13.09.2012 18:04
Bewerten
 (18)

Griechenland wird drittes Rettungspaket brauchen

Weitere Jahre Geld nötig?
Griechenland wird nach Einschätzung eines hochrangigen Beamten des Internationalen Währungsfonds ein drittes Rettungspaket brauchen und europäische Geldgeber müssen das Geld auftreiben.
"Griechenland wird zusätzliche Hilfen brauchen, entweder über einen Forderungsverzicht von öffentlichen Gläubigern oder über zusätzliche Kredite zu hoffentlich günstigeren Zinsen", sagte der stellvertretende IWF-Direktor Thanos Catsambas, der Griechenland im IWF-Verwaltungsrat repräsentiert. Griechenland könne seine Finanzierungsprobleme nicht alleine lösen.

   Derzeit prüft eine Mission der Troika aus IWF, Europäischer Union und Europäischer Zentralbank (EZB) die Reformfortschritte in Griechenland. Erst mit einem positiven Bericht wird eine weitere Tranche von 31 Milliarden Euro aus dem zweiten Rettungspaket über insgesamt 173 Milliarden Euro nach Athen fließen. Die griechische Regierung hat das Geld bitter nötig, da sie sonst Renten, Gehälter und Rechnungen nicht mehr begleichen kann.

   Bisher war geplant, dass die Troika ihren Bericht im Oktober vorlegt, doch in Brüsseler EU-Kreisen heißt es nun, dass die Mission hinter ihrem Zeitplan sei und eventuell erst im November zu einem Abschluss komme. Unterdessen versucht die Koalitionsregierung von Ministerpräsident Antonis Samaras verzweifelt, ein neues Sparpaket über 11,5 Milliarden Euro auf die Beine zu stellen. Unter den Gläubigern herrscht die einmütige Stimmung, dass dies die letzte Chance für Griechenland ist, sollen die Hilfsgelder weiter fließen.

   Ohne diese Finanzmittel wird Griechenland in wenigen Wochen das Geld ausgehen und das Land wäre in einem extremen Szenario gezwungen, die Eurozone zu verlassen und wieder eine eigene Währung zu drucken. Ein Euro-Austritt würde "Griechenland um viele Jahrzehnte zurückwerfen", warnte IWF-Direktor Catsambas.

   Die griechische Regierung hat ihre Geldgeber um einen Aufschub beim Abbau des Haushaltsdefizits gebeten. Doch ein Aufschub um zwei Jahre würde zu einem zusätzlichen Finanzbedarf von 20 Milliarden Euro führen. Die Regierung hat untersucht, ob sie diese Lücke mit der Emission von kurzfristigen Schatzwechseln füllen kann, doch Catsambas sagte, es sei "völlig unrealistisch", dass Griechenland dieses Loch ganz alleine stopfen könne. Daher seien die Eurozone und die EZB aufgerufen, in die Bresche zu springen.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/apo/jhe    (END) Dow Jones Newswires Von Costas Paris

Bildquellen: Anastasios71 / Shutterstock.com, LiliGraphie / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Verlust ins Wochende -- US-Börsen kaum verändert -- Im Wahljahr 2017 droht Euro-Krise 2.0 -- US-Arbeitslosenquote auf tiefstem Stand seit 2007 -- AIXTRON, SLM Solutions im Fokus

Vier Weltstädte wollen bis 2025 Dieselautos verbieten. Deutsche Bank stellt gewisse Kundenverbindungen ein. Italiens Wirtschaftsminister: Kein Finanzbeben nach Referendum. Eine schöne Bescherung: Doch wer bekommt eigentlich Weihnachtsgeld? Tim Cook antwortet per Mail auf Userbeschwerde zu Apple-AirPods.
Hobby zum Beruf
Jetzt durchklicken
Welche Aktien besitzt Warren Buffett in seinem Portfolio?
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Das Europaparlament hat ein Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert. Halten Sie diese Entscheidung für richtig?