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27.05.2011 17:02

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Zahl der EHEK-Infizierten in Deutschland rapide gestiegen

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   BERLIN (AFP)--Keine Entwarnung im Kampf gegen den lebensbedrohlichen Darmkeim EHEC: Während die Erkrankungszahlen und Todesfälle in Deutschland weiter steigen, war die eigentliche Herkunft des Erregers auch am Freitag zunächst weiterhin völlig unklar. Die deutschen Gemüsebauern befürchten als Folge der EHEC-Welle Verluste in Millionenhöhe.

   Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete am Freitag rund 60 neue schwere Fälle der Darminfektion. Die Zahl der bekannten Fälle des durch EHEC verursachten sogenannten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), das zu akutem Nierenversagen führen kann, stieg damit auf 276.

   Das niedersächsische Gesundheitsministerium bestätigte unterdessen einen weiteren Todesfall. Eine 1934 geborene Patientin aus Cuxhaven starb in einem Bremer Krankenhaus an einer EHEC-Infektion. Auch bei einem in Hamburg tot aufgefundenen Mann bestätigte sich der EHEC-Verdacht. Damit gibt es nunmehr mindestens fünf Todesfälle, die mit der Darmerkrankung in Verbindung gebracht werden. Das RKI bestätigte am Freitag zunächst nur zwei.

   Als eine Quelle der Erkrankungen hatten die Behörden in Deutschland mit EHEC belastete Salatgurken aus Spanien ausgemacht. Drei der Gurken stammten nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde von Produzenten aus Málaga und Almería in der südspanischen Region Andalusien. In einem vierten Fall gibt es der Behörde zufolge Hinweise "auf Lieferwege aus den Niederlanden".

   Spaniens Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar betonte, dass es bislang keinen Beweis dafür gebe, dass die nach Deutschland importierten Gurken auch in Spanien verseucht wurden. Sie verwies am Freitag in Madrid auf die Aussage der Europäischen Kommission, wonach sich die Kontaminierung "auch außerhalb des Herkunftslands habe ereignen können". Ein Sprecher von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) betonte ebenfalls, es sei nach wie vor Spekulation, ob die Waren in Spanien, beim Transport oder in Deutschland kontaminiert wurden.

   Neben Deutschland wurden auch aus anderen europäischen Ländern Infektionen mit EHEC-Bakterien gemeldet - aus den Niederlanden, aus Schweden, Großbritannien und Dänemark. In Dänemark war offenbar ein Aufenthalt der sieben Betroffenen in Deutschland vorausgegangen. In Österreich wurden zwei deutsche Radtouristen, die aus Schleswig-Holstein kommen, unter EHEC-Verdacht in ein Krankenhaus eingeliefert. In Spanien wurde laut der spanischen Gesundheitsbehörde bislang keine EHEC-Belastung gemeldet.

   Wegen der Ausbreitung der EHEC-Fälle raten das RKI und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterhin davon ab, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland roh zu verzehren. Der Großteil der schweren Erkrankungen durch den EHEC-Erreger war bislang in Norddeutschland aufgetreten.

   Die deutsche Landwirtschaft fürchtet indes massive Verluste. Ersten Schätzungen zufolge hätten die Gemüsebauern derzeit Einbußen in Höhe von 2 Mio EUR pro Tag zu verkraften, sagte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands. Nach Angaben der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland ist der Absatz und Verbrauch von deutschen Gurken, Tomaten und Salaten seit der Warnung des RKI "zu 90% eingebrochen". Viele Bauern mussten demnach ihre Waren vernichten. Ein großer deutscher Salathersteller in Norddeutschland etwa habe auf einen Schlag 30.000 Köpfe Eisbergsalat wieder unter die Erde pflügen müssen.

DJG/mle (END) Dow Jones Newswires

   May 27, 2011 10:32 ET (14:32 GMT)- - 10 32 AM EDT 05-27-11

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