Payom Solar: Schatten und Licht
Dass die Börse keine Einbahnstraße ist, mussten Anleger vor allem bei Solaraktien in den vergangenen Wochen schmerzhaft erfahren.
Lars Winter, €uro am Sonntag
Ging es im März – kurz nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima – mit vielen Ökopapieren noch steil bergauf, sorgten bei zahlreichen Werten bereits kurze Zeit später meist schwache Zahlen zum ersten Quartal für Ernüchterung. Ein Paradebeispiel für das kräftige Auf und Ab der solaren Aktienkurse ist Payom Solar. Im Frühjahr kletterte der Titel – angetrieben von der neuen Ökowelle und optimistischen Prognosen – noch von einem Jahreshoch zum nächsten. Dann folgte der rasante Absturz. Vom Hoch bei über elf Euro rauschte die Aktie innerhalb weniger Wochen bis auf drei Euro in den Keller. Das war zum einen schwachen Zahlen zum Jahresauftakt geschuldet, zum anderen sorgte bei einigen Börsianern der Kauf der Firma Solen und die dafür auf den Weg gebrachte Kapitalerhöhung für Unmut. Durch die Kapitalmaßnahme wurden die Anteile der Altaktionäre erneut kräftig verwässert. Das Grundkapital erhöhte sich von knapp sieben auf fast zwölf Millionen Euro und schmälert nun die Rendite für Altaktionäre entsprechend stark. Firmenchef Daniel Grosch hält den Ausverkauf dennoch für überzogen. „Das erste Quartal war schwach, allerdings hat sich seither unser Geschäft wieder spürbar belebt“, sagt der Payom-Vorstand und stellt für 2011 nach wie vor neue Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn in Aussicht. In den kommenden Quartalen soll Payom durch die Umsetzung etlicher Projekte und den Eigenbetrieb von Solarkraftwerken deutlich stabilere Ergebnisse erwirtschaften. Grosch will seinen Worten bald Taten folgen lassen. Erste Projekterfolge könnten bereits in Kürze vermeldet werden, erfahren wir. Obendrein sollen mehrere Analysten an neuen Kaufstudien basteln, heißt es in Branchenkreisen. Im Zuge des angepeilten Wechsels in den Prime Standard beschäftige sich auch ein namhaftes Bankhaus mit dem Unternehmen, wird gemunkelt. Angesichts der anstehenden Nachrichten dürfe sich die trübe Stimmungslage für Payom aufhellen. Spekulative Anleger können nach dem Ausverkauf also durchaus mal wieder auf eine stärkere Gegenbewegung setzen. Wo Schatten ist, gibt es bekanntlich ja immer auch Sonne.