16.06.2016 13:08
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Wem gehört eigentlich die Fed?

Wer das Geld regiert …: Wem gehört eigentlich die Fed? | Nachricht | finanzen.net
Wer das Geld regiert …
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Es heißt "Geld regiert die Welt". Doch wem gehört eigentlich die Institution, die über das Geld regiert? Und wie "federal", also bundesstaatlich, ist die Fed wirklich?
Jährlich veröffentlicht Forbes eine Liste der größten Unternehmen der Welt, die "Global 2000". Die Liste weist in der Regel viele große Namen auf, doch an der Spitze fehlt stets ein Unternehmen, das alle anderen in den Schatten stellen würde: Die Fed. Doch die US-Notenbank taucht in keiner einzigen Auflistung auf. Zunächst einmal deswegen, weil sie nicht an der Börse gelistet ist. Aber vor allem auch aus dem Grund, weil die wahren Eigentümer der Fed möglichst unbekannt bleiben möchten.

Wie viel "fed" steckt in der Fed?

Der Name "Federal Reserve" suggeriert, dass es sich bei der US-Notenbank um eine staatliche Einrichtung handelt - doch weit gefehlt. Die Fed ist tatsächlich weder Eigentum des Staates, noch verfügt sie über Reserven. Viel eher ist die Fed mit ihrer aktuellen Chefin Janet Yellen ein komplexes System verschiedener Eigentümer, das sich aus zwölf Regionalbanken mit diversen Zweigstellen zusammensetzt: Den Federal Reserve Banken aus Boston, New York City, Philadelphia, Cleveland, Richmond, Atlanta, Chicago, St. Louis, Minneapolis, Kansas City, Dallas und San Francisco. Deren Besitzer wiederum sind einige der größten Geschäftsbanken der Vereinigten Staaten. Um welche Banken es sich genau handelt, ist bestenfalls Gegenstand von Spekulationen. In den Weiten des Internets kursieren Listen, die die vermeintlich wichtigsten Eigentümer der Fed nennen, darunter finden sich Bankiersdynastien wie Rothschild, Lazard Frères, Kuhn Loeb, Warburg, Lehman Brothers, Rockefellers Chase Manhattan, JPMorgan und Goldman Sachs. Der bundesstaatliche Aspekt im Namen "Federal Reserve" wird allein dadurch - mehr oder minder - legitimiert, dass das Direktorium der Fed vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird und die Fed dem US-Kongress gegenüber einer beschränkten Rechenschaftspflicht nachkommen muss. Beschränkt dadurch, dass die amerikanischen Behörden keinerlei Möglichkeit, noch das Recht dazu, haben, die Bücher der amerikanischen Notenbank einzusehen. Zwar wurde dem Staat durch den "Dodd-Frank Act", ein Bundesgesetz, das als Reaktion auf die Finanzkrise verabschiedet wurde, die Möglichkeit gegeben, Informationen über Aktionen der Fed in Teilbereichen zu erlangen. Doch eine vollständige Übersicht über die Aktionen der Fed erhält der US-Staat dennoch bei weitem nicht.

Die Urväter der Fed

Von Mayer Amschel Rothschild, der von 1744 bis 1812 lebte, ist ein bezeichnendes Zitat überliefert: "Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht." Die Kontrolle über die Währung musste dem Urvater der Rothschild-Dynastie jedoch nicht erst gegeben werden - er hatte eine durchaus vergleichbare Macht als Bankier der größten Bank der Welt und seine Nachkommen sollten auch später, als Mitgründer der heutigen "Federal Reserve", genau diese Kontrolle weiter ausüben. Denn die heutige "Federal Reserve" geht ursprünglich auf sieben Männer zurück, die im Jahre 1910 etwa ein Viertel des Reichtums der ganzen Welt auf sich vereinigten. Diese sieben Männer begaben sich zu einem geheimen Treffen auf der Insel "Jekyll Island" - eine Insel, die JPMorgan gehörte. Mit im Bunde war Nelson Aldrich, der Senator von Rhode Island und damaliger Vorsitzender der nationalen Währungskommission, der die - offiziell als "Entenjagd" deklarierte Reise - organisierte. Außerdem war Aldrich Teilhaber von JPMorgan und der Schwiegervater von John D. Rockefeller jr. - einem der damals reichsten Männer auf dem Planeten. Er befand also im Senat nicht alleine über das Kapital des Staats, er mischte selbst kräftig mit. Auch die weiteren Herrschaften verfügten über große Namen: Frank Vanderlip, Präsident der National City Bank of New York, Henry Davison, ein weiterer Teilhaber von JPMorgan, Charles Norton, Präsident der First National Bank of New York, Benjamin Strong von JPMorgan Bankers Trust und ferner Paul Warburg, Partner von Kuhn, Loeb und ein Vertreter der Rothschild-Familie.

