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20.02.2013 12:00

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von Julia Groß, €uro am Sonntag

DIE NÄCHSTE GENERATION

Neuentwicklungen in der Pharma-Branche: Positiver Schub

Sanofi zu myNews hinzufügen Was ist das?


Eine neue Medikamentengeneration vergrößert den Markt für Multiple-Sklerose-Therapeutika und teilt ihn völlig neu auf. Welche Aktien profitieren.

von Julia Groß, Euro am Sonntag

Eingewickelt in einen bunten Schal des Mainzer Carneval-Vereins winkt Malu Dreyer am Rosenmontag den Narren beim Fastnachtsumzug zu — heute braucht sie keinen Rollstuhl, an anderen Tagen aber schon. Dreyer ist seit Mitte Januar Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und sie hat multiple Sklerose (MS).

Der Amtsantritt der 52-Jährigen hat die unheilbare Krankheit, an der weltweit über zwei Millionen Patienten leiden, in Deutschland ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Bei der häufigsten entzündlichen Erkrankung des Nervensystems greifen eigene Immunzellen die schützende Umhüllung der Nervenfasern und die Nervenzellen selbst an. Die Folgen reichen von Sehstörungen und tauben Gliedmaßen bis zu Lähmungen.

Die Ursachen für das Verrücktspielen des Immunsystems sind bis heute unbekannt. Behandelt werden MS-Patienten vor allem mit dem Mittel Copaxone oder mit Interferonen, die sie sich täglich oder mehrmals pro Woche spritzen müssen. Das vermindert die Häufigkeit neuer Krankheitsschübe um etwa ein Drittel.

Allerdings treten häufig grippeähnliche Nebenwirkungen und unangenehme Hautreaktionen an der Einstichstelle auf. Die Kombination aus mäßiger Wirksamkeit, lästigem Handling und Nebenwirkungen lässt Patienten immer wieder die Therapie abbrechen, zumal der Verlauf der Krankheit — ob, wann und wie stark sie wieder zuschlägt — bei der typischen schubförmigen multiplen Sklerose völlig unvorhersehbar ist.

Die MS-Therapie steht jedoch vor einem tiefgreifenden Wandel, der auch für Anleger hochinteressant ist. Mit Gilenya von Novartis und Sanofis Aubagio sind zum ersten Mal Tabletten zur spezifischen MS-Behandlung zugelassen worden. Noch im laufenden Jahr soll einer ganzen Reihe von weiteren MS-Medikamenten die Vermarktungserlaubnis erteilt werden.

Bessere Verträglichkeit, patientenfreundlichere Darreichungsformen sowie Zulassungen für bisher kaum behandelbare MS-Varianten könnten das Marktvolumen kräftig anschwellen lassen. Die Investmentbank JP Morgan rechnet mit einer Steigerung von aktuell gut zehn auf 14 Milliarden US-Dollar bis 2015 und fast 18 Milliarden US-Dollar bis 2016.

Enorme Erwartungen
Extrem hohe Erwartungen hegen sowohl Patienten als auch Branchenanalysten für BG-12 von Biogen Idec. Für den 28. März wird die Zulassung in den USA erwartet. Der Stoff wird bereits zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt, deutsche Forscher entdeckten die Wirksamkeit gegen MS. „Wir gehen davon aus, dass BG-12 die erste Wahl unter den MS-Tabletten wird“, sagt JP-Morgan-Analyst Geoff Mea­cham. Zwei bis drei Milliarden Dollar könnte BG-12 pro Jahr einbringen und Biogen Idec zur Nummer 1 auf dem MS-Markt machen.

