06.04.2013 07:00
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Rente erst mit 69: Volkswirte für Anhebung des Eintrittsalters

Ökonomen-Barometer
Deutschlands führende Volkswirte halten eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters für unvermeidlich. Das geht aus dem aktuellen Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und n-tv für den Monat März hervor.
€uro am Sonntag

Demnach begrüßten 75 Prozent der Experten Überlegungen, die Regelalters­grenze auf 69 Jahre zu erhöhen, 19 Prozent halten die geltende Regelung für ausreichend. Nach der 2007 verabschiedeten Reform steigt das Renteneintrittsalter zwischen 2012 und 2029 stufenweise auf 67 Jahre.

Dies werde aber nicht genügen, um ein weiteres Absinken des Beitragsniveaus sowie eine stärkere Belastung der Beitragszahler dauerhaft zu verhindern, warnt die Bertelsmann-Stiftung in einer aktuellen Studie.

Zur Begründung verweisen die Autoren auf die steigende Lebenserwartung. Angesichts dessen müsse die Regelaltersgrenze weiter erhöht werden. Denkbar sei etwa, die Renteneintrittsgrenze an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln, heißt es.

Volkswirte halten eine neuerliche Anhebung der Regelaltersgrenze für überfällig. „Die rapide steigende Lebenszeiterwartung lässt überhaupt keine andere Wahl, als denjenigen, die gesundheitlich dazu in der Lage sind, eine längere aktive Arbeitsphase zuzumuten“, erklärte etwa Professor Ernst Eberlein von der Uni Freiburg. Die Alternativen zu einer Anpassung seien „substanziell höhere Einzahlungen, substanziell reduzierte Leistungen, eine substanziell erhöhte Immigration und eben eine substanzielle Anhebung der Altersgrenze“, resümierte Professor Fred Wagner von der Uni Leipzig.

Eine mögliche Kopplung der Renteneintrittsgrenze an die Lebens­erwartung stößt unter den Ökonomen ebenfalls auf breite Zustimmung. Ein solcher Schritt sei „nachvollziehbar und unausweichlich“, urteilte Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW).

Allerdings mahnten mehrere Experten zusätzliche Schritte an. Neben einer stärkeren Beteiligung der Beitragszahler könne man die Entwicklung auch über eine „höhere Partizipationsrate von Frauen und Alten und in Teilen auch durch Zuwanderung“ auffangen, sagte etwa der Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim, Martin Moryson. utz

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