16.01.2013 15:15
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HPI-Vorstand: „Peilen 2013 einen Umsatz von über 125 Millionen Euro an“

Interview
Mit der TND AG hat die Münchner HPI AG einen führenden, international agierenden IT-Einkaufs- und Logistikdienstleister übernommen. Die HPI-Vorstände Michael Negel und Falk Raudies über den jüngsten Zukauf, weitere Akquisitionspläne und die operativen Ziele für 2013.
Das Oldenburger Unternehmen erzielt mit der Vermarktung von Produkten namhafter Hersteller im Segment Server- und Storage-Systemen einen Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro und ein EBIT im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich.

Herr Raudies, mit der Übernahme des Server- und Storage-Lösungsanbieters TND AG erschließen Sie sich neue Marktsegmente. Welche Bedeutung hat diese Akquisition für HPI?
Falk Raudies: Mit dieser Akquisition haben wir uns einen weiteren wichtigen Bereich der IT gesichert: den Server- und Storagebereich. Mit dem bereits vorhandenen IT-Security- und Cloud-Bereich, den wir über unsere Tochter 3KV gut abdecken, sind wir nun bestens aufgestellt. Produkte von Hewlett Packard, Cisco, Enterasys, KEMP, Snom und einige andere gehören zu den besten IT-Technologien in diesen Bereichen. Hier haben die Fachleute von HPI großes Fach- und Marktwissen und Zugriff auf weltweit über 4.000 kaufende Kunden.

Durch die Integration von TND wird sich der Jahresumsatz des Geschäftsbereichs HPI Electronics mehr als verdoppeln auf über 70 Millionen Euro. Haben Sie keine Angst, dass Sie sich an diesem „großen Brocken“ auch verschlucken könnten?


HPI-Vorstand Falk Raudies
Falk Raudies: Es ist richtig, dass wir uns im Bereich IT, der im Geschäftsbereich HPI Electronics organisiert ist, inklusive TND einen Umsatz von gut über 70 Mio. Euro als Ziel für 2012 gesetzt haben. Im laufenden Geschäftsjahr 2013 sollen es sogar über 80 Mio. Euro werden. Wir können diesen Zuwachs gut stemmen, denn wir kennen das Geschäftsmodell der TND AG sehr gut. Unsere 3KV hat in vielen Bereichen ein identisches Geschäftsmodell auf dem Werdegang zum Netzwerkspezialisten gehabt.

Welche Synergieeffekte versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit mit TND? Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die Marge nachhaltig steigern und welche Marge peilen Sie im Bereich HPI Electronics mittelfristig an?
Falk Raudies: Es ergeben sich sehr viele Synergien im Bereich Materialwirtschaft, Logistik, Einkauf, Personal und „Cross Selling“. Der Plan für das Heben der Synergien ist sehr umfangreich und detailliert, er geht in viele Bereiche. Mehr möchten wir allerdings zu diesem Zeitpunkt hier noch nicht äußern. Für 3KV/TND insgesamt streben wir in 2013 eine EBIT-Marge in der Bandbreite 2,5 bis 3 Prozent an.

Die TND-Übernahme wird aus Barmitteln und durch Sachkapitalerhöhung geschaffene Aktien in Höhe von circa 5 Prozent des Grundkapitals finanziert. Gibt es darüber hinaus auch eine Earn-out-Komponente, die von der weiteren Entwicklung der TND abhängig ist?
Falk Raudies: Wie in Transaktionen dieser Kategorie üblich gibt es auch in diesem Fall eine Earn-out-Komponente, die vom weiteren Erfolg der TND abhängig ist. Weitere Details kann ich Ihnen jedoch nicht nennen, da zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart wurde.

Durch die Konsolidierung der TND werden Sie im Geschäftsjahr 2012 erstmals in der Unternehmensgeschichte die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro übertreffen. Das operative Ergebnis war aufgrund von Einmalaufwendungen und Investitionen jedoch voraussichtlich rückläufig. Wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsjahr 2012?


HPI-Vorstandsvorsitzender Michael Negel
Michael Negel: Das Jahr 2012 war ein herausforderndes Jahr für die HPI AG, dennoch sind wir sehr zufrieden. Die Markteinbrüche in der Halbleiterbranche und in der stahlverarbeitenden Industrie waren stärker als von vielen erwartet. Gleichzeitig haben wir investiert in die Zukunft, indem wir ein modernes, großes Logistikcenter mit mehr als 10.000 Quadratmetern Lagerfläche in Ratingen aufgebaut haben sowie ein Logistikcenter in Lille, um den französischen Markt besser bedienen zu können. Ebenso haben wir über 120 Lagerüberbestandsposten der Industrie zum Vermarkten durch unsere Azego Components übernommen. Im Bereich Unternehmensfinanzierung haben wir uns über Bankenlinien und Bonds eine gute Liquiditätsstruktur aufgebaut. Einsparungs- und Synergiemaßnahmen wurden eingeleitet, die bereits Früchte tragen. Technologisch führende Nischenhersteller wie Snom und Kemp Technologies haben uns zum wichtigen europäischen Repräsentanten ernannt. Großunternehmen der Petrochemie und aus der Energieversorgung haben uns als Outsourcingpartner für Einkauf und Logistik erkoren. Durch die jüngst gestartete Partnerschaft mit dem Softwarehersteller „Joulex“ bieten wir Großunternehmen nun bei den Energiekosten ihres IT-Netzwerks Einsparungen von über 40 Prozent. Fazit: Wie schon diese ausgewählten „Meilensteine 2012“ belegen, können wir mit dem Erreichten zufrieden sein, die HPI-Gruppe ist gut aufgestellt für weiteres Wachstum.

Herr Negel, im vierten Quartal 2012 haben Sie eine weitere Übernahme angekündigt. Wie weit sind Ihre Verhandlungen inzwischen fortgeschritten?
Michael Negel: Wir sind tatsächlich in den letzten Zügen einer Beteiligung, mit der wir schon seit längerem beschäftigt sind. Wir sind positiv, dass das im ersten Quartal 2013 noch geschehen wird. Diese Beteiligung würde voll im Geschäftsjahr 2012 konsolidiert.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in das Geschäftsjahr 2013 gestartet? Können Sie uns schon einen Ausblick auf die angepeilte Umsatz- und Ergebnisentwicklung geben?
Michael Negel: Im Geschäftsjahr 2013 wollen wir eine Umsatzgrößenordnung von über 125 Mio. Euro erreichen und ein EBIT jenseits der 3 Mio. Euro. Eine konkretere Guidance werden wir im Laufe des ersten Halbjahres bekannt gegeben.

Kommen wir abschließend auf die HPI-Aktie zu sprechen: Warum sollten Anleger jetzt in die HPI AG investieren?
Michael Negel: Jetzt in die HPI AG zu investieren bedeutet, zu einem attraktiven Kurs einzusteigen. Wir haben in den vergangenen Jahren eine nachhaltiger werdende Erfolgsgeschichte bewiesen. Diese geht weiter. HPI AG ist etabliert als Outsourcing-Partner der Industrie für den Bereich Einkaufsdienstleistungen und Logistik. Die Megatrends, in denen sich die HPI AG bewegt, sind Outsourcing, insbesondere im Industriebereich, aber auch stark im IT-Security-, Server- und Storage- sowie Cloud-Bereich. Das organische Wachstum der HPI ist genauso vorhanden wie das Wachstum über Akquisitionen. Der Investitionszeitpunkt in die HPI Aktie ist jetzt ideal.

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.

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