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Buy-and-Hold

Buy-and-Hold: So funktioniert die „Kaufen und Halten“-Strategie

Fallende Kurse, ständig neue Börsennachrichten und die Frage, ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum Ein- oder Ausstieg ist: Viele Anleger fühlen sich von der Börse gestresst, bevor sie überhaupt investiert haben. Die Buy-and-Hold-Strategie löst genau dieses Problem. Du kaufst einmal überlegt und hältst deine Anlage über viele Jahre, ohne auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren. Wie das funktioniert, welche Vorteile Kaufen und Halten bietet und wie du die Strategie umsetzt, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

Keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die Kernpunkte für dich:

    • Definition: Buy-and-Hold (deutsch: Kaufen und Halten) ist eine passive Anlagestrategie, bei der Anleger Wertpapiere wie Aktien oder ETFs kaufen und über Jahre bis Jahrzehnte halten, statt auf Kursschwankungen zu reagieren.
    • Grundidee: Kursschwankungen gleichen sich historisch über lange Zeiträume aus. Der MSCI World erzielte seit den 1970er-Jahren im Schnitt rund 7 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr.
    • Deine Vorteile: Du sparst Transaktionskosten, vermeidest Timing-Fehler und zahlst die Steuer auf Kursgewinne erst beim Verkauf. Die gestundete Steuer arbeitet so weiter für dich.
    • Umsetzung: Am einfachsten setzt du Buy-and-Hold mit breit gestreuten Welt-ETFs um, per Einmalanlage oder Sparplan.

Was ist die Buy-and-Hold-Strategie?

Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine langfristige Anlagestrategie, bei der du Wertpapiere kaufen und über einen Zeitraum von meist zehn oder mehr Jahren im Depot halten solltest. Auf kurzfristige Kursschwankungen reagieren Buy-and-Hold-Anleger bewusst nicht. Verkauft wird erst am Ende des geplanten Anlagehorizonts, beispielsweise etwa zum Rentenbeginn.

Damit bist du das Gegenteil eines Traders. Wer aktiv handelt, kauft und verkauft häufig, um kurzfristige Kursbewegungen auszunutzen. Wenn du stattdessen wartest, bis der Einstieg günstig erscheint, betreibst du sogenanntes Market Timing, also Investieren nach Prognosen. Beides scheitert in der Praxis oft, weil niemand die Kurse zuverlässig vorhersagt. Bei Buy-and-Hold brauchst du keine Prognose, du brauchst Geduld. Die Börsenlegende André Kostolany brachte das auf die Formel „Hin und her macht Taschen leer“.

Die Grundidee ist alt. Der Investor Benjamin Graham beschrieb sie bereits 1949 in seinem Buch „The Intelligent Investor“. Sein bekanntester Schüler Warren Buffett hält Aktien nach eigener Aussage am liebsten „für immer“. John Bogle, der Gründer des Fondsanbieters Vanguard und „Erfinder“ des ETF, verband Kaufen und Halten in den 1970er-Jahren erstmals mit Indexfonds. Nach seinem Ansatz suchst du dir keine einzelnen Aktien aus, sondern investierst breit gestreut in den gesamten Markt. Genau diese Kombination, Buy-and-Hold mit ETFs, ist heute der einfachste Weg für deinen langfristigen Vermögensaufbau.

Wie funktioniert Buy-and-Hold in der Praxis?

Buy-and-Hold funktioniert in drei Schritten: Anleger wählen breit gestreute Wertpapiere aus, investieren einmalig oder per Sparplan und halten die Anlage über den gesamten Anlagehorizont. Zwei Prinzipien entscheiden dabei über deinen Erfolg, ein langer Anlagehorizont und eine breite Streuung deines Kapitals.

Warum ist ein langer Anlagehorizont so wichtig?

Ein langer Anlagehorizont gleicht Kursschwankungen aus und lässt den Zinseszinseffekt wirken. Der Weltaktienindex MSCI World erzielte in den letzten etwa 50 Jahren mehr als sieben Prozent Rendite pro Jahr im Durchschnitt, trotz Ölkrise, Dotcom-Blase, Finanzkrise und Corona-Crash. Auf jede Krise folgte bisher eine Erholung. Je länger du investiert bleibst, desto stärker arbeitet der Zinseszins für dich. Deine Erträge erwirtschaften wieder Erträge, das Wachstum beschleunigt sich also von allein.

Ein Rechenbeispiel: Legst du 10.000 Euro an und erzielst 7 Prozent Rendite pro Jahr, hast du nach 20 Jahren rund 38.697 Euro. Nach 30 Jahren sind es rund 76.123 Euro. Fast der gesamte Zuwachs der letzten zehn Jahre stammt dabei aus Erträgen auf frühere Erträge. Wenn du früh anfängst und lange durchhältst, gewinnst du also doppelt.

