30.05.2013 14:02
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Facebook & Apple: Kampf der Tech-Titanen

Hier stimmt was nicht!
Seit einem Jahr ist Facebook an der Börse. Die Kursentwicklung ist nicht berauschend. Auch mit Apple ist kein Blumentopf zu gewinnen.
€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Die Notierungen von Facebook liegen rund ein Drittel unterhalb des Emissionskurses bei 38 Dollar. Den Tiefpunkt durchschritt der Wert allerdings schon 2012. Damals prügelte das US-Börsenmagazin „Barron’s“ auf den Titel ein. Der Kurs rutschte unter 20 Dollar.

Die Entwicklung danach zeigt, dass es gefährlich sein kann, gegen Facebook und das Potenzial seiner über eine Milliarde Nutzer weltweit zu spekulieren. Denn das Unternehmen versteht es immer besser, dieses Potenzial zu nutzen.

Der Anteil an Erlösen mit mobilen Endgeräten liegt schon bei 25 Prozent, ein Geschäft, dass es zum Börsengang nicht gab. Bei keiner anderen Firma der Welt können Werbetreibende ihre Zielgruppe so exakt ansprechen. Anders ausgedrückt: Um den aktuellen Börsenwert zu rechtfertigen, müsste es Facebook gelingen, für jeden Nutzer pro Monat einen Dollar zu generieren. Unmöglich? Ein „Bild“-Abo kostet 20 Euro pro Monat.

Während Facebook angreift, muss Apple die Spitzenposition verteidigen. Und dabei scheint der Fokus verloren gegangen zu sein. Vorstandschef Tim Cook diskutiert mit Senatoren über die US-Steuergesetze. Und mit dem nicht vollständig in den USA versteuerten Geld von mehr als 100 Milliarden Dollar wollen sich Hedgefonds die Taschen füllen. Um den Aktienrückkauf zu finanzieren, nimmt Apple Milliardenkredite auf.

In diesem Scharmützel scheint sich das Apple-Management aufzureiben. Offensichtlich generieren die neuen Produkte keinen echten Mehrwert. Ein billigeres Handy, das nun auf den Markt kommen soll, ist wohl zu wenig. Mit Googles Betriebssystem Android kann Apple schon heute nicht mehr mithalten. Und weil der Programmcode offen ist, arbeitet ein Heer von Programmierern rund um die Welt an dessen Verbesserung. Schon heute beträgt der Marktanteil mehr als 75 Prozent. Hält die Entwicklung an, wird Google Apple weiter den Rang ablaufen.

Apple wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Den vielleicht nötigen Schritt, die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Handyhersteller, dürfte der Konzern aber nicht gehen. Vielmehr werden die Amerikaner versuchen, eigene Rechte zu schaffen. Das eröffnet Spekulanten Möglichkeiten. Nach dem Flop beim iPhone 5 könnten nämlich Navigationssysteme im Vordergrund stehen.

Es gibt nur vier Anbieter: Google, die privat gehaltene Firma Waze, Navteq, im Besitz von Nokia befindlich, und das börsennotierte Unternehmen TomTom. Der Kurs der Niederländer ist am Boden, weil viele Smartphones Navigationsdienste unentgeltlich bieten. Die hohen Schulden aus der Übernahme von Tele Atlas hat TomTom allerdings weitgehend abgebaut. Eine Milliarde Euro Übernahmepreis ist angesichts des Bargeldbergs von Apple — ein Teil davon liegt sogar steuerbegünstigt in Irland — kein großer Brocken.

Bildquellen: lev radin / Shutterstock.com
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