08.10.2012 12:23
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Nach Rededuell Obama-Romney bleibt Umfrage-Knall aus

US-Wahl
Nach dem Debatten-Flop bleibt das Debakel für US-Präsident Barack Obama offenkundig aus.
Mit Anbruch des letzten Monats vor der Wahl am 6. November verlor Obama nach Telefonumfragen zwar Stimmen in einigen der umkämpften "Swing States". Auf nationaler Ebene führte der Präsident am Samstag allerdings weiterhin gegenüber seinem Herausforderer Mitt Romney: laut Gallup-Institut mit 49 zu 46 Prozent. Nach den positiven Arbeitsmarktzahlen verkündete die demokratische Kampagne am Wochenende einen Rekordmonat bei den Wahlspenden: 181 Millionen Dollar.

    Das ist der größte Betrag, den das Obama-Lager seit Beginn des Wahlkampfs eingenommen hat. Romney gab seine Spendeneinnahmen vom September vorerst nicht bekannt. In seinen Wahlkampfauftritten relativierte der Republikaner die jüngste Arbeitslosenquote, die mit 7,8 Prozent im September auf den Tiefstand seit Obamas Amtseinführung zurückgerutscht ist. Die hohe Armut und Anzahl der Menschen, die Lebensmittelhilfe brauchten, die hohen Benzinpreise und die niedrigen Einkommen in den USA belegten, dass Obama nicht wisse, wie er die Wirtschaft ankurbeln könne, so Romney bei einem Auftritt in Apopka (Florida).

   Einige Konservative hinterfragten die positive Statistik. "Unglaubliche Arbeitslosenzahlen. (...) Diese Chigaco-Jungs tun alles", erklärte etwa der ehemalige Chef der Firma General Electric, Jack Welch. In mehreren Medien unterstrich der Manager seine Vorwürfe: Die vom Arbeitsministerium veröffentlichten Zahlen seien manipuliert. Kein renommierter Ökonom habe diese Zahlen im Vorfeld auch nur ansatzweise so niedrig prognostiziert. Auch andere Blogs stiegen auf diese Vorwürfe ein.

   Den Wählern gegenüber frisst Republikaner Romney derweil Kreide, wie Kommentatoren meinen. In seinen Aussagen zielt er immer mehr auf die alles entscheidenden ungebundenen Wechselwähler. Für eine Beleidigung der Obama-Anhänger, die er verblümt als Sozialschmarotzer dargestellt hatte, entschuldigte er sich sogar.

   Laut Zahlen des Rasmussen-Instituts vom Wochenende legte Romney im besonders umkämpften Wechselwähler-Staat Florida um zwei Prozentpunkte zu und führt mit 49 zu 47 Prozent gegen Obama. In Virginia lag Romney demnach mit 49 zu 48 Prozent vorn. Allerdings wurden bei der Umfrage lediglich rund 500 wahrscheinliche Wähler telefonisch befragt, die Aussagekraft gilt daher als eher begrenzt. Auch das Institut WeAskAmerica sieht den Herausforderer Romney im Aufwind.

   Allerdings: Alle Umfragenwerte sind derart knapp, dass ihre Ergebnisse im Bereich des statistischen Irrtums liegen. Wie seit Monaten deutet alles weiter darauf hin, dass es am 6. November ein extrem spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geben dürfte.

   Obama gab sich zu Beginn des letzten Wahlkampfmonats am Samstag entspannt. Er holte mit seiner Frau Michelle in einem Steak-Restaurant in Washington ihren 20. Hochzeitstag nach. Der war am Mittwoch auf den Tag der Fernsehdebatte gefallen. /pas/DP/he

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Rena Schild / Shutterstock.com
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