18.12.2012 17:16
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Die neue Lust auf Dividende

Vermögensverwalter-Kolumne
2013 wirft seine Schatten voraus – und treibt Investoren zur Verzweiflung.
Wo können Renditen erzielt werden, die über der Inflationsrate liegen, ohne dabei übermäßige Risiken eingehen zu müssen? Nahezu alle traditionellen Anlageklassen, die für solche Zwecke in den letzten Jahren angezapft wurden, sind inzwischen wie Zitronen ausgepresst. Was bleibt? Aktien!

Von Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG, Traunstein

Großinvestoren fürchten den nächsten Börsenabsturz, vergleichbar mit der Lehmann-Pleite. Rund 71 Prozent der Anleger hält ein solches Extremszenario für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage der State Street unter Vermögensverwaltern und Banken, die Anfang November veröffentlicht wurde. Sechs Wochen später liegt der Markt nahe an seinem Jahreshoch.

Doch kann man jetzt noch in Aktien gehen? Ich bin überzeugt, man kann nicht nur - man muss in Aktien investieren. Nicht die getrübten Konjunkturaussichten werden in den kommenden Wochen die Märkte bewegen, auch nicht die sinkenden Gewinnerwartungen der Unternehmen. Beides wird überkompensiert von der hohen Liquidität der institutionellen Anleger, die auf der Suche nach auskömmlichen Renditen sind.

Anlagedruck überwiegt Konjunktursorgen

Investieren werden sie verstärkt in zwei Anlagemärkte: Unternehmensanleihen der zweiten Reihe sowie die Aktien. Für die Aktien spricht zudem die neu erwachte Lust auf Dividende. Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent (und höher) bei vermeintlich krisenresistenten Unternehmen sind verlockend – und zunehmend wieder in Anlagegremien von Fonds, Stiftungen oder Versicherungen vermittelbar. Da das Gros der Dividenden im ersten Halbjahr gezahlt wird, dürften bereits zu Jahresanfang die Claims von den Anlegern abgesteckt werden. Einmal mehr könnte damit ein wichtiger Teil des Jahresertrages in den ersten Wochen des Jahres zur Verteilung anstehen.

Schwieriger gestalten sich Investments in Anleihen. Schuldverschreibungen aus Italien, Spanien oder Irland stehen bei vielen Investoren auf der schwarzen Liste, da diese Papiere sie in den vergangenen beiden Jahren viel Kraft und oft genug auch Performance gekostet hat. Doch der Druck wächst, auch wieder in Südeuropa zu investieren , denn die Industrieanleihen von Siemens und Co. bieten keine echte Alternative mehr.

Notenbanken sichern Risiken ab

Für beide Anlageklassen - Staatsanleihen wie Aktien - bildet die EZB-Politik die beste Versicherung. Sie hat das Krisenmanagement in Europa eindeutig in die Hand genommen. Der Euro ist unumkehrbar. Notenbankchef Draghi hat aller Welt klar gemacht, dass "die EZB im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun wird, um den Euro zu erhalten.“ Und ergänzte später den wichtigen “und glauben Sie – es wird ausreichen“.

Aber nicht nur die EZB, weltweit sichern die Notenbanken die Kurse der Risikoanlageklassen ab. Das eröffnet Chancen, die bisher nur wenige ergriffen haben. Die Rückschläge an den Aktien- und Rentenmärkten werden sich deshalb für die nächste Zeit in Grenzen halten, auch wenn die Konjunktursorgen zugenommen haben. Bei Aktien gilt der Blick nach vorne. Nicht das Gewinnwachstum auf breiter Front, sondern eine neue Risikobewertung verleiht den Aktienmärkten Potenzial. Die Bewertungen an den Märkten lassen eine Korrektur der Gewinnschätzungen auf Unternehmensebene verschmerzen. Deshalb sollte 2013 ein guter Jahrgang werden. Von der neuen Risikobewertung von Aktien sollten mittelgroße und auch kleinere börsennotierte Firmen profitieren.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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