26.02.2013 17:00
Bewerten
(2)

Klöckner & Co: Gips­milliardär Knauf mischt Stahlhandel auf

Stahlhändler im Visier: Klöckner & Co: Gips­milliardär Knauf mischt Stahlhandel auf | Nachricht | finanzen.net
Klöckner & Co: Knauf mischt Stahlhandel auf
Stahlhändler im Visier
DRUCKEN
Gips­milliardär Albrecht Knauf steigt bei Klöckner & Co. ein. Offenbar will Knauf mehr - mit dem Ausbau der ­Beteiligung könnte er den Stahlvertrieb Interfer unterbringen.
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Gips und Baustoffe sind das Kerngeschäft des Milliardärs Albrecht Knauf. Die Expansionsstrategie seines gleichnamigen Konzerns als globale Nummer 1 der Branche gilt als Modell für die Globalisierung mittelständisch geprägter Unternehmen.

Jetzt rückt offenbar der Stahlhandel in den Fokus des Dortmunder Unternehmers. Am Mittwoch gab Knauf bekannt, dass der zum Knauf-Konzern gehörende Stahlhändler Interfer für 73 Millionen Euro knapp acht Prozent der Anteile an Klöckner & Co. (KlöCo) erworben hat. Interfer ist jetzt der größte Einzelaktionär von Europas größtem erzeugerunabhängigen Stahlhändler.

Knauf strebt Sperrminorität an
Aus Bankenkreisen ist zu hören, dass Knauf den für eine Sperrminorität notwendigen 25-Prozent-Anteil möglichst schnell erreichen will. Das könnte ebenfalls über die Tochter ­Interfer geschehen — etwa über den Erwerb von Aktienpaketen von institutionellen Investoren wie Franklin Templeton (4,98 Prozent), Allianz Global (3,02 Prozent), Dimensional (3,06 Prozent) oder Templeton (3,04 Prozent).

Interfer strebe zudem Sitze im KlöCo-Aufsichtsrat an, wird in Frankfurt gemunkelt. So könnte der Dortmunder Gipsbaron beim großen Duisburger Stahlhändler künftig alle wichtigen Entscheidungen mitbestimmen — ohne KlöCo gleich kaufen zu müssen. Die 30-Prozent-Hürde, bei deren Überschreiten Knauf ein Übernahmeangebot vorlegen müsste, wird offenbar nicht angestrebt.

Sanierung bei KlöCo läuft
Der Zeitpunkt des Einstiegs ist trotz der schwächelnden Stahlkonjunktur sinnvoll: Mit 30 bis 40 Prozent Abschlag auf den Buchwert werden die Papiere von KlöCo — auch nach dem jüngsten Kursanstieg — besonders günstig gehandelt. Zudem trägt das laufende Restrukturierungsprogramm allmählich Früchte. Vorstandschef Gisbert Rühl will 60  Standorte verkaufen und 1.800 Stellen abbauen. Bis Ende des ersten Quartals sollen zahlreiche Töchter in Osteuropa veräußert sein. Ende Januar kündigte Rühl das Ziel von mindestens 190 Millionen Euro operativem Gewinn für 2013 an. 2012 hat das Unternehmen laut Schätzungen von Analysten hier etwas mehr als 100 Millionen Euro erzielt. Der Duisburger Stahlhändler sieht sich in der Ergebnisentwicklung offensichtlich vor dem Wendepunkt.

Ermunternde Signale kamen Anfang des Monats auch von der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Im vierten Quartal lagen die Auftragseingänge deutscher Stahlkonzerne mit 9,3 Millionen Tonnen leicht über dem Vorjahr. Zudem sind die Lagerbestände bei Händlern, Stahlservice-Centern und Endverarbeitern nach Angaben des Branchenverbands zum Jahresende weiter gesunken.

