21.01.2013 15:45
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Emissionshandel: EU-Kommission fordert schnelle Entscheidungen

   Von Claudia Wiese

   BRÜSSEL--Die EU-Kommission hofft auf eine Entscheidung zum Eingriff in den CO2-Markt noch vor der Sommerpause, damit im Herbst CO2-Zertifikate aus dem Markt genommen werden können. "Es gibt zu viele CO2-Berechtigungen im Markt. Händler und Analysten sagen, die Preise werden weiter fallen", sagte der Sprecher von Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard, Isaac Valero Ladron, am Montag vor Journalisten in Brüssel. Zuvor hatten am Morgen die Preise ein neues Rekordtief erreichten. Der Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid kostete unter 5 Euro.

   Das sei kein Anreiz für Investitionen in den Klimaschutz, sagte der Sprecher. Der Emissionshandel soll Unternehmen eigentlich dazu anregen, in Energieeffizienz oder andere Maßnahmen zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes zu investieren. Doch durch die Wirtschaftskrise brauchten die Unternehmen weit weniger CO2-Berechtigungen als erwartet. Dadurch ist das Angebot höher als die Nachfrage und die Preise sinken immer weiter.

   Am vergangenen Freitag hatte die Leipziger Energiebörse EEX zum ersten Mal eine Versteigerung von CO2-Zertifikaten abgesagt, weil es keine Bieter gab. Die Summe der CO2-Berechtigungen, die jedes Jahr über Versteigerungen neu in den Markt gegeben werden, ist bereits vorab festgelegt.

   Der Sprecher forderte daher Parlament und Mitgliedstaaten auf, sich schnell zu entscheiden und Hedegaards Vorschlag zuzustimmen, 900 Millionen CO2-Zertifikate später zu versteigern als ursprünglich geplant, um keinen weiteren Überschuss im Markt aufzubauen. Einige Mitgliedstaaten hätten bereits ihre Unterstützung für den Vorschlag ausgedrückt, andere nicht. Einige wie Deutschland hätten sich noch keine Meinung gebildet, kommentierte der Sprecher.

   Die Mitgliedstaaten wollen über den Backloading-Vorschlag von Hedegaard aber erst nach dem Parlamentsvotum abstimmen. Das Parlament hätte dies gefordert, sonst wäre es durch die Entscheidung des Rates vorfestgelegt. Voraussichtlich im März oder April wird die Abstimmung im Parlament stattfinden.

   Kontakt zum Autor: claudia.wiese@dowjones.com

   DJG/cla/chg

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   January 21, 2013 09:15 ET (14:15 GMT)

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