Kein Raum für Steuersenkungen

Deutschlands führende Volkswirte stehen möglichen Steuersenkungen der künftigen Bundesregierung skeptisch gegenüber. Das geht aus dem aktuellen Ökonomen-Barometer Oktober von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv hervor. Danach sehen 61 Prozent der Befragten angesichts der drastisch steigenden Neuverschuldung des Bundes keinen Spielraum für einen solchen Schritt. 37 Prozent halten eine Entlastung dagegen für möglich.
Die FDP dringt in den laufenden Koalitionsverhandlungen mit der Union auf eine spürbare Senkung der Steuerlast. Nach FDP-Berechnungen würden Vorhaben wie die Einführung einer Stufensteuer und die Erhöhung des Kinderfreibetrags zu einer Steuerentlastung von 35 Milliarden Euro führen. Die Union sieht inzwischen Raum für 20 Milliarden Euro. Doch Volkswirte sind skeptisch: „Wie soll eine Steuerentlastung bei der gegenwärtig steigenden Neuverschuldung aussehen?“, fragt Professor Spiridon Paraskewopoulos von der Uni Leipzig. „Der finanzielle Spielraum für eine massive Kürzung der Staatsausgaben, ohne die politische und soziale Stabilität zu gefährden, ist sehr gering.“
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