Wie fragil die jüngste Stabilisierung ist, zeigt indes die Einschätzung des europäischen Stahlverbands Eurofer. Rückenwind von der Konjunktur sei erst gegen Jahresende zu erwarten, so Eurofer-Generaldirektor Gordon Moffat. Erst dann würden Industrie und Stahldistributoren das verbesserte Umfeld spüren. Das Vertrauen in die Branche nehme zu, aber nur auf sehr gedämpftem Niveau, so Moffat.

Verständlich, dass der Duisburger Stahlhändler in diesem weiterhin schwierigen Umfeld zusätzliche Störungen schlecht gebrauchen kann. Entsprechend überrascht reagierte man in der Konzernzentrale. Verständlich auch, dass die Ambitionen des Gipsmilliardärs eher auf Vorbehalte stoßen dürften, schließlich ist KlöCo der deutlich größere Stahlhändler. Das Unternehmen sei strategisch richtig aufgestellt, heißt es trotzig aus Duisburg. Zudem sei die Kurserholung der Aktie seit November ein Indiz für zunehmendes Vertrauen der Investoren in die Restrukturierung.

Größenvorteile in Sicht
Das muss indes kein Widerspruch zu Knaufs Plänen sein. Bisher war ­Interfer eine Randaktivität innerhalb der Firmengruppe mit Sitz im unterfränkischen Iphofen. Der Schwerpunkt der Verbunds mit 23.000 Beschäftigten liegt in der Entwicklung und dem Vertrieb von Baustoffen. Beim KlöCo-Einstieg verwies Knauf auf die positiven Erfahrungen, die man im Stahlhandel gemacht habe.

Offenbar will Knauf den Duisburgern eine Fusion mit seiner Tochter Interfer schmackhaft machen. Mit dem Handelsvolumen von Interfer, rund eine Million Tonnen, kämen die beiden Stahlhändler auf acht Millionen Tonnen. Größe ist sicher kein Nachteil in schwierigen Zeiten.

Analysten schätzen den Kaufpreis für Interfer auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Den könnten sich die Duisburger gut leisten. Der Aufsichtsrat des Konzerns wird auf der Hauptversammlung am 24. Mai neu gewählt. Bis dann sollte Knauf die Sperrminorität und seine Kandidaten für KlöCos Kontrollgremium zusammenhaben.

Kursziel: 13,00 Euro
Stopp: 8,80 Euro

Bildquellen: Klöckner & Co SE

Nachrichten zu Klöckner & Co (KlöCo)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Klöckner & Co (KlöCo)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
27.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) buyKepler Cheuvreux
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) HoldDeutsche Bank AG
27.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) buyKepler Cheuvreux
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) kaufenDZ BANK
12.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) OutperformBNP PARIBAS
02.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) kaufenDZ BANK
27.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) HoldDeutsche Bank AG
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) HoldJefferies & Company Inc.
26.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) HoldCommerzbank AG
25.10.2017KlöcknerCo (KlöCo) ReduceCommerzbank AG
26.07.2017KlöcknerCo (KlöCo) ReduceCommerzbank AG
27.04.2017KlöcknerCo (KlöCo) VerkaufenIndependent Research GmbH
26.04.2017KlöcknerCo (KlöCo) ReduceCommerzbank AG
02.03.2017KlöcknerCo VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Klöckner & Co (KlöCo) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow schwächer -- EZB lässt Leitzins unverändert -- Steinhoff muss Bilanz 2016 neu aufstellen -- Aurubis-Aktien erholen sich -- Bitcoin, Disney, 21st Century Fox, Niki im Fokus

Institute: Deutsche Wirtschaft vor Hochkonjunktur. Siemens-Chef Kaeser: Medizintechnik künftig größer als Industrie. Rationpharm-Mutter Teva streicht 14.000 Stellen. Bank of England rührt Leitzins nicht an. Türkische Notenbank strafft Geldpolitik. Veränderungen in der Autobranche machen Bertrandt zu schaffen.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
AIXTRON SEA0WMPJ
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BP plc (British Petrol)850517
E.ON SEENAG99
CommerzbankCBK100
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
adidas AGA1EWWW