16.04.2013 17:30

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von Julia Groß, €uro am Sonntag

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WGF-Insolvenz: Überraschende Wende



WGF-Insolvenz: Überraschende Wende
Zwei Anlegerschutzanwälte wollen in Management und Aufsichtsrat der insolventen Immobilienfirma WGF einziehen. Auf diese Weise sollen die Interessen der Anleihegläubiger „bestmöglich“ gewahrt werden.

von Julia Groß, Euro am Sonntag

Wieder eine neue Entwicklung im Fall der insolventen Düsseldorfer Immobilienfirma WGF: Die beiden auf Anlegerschutz spezialisierten Anwälte Julius Reiter und Klaus Nieding bieten an, Führungsaufgaben bei der WGF zu übernehmen, um das geplante Insolvenzverfahren in Eigenregie im Interesse der Anleihegläubiger abzuwickeln.

Julius Reiter, der zurzeit Mitglied des Gläubigerausschusses ist, will Sanierungsvorstand werden, Klaus Nieding würde als Vorsitzender in den Aufsichtsrat einziehen. Gleichzeitig soll ein Gläubigerausschuss unter Leitung von Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger etabliert werden, der ebenfalls die Sanierung überwacht.

Den vorläufigen Insolvenzplan der WGF, der von den Anlegern zunächst den Verzicht auf fast 80 Prozent ihrer Forderungen verlangt, lehnen die Anwälte ab. Sowohl die Rückführungsquote, die unter Einschluss zukünftiger Projektentwicklungen der WGF maximal 44 Prozent betragen würde, als auch der Zeitrahmen bis 2022 seien indiskutabel.

Neues Insolvenzkonzept
In der kommenden Woche wird ­Julius Reiter demnach bei einem Treffen aller Beteiligten ein neues Insolvenzkonzept vorstellen. Seine Mandate von WGF-Anleihebesitzern würde er an Kollegen abtreten, wenn er den Vorstandsposten einnimmt. So will der Juraprofessor mögliche Interessenkonflikte vermeiden.
Nach Auskunft von Klaus Nieding könnte das zuständige Gericht ihn zum Aufsichtsrat bestellen, wenn ein anderes Mitglied des Gremiums sein Amt niederlegt. Der Aufsichtsrat wiederum beruft den Vorstand.

Das Vorhaben stößt unter den Anleihegläubigern nicht auf einhellige Zustimmung. Manche befürchten, dass die Anwälte auf Vorstands- und Aufsichtsratsposten zum Wohl der Gesellschaft und damit im Sinn von WGF-Vorstand und Mehrheitsaktionär Pino Sergio handeln würden. Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Insolvenzverschleppung bei der WGF AG aufgenommen. 

Bildquellen: iStock

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