein Index-Future zur Verfügung steht oder dieser nicht liquide genug ist, wird der Index über Direktinvestments in die einzelnen Aktien (oder repräsentative Aktienkörbe) nachgebildet.

 Wichtig: Hier gilt, je spezieller die Indexkonstruktion und je niedriger die Liquidität und Marktkapitalisierung der einzelnen Indexbestandteile, desto größere Kosten entstehen dem Emittenten bei der Absicherung. In der Regel werden die entstehenden Transaktionskosten dann über ein jährliches Verwaltungsentgelt oder eine größere GeldBrief-Spanne an den Anleger weitergegeben.

Verkauft der Anleger zu einem beliebigen Zeitpunkt sein Indexzertifikat wieder an den Emittenten zurück, dann löst dieser auch seine erworbene Absicherungsposition wieder auf. Steigt ein Anleger mit einem großen Plus aus dem Indexzertifikat aus, dann ist der Emittent durch seine Absicherung immer in der Lage, diesen Gewinn auch tatsächlich auszuzahlen – schließlich hält er die gleiche Position wie der Anleger. Ist der Markt gefallen, realisieren Anleger beim Verkauf des Index- Zertifikats einen Verlust; und auch der Emittent löst seine Absicherungsposition zu aktuellen Marktkonditionen und damit zu einem niedrigeren Indexstand auf. Der Emittent handelt also durch seine Absicherungsgeschäfte prinzipiell frei von Interessenkonflikten.

Unterschied zwischen Indexzertifikaten und ETFs - schon gewusst?

Zwischen Indexzertifikaten und Exchange-traded Funds gibt es wesentliche Unterschiede, obwohl beide Instrumente die Wertentwicklung eines Aktienindex darstellen. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich große Risikounterschiede zwischen diesen Produkten. Während Indexzertifikate von Banken rein synthetisch erstellt werden, weisen ETFs eine volle Replikation in Aktien auf. Im Insolvenzfall des Kreditinstituts kann dem Indexzertifikatbesitzer der Totalverlust drohen, wohingegen das Kapital des ETF-Besitzers als Sondervermögen geschützt ist.

Tipp: Lesen Sie in den Ratgebern ETF kaufen und ETF-Sparplan mehr über ETFs.

Preisfaktoren bei Indexzertifikaten

Preisfaktoren beim Index-Zertifikat

Der Preis eines Indexzertifikats unterliegt Schwankungen, für die Kursveränderungen des zugrunde liegenden Basiswerts – also des Index oder Rohstoffs – verantwortlich sind. Da die Produktstruktur von Indexzertifikaten keine Optionskomponenten enthält, spielen auch die aus der Optionspreisformel nach Black/Scholes abgeleiteten Kennzahlen hier keine Rolle.

Steigende Kurse des Basiswerts wirken sich positiv, fallende Kurse dagegen negativ auf den Kurs eines Indexzertifikats aus. Aufgrund der Partizipation im Verhältnis 1:1 sind die möglichen Erträge im Fall steigender Kurse nicht begrenzt. An sinkenden Kursen partizipieren Anleger ebenso; im schlimmsten Fall, nämlich bei einem Indexstand von null Punkten, erleiden sie einen Totalverlust.

Die Dividendenbehandlung innerhalb eines Index ist durch die Indexkonzeption (Performance- vs. Preisindex) geregelt. Eine Veränderung der Dividendenerwartungen von Indexkomponenten wirkt sich nicht auf den Preis eines Indexzertifikats aus. Dafür können ggf. erhobene Gebühren den Preis belasten und dafür sorgen, dass der Preis des Indexzertifikats nicht mehr 1:1 dem Gegenwert des Index entspricht.

So finden Sie das beste Indexzertifikat

Anleger sollten vor dem Kauf eine differenzierte Markteinschätzung entwickeln, da sich Indexzertifikate nur für steigende Märkte eignen. Hinsichtlich ihrer individuellen Risikobereitschaft und Renditeerwartung ist es sinnvoll, dass sich Anleger im Detail mit dem Index auseinandersetzen. Dazu gehört insbesondere das Wissen um die Konzeption des anvisierten Index (Preis- oder Performance-Index?) sowie den Grad der Diversifikation (wie viele Unternehmen aus wie vielen Sektoren aus wie vielen Ländern enthält der Index?) und die Frage, ob mit oder ohne Währungsabsicherung (Quanto) investiert werden soll.

Vor allem, wenn Anleger langfristig oder über einen Sparplan regelmäßig in einen bestimmten Index investieren möchten, sollten sie einen Performance- oder Total-Return-Index dem Preis- oder Kursindex vorziehen, um auch von den Dividenden zu profitieren (siehe Exkurs). Nicht nur mit der Anzahl der in einem Index enthaltenen Titel steigt die Diversifikation, sondern auch mit der Anzahl der enthaltenen Sektoren und/oder Herkunftsländer. Prinzipiell sinkt zwar die Schwankungsbreite eines Index mit der Anzahl der Komponenten; allerdings kann ein Index aus 30 global ausgewählten Aktien aus 10 Branchen ein geringeres Risiko aufweisen als die Indexzusammensetzung von 50 amerikanischen Internet-Unternehmen. Wer in Emerging Markets investiert, sollte mit anderen Schwankungen rechnen als bei Aktienindizes aus Industriestaaten, da oftmals die politischen Unwägbarkeiten in eine Investitionsentscheidung einzubeziehen sind.

