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23.02.2012 12:00

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UNTERBEWERTETE AKTIE

Lang & Schwarz: Zeit für hohe Dividenden

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Lang & Schwarz: Zeit für hohe Dividenden
Der Broker litt jahrelang unter hohen Zahlungen an die ­Einlagensicherung. Das ist jetzt vorbei. Anleger ­­können künftig mit hohen ­Dividenden rechnen.

von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Schuld war der EdW. In der Vergangenheit versauten nämlich hohe Zahlungen an die EdW, die Entschädigungsreinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen, gute Gewinndaten bei Lang & Schwarz. So verdiente der Broker – das Unternehmen emittiert Zertifikate und Optionsscheine und betreibt eine Plattform für den ausserbörslichen Aktienhandel – 2007 eigentlich 4,1 Millionen Euro – 5er-KGV. Eigentlich. Denn Zahlungen an den EdW in Höhe von 3,2 Millionen Euro – rund 1,0 Euro je Aktie – verhagelten die Bilanz. 2009 war es ebenso.

Damals mussten die Düsseldorfer 3,3 Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einstellen. „Wegen unserer Tätigkeit im Derivategeschäft mussten wir in der Vergangenheit hohe Prämien an den EdW bezahlen“, erklärt mir Lang & Schwarz-Vorstand Andre Bütow.

Damit ist jetzt aber Schluss. „Infolge des in den letzten Jahren durchgeführten Konzernumbaus konnten wir die Verpflichtungen an den EdW auf einen Bruchteil der bisherigen Zahlungen reduzieren“, sagt der Manager. Das hat drei Folgen: Zum einen brachte die Umstrukturierung – unter anderem mit der Rückgabe sämtlicher Erlaubnisse der Lang & Schwarz Wertpapierhandelsbank zum Betreiben von Kredit- und Finanzdienstleistungsgeschäften – eine Auflösung der offenen Reserven für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 11,3 Millionen Euro in 2010 und eine vollständige Rückführung des damals bestehenden Bilanzverlustes.

Zum anderen beschert der Stopp hoher EdW-Beiträge den Düsseldorfern generell ein deutlich höheres Gewinnniveau. Gab es früher immer wieder unatraktive zweistellige KGVs oder gar rote Zahlen, so erzielten die Rheinländer in den ersten neun Monaten 2011 einen Gewinn je Aktie von 1,47 Euro.


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Drittens: Schon für 2010 gab es nach Tilgung des Bilanzverlustes annähernd die Vollausschüttung des darüber hinausgehenden Gewinns. Eine Dividende von 0,59 Euro je Aktie war fällig. Für 2011 und die kommenden Jahre ist sogar noch mehr drin. Denn Ausschüttungsquoten um 75 Prozent wurden von Lang & Schwarz schon als Zielgrösse genannt. „Wegen der starken Eigenkapitalausstattung gibt es derzeit keinen Grund, Gewinne im Unternehmen zu bunkern“, sagt Bütow.

Bei der Aktie könnten damit für 2011 bis zu 1,25 Euro Dividende – Rendite 15,0 Prozent – drin sein. Anleger sollten sich den 2. März notieren. Mit Vorlage der 2011er-Zahlen könnten an dem Tag auch hohe Dividenden bekannt gegeben werden.

ISIN: DE0006459324
Gewinn je Aktie 2011e: 1,67 €
Gewinn je Aktie 2012e: 1,10 €
KGV 2012e: 7,6
Div./Rend. 2011e: 1,25 €/15,0 %
EK*-Quote: 36,0 %
EK* je Aktie/KBV: 7,95 €/1,0
Kurs/Ziel/Stopp: 8,32/12,50/5,90 €

*EK: Eigenkapital

Georg Pröbstl ist Chefredakteur der Value-Depesche. Der wöchentliche Börsenbrief ist auf unterbewertete Aktien spezialisiert.

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