aktualisiert: 09.06.2013 22:36
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Goldminenaktien: Immer tiefer graben

Goldminenaktien: Immer tiefer graben
Rohstoffkonzerne
Der Goldpreis fällt, Minenwerte brechen ein. Doch nicht alle sind deshalb wirklich billig. Die mühsame Suche nach den besten Goldaktien fördert fünf Favoriten zutage.
€uro am Sonntag

von Manfred Gburek, Euro am Sonntag

Auch günstige Aktien können immer noch günstiger werden. Diese bittere Erkenntnis traf viele Anleger, die in den vergangenen Monaten die Kurseinbrüche bei Goldminenaktien zum Einstieg genutzt hatten. Das Problem: Viele Minenunternehmen kämpfen nicht nur mit einem fallenden Goldpreis, sondern auch mit den massiven Kostensteigerungen bei der Exploration. Die Kursabschläge waren teilweise gerechtfertigt, die Aktien nur auf den ersten Blick günstig. Wer über Fonds und ETFs in den Sektor investierte, kaufte also auch viele Probleme. Wer die extremen Kursbewegungen in der Branche ­nutzen will, kommt um eine eingehende Analyse der Einzelaktien nicht herum.

Seit der Goldpreis von 1.800 Dollar im Herbst vorigen Jahres auf nun 1400 Dollar gefallen ist, lassen sich Goldaktien grob in drei Kategorien unterteilen: große Minenbetreiber, die massiv Kosten senken müssen und dies bereits getan haben; kleine Explorationsgesellschaften, die oft komplett aufgeben müssen — ein Totalverlust für Anleger. Richtig spannend wird es dagegen in der dritten Gruppe. Diese Unternehmen verfügen über Geschäftsmodelle und Manager, die bei der nächsten Erholung des Goldpreises für ordentliche Kursgewinne sorgen könnten.

Die Kostenkiller
Minenkosten sind ein Steckenpferd von Joachim Berlenbach, Berater der Fondsgesellschaft Earth Resource. Cashkosten, Kapitalkosten für bestehende und geplante Projekte, Kosten für Exploration, Finanzierung, Verwaltung und Sonstiges — alles geht in seine Analyse mit ein. Ergebnis: „Die totalen Kosten der 13 führenden Goldkonzerne liegen bei 1.600 Dollar je Unze“, meint der Minenexperte. Die Ursachen für Kostensteigerungen von 15 bis 17 Prozent jährlich in den vergangenen drei Jahren sind vielfältig: vom stark abnehmenden Goldgehalt des geförderten Gesteins in traditionellen Regionen über die unzureichende Infrastruktur in goldhaltigen Teilen Afrikas und Südamerikas bis zu politischen Risiken, ausufernden Kosten für Treibstoff und Gerät, hohen Gehältern und Umweltschutzauflagen. Berlenbachs Fazit: „In den nächsten Monaten wird die Goldindustrie sich riesig anstrengen, um ihre Kosten zu senken.“

Die 13 großen Konzerne sind bereits eifrig dabei — sowohl bei der Förderung als auch in der Verwaltung. Sie reagieren auch, indem sie sich auf den Abbau von Gestein mit hohem Goldgehalt konzen­trieren, um ihren Aktionären eine Dividende zu gönnen. Gehen sie auch so weit, große Projekte stillzulegen?

Noch belauern sich die Manager der Großkonzerne. Doch nach Zahlen der ­Researchfirma IntierraRMG reduzieren die kleinen bis mittleren Explorateure ihre Bohrlöcher schon seit Oktober 2011. Im März 2012 bearbeiteten sie nur noch 172 Bohrlöcher weltweit — 55 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Aus Anlegersicht sind die großen Minen wegen des Kostendrucks — auch nach den Kursabstürzen — nur bedingt interessant.

Doch anderswo gibt es durchaus Chancen. Etwa bei Edelmetallhändlern wie Royal Gold, Franco-Nevada und Silver Wheaton, sogenannte Royalty-Unternehmen. Sie kaufen die Edelmetalle zu festen Preisen von Rohstoffkonzernen, die mit Gold und Silber als Beiprodukten nicht viel anfangen können. Je höher der aktuelle Goldpreis beim Verkauf über dem vereinbarten Einkaufspreis liegt, desto besser für Anleger.

Besser positioniert als viele große Konzerne ist auch Randgold Resources. Das Management konzentriert sich schon lange auf sehr rentable Minenprojekte, bei denen der Goldgehalt pro Tonne im Gestein besonders hoch ist.

