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02.06.2011 17:00

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GOLD

Südafrikas Goldminen - Ungeahnter Aufschwung am Kap

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Südafrikas Goldförderer profitieren vom hohen Preis des Edelmetalls
Ob kleine Minenbetreiber oder Bergbaugiganten – Südafrikas Goldförderer profitieren vom hohen Preis des Edelmetalls. Die besten Investitionsmöglichkeiten.

von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag

Sandgelbe, lang gezogene Hügel, durchzogen von bunten Schichten, violett bis kupfergelb. Die Abraumhalden der Minen in den Bergen vor Johannesburg sind ein steinernes Überbleibsel der großen Goldgräberzeit im südafri­kanischen Witwatersrand vor knapp 150 Jahren.

Aus dem mehr als 2,5 Milliarden Jahre alten Gestein wurden in über hundert Jahren mehr als 41.000 Tonnen Gold gewaschen. Das Gold aus Wits, wie das 400 Quadratkilometer große Becken heißt, hat zur Gründung von Johannesburg geführt. Die 15-Millionen-Einwohner-Stadt ist das Zentrum der Finanzwelt, Wits das Herz der Goldminenindustrie.

Ihr Puls hat sich wegen der teuren Förderung in Südafrika in den vergangenen Jahren verlangsamt. Weltweit stieg die Förderung 2010 um knapp vier Prozent auf 2.689 Tonnen Gold, am Kap ging sie um gut sechs Prozent auf 191 Tonnen zurück. Das einst größte Förderland der Welt rangiert heute nur noch auf Platz 5. Der jüngsten Entwicklung zum Trotz ist Wits nach Einschätzung des US-Geological-Survey-Diensts immer noch die Region mit dem größten Goldvorkommen weltweit.

Chris Lancaster setzt darauf, dass hier tatsächlich Reichtümer lagern. Seit Jahren gehört dem Südafrikaner eine Goldmine im Wits-­Becken, die nur rein zufällig so heißt wie ihr Besitzer. Die Mine gibt es schon seit 1887. Als die reichhaltige Schicht mit bis zu 70 Gramm Edelmetall pro Tonne abgebaut war, wurde sie 1964 stillgelegt. Für eine Unze gab es damals nur 32 Dollar.


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Mit dem hohen Goldpreis, aktuell über 1.500 Dollar pro Unze, bekommen auch kleine Fische im Minen­geschäft wie Chris Lancaster die Chance, sich freizuschwimmen. Die Finanzierung der Projekte ist einfacher geworden. Seit einem Jahr werden daher auch in der Lancaster-Mine wieder Steine geklopft.

Renovierte Backsteingebäude, reparierte Zisternen und Gebrauchtmaschinen rund um die Lancaster-Mine strahlen den Charme des Neuanfangs aus. Felsgestein wird in ­Kugelmühlen zu Sand gemahlen. Daraus wird das Edelmetall in Zisternen mit hochgiftiger Cyanidlauge ausgewaschen. Keine Nuggets, sondern Ablagerungen um die Kiesel in den goldführenden Schichten.

Etwa 3.000 Tonnen Gestein pro Monat werden zermahlen. Bei zwei Gramm Gold pro Tonne sind das etwa sechs Kilo Gold pro Monat. Bis Jahresende sollen es 10.000 Tonnen Gestein, also 20 Kilogramm Edelmetall pro Monat sein. „Zwei Drittel vom Verkaufswert des Goldes sind Gewinn“, sagt Jean-Christoph Probst, Chef der Schweizer Firma Afrika Gold, die Ende des vergangenen Jahres 58 Prozent der Lancaster-Mine erworben hat.

Der Gewinn aus dem unbearbeiteten Gestein auf dem Minengelände ist jetzt das Startkapital für den Ausbau der Förderung. Das Goldvorkommen bis 80 Meter Tiefe schätzen die Geophysiker Edgar Stettler und Detlef Eberle auf etwa 400.000 Unzen. Beide sind als Großaktionäre von Afrika Gold auch Teilhaber der Lancaster-Mine. Sie kennen das Minengeschäft in Afrika seit mehr als 30 Jahren. Im Auftrag der Geologischen Dienste Südafrikas und Deutschlands haben sie spektakuläre Funde gemacht. „Doch hier arbeiten wir endlich für unser eigenes Projekt“, sagt Eberle nicht ohne Stolz in der Stimme.

Der Zeitpunkt dafür ist günstig. „Bei diesen Goldpreisen lohnt es sich auf jeden Fall, Restmaterial zu ver­arbeiten. Das passiert überall, nicht nur in Südafrika“, sagt Sabrina Grandchamps, Analystin der HSBC Bank. Sie beobachtet die großen Südafrikaner im Geschäft, Konzerne wie AngloGold Ashanti, Gold Fields oder Harmony Gold.

Im Vergleich zu anderen Regio­nen wird in Südafrika oft in großen Tiefen gefördert, zum Teil weit über drei Kilometer unter der Erdober­fläche. Es werde meistens „auf sehr engen Raum“ gebohrt, sagt Grandchamps. Viele Arbeiter sind notwendig, da der Abbau am Kap im Vergleich zu anderen Regionen wenig mechanisiert ist. „Das Erz wird von Arbeitern mit leichtem Gerät direkt bearbeitet“, sagt die Expertin.

Im neuen Lancaster-Stollen wird das Gestein noch mit dem Bagger, der vier Tonnen pro Schaufel schafft, rausgefahren. Später sollen Förderbänder installiert werden, ähnlich wie in den Minen der Großkonzerne. In den Schichten bis 400 Meter ­erwarten die Geophysiker weitere 900.000 Unzen Gold. Die Bohrprogramme für den Nachweis laufen. Das Gesamtvorkommen, 1,3 Millionen Unzen, soll bis 2012 offiziell bestätigt werden. Der Beleg würde den Wert der Lancaster-Mine erheblich steigern.

