06.10.2016 11:36
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OSRAM-Aktie schießt auf Rekordhoch: Konkretes Angebot aus China?

Übernahmefantasie schiebt an: OSRAM-Aktie schießt auf Rekordhoch: Konkretes Angebot aus China? | Nachricht | finanzen.net
Übernahmefantasie schiebt an
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Die seit Wochen anhaltenden Übernahme-Spekulationen bei OSRAM scheinen einem Pressebericht zufolge konkret zu werdeSeit Wochen wird über eine Übernahme des Lichtkonzerns Osram durch chinesische Investoren spekuliert.
Nun zeichnet sich einem Pressebericht zufolge ein konkretes Angebot ab. Wie die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, will der chinesische Halbleiterkonzern San'an Optoelectronics etwa 70 Euro je Osram-Aktie bieten. Am Mittwoch hatte das Papier bei knapp 54 Euro gelegen. Osram wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Aktie schießt auf neues Rekordhoch

Am Donnerstag schnellten die Aktien um 10,57 Prozent auf 60,05 Euro in die Höhe und waren damit der mit Abstand beste Wert im Index der mittelgroßen Werte MDAX. Bei 61,75 Euro hatten die Papiere im frühen Handel sogar ein Rekordhoch erreicht. Auch im weiteren Handelsverlauf bleibt das Plus zweistellig.

Kurssturz vom November bereits mehr als wettgemacht

Für Anleger der ersten Stunde hat sich ein Investment in Osram durchaus gelohnt: Seitdem die Papiere Anfang Juli 2013 mit einem Kurs von 24,00 Euro an der Börse gestartet waren, steht ein Gewinn von rund 150 Prozent zu Buche. Auch die bisherige Jahresbilanz kann sich mit einem Plus von gut 50 Prozent mehr als sehen lassen.

Nahezu vergessen scheint damit der drastische Kurssturz um mehr als 28 Prozent am 11. November letzten Jahres, als die neue Wachstumsstrategie von Osram die Anleger wie ein Schlag getroffen hatte. In Folge dessen waren die Anteilsscheine Mitte Januar bis auf 34,25 Euro abgesackt. Seitdem haben sich die Papiere im Kurs fast verdoppelt.

Übernahme "sehr wahrscheinlich

Eine Übernahme von Osram sei sehr wahrscheinlich, sagte ein Händler. Großaktionär Siemens dürfte an zwei Dingen gelegen sein, einmal einen kräftigen Aufschlag auf sein Aktienpaket zu erhalten und zudem Osram-Chef Olaf Berlien loszuwerden.

Siemens soll verkaufswillig sein

Siemens hatte vor drei Jahren die Tochter über die Börse abgespalten und hält noch gut 17 Prozent an Osram. Beobachter fragen sich schon länger, wann das restliche Paket versilbert wird, zumal die Münchener die Beteiligung nicht als Kerngeschäft ansehen. Hinzu kommt, dass das Verhältnis zwischen dem früheren Mutterkonzern und Osram als angespannt gilt, seit der Lichtkonzern im November vergangenen Jahres die Börse mit der Ankündigung einer Milliarden-Investition in Malaysia verschreckt hatte. Ein Ausstieg von Siemens erscheint Beobachtern nur konsequent.

Bereits im September hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldet, der chinesische Investor GSR Go Scale Capital sei an dem Siemens-Anteil interessiert. GSR Go Scale Capital war zuvor mit seinen Übernahmeplänen für die Philips -Sparte Lumileds an den US-Behörden gescheitert.

China wirft Auge auf deutsche Unternehmen

Deutsche Unternehmen stehen bei chinesischen Investoren derzeit hoch im Kurs. Der Augsburger Roboterhersteller Kuka wurde von dem chinesischen Hausgerätehersteller Midea übernommen. Auch der Kunststoffmaschinenbauer Krauss-Maffei ist in chinesischer Hand.

Auch Osram hat bereits Erfahrungen mit chinesischen Investoren. Ende Juli verkündete das Unternehmen den Verkauf seiner Lampensparte Ledvance mit noch gut 9000 Beschäftigten an ein Konsortium um den chinesischen LED-Spezialisten MLS. Laut der "Wirtschaftswoche" wird sich daher die deutsche Politik anders als beispielsweise bei Kuka auch zurückhalten mit Kritik. Osram habe durch den Verkauf des traditionellen Lampengeschäfts die chinesischen Interessenten erst angezogen, heiße es im Wirtschaftsministerium, so das Blatt.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Osram, AR Pictures / Shutterstock.com
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