10.09.2013 17:10
Bewerten
 (4)

Etatüberschuss in Griechenland rückt in greifbare Nähe

Erstmals seit über 10 Jahren
Zum ersten Mal seit über zehn Jahren ist Griechenland dabei, einen operativen Budgetüberschuss für das Gesamtjahr zu erzielen.
Bei den Gesprächen mit den internationalen Gläubigern über weitere Erleichterung für das krisengeschüttelte Land könnte das sehr hilfreich sein. Für Januar bis August meldete das Finanzministerium einen Primärüberschuss in den Kassen der Zentralregierung von 2,9 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war noch ein Fehlbetrag von 1,4 Milliarden Euro aufgelaufen.

   Das liegt deutlich über den Zielen, die die Gläubiger im jüngsten Rettungsplan aufgestellt hatten. Danach war für diesen Zeitpunkt nur ein Überschuss von 2,5 Milliarden Euro geplant. Im Gespräch mit Journalisten sagte Vizefinanzminister Christos Staikouras, auch der gesamtstaatliche Etat - der neben dem Budget der Zentralregierung auch die Haushalte der Regionalverwaltungen und der Staatsunternehmen umfasst - sei auf dem Weg, im Gesamtjahr einen Primärüberschuss aufzuweisen.

   Bei einem Primärüberschuss - ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen auf die Staatsschulden - besteht die Chance, dass die Staatsschuld abgebaut wird. Wichtige Faktoren sind dabei aber auch die Wirtschaftsentwicklung und die Höhe der Zinskosten.

   Eines der wichtigsten Ziele des Rettungspakets ist, die erdrückende Schuldenlast Griechenlands abzubauen. Derzeit betragen die Staatsschulden rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), ein Niveau, das von den meisten Experten als dauerhaft nicht tragbar angesehen wird. Doch die Sanierung der staatlichen Finanzen hat auch furchtbare Kosten verursacht: Die Wirtschaft schrumpft seit sechs Jahren, die Arbeitslosigkeit liegt bei 27 Prozent und die Konkurse von Betrieben rangieren auf einem Rekordhoch.

   In einer Rede in Thessaloniki verwies Ministerpräsident Antonis Samaras am Wochenende auf den Primärüberschuss als den Schlüssel, um das Schicksal des Landes zum Guten zu wenden. "Ein kleines Wunder findet in Griechenland statt", sagte Samaras. "Zum ersten Mal seit Jahren übertreffen wir unsere Ziele."

   In wenigen Wochen starten wichtige Gespräche mit der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbbank und Internationalem Währungsfonds. Dabei soll über den Finanzbedarf für die nächsten zwei Jahre gesprochen werden. Bis Ende 2015 fehlen Griechenland rund 11 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat kürzlich eingeräumt, dass ein drittes Rettungspaket für Griechenland nötig sein wird.

   DJG/apo/hab

   (ATHEN) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Ditty_about_summer / Shutterstock.com, istock/Maryna Pleshkun
Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX verliert klar -- Apple kauft Software-Startup aus München -- Wie Google die Konkurrenz attackiert -- adidas hat im Fifa-Skandal viel zu verlieren

IPO/Douglas kehrt an die Börse zurück. Euro-Zonen-Vertreter - Geld an Athen nur bei rascher Einigung. Syngenta ergreift offenbar Abwehrmaßnahmen gegen Monsanto-Gebot. US-Zinswende bleibt Thema - US-Notenbanker - Zinserhöhung 2015 wäre ein Fehler. GE will offenbar italienische Bank Interbanca verkaufen. Auch BMW von Rückruf wegen Takata-Airbags betroffen.
Diesen Ländern wurde mit Schuldenschnitten auf die Beine geholfen

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die rasende Welt der Elektroautos

Die wundersame Welt von Google

Was verdient man bei Apple?

Die größten deutschen Kapitalvernichter

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

mehr Top Rankings

Umfrage

Die Schweizer Steuerverwaltung präsentiert die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet. Was halten Sie von diesem Schritt?