Notieren einige oder alle Aktien eines Index in einer ausländischen Währung, so übernimmt der Anleger mit dem Index-Zertifikat ein Wechselkursrisiko. Dies ist insbesondere bei Investments in Rohstoffe der Fall, da diese weltweit in US-Dollar abgerechnet werden. Wechselkursveränderungen können grundsätzlich sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Bei Anlagen in Rohstoffe sind außerdem Besonderheiten und zusätzliche Risiken zu beachten, mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Rohstoffe handeln.

Wertet der Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung auf, dann hat dies einen wertmindernden Effekt auf das Zertifikat. Umgekehrt tritt ein wertsteigernder Währungseinfluss auf, wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro aufwertet. Anleger, die solche Währungseffekte bei der Anlage ausblenden möchten, wählen wechselkursgesicherte Quanto-Index-Zertifikate. Der Quanto-Mechanismus eliminiert sämtliche Risiken, aber auch die Chancen von Wechselkursveränderungen zugunsten einer erhöhten Kalkulationssicherheit. Da die Absicherung von Quanto-Zertifikaten komplex ist, wird der Emittent in der Regel eine jährliche Quanto-Gebühr berechnen.

Tipp: Bei der Laufzeit sollten Anleger darauf achten, dass sie zu einem Index-Zertifikat mit unbegrenzter Laufzeit greifen. Dies gilt insbesondere bei langem Anlagehorizont und/ oder regelmäßiger Anlage über einen Sparplan. Der Emittent behält sich nach den Bedingungen des Prospekts allerdings grundsätzlich das Recht vor, das Zertifikat unabhängig von der theoretisch unendlichen Laufzeit unter bestimmten Bedingungen zu kündigen und dann zu einem offiziell ermittelten Abrechnungspreis zurückzuzahlen.

Vermögensaufbau mit Indexzertifikaten - darauf sollten Sie achten!

Indexzertifikate eignen sich sowohl für den kurzfristigen, als auch für den langfristen Vermögensaufbau. In der Regel verfügen Indexzertifikate über eine unbegrenzte Laufzeit. Das bietet Chancen für längerfristige Partizipation. Darüber hinaus partizipieren Indexzertifikate 1:1 an der Wertentwicklung des Basiswerts.

Wichtig: Die Risikostreuung ist abhängig vom zugrundeliegenden Index.

Produkt- und Ausstattungsvarianten

Quanto-Index-Zertifikat (mit Wechselkurssicherung)

Anleger, die bei einem Investitionsvorhaben in einem in ausländischer Währung notierten Index das Wechselkursrisiko von Anfang an ausschließen möchten, können zu einem Indexzertifikat mit Wechselkurssicherung (Quanto-Mechanismus) greifen. Dieses fixiert den Wechselkurs auf die Relation 1:1 und eliminiert somit sämtliche Chancen und Risiken einer Fremdwährungsanlage zugunsten der Kalkulationssicherheit der Anleger. Da weltweit fast alle (termin)börsengehandelten Rohstoffe in US-Dollar abgerechnet werden, haben Anleger bei nahezu allen Partizipations-Zertifikaten auf Rohstoffe die Wahl zwischen einem wechselkursgesicherten Quanto-Zertifikat und einer Variante ohne Wechselkurssicherung.

Basket-Zertifikat

Basket-Zertifikaten liegt in der Regel ein Aktienkorb zugrunde, der nach bestimmten Kriterien ausgewählte Aktien enthält. Im Gegensatz zu Indexzertifikaten werden Basket-Zertifikate zumeist mit einer festen Laufzeit emittiert; außerdem sind die meisten Basket-Zusammenstellungen statisch, d. h., während der Laufzeit werden keine Anpassungen oder Neugewichtungen vorgenommen, wie dies bei Indizes üblich ist. Da es bei Basket-Zertifikaten de facto nie einen korrespondierenden Future-Kontrakt gibt, sichert sich der Emittent über die einzelnen Aktien ab, was oftmals ein Verwaltungsentgelt erforderlich macht oder aber über den Einbehalt von eventuellen Dividenden abgegolten wird. Basket-Zertifikate werden oft begeben, um bestimmte Investment-Themen und -Trends für Privatanleger diversifiziert investierbar zu machen.

Index-Zertifikate handeln - das sollten Sie tun

1
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2
Anleger können mit einem einzigen Indexzertifikat auf einen breit gestreuten Aktienindex setzen und an seiner Wertentwicklung partizipieren.
3
Beachten Sie bei einer Investition in Indexzertifikate auf ausländische Aktienindizes das Währungsrisiko.

Beitrag verfasst von:

Redaktion finanzen.net

Mit freundlicher Unterstützung vom DDV.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Bildquelle: laviana / Shutterstock.com

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