
Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Während in Rio de Janeiro die Massen vergangene Woche die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 nach Brasilien feierten, gab es bei den Verlierern in Chicago, Tokio und Madrid betretene Gesichter. Aber auch wirtschaftlich hängen Schwellenländer wie Brasilien derzeit die etablierten Industrienationen locker ab.
„Die relativen Gewichte in der Weltwirtschaft haben sich substanziell verschoben“, schrieb der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Oktober in einem Communiqué. Grund sei „das starke Wachstum in den dynamischen Schwellen- und Entwicklungsländern“. Die Stärkung von deren Stimmengewicht im IWF ist für 2011 fest vereinbart. „Durch die Wirtschaftskrise holen die BRIC-Staaten gegenüber den alten Industrieländern schneller auf als zuvor“, sagt Thomas Gerhardt, Chef der Emerging-Markets-Fonds bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS. BRIC steht für die Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Innerhalb der letzten neun Jahre hat sich der Anteil dieser Volkswirtschaften am Bruttoinlandsprodukt der Welt von acht auf 15 Prozent nahezu verdoppelt. „In fünf Jahren werden es schon mehr als 20 Prozent sein.“
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