19.03.2013 19:00
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Soffin-Chef: „An Bankenrettung verdient man nichts“

Nachgehakt bei...: Soffin-Chef: „An Bankenrettung verdient man nichts“ | Nachricht | finanzen.net
Nachgehakt bei...

Florian Toncar, der Chefkontrolleur des Bankenrettungsfonds Soffin, über Exitstrategien bei der Commerzbank und die Folgen für Aktionäre.

€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Mit ihrer Kapitalerhöhung hat die Commerzbank Anleger verprellt und einen Kurssturz ausgelöst. Das Institut will damit stille Einlagen des Bundes zurückzahlen, gleichzeitig sinkt der Anteil des staatlichen Rettungsfonds Soffin von 25 auf 20 Prozent. Toncar (FDP) über Fehler der Bankenrettung — und warum er dennoch an den Erfolg der Bank glaubt.

€uro am Sonntag: Die Commerzbank steckt noch immer tief in der Krise. Muss sie ausgerechnet jetzt damit beginnen, die Staatshilfen zurückzugeben?
Florian Toncar: Die Staatshilfen wurden 2008/09 nur als Nothilfe gewährt. Die stillen Einlagen gelten nach den Basel-III-Regeln künftig auch nicht mehr als Eigenkapital. Mit der Maßnahme stärkt sie ihr Kapital. Das dämpft kurzfristig den Kurs. Aber mit besserer Kapitalausstattung sehe ich für den Aktienkurs durchaus positive Perspektiven.

Kann der Soffin auf die Sperrminorität verzichten?
Auch mit 20 Prozent erreicht der Soffin auf der HV in der Praxis mehr als 25 Prozent der Stimmen.

Stand heute müsste der Staat mehrere Milliarden Euro auf die Bank abschreiben. War es das wert?


Florian Toncar
Es war eine Notsituation, und Bankenrettung ist kein Geschäftsmodell, an dem man verdienen kann. Gleichwohl gilt das Versprechen von Vorstandschef Blessing, dass der Steuerzahler an dieser Rettung kein Geld verlieren soll. Heute erweist es sich als Fehler, dass die schwarz-rote Koalition 2008 unter Finanzminister Steinbrück zum hohen Preis von sechs Euro je Aktie eingestiegen ist.

Wann wird die Bank wieder auf die Beine kommen?
Die Commerzbank ist eine anerkannte Marke, sie wird gebraucht und sie hat trotz hoher Belastungen 2012 ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Der Konzernumbau, das schwierige Umfeld und der unkla­re regulatorische Rahmen erschweren die Arbeit. Die Sanierung wird also noch eine Weile dauern.

Wie sieht die weitere Exitstrategie des Staats aus?
Der Restanteil von 20 Prozent sollte erst verkauft werden, wenn der Kurs besser ist als heute. Der Bund hat hier alle Zeit der Welt. Ob das Aktienpaket am Stück oder zeitlich gestaffelt an Großinvestoren oder die Allgemeinheit geht, muss noch entschieden werden. Wichtig ist, dass der Steuerzahler gut rauskommt und dass sich durch den Verkauf der Bankenmarkt nicht weiter konzentriert.

Bildquellen: iStock/Henrik5000

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