von Lars Winter, €uro am Sonntag
Gut, Robben hätte den Elfer nicht schießen müssen. Aber die goldene These, wonach der Gefoulte nicht selbst zum Elfmeter antreten darf, haben Wissenschaftler doch schon 2007 empirisch widerlegt. Sei’s drum: Nach dem knappen und glücklichen 1 : 0-Sieg von Borussia Dortmund im Spitzenspiel gegen die Roten am vergangenen Mittwoch ist dem amtierenden Deutschen Meister die Titelverteidigung nun wohl kaum noch zu nehmen.
An der Börse wird die Freude der Borussen-Anhänger trotzdem nicht sehr lange währen. „Sell on good news“ nennen erfahrene Börsianer Kurskorrekturen, die nicht selten auf gute Nachrichten folgen. Wie das bei der BVB-Aktie läuft, zeigt ein Blick in die vergangene Saison. Nachdem das Papier in der Hinrunde zunächst kräftig anzog, pendelte es in der zweiten Saisonhälfte zwischen 2,50 Euro und drei Euro mehr oder minder seitwärts. Als den Borussen dann im späten Verlauf der Saison 2010/11 der Meistertitel nicht mehr zu nehmen war, rutschte der Kurs ab. Zunächst ging es bis auf 2,20 Euro runter, später sackte die Aktie — nach teilweise kläglichen Auftritten in der Champions League (ich erinnere nur an die 2 : 3-Heimpleite gegen Marseille) — sogar deutlich unter zwei Euro ab. Gut möglich, dass es dieses Jahr wieder so kommt.
Anleger, die Dortmund also erneut den Meistertitel zutrauen, sollten die Aktie lieber meiden. Bayern-Anhängern sei indes zur Frustbewältigung der Kauf von Knock-out-Puts empfohlen, mit denen man auf fallende Kurse des BVB spekulieren kann. Short-Zertifikate (etwa ISIN: DE 000 LS2 ZAP 5) hat zurzeit leider ausschließlich der Emittent Lang & Schwarz im Angebot, und der stellt schlechte Kurse. Ich werde die Put-Spekulation wohl trotzdem wagen.
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Wenn Dortmund schon Meister wird, will ich die BVB-Anleger zumindest wegen ihrer fallenden Börsenkurse bedauern und könnte mich so für die Schmach vom Mittwoch revanchieren. Die sportliche Antwort gibt es dann auf dem Platz — am 12. Mai beim Pokalfinale in Berlin. Und viel wichtiger als die Meisterschaft ist ohnehin die Champions League. Und die gewinnt Bayern am 19. Mai im „Finale dahoam“.