Das Geldsystem wird revolutioniert, doch: "Cui bono"?

Die Revolution des Geldsystems nahm auf der vermeintlichen "Entenjagd" auf Jeckyll Island ihren Anfang. Doch warum war die Revolution überhaupt nötig? In dieser Hinsicht kann eine Frage Aufschluss geben, die seit Marcus Tullius Cicero in Kriminalfällen zum Einsatz kommt: Cui bono? Übersetzt: Wem (gereicht es) zum Vorteil?

Damals, 1910, kristallisierte sich ein Trend in der Industrie heraus. Nicht durch Kredite wurde das Wachstum finanziert, sondern durch die tatsächlichen Gewinne der Unternehmen. Auch die Regierung der USA folgte dieser Entwicklung. Goldreserven wurden aufgebaut, während die Verschuldung abnahm. Grund für diese Entwicklung war die streng begrenzte Geldmenge, die gedeckt war durch die Menge an Gold, die von den Banken gehalten wurde. Dennoch verliehen die Geldhäuser oft mehr Geld, als sie durften. Geld, das von den Reserven nicht gedeckt war. Das Resultat: Die Reserven waren schneller verbraucht, als es manchen Banken lieb war, einige tausend Geldhäuser wurden insolvent. Ohne eine Art von Sicherheitsnetz, das die Banken auffangen konnte, sollten sie der Pleite nicht entgehen können, hätten die Geldhäuser so nicht lange weiter agieren können. Außerdem war es für das Geschäft der Banken dringend notwendig, dass sich die Industrie wieder mehr verschuldete. Auch die vorhandene Geldmenge musste "elastischer" werden, zitiert etwa FOCUS online diverse Banker. Für all dies konnte es nur eine Garantie geben, wenn die Banken selbst über die Geldmenge verfügen und bestimmen konnten. Das Resultat: Das System "Federal Reserve".

Eine folgenreiche Unterschrift

Es sollte noch drei Jahre dauern, bis sich die Regierung von dem Plan einer unabhängigen Notenbank überzeugen ließ. Kurz vor Weihnachten 1913 war es schließlich Präsident Woodrow Wilson, erst neu in seinem Amt, der seine Unterschrift unter den "Federal Reserve Act" setzte. Die meisten Senatoren waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Weihnachtsurlaub. Eine folgeschwere Tat, die der spätere Ex-Präsident noch auf dem Sterbebett bereuen sollte. "Ich habe mein Land betrogen. Das Schicksal der Nation liegt in den Händen einiger weniger Männer", soll er noch im Sterben gesagt haben.

Die Bank gewinnt immer

Auch Alan Greenspan war als Fed-Chef einmal einer dieser Männer, die "das Schicksal der Nation" in den Händen hielten. Noch 1966 verfasste Greenspan einen Artikel, in dem er die Politik des billigen Geldes stark kritisierte und für die Depression der 30er Jahre verantwortlich machte. Dies sah Greenspan als Fed-Chef offenbar anders, denn - erst einmal im Amt - betrieb auch er eine ultralockere Geldpolitik der niedrigen Zinsen. Die Antwort auf die Frage "cui bono" ist also folglich diese: Den größten Nutzen des "Federal Reserve"-Konstrukts haben die Banken selbst. Was an den Spieltischen gilt, gilt auch an der Wall Street: Die Bank gewinnt immer. Natürlich können auch die Staaten vom billigen Geld zu einem gewissen Teil profitieren. Die Wirtschaft der Staaten lässt sich dadurch ankurbeln, was wiederum den Kursen an den Kapitalmärkten auf die Sprünge hilft. Doch all dies nützt wiederum auch den Geldhäusern, die an den Konsumkrediten verdienen.

Inzwischen stehen die Vereinigten Staaten von Amerika mit mehreren Billionen Dollar bei der Federal Reserve Bank in der Kreide - ein immenser Schuldenberg bei einem Gläubiger, den kaum jemand - nicht einmal US-Abgeordnete oder Präsidentschaftskandidaten - kennt. Dies bestätigte auch Alan Greenspan in einem Fernseh-Interview selbst: "Zunächst einmal ist die Federal Reserve eine unabhängige Agentur. Das bedeutet, dass es keine Regierungsagentur gibt, die unsere Aktionen außer Kraft setzen kann." Dieser Umstand könnte beides sein - Fluch und Segen. Denn wie etwa Henry Ford gesagt haben soll: "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

Christina Fischer, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Paul Cowan / Shutterstock.com, Mesut Dogan / Shutterstock.com, Sascha Burkard / Shutterstock.com, blvdone / Shutterstock.com

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