Was für die Großaktionäre der Firma Afrika Gold aussichtsreich scheint, bleibt für Kleinaktionäre riskant. Der Handel mit der Aktie, die unter 20 Euro-Cent notiert, ist dünn. Hohe Kursschwankungen sind programmiert. Die Chancen, aber auch das Risiko sind bei Aktien kleiner Förderunternehmen sehr hoch. Weniger Nervenkitzel, aber mehr Sicherheit bieten für Anleger dagegen die Aktien der großen Goldförderer in Südafrika.

Die Sorgen vor hoher Inflation werden Gold weiter verteuern, sagen Experten. Beispiel Indien: Dort floss während der ersten drei Monate 37 Prozent mehr Geld in Goldfonds: rund 1,1 Milliarden Dollar. Die Verkäufe von Schmuck in China und Goldmünzen in Amerika haben Re­kordniveaus erreicht. Der stärkste Preistreiber sind inzwischen die auf Gold spezialisierten Indexfonds (ETFs). Das von ihnen verwaltete Gold entspricht 80 Prozent einer jährlichen globalen Produktion.

Für die südafrikanischen Minenkonzerne ist das hohe Preisniveau die erhoffte Trendwende: „Jetzt können die Konzerne den weiteren Anstieg ihrer Kosten wettmachen“, sagt HSBC-Analystin Grandchamps.

AngloGold Ashanti, Favorit der Analystin, wird in diesem Jahr wieder knapp eine Milliarde Dollar frei verfügbarer Mittel verdienen. „Das zeigt: Der Konzern hat seine Kosten im Griff.“ Mit 597 Dollar Förderkosten pro Unze Gold habe das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz in Südafrika zudem die niedrigste Belastung. Gold Fields beispielsweise fördert Gold mit 750 Dollar Kosten pro Unze deutlich teurer. Bei Harmony Gold liegen die Kosten „nochmals höher“, sagt die Minenexpertin. Personalkosten, 40 bis 50 Prozent der Gesamtbelastung, und hohe Energiekosten, die in Südafrika jährlich zweistellig zulegen, sind die größte Herausforderung für die Minenkonzerne am Kap. Einige, wie AngloGold Ashanti, haben das gut gemeistert. Bei Börsianern ist das noch nicht so richtig angekommen.

Das dürfte sich mit steigenden Aktienkursen jedoch bald ändern. Nicht nur für Chris Lancaster bekommen die farbigen Hügel von Witwatersrand damit ihren Glanz aus großen Zeiten zurück.

Investor-Info

Gold
Einbruch unwahrscheinlich

Vor 30 Jahren fiel der Goldpreis, weil die Nachfrage der Schmuckindustrie und nicht mehr die Rolle als ultimative Reservewährung den Markt beeinflusste. Mit den Sorgen um Inflation und Staatsverschuldung ist eine Entwicklung wie damals sehr unwahrscheinlich.

AngloGold Ashanti
Weniger Schulden, mehr Cash

Die Strategie mit Lieferverträgen zu fest vereinbarten Goldpreisen, bisher zehn Prozent der Produktion, wurde beendet. Damit profitiert AngloGold Ashanti künftig voll von der Entwicklung des Goldpreises. Für das Gesamtjahr erwartet HSBC 1,7 Milliarden Dollar Nettogewinn, nach 77 Millionen Dollar für 2010. Die frei verfügbaren Mittel (Cashflow) sollen auf 1,1 Milliarden Dollar zulegen. Die Nettoverschuldung wurde Ende März um eine Milliarde auf 1,1 Milliarden Dollar zurückgefahren. Spekulativ.

Gold Fields
Erfolgreiche Kostenkontrolle

Die Kosten für Personal und Energie machen im Durchschnitt 75 Prozent der finanziellen Belastungen südafrikanischer Minenkonzerne aus. Gold Fields und AngloGold Ashanti meistern diese Herausforderung am besten. Gold-Fields-Chef Nick Holland lieferte diesbezüglich drei Quartale in Folge bessere Ergebnisse als erwartet. Die operative Marge verbesserte sich von 35 auf 46 Prozent. Das wird sich 2011 bezahlt machen. Der Nettogewinn soll sich nach Analystenschätzungen von 21 Cent auf 1,62 USDollar pro Aktie mehr als versiebenfachen.

Fonds und ETFs
Die Wetten auf die Branche

Anleger, die auf den Erfolg kleiner Minenbetreiber setzen, sollten sich Craton Capital Precious Metals (LI 001 674 268 1) ins Depot legen. Der Fonds von Markus Bachmann ist mit der FondsNote 1 ausgezeichnet. Knapp 70 Prozent der Investments stecken in Goldfirmen. Falcon Gold Equities (CH 012 424 737 7) berücksichtigt auch mittelgroße Förderunternehmen. Mit Gold hinterlegt ist das ETF Gold Bullion Securities (DE 000 A0L P78 1). Auch eine Lieferung erworbener Goldbestände ist möglich. Beim ETFS Physical Precious Metals Basket wird in vier Edelmetalle investiert. Gold ist mit 46 Prozent jedoch am stärksten vertreten (DE 000 A0N 62H 8).

Bildquellen: South Africa Tourism

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Kommentare zu diesem Artikel

khaproperty schrieb:
02.06.2011 17:23:21

Billige Päppelpropaganda aus dem Blick in den Rückspiegel. Nachdem nun alle Großen aussteigen, muß Ersatz her, damit die nicht zuviel verlieren. Der findet sich immer wieder bei den Hausfrauen.

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