Wie stark dein Anlagehorizont das Risiko senkt, zeigt das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts. Wer über 20 Jahre monatlich in den MSCI World einzahlte, erzielte im Durchschnitt 8,6 Prozent Rendite pro Jahr. Selbst im schlechtesten 20-Jahres-Zeitraum lagst du mit 2,5 Prozent pro Jahr noch im Plus. Eine Garantie für die Zukunft ist die Vergangenheit allerdings nicht.

Warum spielt Streuung eine zentrale Rolle?

Eine breite Streuung, im Fachjargon Diversifikation, senkt das Risiko einzelner Fehlgriffe. Setzt du auf ein einzelnes Unternehmen und geht dieses pleite, hilft dir auch die längste Haltedauer nicht mehr. Verteilst du dein Geld dagegen auf hunderte oder tausende Aktien verschiedener Länder und Branchen, fängst du solche Ausfälle auf, weil erfolgreiche Titel die Verluste ausgleichen.

Als Einsteiger fährst du mit Welt-ETFs deshalb am einfachsten. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Index wie den MSCI World automatisch nachbildet. Mit einem einzigen Welt-ETF investierst du in über 1.000 Unternehmen aus Industrieländern weltweit, bei jährlichen Kosten von meist unter 0,20 Prozent. Wenn du noch auf der Suche nach einem Welt-ETF wie dem MSCI World bist, kannst du dir die unten folgende Tabelle anschauen. Wenn du dir einen breiteren Überblick verschaffen willst, haben wir in unserem Ratgeber-Artikel „Die besten Welt-ETFs“ alles Wissenswerte für dich zusammengefasst.

Musst du dein Depot trotzdem anpassen?

Buy-and-Hold erfordert kein aktives Handeln, aber einen jährlichen Depot-Check. Besteht dein Depot aus mehreren Positionen, etwa einem Aktien-ETF und einem Sicherheitsbaustein wie Tagesgeld oder Anleihen, verschiebt sich deine Gewichtung mit der Zeit. Beim sogenannten Rebalancing stellst du die ursprüngliche Aufteilung einmal im Jahr wieder her, indem du umschichtest oder frisches Geld gezielt in den geschrumpften Teil steckst. Das ist kein Trading, sondern reine Pflege deiner Strategie. Fährst du nur einen Welt-ETF, kannst du dir diesen Schritt weitgehend sparen.

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Welche Vorteile und Nachteile hat Buy-and-Hold?

Buy-and-Hold bietet drei zentrale Renditevorteile: niedrige Transaktionskosten durch seltenes Handeln, die Vermeidung teurer Timing-Fehler und einen Steuervorteil durch die aufgeschobene Besteuerung von Kursgewinnen. Dem stehen vor allem psychologische Nachteile gegenüber, denn die Strategie verlangt dir Geduld und Nervenstärke in Crash-Phasen ab.

Den Kostenvorteil merkst du sofort: Wenn du selten handelst, zahlst du selten Ordergebühren. Der Timing-Vorteil ist subtiler. Viele Anleger kaufen, wenn die Kurse bereits stark gestiegen sind, und verkaufen in Panik, wenn sie fallen. Dieses zyklische Verhalten kostet nachweislich Rendite. Bei Buy-and-Hold kann dir das nicht passieren, weil du gar nicht erst versuchst, den Markt zu timen. Historisch war gerade das Weiterinvestieren in Krisen oft die beste Entscheidung. Wer im Corona-Crash 2020 investiert blieb oder nachkaufte, bekam Anteile zu Tiefstpreisen.

Das spricht für dich ✅Damit musst du rechnen 🤔
Du zahlst kaum Ordergebühren, weil du selten handelstDu brauchst gute Nerven, wenn die Kurse einbrechen
Du gehst kein Timing-Risiko ein, weil du nicht auf Prognosen setztDein Kapital ist über viele Jahre gebunden
Du versteuerst Kursgewinne erst beim VerkaufMit einzelnen Aktien statt breiter Streuung steigt dein Risiko
Du brauchst nur einen Depot-Check pro JahrBei einer Einmalanlage kannst du einen ungünstigen Zeitpunkt erwischen
Der Zinseszins arbeitet über die gesamte Haltedauer für dichFür kurzfristige Sparziele ist die Strategie ungeeignet

Warum sparst du mit Buy- and-Hold Steuern?