Ebenfalls eine strategisch günstige Position hat Yamana Gold inne. Denn Yamana konzentriert sich auf die Förderung in Südamerika und kann hier zu besonders niedrigen Kosten abbauen.

Ob Kostenführer oder Edelmetallhändler — alle Goldaktien würden vor allem dann profitieren, wenn der Goldpreis seinen Verfall stoppen könnte. Der Unzenpreis spielt für die Betreiber der Minen eine herausragende Rolle: Je weiter ihre Kosten darunter liegen, desto mehr können sie ihre Gewinne bei konstantem ­Kapital nach oben hebeln. Doch je mehr ­ihnen die Kosten über den Unzenpreis ­hinaus nach oben davonlaufen, desto ­herbere Verluste müssen sie einstecken. Wie stehen die Chancen für eine Preis­erholung?

Papiergoldspekulanten
Vonseiten des physischen Angebots recht gut. Denn wenn Minenmanager statt fünf Gramm Gold je Tonne Gestein nur noch ein Gramm aus einem Felsbrocken herausholen, drohen ihnen bei stagnierenden oder fallenden Goldpreisen Verluste, sodass sie Projekte verschieben, folglich weniger Gold anbieten.

Doch derzeit spielt der physische Goldmarkt eine untergeordnete Rolle bei der Preisbildung. Am deutlichsten wurde das am 12. April, dem schwarzen Freitag für Gold, an dem der Preis für das Edelmetall um fünf Prozent einbrach, um bis zum ­darauffolgenden Montag weitere neun Prozent zu verlieren. Börsengehandelte Wertpapiere mit Goldhinterlegung, Gold-ETCs, waren vor allem für den Kurssturz verantwortlich. „Am Ende wurden allein an diesem Tag rund 1.150 Tonnen Gold gehandelt, knapp die Hälfte einer gesamten Jahresproduktion.“ So fasste damals Robert Hartmann, Geschäftsführer der Edelmetallhandelsfirma Pro Aurum, das Geschehen zusammen.

Nachdem die mit Gold hinterlegten Wertpapiere jahrelang Milliarden Dollar an Zuflüssen verzeichnet hatten, drehte der Wind vor einigen Monaten. So verzeichnet allein der größte Goldfonds dieser Art, der SPDR Gold Trust, in diesem Jahr Abflüsse in Höhe von 16,4 Milliarden Dollar. Der Fonds verlor damit 25 Prozent seines Volumens.

Dem gegenüber steht eine starke Nachfrage nach physischem Gold. Der durch das Papiergold ausgelöste Preisverfall dürfte eine Nation besonders gefreut ­haben: China. Nach Zahlen des Interessenverbands World Gold Council kauften Chinesen bereits im ersten Quartal dieses Jahres allein offiziell mehr als 109 Tonnen in Form von Goldbarren und -münzen. Hin-zu kommt die Nachfrage aus Indien und weiteren asiatischen Ländern.

Selten waren im Spiel der Kräfte zwischen Nachfrage und Angebot die Rollen so eindeutig verteilt: Physisches Gold wird von der Schmuckindustrie, von Kleinanlegern und Zentralbanken nachgefragt, Papiergoldspekulanten verkaufen ihre Bestände.

Die Analysten der Fondsgesellschaft ­Tiberius Asset Management betonen, wie wichtig Zu- und Abflüsse bei Gold-ETCs für den Goldpreis mittlerweile sind. Demnach war der tiefere Grund für den Crash des Preises, dass Gold das einzige Metall ist, in dem seit 2008 substanzielle Kaufpositionen in Fondsform aufgebaut wurden. Sie absorbierten ein physisches Überangebot, das über 1.000 Tonnen pro Jahr oder die industrielle Nachfrage um nahezu 50 Prozent überstieg.

Beim Crash ging dann alles sehr schnell. Die Spekulanten wechselten aus dem Lager der Käufer in das der Verkäufer und wetteten darauf, dass „Gold den Nimbus der Unbesiegbarkeit verliert“.

Die Tiberius-Analysten erwarten zwar vorübergehend noch niedrigere Goldpreise, aber im zweiten Halbjahr eine Erholung bis auf 1.450 Dollar je Unze (31,1 Gramm), also ein wenig über das aktuelle Niveau hinaus.
Die aussichtsreichsten Goldaktien (pdf)

Bildquellen: Joe Belanger / Shutterstock.com
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