22.07.2013 17:00
Bewerten
(0)

Deutsche Bank will Kapitalsorgen endgültig loswerden

Befreiungsschlag: Deutsche Bank will Kapitalsorgen endgültig loswerden | Nachricht | finanzen.net
Befreiungsschlag
Die Deutsche Bank will die anhaltende Kritik an ihrer Kapitalausstattung offenbar schnell aus der Welt schaffen.
Das Institut will nach der milliardenschweren Kapitalerhöhung vor drei Monaten innerhalb kurzer Zeit noch einmal nachlegen, wie die "Financial Times" (Montag) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Bei der Vorlage der Halbjahresbilanz in der kommenden Woche wolle das Institut Pläne vorlegen, wie es die umstrittene Verschuldungsquote (Leverage Ratio) in den kommenden Jahren verbessern will. Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Das Institut will dem "FT"-Bericht zufolge die Bilanzsumme nach US-Bilanzierungsregeln bis Ende 2015 von rund 1,2 Billionen Euro um ein Fünftel auf rund eine Billionen Euro drücken. Zudem lägen Pläne für die Ausgabe von speziellen Wandelanleihen über 6 Milliarden Euro in der Schublade. Diese Hybridpapiere können bei Bedarf in Eigenkapital gewandelt werden. Bevor diese jedoch platziert werden, müsse sicher sein, dass die Aufsicht die Papiere auch als Kernkapital anerkennt, hieß es in dem Bericht.

Am Markt kam der Bericht über die neuen Kapitalpläne gut an. Die Deutsche-Bank-Aktie legte am Montagvormittag um mehr als zwei Prozent zu und baute damit die Gewinne der vergangenen Woche aus.

KAPITALAUSSTATTUNG SORGT IMMER WIEDER FÜR ÄRGER

Finanzvorstand Stefan Krause hatte bereits Anfang Juli angekündigt, die Bilanzsumme reduzieren zu wollen. In einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" stellte er die Reduzierung des 240 Milliarden Euro dicken Liquiditätspolsters und den Abbau von Derivategeschäften in Aussicht. Die Veräußerung von nicht zum Kerngeschäft stehenden Bereichen mit einer Bilanzsumme von rund 90 Milliarden Euro steht ohnehin auf dem Plan.

Die Deutsche Bank steht seit langem wegen ihrer als zu gering kritisierten Kapitalausstattung unter Druck. Eigentlich wollte das Institut an dieser Front bereits mit der Ende April durchgezogenen Kapitalerhöhung für Ruhe gesorgt haben.

Doch nachdem das Institut seine risikogewichtete Kernkapitalquote auf einen international vorderen Wert gebracht hatte, geriet sie wegen einer anderen Kennziffer - der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) - in den Mittelpunkt der Kritik. So hatte der Vizechef der US-Einlagensicherung FDIC, Tom Hoenig, die Deutsche Bank in einem Interview als "schrecklich unterkapitalisiert" bezeichnet.

ANALYSTEN: DEUTSCHE BANK NOCH WEIT VON ZIELWERT ENTFERNT

Die Verschuldungsquote ist gerade in Europa umstritten. Einige Experten bemängeln, dass diese gerade besonders riskante Geschäfte fördert, weil jede Anlage einer Bank unabhängig von ihrem Risiko gleich bewertet wird. Für Hochrisikopapiere muss demnach genauso viel Kapital vorgehalten werden, wie für weniger riskante Anlagen.

Die Bilanzsumme soll den künftigen Regeln (Basel III) zufolge künftig maximal beim 33-fachen des Eigenkapitals liegen. Das heißt, dass der Eigenkapitalanteil an der gesamten Bilanzsumme künftig bei 3 Prozent liegen soll, bei der Deutschen Bank sind es Analysten zufolge derzeit 2,1 Prozent. Damit liegt sie im internationalen Vergleich weit hinten.

Die Verschuldungsquote soll bislang den internationalen Vorgaben zufolge allerdings die risikogewichtete Kernkapitalquote nur ergänzen. Deshalb legte die Deutsche Bank bislang auf die Kernkapitalquote ihren Schwerpunkt. Zusammen mit dem rasanten Abbau von Risiken hatte sie diesen Wert Ende April auf international starke 9,5 Prozent gebracht. Sie muss ab 2019 mehr als 10 Prozent schaffen, an den Finanzmärkten wird die weitgehende Erfüllung aber schon jetzt erwartet. Ende 2011 lag die Kernkapitalquote der Deutschen Bank noch unter 6 Prozent.

SCHWIERIGE BEWERTUNG VON RISIKEN

Als zunehmend problematisch sehen viele Beobachter allerdings die Spielräume bei der Ermittlung der Risikopositionen. So unterlegen verschiedene Institute gleichartige Anlagen mit unterschiedlich viel Kapital. Deshalb nahm die Diskussion über die Verschuldungsquote an Fahrt auf. Die USA wollen ihren Instituten etwa eine Quote von 5 bis 6 Prozent auferlegen, in Großbritannien sollen die Banken schon in diesem Jahr auf 3 Prozent kommen. Diesem Druck scheint sich nun auch die Deutsche Bank mit ihren neuen Kapitalplänen zu beugen./enl/zb/fbr

LONDON (dpa-AFX)
Bildquellen: Terramara / pixelio.de, Deutsche Bank AG
Anzeige

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    1
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Frist bis 29. Juni
Demokraten lassen bei Trump-Krediten der Deutschen Bank nicht locker
Die Demokraten im US-Kongress machen in der Debatte um angebliche Verbindungen von Präsident Donald Trump nach Russland erneut Druck auf die Deutsche Bank.
09:30 Uhr
23.06.17

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.06.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
13.06.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
08.06.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
07.06.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
31.05.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
19.05.2017Deutsche Bank kaufenDZ BANK
28.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
27.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
27.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
24.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
08.06.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
07.06.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
31.05.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
26.05.2017Deutsche Bank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
23.05.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
23.06.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
13.06.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
19.05.2017Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
03.05.2017Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen wenig verändert -- Commerzbank erwartet Verlust im 2. Quartal -- Toshiba fliegt aus Japans Leitindex Nikkei 225 -- Allianz, AIB, Volkswagen im Fokus

Harley-Davidson prüft Kauf der Audi-Tochter Ducati. Tesla plant erstes Werk in China. RWE schüttet Sonderdividende an Aktionäre aus. Wechsel in der Infineon-Geschäftsführung. Verschärfte Golf-Krise bringt Katars Landeswährung zum Absturz. ZUMTOBEL mit Gewinnsprung und Umsatzrückgang.

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Nordex AGA0D655
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
BMW AG519000
Allianz840400
Amazon.com Inc.906866
EVOTEC AG566480
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
Deutsche Telekom AG555750
Scout24 AGA12DM8