10.01.2017 03:00
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Hier stimmt was nicht! Air Berlin: Absturz programmiert

Euro am Sonntag-Exklusiv: Hier stimmt was nicht! Air Berlin: Absturz programmiert | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Exklusiv

Irgendwie keimt bei Air Berlin Hoffnung auf. Der Fluggesellschaft wird über den Verkauf der Beteiligung am Ferien-Flieger Niki Geld zufließen. Doch das reicht noch lange nicht.

€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Zudem übernimmt die Lufthansa 38 Flugzeuge über Wet-Lease-Verträge. Und mit dem Austausch im Management - Lufthansa-Mann Thomas Winkelmann ersetzt Stefan Pichler - kommt die Hoffnung auf, Lufthansa könnte Air Berlin gar übernehmen. Diese Kalkulation hat eine gewisse Logik. Air Berlin könnte aus eigener Kraft keinen kostendeckenden Betrieb auf die Beine stellen. Und Lufthansa muss daran gelegen sein, vor allem den Billiganbietern wie Ryanair und Easyjet keinen zu leichten Zugang zu Flughafenslots zu ermöglichen.



Hätte die Kranich-Airline Interesse an den restlichen operativen Aktivitäten, wäre das erfreulich für viele Mitarbeiter von Air Berlin. Doch würden auch die Aktionäre und die Inhaber der Unternehmensanleihen profitieren?

Air Berlin wäre schon lange nicht mehr in der Luft, hätte der große Partner Etihad nicht Hunderte von Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die haben aber alle nichts gebracht. Air Berlin fliegt weiter hohe Verluste ein, der Schuldenberg wächst unaufhörlich, das Eigenkapital ist mit mehr als einer Milliarde negativ. Da mutet der Börsenwert von 72 Millionen Euro eher als Rundungsfehler an.

Bei diesen Relationen ist klar: Würde das Unternehmen heute geschlachtet, bliebe für Anteilseigner nichts übrig. Auch die Anleihebesitzer, die zwischen 2018 und 2019 mit Rückzahlungen von mehr als 600 Millionen Euro rechnen, müssen sich fragen, wer für diese Mittel aufkommen soll? Die Lufthansa will nur Flugzeuge, Piloten und Flughafenslots. Und weil der Kranich nun auch stärker mit Etihad zusammenarbeiten will, könnte in Abu Dhabi die Neigung wachsen, das Fehlinvestment zu beenden. Die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls nicht gering, dass die als PLC firmierende Air Berlin britisches Konkursrecht nutzt, um sich von Aktionären und dem Großteil der Schulden zu entledigen.


Unser Kolumnist Jörg Lang beschäftigt sich seit 1988 mit dem Thema Aktien.

Bildquellen: rSnapshotPhotos / Shutterstock.com, Air Berlin, Nickolay Vinokurov / Shutterstock.com, PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

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14.08.2015Air Berlin buyCommerzbank AG
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