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DAX-Schluss: Leichte Kursaufschläge, Bayer und Volkswagen an der Spitze

Gefragt waren vor allem die Anteilsscheine des Pharmakonzerns Bayer, die teilweise mehr als 4 Prozent zulegen konnten. Dabei konnte der Wert von einer am Vortag durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA getroffene Entscheidung profitieren, die ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für das Krebsmedikament Nexavar zur Behandlung von Leberkrebs vorsieht. Im Blickpunkt standen über den gesamten Tagesverlauf hinweg auch Anteilsscheine von Infineon, nachdem der Technologiekonzern am Morgen die Übernahme des Mobilfunkgeschäfts der amerikanischen LSI Corp. gemeldet hatte. Die anfänglichen Gewinne musste das Papier jedoch im weiteren Verlauf wieder abgeben und rangierte zum Ende mit einem leichten Plus im Mittelfeld. Deutlich fester präsentierte sich hingegen Volkswagen, nachdem der Wolfsburger Konzern einen erneuten Absatzrekord zu verzeichnen hatte. Zum Ende verbuchte die Aktie ein Plus von über 2 Prozent und rangierte damit mit an der DAX-Spitze. Gefragt waren daneben DaimlerChrysler, Henkel, BASF und Deutsche Lufthansa..
Schwächer präsentierten sich am heutigen Handelstag erneut Finanz- und Versicherungswerte, die angesichts der Hypothekenkrise in den USA erneut schwächer tendierten. Am unteren Ende des DAX befanden sich die Anteilsscheine der Deutschen Postbank, welche mehr als 2 Prozent abgeben mussten. Ebenfalls schwächer präsentierten sich Anteilsscheine der Münchener Rück und die Hypo Real Estate. Auch die Deutsche Bank knüpfte an die schwache Vortagesentwicklung an und musste deutlichere Abschläge hinnehmen. Medienberichten zufolge hat das Kreditinstitut die Diskontsatzsenkung der US-Notenbank zur Aufnahme von Kapital genutzt. Die Allianz hatte unter den schwächeren Ergebnissen der Deutschland-Tochter zu leiden und gab ebenfalls ab.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 7.424,75 (+0,23 Prozent)
MDAX: 9.743,90 (+1,01 Prozent)
Tagesgewinner: Bayer, Volkswagen, DaimlerChrysler
Tagesverlierer: Deutsche Postbank, Münchener Rück, E.ON
Infineon wieder auf Einkaufstour
Der Halbleiterkonzern Infineon Technologies AG hat sich erneut durch einen Zukauf verstärkt. Die Übernahme des Handy-Chip-Geschäfts vom US-Konzern LSI Logic soll bereits im kommenden Jahr für einen positiven Ergebnisbeitrag sorgen. Die Akquisition verschafft dem Konzern zudem nach der Insolvenz von BenQ Mobile den Zugang zu einem neuem Großkunden.
Die Akquisition lässt sich der Halbleiterkonzern insgesamt 330 Millionen Euro kosten, dazu kommt noch eine bedingte erfolgsabhängige Zahlung von zu bis 37 Millionen Euro. Noch steht die Transaktion unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Der Konzern zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Transaktion bereits im vierten Kalenderquartal 2007 abschließen zu können.
Den Angaben zufolge umfasst das Mobilfunkgeschäft von LSI primär Basisband-Prozessoren sowie Mobilfunkplattformen, die das Infineon-Portfolio sinnvoll ergänzen. In den ersten sechs Geschäftsmonaten des aktuellen Fiskaljahres hatte die Mobility Products Group von LSI einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies will sich das Münchener Unternehmen zunutze machen und erhofft sich bereits für das kommende Geschäftsjahr 2008 einen positiven Ergebnisbeitrag durch den Zukauf. Insbesondere die bislang Verluste einbringende Kommunikationssparte des Konzerns soll von der Akquisition profitieren. Hier will das Unternehmen im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben.
Zudem verschafft der Erwerb des LSI-Mobilfunkgeschäfts Infineon Zugang zu einem neuen Großkunden. Die Sparte war bislang als Basisband-Lieferant für den koreanischen Samsung-Konzern tätig. Infineon hatte im vergangenen Jahr insbesondere durch die Insolvenz des Konzernkunden BenQ Mobile und dem damit verbundenen Auftragsrückgang einen herben Ergebniseinbruch hinnehmen müssen. Die Akquisition soll das Geschäft nun wieder stabilisieren: "Mit diesem Schritt machen wir erneut deutlich, dass wir unsere führende Position im Mobilfunkmarkt verteidigen und ausbauen wollen. Das von LSI übernommene Geschäft wird unsere Position bei wichtigen Kunden stärken", so der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Dr. Wolfgang Ziebart, in einer Pressemitteilung.
Der Kauf der Mobility Products Group ist bereits der zweite Zukauf von Infineon innerhalb weniger Monate. Erst Ende Juni hatte das Unternehmen die Übernahme des DSL-Geschäfts für Teilnehmerendgeräte der Texas Instruments Inc. angekündigt, mit dem der Halbleiterkonzern seine Position im DSL-Markt weiter stärken will.
Infineon hatte sich nach der Ausgliederung der schwankungsanfälligen Speicherchipsparte Qimonda auf die drei Kernbereiche Energieeffizienz, Kommunikation und Sicherheit konzentriert. Konzernchef Ziebart hatte dabei mehrfach darauf hingewiesen, dass neben organischem Wachstum insbesondere Akquisitionen dazu beitragen sollen, die Konzernziele zu erreichen und das Halbleitergeschäft weiter auszubauen.
Im dritten Geschäftsquartal hatte Infineon erneut mit einem Umsatz- und Ergebnisrückgang zu kämpfen. Die Erlöse lagen - inklusive Qimonda - um 11 Prozent unter denen des Vorjahresquartals. Zudem musste der Konzern einen Fehlbetrag von 197 Millionen Euro ausweisen nach einem Verlust von elf Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ohne Qimonda habe der Konzern operativ allerdings Fortschritte gemacht, hieß es von Seiten des Managements. Von der Beteiligung an der börsennotierten Speicherchipsparte will sich der Halbleiterhersteller in naher Zukunft trennen. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen dabei teilweise für weitere Zukäufe verwendet werden.
Auf dem Börsenparkett gab es für die Aktie des im DAX notierten Konzerns heute keine klare Richtung. Nach einem vorbörslichen Plus pendelte der Infineon-Anteilsschein im Verlauf des Handelstages um seinen Vortagesstand.
| adidas | Buy | SEB AG |
| Infineon | Buy | Citigroup Corp. |
| Hannover Rück | Kaufen | Hamburger Sparkasse AG (Haspa) |
| E.ON | Kaufen | Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) |
| EADS | Sell | Société Générale Group (SG) |
| Klöckner & Co | Buy | UBS AG |
| freenet | Buy | Commerzbank Corp. & Markets |
| Volkswagen | Buy | WestLB AG |
| DaimlerChrysler | Outperform | Credit Suisse Group |
| Deutsche Bank | Kaufen | Hamburger Sparkasse AG (Haspa) |
| Carrefour | Buy | Société Générale Group (SG) |
| Sixt | Buy | Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG |
| UBS | Buy | SEB AG |
| Deutsche Telekom | Buy | Société Générale Group (SG) |
| RWE | Buy | Citigroup Corp. |
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