27.04.2013 06:00
Bewerten
 (3)

Commerzbank: Blessing im Fegefeuer

Milliarden vernichtet: Commerzbank: Blessing im Fegefeuer | Nachricht | finanzen.net
Commerzbank: Blessing im Fegefeuer
Milliarden vernichtet

Die Commerzbank bedient sich mal wieder am Kapitalmarkt. Der Aktienkurs bröckelt. Vorstand Martin Blessing wird schwer kritisiert.

€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Die ohnehin gebeutelte Commerzbank-Aktie wird nach Meinung von Beobachtern erst mal weiter unter Druck bleiben. Das Institut hatte vergangene Woche seine Anteilscheine im Verhältnis zehn zu eins zusammengelegt, um sich auf die für Anfang Mai geplante 2,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung vorzubereiten. Der Kurs lag zuvor nur noch hauchdünn über der Schwelle von einem Euro je Aktie, unter der laut Aktiengesetz keine neuen Anteilscheine ausgegeben werden dürfen. Wegen des Emissionsabschlags sowie der Verwässerung des Eigenkapitals geraten ­Aktien vor Kapitalerhöhungen regelmäßig unter Druck. Am Freitag notierte das Papier bei 10,30 Euro.

Moody’s senkt Rating, S & P prüft
Die Ratingagentur Moody’s hatte zudem in der Nacht zum Mittwoch den Daumen gesenkt und das Rating der zweitgrößten deutschen Bank um eine Stufe auf „Baa1“ gesenkt. Als Grund nannte die Agentur die anhaltenden Belastungen aus der Sanierung, die eine rasche Erholung verhinderten und für hohe Rückschlaggefahr sorgten. Die weltgrößte Ratingagentur S & P stuft die Commerzbank zwar noch etwas besser ein, prüft aber ebenfalls eine Herabstufung.

Kaum operative Impulse
„Anleger sollten die Aktie meiden, bis die anstehende Kapitalerhöhung erfolgreich platziert ist, und danach die Kursentwicklung beobachten“, rät Equinet-Analyst Philipp Häßler. Bei einem Emissionskurs von sechs bis sieben Euro könne der Commerzbank-Kurs noch einmal absinken auf ein Niveau von deutlich unter zehn Euro. „Danach könnte die Aktie zumindest von der Bewertung her für Anleger wieder interessant werden“, glaubt Häßler. Allerdings seien aus dem operativen Geschäft in diesem Jahr kaum positive Effekte zu erwarten, da die Restrukturierung und die niedrigen Zinsen das Ergebnis belasteten. Mit positiven Überraschungen rechnet Häßler frühestens 2014.

Die Bank will mithilfe der Kapitalmaßnahmen staatliche Hilfen zurückzahlen, um freier agieren zu können. Viel zu früh, wie Kritiker meinen. Laut Moody’s ist das Institut noch immer sehr anfällig für Schocks aus der europäischen Schuldenkrise. So habe das Engagement in Italien Ende 2012 bei rund 14 Milliarden Euro gelegen, in Spanien bei knapp 13 Milliarden Euro. Gleichzeitig müsse die Bank mit Milliardenaufwand die ungünstigen Kostenstrukturen in der Privatkundensparte sowie die Altlasten im Kreditgeschäft bereinigen.

Konzernchef Martin Blessing musste sich deshalb auf der Hauptversammlung vor einer Woche viel Kritik anhören. Dieter Hein vom ­unabhängigen Analysehaus Fairesearch traut Blessings Versprechungen längst nicht mehr. „Die aktuelle Kapitalerhöhung ist mittlerweile die neunte seit August 2008, ohne dass ein Erfolg sichtbar wird“, sagt Hein. „Im Gegenteil: Vorstandschef Martin Blessing und Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller haben mit der Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohypo und der Dresdner Bank seit 2006 permanent strategische Fehler gemacht, schätzen die Geschäftspotenziale falsch ein und versprechen Gewinne, die niemals realisiert werden — von der völlig verfrühten Rückzahlung der staatlichen Hilfen zum jetzigen Zeitpunkt ganz zu schweigen. Ich kann nur raten, von dieser Aktie die Finger zu lassen, solange Blessing und Müller noch im Amt sind.“

Rätselhafter Rücktrittsgrund
Wie lange das sein wird, ist offen. Auf der HV wurde Müller für die nächsten fünf Jahre gewählt, bekam aber von den Aktionären lediglich 81 Prozent der Stimmen. Um Blessing ranken sich regelmäßig Rücktrittsgerüchte, doch es heißt, dass beide zumindest bis zum geplanten Abschluss der Sanierung 2016 durchhalten wollen. Auf die Frage von Analysten, ob es einen Grund für einen möglichen Rücktritt gebe, antwortete Blessing im März: „Ja, aber ich werde Ihnen nicht sagen, welchen.“ Später soll er die Antwort als Scherz bezeichnet haben.

Bildquellen: Commerzbank AG

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant3
  • Alle5
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.01.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2017Commerzbank Neutralequinet AG
11.01.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
10.01.2017Commerzbank SellUBS AG
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
30.12.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
16.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
04.11.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
16.01.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2017Commerzbank Neutralequinet AG
11.01.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
20.12.2016Commerzbank HoldHSBC
14.12.2016Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
10.01.2017Commerzbank SellUBS AG
29.11.2016Commerzbank VerkaufenDZ BANK
07.11.2016Commerzbank UnderweightBarclays Capital
30.09.2016Commerzbank UnderweightBarclays Capital
30.09.2016Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Wall Street mit Verlusten -- Brexit: May kündigt Trennung von der EU an -- Zalando schreibt erstmals Milliardenumsatz im Quartal -- Lufthansa, Beiersdorf im Fokus

General Motors: Milliarden-Investition in USA. Wall Street sieht für Apples Zukunft schwarz. Gewinnverdopplung bei Morgan Stanley. ZEW-Konjunkturerwartungen steigen. Renault erzielt Rekordabsatz 2016 und übertrifft Erzrivale Peugeot. Hyundai Motor kündigt Milliardeninvestition in USA an.
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
Deutsche Bank AG 514000
Deutsche Lufthansa AG 823212
BASF BASF11
E.ON SE ENAG99
Commerzbank CBK100
Bayer BAY001
Zalando ZAL111
Nordex AG A0D655
Apple Inc. 865985
Allianz 840400
BMW AG 519000
Deutsche Telekom AG 555750
Siemens AG 723610