Buy-and-Hold verschiebt die Steuer auf Kursgewinne bis zum Verkauf, denn Kursgewinne werden in Deutschland erst bei der Realisierung besteuert. Auf realisierte Gewinne fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent (Stand 2026). Solange du nicht verkaufst, zahlst du diese Steuer noch nicht, und der Betrag bleibt investiert und erwirtschaftet weiter Rendite für dich.

Ein Beispiel mit zwei Anlegern zeigt dir den Effekt. Beide starten mit 10.000 Euro und erzielen 7 Prozent Kursgewinn pro Jahr. Anleger A verkauft jedes Jahr und kauft sofort neu, Anlegerin B hält einfach durch. Im ersten Jahr macht A 700 Euro Gewinn und führt davon rund 185 Euro Steuern ab, sodass er mit 10.515 Euro ins zweite Jahr geht. B startet mit den vollen 10.700 Euro und verdient im zweiten Jahr 749 Euro statt 736 Euro.

Der Vorsprung wirkt zunächst klein, wächst aber Jahr für Jahr. Nach 30 Jahren hat Anleger A 45.159 Euro im Depot. Anlegerin B kommt selbst nach Abzug der Steuer auf 58.683 Euro und damit auf rund 30 Prozent mehr, ohne dafür irgendetwas anders gemacht zu haben als abzuwarten (eigene Modellrechnung ohne Sparer-Pauschbetrag, Dividenden und Kosten).

Diesen Steuervorteil bekommst du automatisch, sobald du hältst. Du brauchst dafür weder einen Trick noch einen Steuerberater. Warren Buffett nennt die gestundete Steuer ein zinsloses Darlehen vom Staat. Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen: Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung, Stand 2026) bleiben deine Kapitalerträge ohnehin steuerfrei. Und bei thesaurierenden ETFs zahlst du jährlich eine kleine Vorabpauschale, die deinen Vorteil nur geringfügig schmälert.

Für wen eignet sich die Buy-and-Hold-Strategie?

Die Buy-and-Hold-Strategie eignet sich für Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen und ihr Geld mindestens zehn Jahre nicht benötigen. Besonders als Einsteiger profitierst du, weil Kaufen und Halten weder tägliche Kursbeobachtung noch Börsenerfahrung von dir verlangt. Ungeeignet ist die Strategie für kurzfristige Sparziele und für Geld, das für deinen Notgroschen gedacht ist.

Ob Buy-and-Hold zu dir passt, findest du mit drei Fragen heraus:

  • Kannst du auf das investierte Geld voraussichtlich zehn Jahre oder länger verzichten?
  • Hältst du einen zwischenzeitlichen Kursrückgang von 30 bis 50 Prozent aus, ohne zu verkaufen?
  • Willst du dich möglichst wenig mit der Börse beschäftigen?

Beantwortest du alle drei Fragen mit Ja, spricht viel für die Strategie. Suchst du dagegen den Nervenkitzel des aktiven Handelns oder brauchst du dein Geld in wenigen Jahren für den Immobilienkauf, fährst du mit einem anderen Ansatz besser.

Wie setzt du Buy-and-Hold konkret um?

Buy-and-Hold setzt du in vier Schritten um: Anlagehorizont festlegen, breit gestreute ETFs auswählen, per Einmalanlage oder Sparplan investieren und anschließend halten. Für den Start brauchst du lediglich ein Wertpapierdepot.

Der häufigste Buy-and-Hold-Fehler ist der Verkauf im Crash. Wer 2008 oder 2020 in Panik verkaufte, machte aus Buchverlusten echte Verluste und verpasste die anschließende Erholung. Plane Kursrückgänge von Anfang an ein, dann verlieren sie für dich ihren Schrecken.

Fazit: Buy-and-Hold ist die einfachste Strategie für den Vermögensaufbau

So setzt du Buy-and-Hold in vier Schritten um:

  • Investiere nur Geld, das du zehn Jahre oder länger nicht brauchst, und halte drei Netto-Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto.
  • Setze auf eine breit gestreute Basis wie einen Welt-ETF statt auf einzelne Aktien.
  • Starte per Einmalanlage, per Sparplan oder mit beidem kombiniert.
  • Halte durch und prüfe dein Depot einmal im Jahr, mehr Pflege braucht die Strategie nicht.

Was du dafür brauchst, ist ein Depot. Weil bei Buy-and-Hold jede eingesparte Gebühr über Jahrzehnte mitwächst, lohnt sich der Blick auf die Ordergebühren und die Sparplan-Konditionen. Bei finanzen.net ZERO¹, dem Broker von finanzen.net, eröffnest du dein Depot online in wenigen Minuten. Starte hier mit wenigen Klicks!

 

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