Denn Biogen Idec, eines der ältesten Biotechunternehmen überhaupt, hat zuletzt ein wahres Multiple-Sklerose-Imperium aufgebaut. Die Amerikaner vermarkten bereits das Inter­feron Avonex (Umsatz 2012: drei Milliarden Dollar) und haben nun dem Partner Elan die gesamten Vermarktungsrechte für das wirksamere, aber nebenwirkungsreiche MS-Mittel Tysabri abgekauft (Umsatz 2012: eine Milliarde Dollar). In der finalen klinischen Testphase befinden sich zudem ein Avonex-Nachfolger, der seltener gespritzt werden muss, und der ebenfalls als sehr aussichtsreich gehandelte Wirkstoff Daclizumab. Die Konkurrenz ist Biogen aber dicht auf den Fersen.

Sanofi hofft noch 2013 auf die Zulassung von ­Lemtrada. Und auch Teva verfügt mit ­Laquinimod über ein Produkt, das noch 2013 in Europa grünes Licht bekommen könnte. Hier ist besonders interessant, dass Teva Laquinimod in Kombination mit anderen Medikamenten testet. Kombinationstherapien waren in der Krebsbehandlung der große Durchbruch, bei MS sind sie bisher kaum erprobt. „Das wäre ein Paradigmenwechsel in der MS-Behandlung“, sagt Michael Hayden, Chefwissenschaftler von Teva.

In frühen Erprobungsphasen befinden sich weitere interessante Mittel: Morphosys’ MOR 103 oder Opexa von der Darmstädter Merck, die damit einen ganz anderen Therapie­ansatz verfolgt. Insgesamt viele attraktive Gelegenheiten für Anleger — und große Hoffnung für Patienten.

Investor-Info

Biogen Idec
Gut und teuer
Der Bostoner Biotech-Konzern hat ein umfassendes MS-Portfolio aufgebaut und besitzt mit BG-12 den am heißesten gehandelten Medikamentenkandidaten. „Biogen Idec ist damit perfekt positioniert. Allerdings sind die Erwartungen bereits sehr hoch, was sich auch in der Bewertung zeigt“, warnt ­Christian Lach von Adamant, dem Anlageberater des ­Lacuna Biotech-Fonds. Wer investiert ist, sollte die Aktie halten und einen Stoppkurs setzen. 

Sanofi
Groß und günstig
Die Markteinführung der Aubagio-Pille war bereits überaus erfolgreich, mit dem Ex-Leukämiemedikament Lemtrada hat Sanofi ein weiteres, potenziell herausragendes Mittel kurz vor der Zulassung. Zwar sind MS-Medikamente nur ein relativ kleiner Teil im Portfolio des französischen Pharmariesen. Aber auch das Diabetes-Geschäft ist stark, die Aktie mit einem KGV unter zwölf günstig bewertet.

Morphosys
Klein, aber stark
Neben Technologie- und Produktpartnerschaften verfolgt das Münchner Unternehmen seit einiger Zeit auch die Entwicklung eigener Medikamentenkandidaten. Der wichtigste, MOR 103, befindet sich in den Testphasen 1 und 2 gegen rheumatoide Arthritis und MS. Man setzt auf bessere Verträglichkeit und einen möglichen Einsatz in bisher kaum behandelbaren MS-Varianten. Chancenreich. 

Weitere Investments
Blick in die nächste Reihe
Novartis‘ (ISIN: CH 001 200 526 7) MS-Pille Gilenya wird ein Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zugetraut, doch wie sich der Markt der MS-Tabletten letzlich aufteilt, bleibt abzuwarten – Sanofis Aubagio jedenfalls ist bisher stärker als erwartet. Interessanter, wenn auch wesentlich risikoreicher für Anleger sind kleinere Mitspieler. Zum Beispiel XenoPort (US 984 11C 100 9), das einen dem BG-12 sehr ähnlichen Wirkstoff in der ersten klinischen Testphase erprobt. Spannend ist auch die Kooperation zwischen Merck und Opexa (US 683 72T 202 4). Opexa entnimmt Patienten Blut und behandelt darin enthaltene Immunzellen. Wenn die Patienten die Zellen wieder gespritzt bekommen, sollen sie eine heilsame Immunantwort bewirken. Das Projekt befindet sich in Phase 2 von drei klinischen Testphasen.

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